MINT lernen

Das Kapitel auf einen Blick

Alle Formeln, Begriffe und Zusammenhänge der Atom- und Kernphysik kompakt gebündelt — zum Wiederholen vor der Klassenarbeit.

Diese Seite bündelt das komplette Kapitel — von den Atommodellen bis zur Halbwertszeit. Jeder Abschnitt bringt den Kerngedanken, die Formeln mit ihren Einheiten und eine Übersicht zum schnellen Vergleich. Ganz unten findest du die Formelsammlung am Stück und einen Selbstcheck. Wenn dir irgendwo etwas fehlt, springst du über die Links direkt in das passende Unterkapitel.

1

1.1 Historische Entwicklung der Atommodelle

Kein Atommodell ist einfach „richtig“. Jedes erklärt genau das, was die Experimente seiner Zeit zeigten — und wird ersetzt, sobald ein neues Experiment mehr verlangt. Von der unteilbaren Kugel der Griechen bis zur Aufenthaltswahrscheinlichkeit im Orbitalmodell wird das Atom Schritt für Schritt genauer beschrieben. Für die Klassenarbeit brauchst du zu jedem Modell die Kernaussage und die Grenze, an der es scheitert.

früher heute 1.1.11.1.21.1.31.1.41.1.51.1.6 GriechenDaltonThomsonRutherfordBohrOrbital unteilbar„atomos“ massiveKugel Rosinen-kuchen Kern +leerer Raum Schalen,Quantensprünge Aufenthalts-wahrscheinlichkeit

Jeder Schritt behält das Brauchbare des Vorgängers und ergänzt das, was ein neues Experiment erzwungen hat.

Größenverhältnis aus dem Streuversuch
dAtom ≈ 10−10 m  ·  dKern ≈ 10−14 m

Das Atom ist rund 10 000-mal größer als sein Kern — deshalb fliegen im Rutherford’schen Streuversuch fast alle α-Teilchen ungehindert durch die Goldfolie, und nur ganz wenige werden stark abgelenkt.

Die sechs Modelle im Vergleich — Kernaussage und Grenze.
ModellKernaussageGrenze — was noch fehlt
Griechen (Demokrit)Materie besteht aus kleinsten, unteilbaren Teilchen — griechisch „atomos“.Reine Denkidee ohne Experiment; über den inneren Aufbau sagt sie nichts.
DaltonKugelmodell: Atome sind massive Kugeln. Alle Atome eines Elements sind gleich.Das Atom bleibt unteilbar — Elektronen kommen darin gar nicht vor.
ThomsonRosinenkuchen: negative Elektronen stecken in einer positiv geladenen Masse. Im Kathodenstrahl-Experiment entdeckt Thomson das Elektron.Es gibt noch keinen Kern — der Streuversuch widerlegt dieses Modell.
RutherfordStreuversuch mit α-Teilchen an Goldfolie: die meisten gehen durch → das Atom ist fast leer; wenige werden stark abgelenkt → ein winziger, positiver, massereicher Kern.Erklärt nicht, warum die Elektronen nicht in den Kern stürzen und warum Linienspektren entstehen.
BohrElektronen sitzen auf Schalen mit diskreten Energieniveaus. Beim Quantensprung wird Energie aufgenommen oder abgegeben → Linienspektren.Die Bahnen sind nur ein Bild; für größere Atome reicht das Modell nicht aus.
OrbitalmodellKeine Bahnen mehr, sondern Aufenthaltswahrscheinlichkeit: eine Punktwolke zeigt, wo sich das Elektron wahrscheinlich aufhält.Anschaulich schwer zu zeichnen — einen festen Weg des Elektrons gibt es nicht mehr.
2

1.2 Aufbau der Materie

Im Kern-Hülle-Modell steckt fast die gesamte Masse im winzigen Kern aus Protonen und Neutronen, während die Elektronen die Hülle bilden. Die Protonenzahl Z legt fest, welches Element vorliegt; die Neutronenzahl N darf sich ändern — so entstehen Isotope. Ob ein Kern zusammenhält, entscheidet das Kräfteverhältnis zwischen starker Kernkraft und elektrischer Abstoßung.

Massenzahl und Nuklid-Schreibweise
A = Z + N   →   N = A − Z

A = Massenzahl (Anzahl aller Kernteilchen) · Z = Protonenzahl (Kernladungszahl, legt das Element fest) · N = Neutronenzahl. Geschrieben wird A oben links und Z unten links vor das Elementsymbol, zum Beispiel 22688Ra oder 42He.

