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Übung — AFB I

Zehn Standardaufgaben zum Reproduzieren: Formel kennen, Werte einsetzen, ausrechnen — Kernaufbau, Zerfallsgleichungen, Aktivität, Dosis und Halbwertszeit.

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Aufgabenblock — AFB I

Diese Übung deckt das ganze Thema Atom- und Kernphysik ab: Kernaufbau und Isotope, α- und β-Zerfall, Aktivität, Dosis und Halbwertszeit. Du löst 10 Standardaufgaben der Anforderungsstufe AFB I (Reproduzieren) — also: Formel kennen, Werte einsetzen, ausrechnen. Diese Aufgaben sind die sicheren Punkte in jeder Klassenarbeit. Achte auf die Einheiten: Bq beschreibt die Quelle, Gy und Sv beschreiben die Wirkung. Bei jeder Aufgabe gibt es bei Bedarf eine Formel-Erinnerung und eine Lösung.

A1
Isotop — Neutronenzahl bestimmen
AFB I

Das Chlor-Isotop 3517Cl hat die Nukleonenzahl A = 35 und die Kernladungszahl Z = 17. Gib die Neutronenzahl N im Kern an und die Anzahl der Elektronen in der Hülle des neutralen Atoms.

Neutronen
Elektronen
Kernaufbau: A = Z + N, also N = A − Z. Die Kernladungszahl Z ist die Protonenzahl; im neutralen Atom sitzen genauso viele Elektronen in der Hülle.
Lösung anzeigen
N = A − Z = 35 − 17 = 18 Neutronen
Elektronen = Z = 17 Elektronen
35 17 Cl A Z N = A − Z = ?
Nuklidschreibweise: A oben, Z unten
A2
Kernaufbau — Nukleonenzahl A
AFB I

Ein Eisenkern enthält Z = 26 Protonen und N = 30 Neutronen. Berechne die Nukleonenzahl A.

Nukleonen
Nukleonenzahl: A = Z + N. Nukleonen sind alle Kernbausteine zusammen — Protonen und Neutronen. Setze ein: A = 26 + 30.
Lösung anzeigen
A = Z + N = 26 + 30 = 56 Nukleonen
Das Nuklid ist also 5626Fe.
Z = 26 p N = 30 n A = ? Protonen und Neutronen = Nukleonen
Kern aus Protonen und Neutronen
A3
α-Zerfall — Tochterkern bestimmen
AFB I

Radium 22688Ra zerfällt durch α-Zerfall zu Radon (Rn). Gib die Nukleonenzahl A und die Kernladungszahl Z des Tochterkerns an.

Nukleonen
Protonen
α-Zerfall: Der Kern gibt einen Heliumkern 42He ab. Deshalb gilt A − 4 und Z − 2. Probe: die Summen oben und unten müssen links und rechts gleich sein.
Lösung anzeigen
A = 226 − 4 = 222
Z = 88 − 2 = 86
Gleichung: 22688Ra → 22286Rn + 42He. Probe oben: 222 + 4 = 226 ✓, Probe unten: 86 + 2 = 88 ✓
226 88 Ra α He-Kern A = ? Z = ? Rn α-Zerfall: A − 4, Z − 2
α-Zerfall von Radium-226
A4
β⁻-Zerfall — Tochterkern bestimmen
AFB I

Blei 21482Pb zerfällt durch β⁻-Zerfall zu Bismut (Bi). Gib die Nukleonenzahl A und die Kernladungszahl Z des Tochterkerns an.

Nukleonen
Protonen
β⁻-Zerfall: Im Kern wird ein Neutron zu einem Proton, ein Elektron wird ausgesendet. Die Zahl der Nukleonen bleibt gleich: A bleibt, Z + 1.
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A bleibt gleich = 214
Z = 82 + 1 = 83
Gleichung: 21482Pb → 21483Bi + 0−1e. Probe oben: 214 + 0 = 214 ✓, Probe unten: 83 + (−1) = 82 ✓
214 82 Pb β⁻ n p + e⁻ A = ? Z = ? Bi β⁻-Zerfall: A bleibt, Z + 1
β⁻-Zerfall von Blei-214
A5
Aktivität — A = N / t
AFB I

In einer Probe zerfallen in t = 60 s insgesamt N = 900 Kerne. Berechne die Aktivität A in Becquerel.

