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Probe-Klassenarbeit

Von Z, N und A über Zerfallsgleichungen und Dosis bis zur Halbwertszeit: 60 Minuten, drei Anforderungsbereiche, 60 Punkte.

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Bearbeitungszeit60 Minuten
Restzeit60:00

So arbeitest du

Diese Probe-Klassenarbeit umfasst 17 Aufgaben und 60 Punkte. Vorgesehene Bearbeitungszeit: 60 Minuten — also rund eine Minute pro Punkt. Erlaubte Hilfsmittel: Taschenrechner und Formelsammlung.

Die Punkte verteilen sich auf die drei Anforderungsbereiche: AFB I 24 Punkte (40 %), AFB II 24 Punkte (40 %), AFB III 12 Punkte (20 %). Schreibe bei jedem Ergebnis die Einheit mit und benutze das deutsche Dezimalkomma.

Die Aufgaben in AFB I und AFB II werden beim Klick auf „Auswerten“ automatisch geprüft. Die vier Begründungsaufgaben in AFB III schreibst du frei; danach vergleichst du deinen Text mit dem Erwartungshorizont und trägst deine Punkte selbst ein. Jede Aufgabe hat einen aufklappbaren Erwartungshorizont mit Punkteverteilung — er wird erst nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I

Wissen und Reproduzieren

24 Punkte
A1
Kernaufbau — Z, N und A bestimmen
AFB I 5 Punkte

In der Nuklid-Notation steht die Massenzahl A oben links, die Kernladungszahl Z unten links vom Elementsymbol. Es gilt A = Z + N.

a) Wie viele Protonen enthält der Kern 22688Ra? 1 P
Protonen
b) Wie viele Neutronen enthält 22688Ra? 1 P
Neutronen
c) Ein Chlorkern hat Z = 17 und N = 18. Wie groß ist seine Massenzahl? 1 P
d) Wie viele Neutronen enthält 23892U? 1 P
Neutronen
e) Wie viele Elektronen hat die Hülle eines neutralen Radium-Atoms? 1 P
Elektronen
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Z steht unten links und gibt direkt die Protonenzahl an: 88 Protonen (1 P)

b) N = A − Z = 226 − 88 = 138 Neutronen (1 P)

c) A = Z + N = 17 + 18 = 35 — das ist Cl-35 (1 P)

d) N = 238 − 92 = 146 Neutronen (1 P)

e) Ein neutrales Atom hat genauso viele Elektronen wie Protonen: 88 Elektronen (1 P)

Häufiger Fehler: A ist nicht die Neutronenzahl. A zählt alle Kernbausteine (Nukleonen) zusammen.

226 88 Ra Massenzahl A = 226 Zahl aller Kernbausteine Kernladungszahl Z = 88 Zahl der Protonen N = A − Z = 138
Nuklid-Notation
A2
Nuklid-Notation lesen — Isotope
AFB I 4 Punkte

Isotope eines Elements haben dieselbe Protonenzahl Z, aber verschiedene Neutronenzahlen N. Ordne jedem Kern seine Neutronenzahl zu.

Wie viele Neutronen enthält der jeweilige Kern? 4 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Immer gilt N = A − Z. Bei allen drei Sauerstoff-Isotopen ist Z = 8, denn Z legt das Element fest.

O-16: 16 − 8 = 8 Neutronen (1 P)

O-17: 17 − 8 = 9 Neutronen (1 P)

O-18: 18 − 8 = 10 Neutronen (1 P)

Hg-200: 200 − 80 = 120 Neutronen (1 P)

Beachte: Bei leichten Kernen ist N ungefähr gleich Z, bei schweren Kernen ist N deutlich größer als Z — Quecksilber-200 hat 80 Protonen, aber 120 Neutronen.

A3
Zerfallsgleichungen vervollständigen
AFB I 5 Punkte

Trage die fehlende Massenzahl A (oben) und Kernladungszahl Z (unten) ein. Kontrolle: Die Summen oben und unten müssen links und rechts gleich sein.

a) α-Zerfall von Americium-241 (Rauchmelder) 2 P
24195Am  →  Np  +  42He
b) β⁻-Zerfall von Blei-214 2 P
21482Pb  →  Bi  +  e⁻
c) Was passiert bei einem reinen γ-Zerfall mit A und Z? 1 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Beim α-Zerfall verlässt ein Helium-Kern (2 Protonen + 2 Neutronen) den Kern: A − 4 und Z − 2.