Achtung: A ist nicht die Neutronenzahl. Die Neutronen bekommst du immer erst durch N = A − Z.

Isotope — gleiches Element, andere Neutronenzahl

NuklidZ (Protonen)N (Neutronen)A = Z + NBemerkung
42He224stabil
62He246radioaktiv — gleiches Element, nur mehr Neutronen
168O8816leichter Kern: N ≈ Z
178O8917Sauerstoff-Isotop
188O81018Sauerstoff-Isotop
3517Cl171835N = A − Z = 35 − 17
20080Hg80120200schwerer Kern: N > Z — die Neutronen halten den Kern zusammen

Regel: Bei leichten Kernen ist N ungefähr gleich Z, bei schweren Kernen wird N deutlich größer als Z.

Die vier Grundkräfte im Kern

KraftReichweiteWirkung im Atomkern
Starke Kernkraftsehr kurz — nur innerhalb des KernsHält Protonen und Neutronen zusammen. Sie ist der Grund, warum der Kern überhaupt stabil sein kann.
Elektromagnetische KraftgroßDie gleichnamig geladenen Protonen stoßen sich ab — sie treibt den Kern auseinander.
Schwache Kraftsehr kurzVerantwortlich für den β-Zerfall: sie wandelt Neutronen und Protonen ineinander um.
GravitationunbegrenztIm Kern bedeutungslos — bei so winzigen Massen viel zu schwach.

Ionisation

Aus einem Atom wird ein Ion
Atom + Energie  →  Ion+ + e−

Wird ein Elektron aus der Hülle geschlagen, bleibt ein positiv geladenes Ion zurück. Dafür ist eine Mindestenergie nötig — die Ionisierungsenergie in der Größenordnung von etwa 12 eV.

3

1.3 Ionisierende Strahlung

Becquerel entdeckte 1896, dass Uransalz eine Fotoplatte schwärzt, obwohl sie lichtdicht verpackt war; Marie und Pierre Curie fanden daraufhin Polonium und Radium. Strahlung heißt ionisierend, wenn ihre Energie ausreicht, um Elektronen aus der Hülle zu schlagen — dafür braucht es rund 12 eV. Sichtbares Licht bringt nur etwa 2 eV mit und ionisiert deshalb nicht.

α, β und γ im direkten Vergleich

 α-Strahlungβ−-Strahlungγ-Strahlung
Was ist das?Helium-Kern aus 2 Protonen und 2 Neutronenschnelles Elektron aus dem Kernelektromagnetische Welle (Photon)
Ladung2-fach positiveinfach negativkeine
Massegroß — etwa die 7200-fache ElektronenmasseElektronenmassekeine Ruhemasse
Reichweite in Luftnur 1–10 cmdeutlich weiter als αsehr weit
Abschirmungein Blatt Papier genügteinige mm Aluminiumdicke Schichten Blei oder Beton — nur Schwächung, nie vollständige Absorption (Halbwertsdicke)
Ablenkung im Magnetfeldja — entgegengesetzt zu βja — entgegengesetzt zu α, stärkergar nicht
Änderung im KernA − 4, Z − 2A bleibt, Z + 1A und Z bleiben unverändert

Nicht verwechseln: „Papier reicht“ heißt nicht „α ist harmlos“. Eingeatmet oder verschluckt gibt ein α-Strahler seine gesamte Energie direkt im Gewebe ab und ist dann sehr gefährlich. Und γ-Strahlung wird durch Blei nur geschwächt, nie ganz weggenommen.

AbsorberversuchAblenkung im Magnetfeld Quelle αβγ PapierAluBlei αγβ

Zwei Versuche, ein Ergebnis: Papier stoppt α, wenige Millimeter Aluminium stoppen β, Blei schwächt γ nur. Im Magnetfeld werden α und β in entgegengesetzte Richtungen abgelenkt, γ als ungeladene Welle gar nicht.

Die Zerfallsgleichungen

α-Zerfall — A − 4, Z − 2
AZX  →  A−4Z−2Y  +  42He

Beispiel aus dem Rauchmelder: 24195Am → 23793Np + 42He

β−-Zerfall — A bleibt, Z + 1
n  →  p + e−  (+ Antineutrino)

Im Kern wird ein Neutron in ein Proton umgewandelt, das Elektron verlässt den Kern als β−-Strahlung. Beispiel: 21482Pb → 21483Bi + e−. Beim β+-Zerfall läuft es andersherum: ein Proton wird zum Neutron, Z wird um 1 kleiner.

