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Zusammenfassung des Kapitels

Das ganze Kapitel „Quantenobjekte“ auf einen Blick: der rote Faden durch 6.1.1 bis 6.2.3, acht Merksätze, alle Formeln und Zahlen — und ein Selbstcheck, der zeigt, wo Sie stehen.

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Der rote Faden durch das Kapitel

Das Kapitel führt in fünf Schritten von einer überraschenden Beobachtung zu einer neuen Denkweise: Erst zeigt ein Versuch, dass sich Elektronen wie Wellen verhalten (6.1.1). Dann wird dieses Verhalten mit einer einzigen Formel quantitativ gefasst (6.1.2). Anschließend wird der Versuch so weit getrieben, dass immer nur ein einzelnes Elektron unterwegs ist (6.2.1) — und die Frage beantwortet, was die Welle dann überhaupt beschreibt (6.2.2). Zum Schluss steht die Deutung, die beides zusammenhält: die Komplementarität (6.2.3). Jede Karte nennt die Kernaussage, die Kernformel und führt zurück ins Unterkapitel.

6.1.1

Wellenverhalten von Elektronen

Beschleunigte Elektronen treffen auf eine dünne Graphitfolie; auf dem Leuchtschirm erscheinen konzentrische Ringe. Die Kohlenstoffatome wirken wie ein Gitter — Ringe entstehen nur durch Interferenz, also durch Wellenverhalten. Abprallende Kugeln ergäben einen gleichmäßigen Fleck ohne dunkle Zwischenräume.

r ∼ λ ∼ 1/√U  ·  r2 = r1·√(U1/U2)
Zu 6.1.1 Wellenverhalten von Elektronen
6.1.2

Die De-Broglie-Wellenlänge

Jedem Objekt mit Impuls p ist eine Wellenlänge zugeordnet — das Wirkungsquantum h verbindet Teilchen- und Wellengröße. λ ist antiproportional zu v und zu m. Für Elektronen liegt λ bei einigen Zehntel Nanometern, also beim Atomabstand im Kristall — nur deshalb funktioniert Elektronenbeugung.

λ = h/p = h/(m·v)
λ = h/√(2meeU) ∼ 1/√U
Zu 6.1.2 Die De-Broglie-Wellenlänge
6.2.1

Doppelspalt mit Einzelnen

Jedes Elektron erzeugt genau einen Punkt auf dem Schirm. Erst die Summe sehr vieler Punkte zeigt das Streifenmuster — bei 10 Treffern scheinbar zufällig, bei 1000 erahnbar, bei 100 000 klar. Das gelingt auch dann, wenn immer nur ein Elektron unterwegs ist: Selbstinterferenz.

sinαk = k·λ/d
Δy = L·λ/d
Zu 6.2.1 Doppelspalt mit Einzelnen
6.2.2

Stochastische Deutung

Die Wellenfunktion ψ nennt nicht den Ort, sondern die Wahrscheinlichkeit: P ist proportional zum Quadrat der Amplitude. Dunkler Streifen heißt wirklich „kein Treffer“, nicht „selten ein Treffer“. Der Einzelfall bleibt offen, die Häufigkeitsverteilung ist sehr genau vorhersagbar.

P ∼ |ψ|²
Treffer ≈ P·N, Streuung ≈ √N
Zu 6.2.2 Stochastische Deutung
6.2.3

Welle oder Teilchen

Welle und Teilchen sind zwei einander ergänzende Seiten desselben Quantenobjekts; welche sichtbar wird, entscheidet der Versuchsaufbau — nie beide zugleich. Ist die Weginformation grundsätzlich verfügbar, verschwindet die Interferenz; die Gesamtzahl der Treffer bleibt gleich. Der Übergang verläuft stetig.

Weginformation ↑ ⇒ Sichtbarkeit V ↓
halbe Weginformation ⇒ halber Kontrast
Zu 6.2.3 Welle oder Teilchen

Zurück zur Kapitelübersicht Quantenobjekte.

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Acht Merksätze für die Klausur

Diese acht Sätze tragen das ganze Kapitel. Wer sie sicher aufsagen und begründen kann, hat den Reproduktionsteil einer Klausur (AFB I) im Griff — und die Grundlage für alles Weitere. Unter jedem Merksatz steht die typische Falle, die in Klausuren am häufigsten Punkte kostet.