A = 241 − 4 = 237 (1 P)  ·  Z = 95 − 2 = 93 (1 P) → 23793Np

b) Beim β⁻-Zerfall wandelt sich ein Neutron in ein Proton um. Die Zahl der Nukleonen bleibt gleich, ein Proton kommt hinzu: A bleibt, Z + 1.

A = 214 (1 P)  ·  Z = 82 + 1 = 83 (1 P) → 21483Bi

c) Bei γ-Strahlung gibt ein angeregter Kern nur überschüssige Energie als Photon ab. Die Zusammensetzung des Kerns ändert sich nicht: A und Z bleiben unverändert (1 P)

Häufiger Fehler: bei β⁻ das Z verringern statt erhöhen — dabei entsteht ein Proton mehr, also muss Z steigen.

A4
Aktivität und Energiedosis berechnen
AFB I 4 Punkte

Es gelten A = N / t mit [A] = 1 Bq = 1 Zerfall pro Sekunde und D = E / m mit [D] = 1 Gy = 1 J/kg.

a) In einer Probe zerfallen in 2,0 Minuten 1800 Kerne. Berechne die Aktivität in Bq. 2 P
Bq
b) Ein Körper der Masse 75 kg nimmt die Strahlungsenergie 0,60 J auf. Berechne die Energiedosis in mGy. 2 P
mGy
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) t = 2,0 min = 120 s (1 P für die Umrechnung in Sekunden)

A = N / t = 1800 / 120 s = 15 Bq (1 P)

b) D = E / m = 0,60 J / 75 kg = 0,008 Gy (1 P)

0,008 Gy = 8 mGy (1 P)

Merke: Bq beschreibt die Quelle (wie viele Zerfälle pro Sekunde), Gy beschreibt die im Gewebe aufgenommene Energie pro Kilogramm. Beides darf man nicht verwechseln.

A5
Restmenge nach n Halbwertszeiten
AFB I 3 Punkte

Ein Präparat enthält zu Beginn 80 g eines radioaktiven Nuklids mit der Halbwertszeit T½ = 5,0 Jahre. Nach jeder Halbwertszeit ist noch die Hälfte übrig.

a) Wie viel Gramm sind nach 5,0 Jahren noch vorhanden? 1 P
g
b) Wie viel Gramm sind nach 15 Jahren noch vorhanden? 1 P
g
c) Wie viel Prozent des Anfangsbestands sind nach vier Halbwertszeiten noch übrig? (zwei Nachkommastellen) 1 P
%
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) 5,0 Jahre sind genau eine Halbwertszeit: 80 g · ½ = 40 g (1 P)

b) 15 Jahre = 3 Halbwertszeiten: 80 g · (½)³ = 80 g · ⅛ = 10 g (1 P)

c) (½)⁴ = 1/16 = 0,0625 = 6,25 % (1 P)

Übersicht: nach 1 T½ 50 %, nach 2 T½ 25 %, nach 3 T½ 12,5 %, nach 4 T½ 6,25 %, nach 10 T½ rund 0,1 %.

A6
Eigenschaften von α-, β- und γ-Strahlung
AFB I 3 Punkte

Ordne jeder Beschreibung die passende Strahlungsart zu.

Welche Strahlungsart ist jeweils gemeint? 3 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Helium-Kerne, Papier reicht → α-Strahlung (1 P). Sie ist zweifach positiv geladen und rund 7200-mal so schwer wie ein Elektron.

Schnelle Elektronen, Aluminium → β-Strahlung (1 P). Beim β⁻-Zerfall wird ein Neutron zu Proton + Elektron (+ Antineutrino).

Elektromagnetische Welle, Blei schwächt nur → γ-Strahlung (1 P). Für γ gibt es nur eine Halbwertsdicke, keine vollständige Abschirmung.

Im Magnetfeld werden α und β in entgegengesetzte Richtungen abgelenkt, γ gar nicht.

