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Textaufgaben:Rechnen mit dem Energieerhaltungssatz

Zehn Situationen vom Freizeitpark bis zur Kirmes — und in jeder einzelnen steckt dieselbe Gleichung: Energie vorher = Energie nachher.

Zum NachschlagenZurück zur ErklärungDas Vier-Schritte-Rezept und der Trick mit der Masse, die sich wegkürzt.
T

Textaufgaben

Alle zehn Aufgaben sind gleich aufgebaut und gleich schwer — sie unterscheiden sich nur in der Situation. In jeder Aufgabe beschreibst du in a) Anfangs- und Endzustand, berechnest in b) die Energie im Anfangszustand und bestimmst in c) mit \(E_{\text{vorher}} = E_{\text{nachher}}\) die gesuchte Größe. Nur die Zusatzaufgabe d) ist von Situation zu Situation verschieden. Gebraucht werden ausschließlich die Formeln aus Kapitel 1.1: \(E_{\text{kin}}=\tfrac12\,m\,v^2\), \(E_{\text{pot}}=m\,g\,h\), \(E_{\text{spann}}=\tfrac12\,D\,s^2\) und \(E_{\text{el}}=U\cdot I\cdot t\), immer mit \(g = 9{,}81\ \tfrac{\text{N}}{\text{kg}}\). Öffne den Erwartungshorizont erst, wenn deine eigene Lösung im Heft steht.

1

Der erste Abfahrtshügel der Achterbahn

AFB I–III

Im Freizeitpark zieht eine Kette den Achterbahnzug langsam auf den ersten Hügel. Ganz oben, 45 m über dem tiefsten Punkt der Strecke, steht der Zug für einen Moment fast still — dann kippt er über die Kuppe und rast nach unten. Der Zug wiegt mit allen Fahrgästen zusammen 600 kg. Ab der Kuppe treibt kein Motor mehr an; Reibung und Luftwiderstand werden vernachlässigt. Hinter dem ersten Tal steigt die Strecke zu einem zweiten Hügel an — oben darauf misst die Anlage noch 20 m/s.

Gegebenm = 600 kg  ·  h = 45 m  ·  g = 9,81 N/kg  ·  Startgeschwindigkeit ≈ 0

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Geschwindigkeit des Zuges am tiefsten Punkt der Strecke.
  4. Ermittle die Höhe des zweiten Hügels über dem tiefsten Punkt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Der Zug steht oben fast still und ist unten am schnellsten — welche Energieform passt jeweils dazu?
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{pot}} = m\cdot g\cdot h\). Die Einheit kg · N/kg · m ergibt Nm, und 1 Nm = 1 J.
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(m\,g\,h = \tfrac12\,m\,v^2\) und kürze zuerst \(m\) weg. Zum Schluss die Wurzel ziehen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Auf dem zweiten Hügel steckt die Energie in beiden Formen. Rechne zuerst die Bewegungsenergie bei 20 m/s aus und schau, wie viel von den 264 870 J übrig bleibt.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: oben auf der Kuppe, 45 m hoch und praktisch in Ruhe → nur Lageenergie.

Endzustand: am tiefsten Punkt, Höhe 0 und maximale Geschwindigkeit → nur Bewegungsenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{pot}} = 600\cdot 9{,}81\cdot 45 = 264\,870\ \text{J} \approx 265\ \text{kJ}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(m\,g\,h = \tfrac12\,m\,v^2\ |\ :m \Rightarrow v = \sqrt{2gh} = \sqrt{2\cdot 9{,}81\cdot 45} = \sqrt{882{,}9}\)

\(v \approx 29{,}7\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 107\ \tfrac{\text{km}}{\text{h}}\). Die Masse wird nicht gebraucht — sie kürzt sich weg.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_{\text{kin}} = \tfrac12\cdot 600\cdot 20^2 = 120\,000\ \text{J}\)

\(E_{\text{pot}} = 264\,870 - 120\,000 = 144\,870\ \text{J}\)

\(h = \dfrac{144\,870}{600\cdot 9{,}81} \approx 24{,}6\ \text{m}\)

Antwortsatz: Der zweite Hügel ist rund 24,6 m hoch — deutlich niedriger als der erste, sonst käme der Zug nicht darüber.

Dieses Applet stammt aus Unterkapitel 1.2.3 »Anwendung: Die Achterbahn«. Die orange Linie ist die Gesamtenergie — sie liegt waagerecht über der ganzen Strecke. Der blaue Abschnitt zwischen Schiene und Linie ist die Bewegungsenergie: Schiebe den Wagen ins erste Tal, und du siehst genau die Größe, die du in Teilaufgabe c) berechnet hast.