Materiewelle

λ = h/p = h/(m·v)

Jedem Objekt mit Impuls ist eine Wellenlänge zugeordnet — jedem, nicht nur dem Elektron. Mit h = 6,626·10−34 Js. Louis de Broglie, 1924.

Falle: „Bei großen Massen gibt es keine Wellenlänge.“ Doch — sie ist nur zu klein zum Messen (Fußball: 6,2·10−35 m).

Schneller heißt kurzwelliger

λ ∼ 1/v  und  λ ∼ 1/m

Geschwindigkeit und Masse stehen im Nenner: doppelte Geschwindigkeit ⇒ halbe Wellenlänge. Deshalb liefert ein Elektronenmikroskop mit hoher Spannung feine Auflösung.

Falle: „Gleiche Geschwindigkeit ⇒ gleiche Wellenlänge.“ Nein — das schwerere Teilchen hat den größeren Impuls und die kleinere Wellenlänge.

Beschleunigte Elektronen

λ = h/√(2meeU) ∼ 1/√U

Aus eU = ½mev² folgt v = √(2eU/me). Beispiel: U = 4,0 kV ⇒ v = 3,75·107 m/s und λ = 1,9·10−11 m.

Falle: Die Wurzel vergessen. Vierfache Spannung heißt halbe Wellenlänge, nicht ein Viertel.

Ringradius und Spannung

r·√U = konstant

Weil r ∼ λ ∼ 1/√U gilt, ist das Produkt für alle Spannungen gleich. In der Messreihe des Kapitels: 2,83 / 2,84 / 2,84 / 2,82 / 2,82 cm·√kV. Umrechnung: r2 = r1·√(U1/U2).

Falle: „Doppelte Spannung halbiert den Radius.“ Nein — es bleiben 1/√2 ≈ 71 %; erst die vierfache Spannung halbiert.

Born-Regel

P ∼ |ψ|²

Die Wellenfunktion ist eine Wahrscheinlichkeitsamplitude. Gemessen wird ihr Quadrat, deshalb sind Wellenberg und Wellental gleichwertig. Halbe Amplitude ⇒ ein Viertel der Trefferdichte, doppelte Amplitude ⇒ vierfach.

Falle: „ψ beschreibt ein verschmiertes Elektron.“ Nein — nachgewiesen wird immer ein Punkt; ψ liefert nur die Wahrscheinlichkeit.

Erwartungswert

Treffer ≈ P · N

Beispiel: P = 0,15 und N = 2000 ergeben 300 Treffer. Umgekehrt gilt P = Treffer/N, etwa 480 von 8000 ⇒ P = 0,06.

Falle: P als Prozentzahl einsetzen (15 statt 0,15) — das Ergebnis liegt um den Faktor 100 daneben.

Streuung

Δ ≈ √N  ·  relativ ≈ 1/√N

Eine Vorhersage von 500 und ein Messwert von 480 sind kein Widerspruch: die typische Schwankung liegt bei √500 ≈ 22. Je größer N, desto kleiner die relative Abweichung (bei N = 200 rund 17,5 %, bei N = 20 000 nur 0,95 %).

Falle: „Weil der Einzelfall zufällig ist, lässt sich nichts vorhersagen.“ Doch — die Häufigkeitsverteilung sehr genau.

Selbstinterferenz und Komplementarität

Welle ↔ Teilchen, nie zugleich

Das Muster entsteht auch bei Vereinzelung — jedes Elektron interferiert mit sich selbst, nicht mit anderen. Welche Seite sichtbar wird, entscheidet der Versuchsaufbau; entscheidend ist die grundsätzliche Verfügbarkeit der Weginformation (Niels Bohr).

Falle: „Der Detektor verwandelt das Elektron in ein Teilchen.“ Nein — das Objekt bleibt dasselbe, nur die Frage des Experiments hat sich geändert.
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Formeln und Zahlen des Kapitels

Alles, was im Kapitel gerechnet wurde, an einer Stelle: erst die Formeln, dann die Konstanten, dann die durchgerechneten Beispiele und zum Schluss die Messreihen aus den Abituraufgaben. Auf schmalen Bildschirmen lassen sich die Tabellen seitlich wischen.