AFB II

Anwenden und Übertragen

24 Punkte
A7
Messung mit dem Zählrohr — Nulleffekt abziehen
AFB II 4 Punkte

Ein Geiger-Müller-Zählrohr registriert ohne Präparat in 5,0 Minuten 300 Impulse. Anschließend wird ein Präparat davorgelegt; nun zählt das Zählrohr in 2,0 Minuten 1560 Impulse.

a) Berechne die Impulsrate des Nulleffekts in Impulsen pro Sekunde. 1 P
1/s
b) Berechne die gemessene Gesamt-Impulsrate mit Präparat in Impulsen pro Sekunde. 1 P
1/s
c) Welche Impulsrate stammt vom Präparat selbst? 2 P
1/s
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) 5,0 min = 300 s; n0 = 300 / 300 s = 1 Impuls pro Sekunde (1 P)

b) 2,0 min = 120 s; nges = 1560 / 120 s = 13 Impulse pro Sekunde (1 P)

c) Der Untergrund wird abgezogen (1 P für den Ansatz): n = 13 − 1 = 12 Impulse pro Sekunde (1 P)

Wichtig: Die Impulsrate ist nicht die Aktivität. Das Zählrohr erfasst nur den Teil der Strahlung, der wirklich hindurchgeht — die tatsächliche Aktivität des Präparats ist deutlich größer als 12 Bq.

A8
Spezifische Aktivität und Grenzwert
AFB II 4 Punkte

Für Lebensmittel gilt in diesem Beispiel der Grenzwert 300 Bq/kg. Die spezifische Aktivität berechnet man mit a = A / m.

a) Eine Milchprobe von 0,50 l (Dichte 1,0 kg/l) hat die Aktivität 160 Bq. Berechne die spezifische Aktivität. 2 P
Bq/kg
b) Darf diese Milch verkauft werden? 1 P
c) Ein Wassertank fasst 75 l (also 75 kg) und hat die Aktivität 22 kBq. Berechne die spezifische Aktivität, gerundet auf ganze Bq/kg. 1 P
Bq/kg
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) 0,50 l Milch haben die Masse 0,50 kg (1 P)

a = A / m = 160 Bq / 0,50 kg = 320 Bq/kg (1 P)

b) 320 Bq/kg liegt über 300 Bq/kg → die Milch ist nicht verkehrsfähig (1 P)

c) 22 kBq = 22 000 Bq; a = 22 000 Bq / 75 kg = 293,3… ≈ 293 Bq/kg — das liegt unter dem Grenzwert, also zulässig (1 P)

Häufiger Fehler: Die reine Aktivität in Bq mit dem Grenzwert in Bq/kg vergleichen. Erst durch die Masse teilen, dann vergleichen.

A9
Äquivalentdosis mit Wichtungsfaktor
AFB II 4 Punkte

Es gilt H = q · D mit [H] = 1 Sv. Wichtungsfaktoren: γ- und β-Strahlung q = 1, α-Strahlung q = 20. Ein Gewebe nimmt jeweils die Energiedosis D = 0,40 mGy auf.

a) Äquivalentdosis, wenn die Energie von γ-Strahlung stammt 1 P
mSv
b) Äquivalentdosis, wenn dieselbe Energie von α-Strahlung stammt 2 P
mSv
c) Welche Aussage folgt daraus? 1 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) H = q · D = 1 · 0,40 mGy = 0,4 mSv (1 P)

b) q = 20 für α-Strahlung (1 P); H = 20 · 0,40 mGy = 8 mSv (1 P)

c) Die aufgenommene Energie pro Kilogramm ist in beiden Fällen gleich groß. Verschieden ist die biologische Wirkung: α-Teilchen geben ihre Energie auf sehr kurzer Strecke ab und ionisieren dabei besonders dicht. Deshalb ist die Äquivalentdosis 20-mal so groß (1 P)

Zum Einordnen: Zahn-Röntgen rund 0,01 mSv, Atlantikflug rund 0,1 mSv, natürliche Belastung rund 2 mSv pro Jahr, CT des Bauchs rund 10 mSv, beruflicher Grenzwert 20 mSv pro Jahr.

