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Experiment: Würfel

Radioaktive Kerne kann man im Klassenzimmer nicht beobachten. Würfel dagegen schon — und sie verhalten sich beim Zerfall genau wie Atomkerne.

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Erklärung — 100 Würfel statt 100 Atomkerne

Den Zerfall von Uran kann niemand abwarten.

  • Zeit:Die Hälfte ist erst nach 4,5 Milliarden Jahren weg.
  • Ausweg:Ein Zufallsvorgang lässt sich durch einen anderen ersetzen.
  • Modell:Statt Atomkernen werfen wir 100 Würfel.
Das ProblemEin einzelner Kern zerfällt zufällig. Erst bei sehr vielen Kernen entsteht daraus eine Halbwertszeit — und die ist im Klassenzimmer nicht messbar.
Die Idee: ein ModellexperimentEin Würfel hat dieselbe Eigenschaft wie ein Kern: eine feste Wahrscheinlichkeit pro Schritt (Sechs = ein Sechstel), die sich nie ändert. Also: Würfel = Atomkern, Sechs = Zerfall.

Der Versuch und seine Messreihe

Der Versuch in drei Sätzen
Werfen → Sechsen aussortieren → Rest erneut werfen
Werfen

Alle Würfel gleichzeitig werfen. Ein Wurf ist ein Zeitschritt.

Aussortieren

Jede Sechs gilt als zerfallen und kommt endgültig weg.

Rest

Die übrigen Würfel zählen, notieren und erneut werfen.

Messreihe aus dem Unterricht

02550 75100 Halbwertszeit ≈ 4 Würfe 100 → 50 erwartet: 50 → 25 nach wieder ≈ 4 Würfen 0369 12151821 Anzahl der Würfe Anzahl der verbleibenden Würfel Messreihe aus dem Unterricht erwartet: jedes Mal 5/6 bleiben
Verbleibende Würfel (orange: Hälfte · Viertel · Achtel)
Wurfübrigzerfallen
0100—
17129
25912
34613
4379
52512
6223
7211
8183
9171
10152
11141
12122
13111
14101
1582
1662
1760
1851
1941
2031
2121

Es entsteht eine fallende Exponentialkurve.

  • Form:Erst fällt die Kurve steil, dann immer flacher.
  • Grund:Jedes Mal scheidet derselbe Anteil aus, ein Sechstel.
  • Bestand:Dieser Anteil wird von einem immer kleineren Bestand genommen.
Halbwertszeit ablesenDie Stelle suchen, an der noch 50 von 100 übrig sind: etwa 4 Würfe. Rechnerisch dauert jede Halbierung gleich lang. In der Messreihe streut das: 50 → 25 schon bei Wurf 5, 25 → 12 erst bei Wurf 12 — Zufall bei kleinen Zahlen.
Kein GedächtnisBeim 20. Wurf ist die Chance auf eine Sechs genauso groß wie beim ersten. Genauso zerfällt ein Kern heute mit derselben Wahrscheinlichkeit wie vor tausend Jahren. Daraus folgt in beiden Fällen dieselbe Kurve.
Erwarteter Bestand im Würfelmodell
\( N(t) \;=\; 100 \,\cdot\, \left(\dfrac{5}{6}\right)^{\,t} \)
N(t)

Zahl der verbleibenden Würfel nach t Würfen.

t

Anzahl der Würfe, also die Zeit im Modell.

Halbierung

Nach rund 3,8 Würfen ist N auf die Hälfte gefallen.

Jeder Klick auf „Werfen“ würfelt alle verbliebenen Würfel neu, alle Sechsen verschwinden. Die Messreihe des Unterrichts liefert eine Vergleichskurve, und mit mehr Startwürfeln wird die eigene Kurve glatter.

Würfel-Labor

100 Würfel
100 Würfel liegen bereit
die Hälfte Anzahl der Würfe verbleibende Würfel
Deine Messreihe
Wurfverbleibendzerfallen

Die abgelesene Halbwertszeit landet fast immer zwischen 3 und 5 Würfen, aber selten genau auf demselben Wert. Mit 20 Würfeln springt die Kurve, mit 200 wird sie glatt — deshalb ist der Zerfall einer echten Probe mit ihren unzähligen Kernen so gut vorhersagbar.

Wo das Modell an seine Grenzen kommt

Würfelmodell und radioaktiver Zerfall im Vergleich
Punktim Würfelmodellbeim radioaktiven Zerfall
ZeitWürfe ohne Einheit — das Modell zeigt die Form, nicht das Tempoechte Zeit in s, d oder a
Anzahl100 Würfel: am Ende zackige Kurve, starke Streuung (Wurf 17: keine Sechs)Milliarden Milliarden Kerne: der Zufall mittelt sich heraus
Was übrig bleibtder Würfel wird nur aussortiertder Kern wandelt sich in ein anderes Nuklid um
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Hinweise

Hinweis

Nicht 6 Würfe

Ein Sechstel pro Wurf halbiert den Bestand schon nach etwa 4 Würfen. Nach 6 Würfen sind nur noch 33 von 100 übrig.

Hinweis

Kein Zurückwerfen

Aussortierte Würfel bleiben draußen. Ein zerfallener Kern ist endgültig umgewandelt.

Hinweis

Streuung ist normal

Abweichungen sind kein Messfehler, sondern Zufall. Je weniger Würfel übrig sind, desto stärker fällt er auf.

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