Tabelle 1 — Formeln

Alle Formeln, die in den fünf Unterkapiteln verwendet werden.
Größe / ZusammenhangFormelWas sie sagtKapitel
Impulsp = m · vDie Teilchengröße, die in die Wellenformel eingeht.6.1.2
De-Broglie-Wellenlängeλ = h/p = h/(m v)h verbindet Teilchen- und Wellengröße; gilt für jedes Objekt mit Impuls.6.1.2
Antiproportionalitätλ ∼ 1/v,  λ ∼ 1/mSchneller oder schwerer bedeutet kurzwelliger.6.1.2
Beschleunigung im FeldeU = ½ me v²  ⇒  v = √(2eU/me)Energiebilanz auf der Beschleunigungsstrecke.6.1.2
Wellenlänge nach Beschleunigungλ = h/√(2meeU) ∼ 1/√UGrundlage des Elektronenmikroskops.6.1.2
Ringradiusr ∼ λ ∼ 1/√U;  r·√U = konst.Größere Spannung ⇒ kleinerer Ring.6.1.1
Radius umrechnenr2 = r1 · √(U1/U2)Arbeitsformel für die Beugungsröhre.6.1.1
Gitterbedingungsinα = λ/dBeugung ist nur beobachtbar, wenn λ höchstens etwa so groß wie d ist.6.1.1
Maxima am Doppelspaltsinαk = k · λ/dRichtung des Maximums k-ter Ordnung.6.2.1
StreifenabstandΔy = L · λ/dKleinwinkelnäherung; Δy ∼ 1/√U.6.2.1
Flugdauert = s/vNachweis, dass immer nur ein Elektron unterwegs ist.6.2.1
Born-RegelP ∼ |ψ|²ψ liefert die Wahrscheinlichkeit, nicht den Ort.6.2.2
ErwartungswertTreffer ≈ P · NVorhersage der Häufigkeit in einem Streifen.6.2.2
StreuungΔ ≈ √N;  relativ ≈ 1/√NTypische Schwankung um den Erwartungswert.6.2.2
AmplitudenverhältnisTrefferA/TrefferB = (ψA/ψB)²Dreifache Amplitude ⇒ neunfache Trefferzahl.6.2.2
Amplitudenaddition(√N1 + √N2)²Nicht die Trefferzahlen, sondern die Amplituden addieren sich.6.2.3
SichtbarkeitV sinkt mit wachsender WeginformationHalbe Weginformation ⇒ etwa halber Kontrast; der Übergang ist stetig.6.2.3

Tabelle 2 — Konstanten und Bezugsgrößen

Diese Werte werden im ganzen Kapitel verwendet — sie stehen im Abitur auf der Formelsammlung.
SymbolWertBedeutung
h6,626·10−34 JsPlancksches Wirkungsquantum
e1,602·10−19 CElementarladung
me9,11·10−31 kgElektronenmasse
mp1,67·10−27 kgProtonenmasse (rund 1800·me)
mn1,675·10−27 kgNeutronenmasse
d2,1·10−10 mNetzebenenabstand in Graphit
⌀ Kern≈ 1·10−15 mAtomkerndurchmesser als Vergleichsgröße
dKristall≈ 2·10−10 mtypischer Netzebenenabstand
Tor7,3 mBreite eines Fußballtors (Vergleich zur Wellenlänge)
Universum≈ 1,4·1010 aAlter des Universums; 1 a ≈ 3,2·107 s

