Ein Elektron läuft nicht auf einer Bahn. Man kann nur noch angeben, wo es sich mit welcher Wahrscheinlichkeit aufhält — daraus wird die Elektronenwolke.
Bohrs Schalen erklären viel. Nur eines stimmt nicht: Ein Elektron läuft nicht auf einer Kreisbahn.
Eine Bahn zu kennen hieße: Ort und Bewegung jederzeit kennen — wie bei einem Planeten.
Eine einzelne Ortsmessung liefert nur einen Punkt.
Die Wolke hat keinen Rand — ganz außen wird die Wahrscheinlichkeit winzig, aber nie null. Damit man trotzdem von einer Größe sprechen kann, zieht man eine Grenze:
Eine Vereinbarung, kein Naturgesetz.
Dort ist das Elektron nicht verboten, nur selten.
| Bohr (1913) | Orbital (1928) | |
|---|---|---|
| Ort des Elektrons | feste Kreisbahn | nur Wahrscheinlichkeit |
| Bild der Hülle | dünne Ringe | Wolke: innen dicht, außen dünn |
| Was bleibt fest? | Bahn und Energie | nur die Energie |
Isotope, Zerfälle und Halbwertszeit gehören in den Kern.
Sie schaut dabei nur zu.
Das Orbitalmodell sollst du kennen, rechnen musst du damit nicht.
Miss selbst: Erst einzeln (jeder Punkt fällt woanders hin), dann hundertfach — ab wann siehst du das Muster?
Wenige Punkte: reiner Zufall. Einige hundert: das Muster — innen dicht, außen dünn, ohne Rand. Die Bohr-Bahn erlaubt nur den Kreis, gemessen wird das Elektron aber innen wie außen davon. Der Anteil innerhalb der Grenze pendelt sich bei ca. 90 % ein — daher ihr Name.
Drei Stellen, an denen es regelmäßig durcheinandergeht.
Jeder Punkt ist eine Messung, kein Teilchen. Auch Wasserstoff mit einem einzigen Elektron hat eine Wolke.
Jede Messung findet ein ganzes Elektron an einer Stelle. Unscharf ist nur unser Wissen, wo es beim nächsten Mal ist.
Die 90-%-Grenze ist eine Vereinbarung. Außerhalb ist das Elektron seltener, aber nicht verboten.