A10
Endkern einer Zerfallsreihe
AFB II 3 Punkte

23892U wandelt sich über eine ganze Zerfallsreihe in einen stabilen Endkern um. Insgesamt finden dabei 8 α-Zerfälle und 6 β⁻-Zerfälle statt.

a) Welche Massenzahl A hat der Endkern? 1 P
b) Welche Kernladungszahl Z hat der Endkern? 2 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Nur der α-Zerfall verändert A, und zwar um −4. Der β⁻-Zerfall lässt A unverändert.

A = 238 − 8 · 4 = 238 − 32 = 206 (1 P)

b) α-Zerfall: Z − 2 (achtmal) (1 P). β⁻-Zerfall: Z + 1 (sechsmal) (1 P)

Z = 92 − 16 + 6 = 82

Der Endkern ist also 20682Pb — Blei-206. Alle natürlichen Zerfallsreihen enden bei einem Blei-Isotop (Pb-206, Pb-207 oder Pb-208).

Z (Protonen) N (Neutronen) Start α 2 links, 2 runter β⁻ 1 links, 1 hoch
Zerfälle in der Nuklidkarte
A11
Halbwertszeit aus zwei Messwerten
AFB II 3 Punkte

Von einer Radon-220-Probe misst man zu Beginn die Aktivität 8000 Bq. Genau 168 s später beträgt die Aktivität nur noch 1000 Bq.

a) Wie viele Halbwertszeiten sind in dieser Zeit vergangen? 1 P
Halbwertszeiten
b) Berechne daraus die Halbwertszeit T½ in Sekunden. 2 P
s
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) 8000 Bq → 4000 Bq → 2000 Bq → 1000 Bq. Die Aktivität ist auf ein Achtel gesunken: 1/8 = (½)³, also sind n = 3 Halbwertszeiten vergangen (1 P)

b) T½ = t / n (1 P für den Ansatz) = 168 s / 3 = 56 s (1 P)

Das passt: Rn-220 hat tatsächlich eine Halbwertszeit von 56 s. Achte darauf, dass t und T½ immer dieselbe Einheit haben.

A12
Absorberversuch auswerten
AFB II 3 Punkte

Ein unbekanntes Präparat wird nacheinander mit verschiedenen Absorbern abgedeckt. Der Nulleffekt ist bereits abgezogen.

AbsorberImpulsrate
ohne Absorber1200 Impulse/min
Blatt Papier700 Impulse/min
3 mm Aluminium200 Impulse/min
3 cm Blei60 Impulse/min
a) Welcher Anteil der Impulsrate stammt von α-Strahlung? 1 P
Impulse/min
b) Welcher Anteil stammt von β-Strahlung? 1 P
Impulse/min
c) Was zeigt die letzte Zeile der Messreihe? 1 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Papier hält nur die α-Strahlung zurück: nα = 1200 − 700 = 500 Impulse/min (1 P)

b) Aluminium hält zusätzlich die β-Strahlung zurück: nβ = 700 − 200 = 500 Impulse/min (1 P)

c) Hinter Aluminium bleiben 200 Impulse/min übrig, hinter 3 cm Blei immer noch 60 Impulse/min. Es ist also γ-Strahlung vorhanden, die von Blei nur geschwächt wird (1 P). Für γ gibt es nur eine Halbwertsdicke — vollständig absorbieren lässt sie sich nicht.

Der Nulleffekt war hier schon abgezogen; die 60 Impulse/min stammen also wirklich vom Präparat.

Präparat α β γ Papier Alu Blei Zählrohr Die Absorber werden nacheinander eingesetzt.
Absorberversuch
A13
Abstandsgesetz anwenden
AFB II 3 Punkte

Die Dosisleistung einer punktförmigen γ-Quelle nimmt mit dem Quadrat des Abstands ab (1/r²-Gesetz). In 1,0 m Abstand misst man 36 µSv/h.

a) Welche Dosisleistung misst man in 2,0 m Abstand? 1 P
µSv/h
b) Welche Dosisleistung misst man in 3,0 m Abstand? 1 P
µSv/h
c) In welchem Abstand beträgt die Dosisleistung nur noch 1,0 µSv/h? 1 P
m
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Doppelter Abstand bedeutet ein Viertel der Dosisleistung: 36 µSv/h : 2² = 36 : 4 = 9 µSv/h (1 P)

b) Dreifacher Abstand bedeutet ein Neuntel: 36 : 3² = 36 : 9 = 4 µSv/h (1 P)

c) Gesucht ist der Faktor 36: 36 = r², also r = 6 → r = 6,0 m (1 P)

Das ist der Grund, warum „Abstand“ zu den drei A des Strahlenschutzes gehört: Abstand, Abschirmung, Aufenthaltsdauer. Schon ein Schritt zurück wirkt sehr stark.