γ-Zerfall — nichts ändert sich am Kernbestand
AZX*  →  AZX  +  γ

Ein angeregter Kern gibt nur überschüssige Energie ab. A und Z bleiben unverändert — es entsteht kein neues Element.

Zerfallsreihen und Nuklidkarte

Ein instabiler Kern zerfällt meist nicht in einem Schritt zu einem stabilen Kern, sondern durchläuft eine ganze Zerfallsreihe. Alle natürlichen Zerfallsreihen enden bei einem Blei-Isotop — Pb-206, Pb-207 oder Pb-208. In der Nuklidkarte ist Z nach oben und N nach rechts aufgetragen; jeder Zerfall ist dort ein fester Zug auf dem Spielfeld.

ZerfallMassenzahl AProtonenzahl ZZug in der Nuklidkarte
αA − 4Z − 22 Felder nach links, 2 Felder nach unten
β−A bleibt gleichZ + 11 Feld nach links, 1 Feld nach oben
β+A bleibt gleichZ − 1umgekehrt zum β−-Zerfall
γA bleibt gleichZ bleibt gleichkein Feldwechsel — nur Energieabgabe
N — Neutronenzahl Z — Protonenzahl Start α-Zerfallβ−-Zerfall

Probe für jede Zerfallsgleichung: Die Summe der oberen Zahlen (A) und die Summe der unteren Zahlen (Z) müssen links und rechts vom Pfeil gleich sein.

Endkern schnell bestimmt
21484Po  − 2α − 2β− →  20682Pb

Rechne die Züge einfach zusammen: 2 α nehmen 2 · 4 = 8 von A und 2 · 2 = 4 von Z weg (214 → 206, 84 → 80). Die beiden β−-Zerfälle lassen A unverändert und erhöhen Z um 2 (80 → 82). Ergebnis: Blei-206 — ein stabiler Endkern.

Woher die Strahlung kommt

HerkunftBeispieleDosis pro Jahr
NatürlichRadon in der Raumluft, kosmische Strahlung, K-40 im eigenen Körper, Strahlung aus dem Boden≈ 2,1 mSv/a
Künstlichvor allem Medizin (Röntgen, CT, Nuklearmedizin)≈ 1,7 mSv/a

Strahlung ist nichts Neuartiges: Der größere Teil unserer Jahresdosis stammt aus natürlichen Quellen.

4

1.4 Strahlenschutz

Hier trennst du sauber zwei Fragen: Wie viel zerfällt in der Quelle? Das ist die Aktivität in Becquerel. Und: Wie viel Energie kommt im Körper an und wie schädlich ist sie? Das sind Energiedosis in Gray und Äquivalentdosis in Sievert. Gemessen wird mit dem Geiger-Müller-Zählrohr — wobei die angezeigte Impulsrate nicht dasselbe ist wie die Aktivität.

Messen — Impulsrate ist nicht Aktivität

Ein Geiger-Müller-Zählrohr besteht aus einem gasgefüllten Rohr mit einem Zähldraht in der Mitte. Ein einfallendes Teilchen ionisiert das Gas, es kommt zur Lawinenentladung, und daraus wird ein Impuls. Während der Totzeit von etwa 100 µs ist das Rohr blind — in dieser Zeit ankommende Teilchen werden nicht gezählt. In der Kennlinie arbeitet man deshalb im Plateau, wo die Zählrate von der Spannung fast unabhängig ist. Vom Messwert musst du außerdem immer den Nulleffekt (Untergrundstrahlung) abziehen.

Aktivität

Aktivität einer Quelle
A = N / t

A = Aktivität in Becquerel, [A] = 1 Bq = 1 Zerfall pro Sekunde · N = Anzahl der Zerfälle · t = Zeit in s. Größere Einheiten: 1 kBq = 1000 Bq, 1 MBq = 1 000 000 Bq.

Spezifische Aktivität
a = A / m

a = spezifische Aktivität in Bq/kg · A = Aktivität in Bq · m = Masse in kg. Nur so kannst du Proben unterschiedlicher Größe miteinander und mit einem Grenzwert vergleichen.

SituationRechnungErgebnisBewertung
600 Zerfälle in 60 sA = 600 / 60 s10 Bq—
0,5 l Milch mit 160 Bqa = 160 Bq / 0,5 kg320 Bq/kgüber dem Grenzwert von 300 Bq/kg → unzulässig
75 l Tank mit 22 kBqa = 22 000 Bq / 75 kg≈ 293 Bq/kgunter 300 Bq/kg → zulässig

Typischer Fehler: zwei Proben allein über ihre Aktivität vergleichen. Erst die Division durch die Masse macht die Werte vergleichbar — 22 kBq klingen nach viel mehr als 160 Bq, pro Kilogramm ist der Tank aber der harmlosere Fall.