Energielinie über der Strecke

Die orange gestrichelte Linie ist das Energiebudget der Fahrt. Alles unterhalb der Schiene ist Lageenergie, alles zwischen Schiene und Linie ist Bewegungsenergie.

Der Wagen steht am Lifthügel.

Der Wagen im Applet wiegt 900 kg statt 600 kg, der erste Hügel ist wie in der Aufgabe 45 m hoch — an der Geschwindigkeit im Tal ändert die Masse nichts. Achte darauf, dass die Schiene nirgends über die orange Linie ragt: Höher als der Starthügel kommt der Zug nie.

2

Streit auf der Wasserrutsche

AFB I–III

Im Freibad gibt es eine Riesenrutsche: Vom Startpodest bis zum Auslaufbecken geht es 8,5 m nach unten. Lina (45 kg) und Jonas (72 kg) starten beide aus dem Stand. Jonas ist sich sicher: „Ich bin schwerer, ich komme unten schneller an.“ Das Wasser macht die Rutsche so glatt, dass ihr die Reibung für die Rechnung vernachlässigen dürft.

Gegebenh = 8,5 m  ·  mLina = 45 kg  ·  mJonas = 72 kg  ·  g = 9,81 N/kg

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Geschwindigkeit, mit der Lina unten ankommt.
  4. Begründe mit der Gleichung, ob Jonas mit seiner Behauptung recht hat.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Oben steht Lina still, unten rutscht sie am schnellsten. Dass die Rutsche kurvig ist, spielt keine Rolle — nur der Höhenunterschied zählt.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{pot}} = m\cdot g\cdot h\), mit Linas Masse.
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(m\,g\,h = \tfrac12\,m\,v^2\) und kürze \(m\) weg.
Hinweis zu Aufgabe d)
Schau dir an, wo \(m\) in der Gleichung steht. Was passiert, wenn du beide Seiten durch \(m\) teilst?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: oben auf dem Startpodest, 8,5 m hoch und in Ruhe → nur Lageenergie.

Endzustand: unten im Auslaufbecken, Höhe 0 und volle Fahrt → nur Bewegungsenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{pot}} = 45\cdot 9{,}81\cdot 8{,}5 = 3752{,}3\ \text{J} \approx 3{,}75\ \text{kJ}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(v = \sqrt{2gh} = \sqrt{2\cdot 9{,}81\cdot 8{,}5} = \sqrt{166{,}77} \approx 12{,}9\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 46{,}5\ \tfrac{\text{km}}{\text{h}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Jonas hat nicht recht. In \(m\,g\,h = \tfrac12\,m\,v^2\) steht \(m\) auf beiden Seiten und kürzt sich heraus; übrig bleibt \(v=\sqrt{2gh}\) ganz ohne Masse.

Jonas hat oben zwar mehr Lageenergie (72 kg statt 45 kg), muss unten aber auch mehr Masse bewegen. Beides gleicht sich exakt aus. Antwortsatz: Beide kommen mit rund 12,9 m/s an.

Aus Unterkapitel 1.2.2 »Der freie Fall aus dem Fallturm«: Der Balken rechts zeigt, wie Lageenergie Stück für Stück zu Bewegungsenergie wird — genau die Umwandlung, die auch auf der Wasserrutsche abläuft. Nur die Zahlen sind größer: 110 m Fallhöhe statt 8,5 m.

Kapsel auf dem Weg nach unten

Links die Röhre mit der Kapsel, rechts der Energiespeicher. Der Balken färbt sich beim Fallen um, bleibt dabei aber immer gleich lang.

Die Kapsel liegt am oberen Ende der Röhre, noch ohne Fallstrecke.

Die Voreinstellung „nach einem Viertel“ zeigt, warum die Masse hier nichts ändert und die Höhe alles: Nach einem Viertel der Strecke ist erst die halbe Endgeschwindigkeit erreicht — weil \(v\) im Quadrat steht. Die Summe im Balken bleibt dabei immer gleich.

3

Wie hoch fliegt man vom Trampolin?

AFB I–III

Mia (35 kg) springt im Garten Trampolin. Im tiefsten Punkt ist das Sprungtuch samt Federn um 45 cm nach unten durchgedrückt. Die Federn und das Tuch verhalten sich zusammen wie eine einzige große Feder mit der Federkonstante D = 5200 N/m. In diesem Moment steht Mia für einen Augenblick still — ihre gesamte Energie steckt in der gespannten Matte. Danach schleudert die Matte sie wieder nach oben.