Quelle 36 1 m 9 2 m 4 3 m Angaben in µSv/h
Dosisleistung und Abstand
AFB III

Begründen und Beurteilen

12 Punkte

Vier Aufgaben zum Schreiben

Hier wird nicht gerechnet, sondern begründet und beurteilt. Schreibe in ganzen Sätzen und nenne die Fachbegriffe. Diese vier Aufgaben kann kein Programm bewerten: Nach dem Auswerten öffnet sich der Erwartungshorizont mit der Punkteverteilung — vergleiche deinen Text damit und trage deine Punkte selbst ein.

A14
Rauchmelder — außen harmlos, innen gefährlich
AFB III 3 Punkte

In vielen Rauchmeldern steckt 24195Am, ein α-Strahler. Auf der Verpackung steht: „Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ungefährlich. Gehäuse nicht öffnen, Präparat niemals verschlucken oder einatmen.“

Erkläre, warum beide Sätze zusammenpassen und sich nicht widersprechen. 3 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Von außen (1 P): α-Strahlung hat in Luft nur 1 bis 10 cm Reichweite und wird bereits von einem Blatt Papier — und damit erst recht vom Kunststoffgehäuse und von der obersten, abgestorbenen Hautschicht — vollständig abgeschirmt. Sie erreicht von außen kein lebendes Gewebe.

Inkorporiert (1 P): Wird das Präparat eingeatmet oder verschluckt, sitzt der Strahler direkt im Gewebe. Dort gibt er seine gesamte Energie auf sehr kurzer Strecke ab und ionisiert besonders dicht — es gibt keine schützende Schicht mehr dazwischen.

Bewertung mit q (1 P): Für α-Strahlung ist der Wichtungsfaktor q = 20. Bei gleicher Energiedosis ist die Äquivalentdosis also 20-mal so groß wie bei γ- oder β-Strahlung. Deshalb ist die Warnung vor Inkorporation berechtigt, obwohl das geschlossene Gerät ungefährlich ist.

Häufiger Fehler: „α ist ungefährlich, weil ein Blatt Papier reicht.“ Das gilt nur für Bestrahlung von außen.

A15
„Nach zwei Halbwertszeiten ist nichts mehr da“
AFB III 3 Punkte

Lena sagt: „Cobalt-60 hat eine Halbwertszeit von 5,3 Jahren. Nach 10,6 Jahren ist die Probe also vollständig zerfallen — dann ist nichts mehr da.“

Beurteile Lenas Aussage. Begründe mit einer Rechnung und beschreibe, welche Vorstellung hinter dem Fehler steckt. 3 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Urteil (1 P): Die Aussage ist falsch.

Rechnung (1 P): Nach jeder Halbwertszeit halbiert sich der Bestand. Nach 2 Halbwertszeiten bleibt (½)² = ¼ = 25 % übrig. Beispiel: aus 100 g werden nach 5,3 a 50 g und nach 10,6 a noch 25 g.

Denkfehler (1 P): Lena rechnet linear („halb plus halb ergibt ganz“). Der Zerfall verläuft aber exponentiell: N(t) = N(0) · 2−t/T½. Es wird immer nur die jeweils noch vorhandene Menge halbiert, deshalb erreicht die Kurve die Null theoretisch nie.

Zum Vergleich: nach 3 T½ sind noch 12,5 % da, nach 4 T½ 6,25 %, nach 10 T½ rund 0,1 %.

A16
Rutherford — von der Beobachtung zur Schlussfolgerung
AFB III 3 Punkte

Rutherford schoss α-Teilchen auf eine sehr dünne Goldfolie und beobachtete drei Dinge:

(1) Die allermeisten α-Teilchen durchdringen die Folie fast ungehindert. (2) Wenige werden deutlich abgelenkt. (3) Sehr wenige kommen sogar zurück.