Dosis — was im Körper ankommt

Energiedosis
D = E / m

D = Energiedosis, [D] = 1 Gy = 1 J/kg · E = aufgenommene Energie in J · m = Masse des bestrahlten Gewebes in kg.

Äquivalentdosis
H = q · D

H = Äquivalentdosis, [H] = 1 Sv = 1000 mSv · q = Wichtungsfaktor der Strahlungsart (ohne Einheit) · D = Energiedosis in Gy. Der Faktor q berücksichtigt, dass gleich viel Energie je nach Strahlungsart unterschiedlich stark schädigt.

GrößeFormelEinheitBeschreibt
Aktivität AA = N / t1 Bq = 1 Zerfall/sWie viel in der Quelle passiert — unabhängig davon, ob jemand danebensteht.
Energiedosis DD = E / m1 Gy = 1 J/kgWie viel Energie pro Kilogramm im bestrahlten Körper ankommt.
Äquivalentdosis HH = q · D1 Sv = 1000 mSvWie stark diese Energie biologisch wirkt.

Bq ist nicht Sv: Becquerel beschreibt die Quelle, Sievert die Wirkung im Körper. Und Gray ist nicht Sievert: Bei α-Strahlung liegst du sonst um den Faktor 20 daneben.

Wichtungsfaktor q

StrahlungsartqBedeutung
γ-, β- und Röntgenstrahlung11 Gy entspricht 1 Sv
Neutronen5 – 20je nach Energie deutlich schädlicher
α-Strahlung201 Gy entspricht 20 Sv — die gesamte Energie wird auf kurzer Strecke abgegeben

Richtwerte zum Einordnen

SituationÄquivalentdosis
Zahn-Röntgenaufnahme0,01 mSv
Flug über den Atlantik0,1 mSv
natürliche Strahlenbelastung≈ 2 mSv pro Jahr
CT des Bauchraums≈ 10 mSv
beruflicher Grenzwert20 mSv pro Jahr
akute Strahlenkrankheitab ≈ 1 Sv
meist tödlich≈ 4 Sv

Biologische Wirkung und die drei A

Ionisierende Strahlung schädigt Zellen, indem sie Moleküle aufbricht — besonders kritisch ist ein Treffer in der DNA. Man unterscheidet somatische Schäden (am bestrahlten Menschen selbst) von genetischen Schäden (an den Nachkommen) sowie deterministische Wirkungen, die erst ab einer Schwellendosis auftreten und mit der Dosis stärker werden, von stochastischen Wirkungen, bei denen mit der Dosis nur die Wahrscheinlichkeit steigt.

Abstand

Der wirksamste Schutz: Die Intensität nimmt nach dem Abstandsgesetz mit 1/r2 ab. Doppelter Abstand bedeutet nur noch ein Viertel.

I ∼ 1 / r2

Abschirmung

Papier gegen α, einige Millimeter Aluminium gegen β, dicke Blei- oder Betonschichten gegen γ — letztere schwächen nur.

Papier · Alu · Blei

Aufenthaltsdauer

Je kürzer du dich in der Nähe der Quelle aufhältst, desto kleiner die aufgenommene Dosis. Arbeitsschritte vorher planen.

Zeit möglichst kurz

Inkorporation vermeiden

Radioaktive Stoffe dürfen nicht in den Körper gelangen. Im Inneren wirkt vor allem α-Strahlung ungebremst — dort hilft keine Abschirmung mehr.

nicht einatmen · nicht verschlucken

UV, Röntgen und γ — woher sie kommen

StrahlungEntstehungsortEinordnung
UV-Strahlungaus der Atomhülleelektromagnetische Welle, größte Wellenlänge und kleinste Energie der drei
Röntgenstrahlungaus der Atomhülleelektromagnetische Welle, kürzere Wellenlänge und höhere Energie als UV
γ-Strahlungaus dem Atomkernelektromagnetische Welle, kürzeste Wellenlänge und höchste Energie

Alle drei sind elektromagnetische Strahlung. Der entscheidende Unterschied für die Klassenarbeit ist der Entstehungsort: Hülle oder Kern.