Gegebenm = 35 kg  ·  D = 5200 N/m  ·  s = 45 cm = 0,45 m  ·  g = 9,81 N/kg

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Höhe, die Mia über der entspannten Matte erreicht.
  4. Deute was sich ändert, wenn die Matte doppelt so tief, also 90 cm, eingedrückt wird.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Im tiefsten Punkt steht Mia still, im höchsten Punkt ebenfalls. Was ist dann jeweils gespeichert?
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot D\cdot s^2\). Rechne die 45 cm zuerst in Meter um und quadriere vor dem Multiplizieren.
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(\tfrac12\,D\,s^2 = m\,g\,h\) und teile durch \(m\cdot g\).
Hinweis zu Aufgabe d)
In \(E=\tfrac12 D s^2\) steht \(s\) im Quadrat, in \(E = m\,g\,h\) steht \(h\) ohne Quadrat. Rechne beide Werte für \(s = 0{,}90\ \text{m}\) nach.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: tiefster Punkt, Matte um 0,45 m eingedrückt, Mia in Ruhe → nur Spannenergie.

Endzustand: höchster Punkt in der Luft, Mia wieder in Ruhe → nur Lageenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot 5200\cdot 0{,}45^2 = 2600\cdot 0{,}2025 = 526{,}5\ \text{J}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(\tfrac12\,D\,s^2 = m\,g\,h \Rightarrow h = \dfrac{D\,s^2}{2\,m\,g} = \dfrac{526{,}5}{35\cdot 9{,}81} = \dfrac{526{,}5}{343{,}35}\)

\(h \approx 1{,}53\ \text{m}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot 5200\cdot 0{,}90^2 = 2600\cdot 0{,}81 = 2106\ \text{J}\) — das Vierfache, weil \(s\) quadratisch eingeht.

\(h = \dfrac{2106}{343{,}35} \approx 6{,}1\ \text{m}\) — ebenfalls das Vierfache.

Deutung: Doppelte Eindrücktiefe bedeutet nicht doppelte, sondern vierfache Höhe. In der Praxis geben Tuch und Federn das aber nicht her: Sie werden bei starker Dehnung härter, und ein Teil der Energie bleibt als innere Energie im Material.

Aus Unterkapitel 1.2.5 »Trampolin und Sprungfeder«. Links die Eindrücktiefe \(s\), rechts die erreichte Sprunghöhe. Stelle \(s\) fest ein und verändere dann nur die Masse: Der Energiewert links bleibt stehen, die Höhe rechts nicht.

Wie hoch hinaus?

Links das Tuch mit der Eindrücktiefe s, rechts die erreichte Sprunghöhe. s und die Masse wirken sich unterschiedlich stark auf die Sprunghöhe aus.

Eindrücktiefe und Masse stehen auf den Startwerten.

Das Applet rechnet mit \(D = 3000\ \tfrac{\text{N}}{\text{m}}\); Mias Trampolin in Aufgabe 3 ist mit 5200 N/m straffer. Der Zusammenhang ist derselbe: Doppelte Eindrücktiefe vervierfacht die Energie, doppelte Masse halbiert die Höhe.

4

Die Abschussfeder im Flipperautomaten

AFB I–III

An einem Flipperautomaten ziehst du vor jedem Spiel den Kolben zurück und lässt ihn los — die Feder schnippt die Stahlkugel ins Spielfeld. Der Kolben lässt sich um 4,0 cm zurückziehen, die Feder hat die Federkonstante D = 180 N/m, die Kugel wiegt 80 g. Die Bahn ist am Anfang waagerecht, Reibung wird vernachlässigt.

GegebenD = 180 N/m  ·  s = 4,0 cm = 0,040 m  ·  m = 80 g = 0,080 kg

M1Der zurückgezogene Kolben, von der Seite gesehen
entspannte Lage des Kolbens s = 4,0 cm v = ? D = 180 N/m m = 80 g → ins Spielfeld

Der Kolben ist um s gegen die entspannte Lage zurückgezogen. Genau diese Strecke steht in \(E_{\text{spann}}=\tfrac12\,D\,s^2\) — nicht die Länge der Feder und nicht die Länge des Kanals.

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Geschwindigkeit, mit der die Kugel den Kolben verlässt.
  4. Leite eine allgemeine Formel für \(v\) und erkläre damit, was bei doppelter Auslenkung passiert.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Vor dem Loslassen ist die Feder verformt und die Kugel in Ruhe, danach ist die Feder entspannt und die Kugel schnell.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot D\cdot s^2\). 4,0 cm sind 0,040 m — erst umrechnen, dann quadrieren.
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(\tfrac12\,D\,s^2 = \tfrac12\,m\,v^2\). Die beiden \(\tfrac12\) kürzen sich gegenseitig weg.
Hinweis zu Aufgabe d)
Löse \(D\,s^2 = m\,v^2\) allgemein nach \(v\) auf — steht \(s\) darin mit oder ohne Quadrat?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: Kolben um 4,0 cm zurückgezogen, Kugel in Ruhe → nur Spannenergie.