Tabelle 3 — Durchgerechnete Beispiele

Jede Zeile stammt aus dem Kapitel oder aus seinen Übungen. Prüfen Sie die Ergebnisse zur Kontrolle nach.
SituationAnsatzErgebnisKapitel
U: 2,0 → 8,0 kV, r1 = 2,0 cm2,0 cm · √(2,0/8,0)1,0 cm6.1.1
U: 2,5 → 10 kV, r1 = 2,4 cm2,4 cm · 0,501,2 cm6.1.1
U: 1,0 → 9,0 kV, r1 = 3,0 cm3,0 cm · 1/31,0 cm6.1.1
r auf ein Drittel bei U1 = 400 Vneunfache Spannung3600 V6.1.1
U verdoppeln1/√2≈ 71 % des Radius6.1.1
Laserlicht 630 nm an Graphitsinα = λ/d = 3,0·103unmöglich (> 1)6.1.1
Elektron, v = 1,0·106 m/sλ = h/(mev)7,3·10−10 m = 0,73 nm6.1.2
Elektron, v = 2,0·106 m/sp = 1,82·10−24 kg·m/s0,36 nm6.1.2
Elektron, v = 3,0·106 m/sp = 2,73·10−24 kg·m/s0,24 nm6.1.2
Elektron, v = 4,0·106 m/sViertel von 0,73 nm≈ 0,18 nm6.1.2
Elektron, v = 1,0·105 bzw. 1,0·107 m/sλ ∼ 1/v7,3 nm bzw. 0,073 nm6.1.2
gewünscht: λ = 0,10 nmv = h/(meλ)7,3·106 m/s6.1.2
Elektron nach U = 4,0 kVv = 3,75·107 m/s (12,5 % von c)λ = 1,9·10−11 m (19 pm)6.1.2
dasselbe Elektron am Graphitgitterλ/d = 0,092 = sinαα ≈ 5,3°6.1.1
Elektron nach U = 10 kVλ = h/√(2meeU)1,23·10−11 m6.1.2
Proton, v = 1,0·106 m/sλ = h/(mpv)≈ 4·10−13 m6.1.2
kaltes Neutron, v = 630 m/sp = 1,06·10−24 kg·m/s6,3·10−10 m6.1.2
Fulleren C60, 1,20·10−24 kg, 200 m/sp = 2,40·10−22 kg·m/s2,8·10−12 m6.1.2
Tennisball 58 g, 30 m/sλ = h/(m v)≈ 4·10−34 m6.1.2
Fußball 0,43 kg, 25 m/sp = 10,75 kg·m/s6,2·10−35 m6.1.2
Fußball mit λ = 7,3 m (Torbreite)v = 2,1·10−34 m/s1 mm dauert ≈ 1,5·1023 a6.1.2
Doppelspalt d = 50 nm, L = 0,40 m, U = 10 kVΔy = Lλ/d9,8·10−5 m ≈ 0,10 mm6.2.1
dieselbe Anordnung bei U = 40 kVΔy ∼ 1/√U0,049 mm6.2.1
Unterrichtsblende d = 0,50 mmΔy = Lλ/d≈ 10 nm ⇒ nur ein Fleck6.2.1
Vereinzelung: s = 0,45 m, v = 3,0·107 m/st = s/v; Rate 1,0·103 1/s15 ns gegen 1,0 ms ⇒ 1,5·10−56.2.1
schwache Quelle: 60 Elektronen/min, 50 min60 · 503000 Treffer (Muster erahnbar)6.2.1
P = 0,15 und N = 2000Treffer = P·N3006.2.2
480 Treffer von N = 8000P = Treffer/NP = 0,066.2.2
P = 0,12 und N = 5000P·N; √600600 ± ≈ 25 (≈ 4 %)6.2.2
Amplitude an A dreimal so groß wie an BFaktor 3² = 9; B hat 100 TrefferA: 900 ⇒ PA = 0,0456.2.2
Vorhersage 500, gemessen 480√500 ≈ 22im Rahmen, kein Widerspruch6.2.2
Fulleren-Interferometer, d = 100 nm, L = 1,25 mΔy = Lλ/d, λ = 2,8·10−12 m3,5·10−5 m = 35 µm6.2.3

Tabelle 4 — Messreihen aus den Abituraufgaben

Elektronenbeugung, innerer Ring, Ablesegenauigkeit ± 0,03 cm. Das Produkt r·√U ist im Rahmen der Messgenauigkeit konstant.
U in kV2,03,04,05,06,08,0
r in cm2,001,641,421,261,151,00 *
r·√U in cm·√kV2,832,842,842,822,822,83

* Vorhersage statt Messwert: r = 2,83 cm·√kV / √8,0 kV = 1,00 cm.

Stochastische Deutung: der Schirm ist in fünf gleich breite Streifen geteilt. Bei großem N nähern sich die gemessenen Häufigkeiten den Erwartungswerten deutlich besser an.
StreifenS1S2S3S4S5
P0,050,200,500,200,05
Treffer bei N = 200647963813
Treffer bei N = 20 000101739621004339711007

S2 bei N = 20 000: erwartet 4000, gemessen 3962 ⇒ Abweichung 38, relativ 0,95 %. Bei N = 200: erwartet 40, gemessen 47 ⇒ relativ 17,5 % — rund 18-mal so groß.