Bq
Aktivität: A = N / t. Dabei ist N die Anzahl der Zerfälle und t die Zeit in Sekunden. 1 Bq = 1 Zerfall pro Sekunde. Setze ein: A = 900 / 60.
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A = N / t = 900 / 60 s = 15 Bq
Das heißt: im Mittel zerfallen 15 Kerne pro Sekunde.
Zählrohr 900 in 60 s A = N / t = ? 1 Bq = 1 Zerfall pro Sekunde
Zählrohr misst Zerfälle pro Zeit
A6
Spezifische Aktivität — a = A / m
AFB I

Eine Probe der Masse m = 0,5 kg hat die Aktivität A = 240 Bq. Berechne die spezifische Aktivität a.

Bq/kg
Spezifische Aktivität: a = A / m, angegeben in Bq/kg. Nur so lassen sich verschieden große Proben vergleichen. Setze ein: a = 240 Bq / 0,5 kg.
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a = A / m = 240 Bq / 0,5 kg = 480 Bq/kg
Halbe Masse bedeutet doppelter Wert pro Kilogramm — deshalb ist a größer als A.
240 Bq 0,5 kg : m a = ? 1 kg a = A / m in Bq/kg macht Proben vergleichbar
Aktivität pro Kilogramm
A7
Energiedosis — D = E / m
AFB I

Gewebe der Masse m = 2 kg nimmt die Strahlungsenergie E = 0,04 J auf. Berechne die Energiedosis D — zuerst in Gray, dann in Milligray.

Gy
mGy
Energiedosis: D = E / m, [D] = 1 Gy = 1 J/kg. Setze ein: D = 0,04 J / 2 kg. Für Milligray mit 1000 multiplizieren.
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D = E / m = 0,04 J / 2 kg = 0,02 Gy
0,02 Gy · 1000 = 20 mGy
E = 0,04 J Gewebe m = 2 kg D = ? in Gy 1 Gy = 1 J/kg
Aufgenommene Energie pro Masse
A8
Äquivalentdosis — H = q · D
AFB I

Die Energiedosis beträgt D = 0,02 Gy. Die Strahlung ist α-Strahlung, der Wichtungsfaktor ist also q = 20. Berechne die Äquivalentdosis H — zuerst in Sievert, dann in Millisievert.

Sv
mSv
Äquivalentdosis: H = q · D, [H] = 1 Sv = 1000 mSv. Wichtungsfaktor: γ-, β- und Röntgenstrahlung q = 1, Neutronen q = 5 bis 20, α-Strahlung q = 20. Setze ein: H = 20 · 0,02 Gy.
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H = q · D = 20 · 0,02 Gy = 0,4 Sv
0,4 Sv · 1000 = 400 mSv
Gleiche Energiedosis, aber bei α-Strahlung 20-mal so schädlich — Gy und Sv sind nicht dasselbe.
D = 0,02 Gy · q H = ? Sv γ · β · Röntgen q = 1 Neutronen q = 5…20 α-Strahlung q = 20
Von Gray zu Sievert über den Faktor q
A9
Halbwertszeit — Restmenge berechnen
AFB I

Von einem Präparat sind zu Beginn N(0) = 80 g vorhanden. Die Halbwertszeit beträgt T½ = 5 a. Gib zuerst an, wie viele Halbwertszeiten in 15 a vergehen, und berechne dann die Restmenge nach 15 a.

Halbwertszeiten
g
Halbwertszeit: Anzahl der Halbwertszeiten: n = t / T½. Danach gilt N(t) = N(0) · (½)n — also nach jeder Halbwertszeit die Hälfte. Achte darauf, dass t und T½ dieselbe Einheit haben.
Lösung anzeigen
n = t / T½ = 15 a / 5 a = 3 Halbwertszeiten
80 g → 40 g → 20 g → 10 g
N(15 a) = 80 g · (½)3 = 80 g · ⅛ = 10 g
80 g 40 g 20 g ? 0 a 5 a 10 a 15 a alle 5 a die Hälfte
Halbwertszeit-Treppe, T½ = 5 a
A10
Halbwertszeiten zählen
AFB I

Von einer Substanz sind noch 6,25 % der ursprünglichen Kerne übrig. Gib an, wie viele Halbwertszeiten vergangen sind.

Halbwertszeiten
Halbieren und zählen: Nach n Halbwertszeiten bleibt (½)n übrig: 1 → 50 %, 2 → 25 %, 3 → 12,5 %, 4 → 6,25 %. Zähle einfach, wie oft du 100 % halbieren musst.
Lösung anzeigen
100 % → 50 % → 25 % → 12,5 % → 6,25 %
Das sind vier Halbierungsschritte = 4 Halbwertszeiten
Kontrolle: (½)4 = 1/16 = 0,0625 = 6,25 % ✓
100 % 50 % 25 % 12,5 % 6,25 % : 2 : 2 : 2 : 2 n = ?
Jede Stufe ist eine Halbwertszeit

Wie war es?

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