Begründe, welche Schlussfolgerung über den Aufbau des Atoms sich aus jeder der drei Beobachtungen ziehen lässt. 3 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Zu (1) — 1 P: Wenn fast alle Teilchen ungehindert hindurchfliegen, muss das Atom fast leer sein. Die Elektronenhülle bremst die schweren α-Teilchen praktisch nicht.

Zu (2) — 1 P: Einzelne Teilchen werden stark abgelenkt. Es muss also ein sehr kleiner, positiv geladener Kern existieren, der die ebenfalls positiven α-Teilchen elektrisch abstößt. Weil nur wenige Teilchen ihn treffen, ist er winzig.

Zu (3) — 1 P: Dass einzelne Teilchen zurückgeworfen werden, zeigt: Der Kern trägt nahezu die gesamte Masse des Atoms — sonst würde er beim Stoß einfach zur Seite gedrückt.

Größenordnungen: Kern rund 10−14 m, Atom rund 10−10 m — der Atomdurchmesser ist also etwa 10 000-mal so groß wie der Kerndurchmesser.

α-Quelle Goldfolie (1) gerade durch (2) abgelenkt (3) zurück Kern rund 10 000-mal kleiner als das Atom
Streuversuch an der Goldfolie
A17
Strahlenschutzmaßnahme bewerten
AFB III 3 Punkte

In einem Labor wird mit einem starken γ-Präparat gearbeitet. Ein Praktikant sagt: „Ich ziehe Handschuhe und einen Laborkittel an, dann bin ich geschützt.“

Beurteile diese Maßnahme und nenne zwei wirksamere Maßnahmen. Begründe jeweils physikalisch. 3 P
Erwartungshorizont anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Beurteilung (1 P): Gegen γ-Strahlung sind Kittel und Handschuhe praktisch wirkungslos. γ-Strahlung ist eine sehr energiereiche elektromagnetische Welle; sie wird erst von dicken Blei- oder Betonschichten deutlich geschwächt, Stoff bremst sie so gut wie gar nicht. (Gegen Kontamination und Inkorporation sind Handschuhe allerdings sinnvoll — deshalb sind sie nicht völlig sinnlos, nur eben kein Schutz vor der γ-Strahlung selbst.)

Maßnahme 1 (1 P): Abstand vergrößern — die Dosisleistung nimmt mit 1/r² ab. Doppelter Abstand bedeutet nur noch ein Viertel, dreifacher Abstand nur noch ein Neuntel. Wirksamer noch: das Präparat mit einer Zange statt mit der Hand greifen.

Maßnahme 2 (1 P): Abschirmung durch Blei (Bleiburg, Bleiglas) oder kürzere Aufenthaltsdauer — die Dosis wächst proportional zur Zeit im Strahlungsfeld. Wichtig: Blei schwächt γ-Strahlung nur (Halbwertsdicke), es absorbiert sie nie vollständig.

Merksatz: die drei A des Strahlenschutzes — Abstand, Abschirmung, Aufenthaltsdauer, ergänzt um „Inkorporation vermeiden“.

Probe-Klassenarbeit auswerten

Wenn du alle 17 Aufgaben bearbeitet hast, klicke auf „Auswerten“. AFB I und AFB II werden automatisch geprüft; für die vier Begründungsaufgaben in AFB III trägst du deine Punkte nach dem Vergleich mit dem Erwartungshorizont selbst ein.

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AufgabeThemaPunkte

Bei Aufgaben mit mehreren richtigen Antworten zählt jede richtige Angabe, jede falsch angekreuzte zieht wieder ab. Die AFB-III-Aufgaben fließen erst ein, wenn du deine Selbstbewertung eingetragen hast.

von 60 P

Notenschlüssel — 60 Punkte

PunkteNoteBeurteilung
60 – 56 P1sehr gut (ab 92 %)
55 – 48 P2gut (ab 80 %)
47 – 36 P3befriedigend (ab 60 %)
35 – 27 P4ausreichend (ab 44 %)
26 – 15 P5mangelhaft (ab 24 %)
14 – 0 P6ungenügend

Punkteverteilung: AFB I 24 P (40 %) · AFB II 24 P (40 %) · AFB III 12 P (20 %).