Alle drei Strahlungsarten sind unsichtbar, lautlos und geruchlos. Zwei einfache Versuche verraten trotzdem, welche gerade aus einer Quelle kommt.
Vor dir liegt ein Präparat. Es strahlt — aber welche Strahlung ist es?
Die Idee ist einfach: Man stellt der Strahlung etwas in den Weg.
Papier stoppt α, einige Millimeter Aluminium stoppen β. γ wird selbst von dickem Blei nur abgeschwächt.
α (positiv) und β (negativ) werden zu verschiedenen Seiten abgelenkt. γ ist ungeladen und fliegt geradeaus.
β wird viel stärker abgelenkt als α. Ein Elektron ist rund 7000-mal leichter als ein Heliumkern.
| α | β | γ | |
|---|---|---|---|
| was fliegt? | Heliumkern | Elektron | Lichtquant |
| Ladung | 2+ | 1− | 0 |
| Reichweite in Luft | 1–10 cm | einige m | > 100 m |
| gestoppt durch | Papier | Alu-Blech | nie ganz |
| im Magnetfeld | schwach abgelenkt | stark, andere Seite | geradeaus |
Eine unbekannte Quelle, ein Absorber, ein Magnet und ein Zählrohr. Beide Versuche zusammen entscheiden, welche Strahlung die Quelle aussendet.
Achte auf die Zählrate hinter Blei: Sie wird kleiner, aber nicht null — γ lässt sich schwächen, nie ganz stoppen. Und im Magnetfeld verrät die Kurvenrichtung das Vorzeichen der Ladung, die Kurvenstärke die Masse.
Drei Stellen, an denen beim Unterscheiden regelmäßig etwas durcheinandergeht.
Hinter Blei ist die Zählrate kleiner, aber nie null. „Blei stoppt γ“ ist falsch.
α trägt zwar 2+, ist aber tausendfach schwerer als ein Elektron. Die Masse gewinnt, die Kurve bleibt weit.
α kommt nicht durch die Haut, ionisiert aber am stärksten. Eingeatmet oder verschluckt ist α die gefährlichste der drei.