Welcher-Weg-Messung, je N = 20 000 Elektronen. P liegt in einem dunklen, Q in einem hellen Streifen des Interferenzbildes.
AufbauTreffer bei PTreffer bei Q
nur Spalt 1 offen850900
nur Spalt 2 offen870880
beide Spalte offen353520
klassische Summe (Erwartung)17201780
Amplitudenaddition (√900+√880)²—≈ 3560

Bei P bleiben von 1720 erwarteten Treffern nur 35 übrig (≈ 2 %), bei Q werden es doppelt so viele wie erwartet. Elektronen werden also nicht vernichtet, sondern aus den Minima in die Maxima umverteilt.

Fulleren-Interferometer: Je heißer der Ofen, desto kurzwelliger die abgestrahlte Wärmestrahlung — desto mehr Weginformation ist verfügbar und desto kleiner die Sichtbarkeit V.
Ofentemperatur T900 K2100 K2400 K3000 K
Sichtbarkeit V≈ 0,470,250,120,01

Bis etwa 1500 K bleibt die Kurve flach; der Halbwert (V ≈ 0,24) liegt bei rund 2150 K. Reiner Rückstoß erklärt den flachen Teil nicht — entscheidend ist die Wellenlänge der Strahlung, also die Unterscheidbarkeit der Wege.

Werkzeug

Quanten-Werkstatt

Fünf Bausteine des Kapitels in einem Werkzeug. Schalten Sie oben zwischen den Modulen um und regeln Sie jeweils eine Größe — rechts steht sofort, was daraus folgt. Alle Zahlen sind mit den Formeln des Kapitels gerechnet. Zu jedem Modul gehört ein kurzer Werkstatt-Auftrag; er zählt für die Fortschrittsanzeige oben.

wird geladen …

Die Deutung erscheint hier.

Bedienung: Modul mit den Schaltflächen wählen. Den Regler mit der Maus ziehen oder mit den Pfeiltasten feinstellen (Pos1/Ende springen an die Enden). Das Bild selbst ist ebenfalls anwählbar: mit Pfeil links/rechts änderst du dort den Wert, mit Enter oder Leertaste schaltest du zum nächsten Modul.

Werkstatt-Auftrag 1 · 6.1.1

In der Messreihe des Kapitels gilt r·√U = 2,83 cm·√kV. Stellen Sie die Spannung so ein, dass der innere Ring den Radius 1,00 cm hat, und prüfen Sie Ihre Einstellung.

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Wo stehe ich? — Selbstcheck in 10 Punkten

Gehen Sie die zehn Punkte ehrlich durch: Formulieren Sie zuerst im Kopf (oder auf Papier) eine Antwort — erst dann aufklappen und vergleichen. Jeder aufgeklappte Punkt zählt als bearbeitet und wandert in die Fortschrittsanzeige oben. Wo es hakt, führt der Link direkt in das passende Unterkapitel.