5

1.5 Halbwertszeit

Die Halbwertszeit T½ ist die Zeit, nach der die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Kerne zerfallen ist. Wann ein einzelner Kern zerfällt, ist reiner Zufall — bei sehr vielen Kernen ergibt sich daraus aber ein zuverlässiges statistisches Gesetz. Wichtig: Der Zerfall verläuft exponentiell, nicht linear. Nach zwei Halbwertszeiten ist nicht alles weg, sondern noch ein Viertel da.

Das Würfelexperiment

100 Würfel, Sechs bedeutet zerfallen
N(t) = 100 · (5/6)t

Bei jedem Wurf fällt im Mittel ein Sechstel der Würfel weg, fünf Sechstel bleiben liegen. Genau so verhält sich radioaktiver Zerfall: Man kann nicht sagen, welcher Kern als Nächstes zerfällt, aber sehr genau, wie viele es sein werden.

Halbwertszeit berechnen — zwei Schritte

Schritt 1 — Zerfallsfaktor
a = 2−1 / T½

Der Faktor a sagt, welcher Anteil pro einer Zeiteinheit übrig bleibt. Er hat keine Einheit.

Schritt 2 — Bestand nach der Zeit t
N(t) = N(0) · at

Gleichwertig und ohne Zwischenschritt: N(t) = N(0) · 2−t / T½ = N(0) · e−ln2 · t / T½. N(0) = Anfangsmenge, N(t) = Menge nach der Zeit t. Die Einheit von t muss dieselbe sein wie die Einheit von T½.

Durchgerechnetes Beispiel: N(0) = 10 g, T½ = 20 s, also a = 0,965936.
Zeit tAnzahl HalbwertszeitenRechnungN(t)
20 s110 g · 0,965936205 g
60 s310 g · 0,965936601,25 g
180 s910 g · 0,9659361800,0195 g
5 g202,5 g401,25 g600,625 g80 N(0) = 10 g 0 t in s  —  T½ = 20 s N in g

Nach jeder Halbwertszeit halbiert sich der Bestand erneut — die Kurve wird immer flacher, erreicht die Null aber nie.

Was nach n Halbwertszeiten übrig bleibt

Halbwertszeiten nAnteil (½)nin Prozent
1½50 %
2¼25 %
31/812,5 %
41/166,25 %
101/1024≈ 0,1 %
NuklidHalbwertszeit T½
Rn-22056 s
Rn-2223,8 d
Co-605,3 a

Einheiten im Blick behalten: Steht T½ in Tagen, muss auch t in Tagen eingesetzt werden — sonst stimmt das Ergebnis um Größenordnungen nicht.

∑

Formelsammlung kompakt

Alle Formeln des Kapitels auf einen Blick — mit den Größen und ihren Einheiten. Dieser Block ist so gestaltet, dass du ihn ausdrucken kannst: Beim Drucken verschwinden Navigation, Links und Buttons, die Formelkärtchen bleiben zweispaltig stehen.

Kernaufbau und Zerfälle

A = Z + N
A Massenzahl · Z Protonenzahl · N Neutronenzahl. Umgestellt: N = A − Z. Schreibweise: AZX
AZX → A−4Z−2Y + 42He
α-Zerfall: A − 4, Z − 2. Beispiel: 24195Am → 23793Np + 42He
n → p + e−
β−-Zerfall (zusätzlich ein Antineutrino): A bleibt, Z + 1. Beispiel: 21482Pb → 21483Bi + e−

Aktivität und Dosis

A = N / t
Aktivität. N Anzahl der Zerfälle, t Zeit in s. [A] = 1 Bq = 1 Zerfall/s
a = A / m
spezifische Aktivität. A in Bq, m in kg. [a] = 1 Bq/kg
D = E / m
Energiedosis. E aufgenommene Energie in J, m Masse in kg. [D] = 1 Gy = 1 J/kg
H = q · D
Äquivalentdosis. q Wichtungsfaktor (γ/β/Röntgen 1 · Neutronen 5–20 · α 20), D in Gy. [H] = 1 Sv = 1000 mSv

Halbwertszeit

a = 2−1 / T½
Schritt 1: Zerfallsfaktor pro Zeiteinheit, ohne Einheit
N(t) = N(0) · at
Schritt 2: Bestand nach der Zeit t. N(0) Anfangsmenge
N(t) = N(0) · 2−t / T½
in einem Schritt. Einheit von t = Einheit von T½. Nach n Halbwertszeiten bleibt (½)n übrig.
✓

Kannst du das?

Geh die Liste durch und hake alles ab, was du sicher kannst. Was offen bleibt, schlägst du oben im passenden Abschnitt nach — und übst es danach gezielt.

0 von 12 abgehakt.