Strahlung kann man weder sehen noch riechen. Das Zählrohr macht aus jedem einzelnen Teilchen einen Stromimpuls — hörbar als kurzes Knacken.
Das Gerät heißt Geiger-Müller-Zählrohr.
Gasgefülltes Metallrohr (−), in der Mitte ein dünner Draht (+), dazwischen einige hundert Volt. Ohne Strahlung fließt kein Strom.
Ein Teilchen ionisiert ein Gas-Atom. Das freie Elektron rast zum Draht und löst eine Elektronenlawine aus.
Die Lawine ist ein messbarer Stromimpuls: Zähler +1, Lautsprecher knackt. Danach ist das Rohr wieder zählbereit.
| 1 Eintritt | Durch Gitter und dünnes Fenster ins Rohr — dünn, weil sonst schon α-Strahlung steckenbliebe. |
| 2 Ionisation | Ein Elektron wird aus einem Argon-Atom geschlagen: Atom +, Elektron −. |
| 3 Wanderung | Ion (+) → Gehäuse (−), Elektron (−) → Draht (+). |
| 4 Lawine | Die hohe Spannung beschleunigt das Elektron so stark, dass es weitere Atome ionisiert — Kettenreaktion, Stromimpuls. |
| 5 Zählen | Zähler +1, Knacken. Die Ionen holen sich am Gehäuse ein Elektron zurück → Gas neutral, Rohr bereit. |
[n] = 1 Impuls pro Sekunde.
900 Impulse in 60 s → n = 15 Impulse/s.
Blick in das aufgeschnittene Rohr: außen die Kathode, in der Mitte der Draht, links das Fenster, rechts Zähler und Lautsprecher. Fünf Schritte führen vom eintretenden Teilchen zum gezählten Impuls — bei zu niedriger Spannung bleibt die Lawine aus.
Bei 250 V findet die Ionisation statt, aber ohne Lawine bleibt der Strom zu klein — das Teilchen war da, gezählt wird es nicht. Erst ab etwa 400 V erzeugt jedes Teilchen genau einen Impuls.
Gemessen wird der Strom, nicht die Strahlung. Das Gerät merkt nur, dass das Gas kurz leitfähig war.
Die Strahlung schlägt nur das erste Elektron heraus. Alle weiteren erzeugt die hohe Spannung.
Elektronen wandern zum Draht (+), Ionen zum Gehäuse (−). Wer das vertauscht, verdreht Schritt 3 und 5.