Ich kann den Versuch der Elektronenbeugung beschreiben — Aufbau, Beobachtung und Deutung.6.1.1
Elektronen werden durch eine hohe Spannung beschleunigt und treffen auf eine sehr dünne Graphitfolie. Auf dem Leuchtschirm erscheinen konzentrische Ringe. Die regelmäßig angeordneten Kohlenstoffatome wirken wie ein Gitter — genau wie bei Röntgenwellen an einem Kristall. Helle und dunkle Bereiche entstehen durch Interferenz: Das ist ein reines Wellenphänomen. Zu 6.1.1 wiederholen
Ich kann begründen, warum Ringe entstehen und warum sie nicht von abprallenden Kugeln stammen können.6.1.1
Die Folie besteht aus sehr vielen winzigen Kristallen in allen Drehlagen. Ihre Beugungsrichtungen bilden eine Kegelfläche um die Strahlachse; deren Schnitt mit dem Schirm ist ein Kreisring — je Ebenenschar genau ein Ring. Abprallende Kugeln ergäben dagegen einen gleichmäßig auslaufenden Fleck ohne dunkle Zwischenräume. Scharfe helle und dunkle Ringe verlangen Interferenz. Nebenbei: Der Strahlstrom ändert nur die Helligkeit, nicht die Ringgröße; eine dickere Folie ebenfalls nicht, weil der Gitterabstand derselbe bleibt. Zu 6.1.1 wiederholen
Ich kann mit r ∼ 1/√U rechnen und die Konstanz von r·√U prüfen.6.1.1
Arbeitsformel: r2 = r1·√(U1/U2). Beispiel: 2,0 cm bei 2,0 kV werden bei 8,0 kV zu 1,0 cm — die vierfache Spannung halbiert den Radius, die doppelte lässt 1/√2 ≈ 71 % übrig. Zum Prüfen einer Messreihe bildet man r·√U: In der Abituraufgabe ergibt das 2,83 / 2,84 / 2,84 / 2,82 / 2,82 cm·√kV — im Rahmen der Ablesegenauigkeit von ± 0,03 cm konstant. Vorhersage für 8,0 kV: 2,83/√8,0 = 1,00 cm. Zu 6.1.1 wiederholen
Ich kann λ = h/(m v) berechnen und das Ergebnis in die richtige Größenordnung einordnen.6.1.2
Zwei Schritte: erst p = m·v, dann λ = h/p. Beispiel: v = 2,0·106 m/s ergibt p = 1,82·10−24 kg·m/s und λ = 3,6·10−10 m = 0,36 nm. Merken Sie sich die Größenordnung: Elektronen liegen bei einigen Zehntel Nanometern — also beim Atomabstand im Kristall (Graphit: 2,1·10−10 m). Nur deshalb funktioniert Elektronenbeugung überhaupt. Achten Sie auf die Umrechnung: 2,4·10−10 m sind 0,24 nm, nicht 2,4 nm. Zu 6.1.2 wiederholen
Ich kann die Wellenlänge beschleunigter Elektronen bestimmen und den Nutzen im Elektronenmikroskop erklären.6.1.2
Aus eU = ½mev² folgt v = √(2eU/me) und damit λ = h/√(2meeU), also λ ∼ 1/√U. Beispiel: U = 4,0 kV liefert v = 3,75·107 m/s (12,5 % der Lichtgeschwindigkeit) und λ = 1,9·10−11 m; mit λ/d = 0,092 folgt am Graphitgitter sinα = 0,092, also α ≈ 5,3°. Bei 10 kV sind es 1,23·10−11 m. Für das Elektronenmikroskop heißt das: hohe Spannung ⇒ kurze Wellenlänge ⇒ feine Auflösung. Zu 6.1.2 wiederholen
Ich kann erklären, warum wir an einem Fußball keine Welleneigenschaften bemerken.6.1.2
Die Gleichung λ = h/p gilt für jedes Objekt mit Impuls. Ein Fußball (0,43 kg, 25 m/s) hat p = 10,75 kg·m/s und damit λ = 6,2·10−35 m — unvorstellbar viel kleiner als ein Atomkern (≈ 10−15 m). Es gibt kein Hindernis dieser Größe, an dem sich Beugung zeigen könnte. Wichtig: „nicht messbar“ heißt nicht „nicht vorhanden“. Damit ein Fußball die Torbreite 7,3 m als Wellenlänge hätte, müsste er sich mit 2,1·10−34 m/s bewegen — für einen Millimeter bräuchte er rund 1,5·1023 Jahre. Zu 6.1.2 wiederholen
Ich kann den Doppelspaltversuch mit einzelnen Elektronen beschreiben und die Selbstinterferenz begründen.6.2.1
