Ein Zufall in einer Pariser Schublade, ein Elektrometer und zwei neue Elemente — wie Becquerel und die Curies eine unsichtbare Strahlung fanden.
Paris, Februar 1896: Becquerel prüft, ob Uransalz nach Sonnenlicht eine Strahlung aussendet, die schwarzes Papier durchdringt.
Drei Personen, drei Jahre — und am Ende ein neues Wort.
Uran strahlt von selbst — unabhängig von Licht, Temperatur und chemischer Form.
Die Strahlung sitzt im Atom, nicht in der Verbindung. Ihr Name dafür: Radioaktivität.
Pechblende strahlt stärker als Uran → darin stecken Polonium und Radium.
| Probe | Strom | Schluss |
|---|---|---|
| Uransalz, fest | gleich | nur die Menge Uran zählt → Eigenschaft des Atoms |
| Uransalz, gelöst | gleich | |
| Uransalz, erwärmt | gleich | |
| Pechblende (Uranerz) | 4× stärker | ein unbekanntes Element steckt darin |
Die Strahlung selbst ist unsichtbar — der Strom, den sie erzeugt, ist messbar.
Die verpackte Fotoplatte kann mit oder ohne Uransalz, mit oder ohne Sonne mehrere Tage liegen. Beim Entwickeln zeigt sich, wovon die Schwärzung tatsächlich abhängt.
In allen vier Kombinationen aus Sonne an/aus und Uran drauf/weg verändert nur eine Größe die Schwärzung — und der Schatten des Kupferkreuzes verrät, dass die Strahlung geradlinig von oben durch das Papier kam.
Fluoreszenz braucht Licht und hört auf. Radioaktive Strahlung kommt ohne Zufuhr aus dem Kern.
Becquerel fand die Strahlung des Urans. Von den Curies stammen Name, Messmethode, Polonium und Radium.
Zufall war nur die bewölkte Woche. Dass Becquerel die Platte trotzdem entwickelte, war Wissenschaft.