Ablauf: Die Glühkathode setzt ein einzelnes Elektron frei, es wird beschleunigt, läuft durch den Doppelspalt und erzeugt genau einen Punkt auf dem Leuchtschirm; der Punkt wird gespeichert, dann folgt das nächste Elektron. Nach 10 Treffern sieht man wenige, scheinbar zufällige Punkte, nach 1000 lässt sich das Streifenmuster erahnen, nach 100 000 ist es klar. Die Lage der Streifen ändert sich dabei nie — die Punkte füllen dasselbe Muster nur dichter. Weil immer nur ein Elektron unterwegs ist, scheiden Stöße zwischen Elektronen als Erklärung aus: Jedes Elektron interferiert mit sich selbst. Und aus einem punktförmigen Treffer folgt keine feste Bahn durch genau einen Spalt — sonst müsste das Bild bei zwei offenen Spalten die Summe der Einzelspaltbilder sein, und Minima wären unmöglich. Zu 6.2.1 wiederholen
Ich kann Δy = Lλ/d anwenden und die Vereinzelung rechnerisch nachweisen.6.2.1
Streifenabstand: d = 50 nm, L = 0,40 m und U = 10 kV (λ = 1,23·10−11 m) ergeben Δy = 9,8·10−5 m ≈ 0,10 mm. Vervierfacht man die Spannung auf 40 kV, halbiert sich Δy auf 0,049 mm (Δy ∼ 1/√U). Eine Unterrichtsblende mit d = 0,50 mm liefert dagegen nur Δy ≈ 10 nm — rund 1000-mal kleiner als die Detektorauflösung von etwa 0,01 mm; man sähe nur einen hellen Fleck. Vereinzelung: t = s/v = 0,45 m / 3,0·107 m/s = 15 ns, bei einer Rate von 1,0·103 1/s liegen im Mittel 1,0 ms zwischen zwei Elektronen. Das Verhältnis 1,5·10−5 bedeutet: Die Apparatur ist im Mittel rund 67 000-mal so lange leer, wie ein Flug dauert. Zu 6.2.1 wiederholen
Ich kann die Bornsche Deutung anwenden: P ∼ |ψ|², Erwartungswert P·N und Streuung √N.6.2.2
ψ sagt nicht den Ort voraus, sondern die Wahrscheinlichkeit. Helle Streifen: große Amplitude ⇒ hohe Wahrscheinlichkeit; dunkle Streifen: Amplitude null ⇒ wirklich kein Treffer, nicht „selten einer“. Weil das Quadrat gemessen wird, sind Wellenberg und Wellental gleichwertig: halbe Amplitude ⇒ ein Viertel der Trefferdichte, doppelte ⇒ vierfach, ein Viertel ⇒ ein Sechzehntel. Rechnen: P = 0,15 und N = 2000 ergeben 300 Treffer; 480 von 8000 ergeben P = 0,06. Und eine Einzelabweichung widerlegt nichts: Bei einer Vorhersage von 500 liegt die typische Streuung bei √500 ≈ 22, ein Messwert von 480 passt also. Die Unbestimmtheit ist grundsätzlich und keine Folge ungenauer Messgeräte. Zu 6.2.2 wiederholen
Ich kann Komplementarität erklären und beurteilen, was eine Welcher-Weg-Messung bewirkt.6.2.3
Welle und Teilchen sind zwei einander ergänzende Seiten desselben Quantenobjekts; welche sichtbar wird, entscheidet der Versuchsaufbau — nie beide zugleich (Niels Bohr). Ist der Welcher-Weg-Detektor an, verschwindet die Interferenz und es bleiben zwei breite Streifen wie von zwei Einzelspalten; die Gesamtzahl der Treffer bleibt gleich, jeder Einzeltreffer bleibt punktförmig. Entscheidend ist die grundsätzliche Verfügbarkeit der Weginformation, nicht ob jemand sie abliest: Ein eingebauter, aber ausgeschalteter Detektor ändert nichts. Ein zugeklebter Spalt liefert zwar dieselbe Weginformation, doch dann fehlt die zweite Teilwelle — Ergebnis ist ein Einzelspaltbild. Misst der Detektor nur etwa jedes zweite Elektron, addieren sich halbes Interferenz- und halbes Teilchenbild, der Kontrast ist etwa halbiert: Der Übergang ist stetig. Im Fulleren-Interferometer sinkt die Sichtbarkeit mit der Ofentemperatur von V ≈ 0,47 bei 900 K auf 0,01 bei 3000 K. Zu 6.2.3 wiederholen

Ein Punkt bleibt unsicher? Die Seite Typische Fehler nimmt genau die Stellen auseinander, an denen es in Klausuren am häufigsten schiefgeht.

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Weiter üben — und der Ausblick

Wenn der Selbstcheck sitzt, geht es ans Anwenden. Für die Klausurvorbereitung ist die Reihenfolge Lernkarten → Selbsttest → Übungen → Probeklausur bewährt: erst die Begriffe sichern, dann das Wissen abfragen, dann rechnen, zuletzt unter Zeitdruck.