Endzustand: Feder entspannt, Kugel rollt waagerecht los → nur Bewegungsenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot 180\cdot 0{,}040^2 = 90\cdot 0{,}0016 = 0{,}144\ \text{J}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(\tfrac12\,D\,s^2 = \tfrac12\,m\,v^2 \Rightarrow v = \sqrt{\dfrac{2E}{m}} = \sqrt{\dfrac{2\cdot 0{,}144}{0{,}080}} = \sqrt{3{,}6}\)

\(v \approx 1{,}9\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(\tfrac12 D s^2 = \tfrac12 m v^2\ |\cdot 2,\ :m \Rightarrow v^2 = \dfrac{D\,s^2}{m} \Rightarrow v = s\cdot\sqrt{\dfrac{D}{m}}\)

Probe: \(v = 0{,}040\cdot\sqrt{2250} = 0{,}040\cdot 47{,}4 \approx 1{,}9\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}}\) — wie in c).

Bei doppelter Auslenkung (8,0 cm) vervierfacht sich die Energie auf 0,576 J, die Geschwindigkeit aber nur verdoppelt sich auf 3,8 m/s: In \(v = s\sqrt{D/m}\) steht \(s\) ohne Quadrat.

5

Bogenschießen im Ferienlager

AFB I–III

Beim Bogenschießen zieht Tim die Sehne 60 cm weit zurück. Der Bogen verhält sich dabei näherungsweise wie eine Feder mit D = 500 N/m. Der Pfeil hat eine Masse von 25 g. Der Trainer erzählt, ein senkrecht nach oben geschossener Pfeil käme „theoretisch höher als der Kölner Dom“ (157 m). Rechne ohne Luftwiderstand.

GegebenD = 500 N/m  ·  s = 60 cm = 0,60 m  ·  m = 25 g = 0,025 kg  ·  g = 9,81 N/kg

M1Der gespannte Bogen
ungespannte Sehne s = 60 cm Bogen: D = 500 N/m Pfeil: m = 25 g

Der Bogen wird wie eine Feder behandelt: Der Auszug s ist der Abstand der Pfeilkerbe von der ungespannten Sehne. Die gespeicherte Spannenergie hängt nur vom Bogen ab — welcher Pfeil aufliegt, entscheidet erst über die Geschwindigkeit.

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Geschwindigkeit, mit der der Pfeil den Bogen verlässt.
  4. Schätze die Höhe, die der Pfeil bei senkrechtem Schuss erreicht, und prüfe damit die Aussage des Trainers.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Vor dem Lösen ist die Sehne 60 cm ausgezogen und der Pfeil in Ruhe, danach fliegt er.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot D\cdot s^2\) mit \(s = 0{,}60\ \text{m}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(E_{\text{spann}} = \tfrac12\,m\,v^2\) und stelle nach \(v\) um: \(v = \sqrt{2E/m}\).
Hinweis zu Aufgabe d)
Ganz oben ist der Pfeil kurz in Ruhe — dort ist alles Lageenergie. Du kannst direkt \(E_{\text{spann}} = m\,g\,h\) ansetzen und brauchst \(v\) gar nicht.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: Sehne 60 cm ausgezogen, Pfeil in Ruhe → nur Spannenergie.

Endzustand: Sehne entspannt, Pfeil verlässt den Bogen → nur Bewegungsenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot 500\cdot 0{,}60^2 = 250\cdot 0{,}36 = 90\ \text{J}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(v = \sqrt{\dfrac{2E}{m}} = \sqrt{\dfrac{2\cdot 90}{0{,}025}} = \sqrt{7200} \approx 85\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}}\) (rund 306 km/h)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_{\text{spann}} = m\,g\,h \Rightarrow h = \dfrac{90}{0{,}025\cdot 9{,}81} = \dfrac{90}{0{,}245} \approx 367\ \text{m}\)

Rechnerisch stimmt die Aussage sogar mit großem Abstand: 367 m sind mehr als das Doppelte der 157 m des Kölner Doms. Das gilt aber nur ohne Luftwiderstand. Ein dünner, sehr schneller Pfeil verliert unterwegs viel Energie an die Luft; real bleibt davon nur ein Bruchteil.

6

Warum die Halfpipe nicht ewig trägt

AFB I–III

Ben (60 kg mit Board und Schutzausrüstung) startet in der Skatehalle aus dem Stand an der Kante der Halfpipe, 3,20 m über dem Boden. Auf der gegenüberliegenden Seite kommt er nur noch 2,60 m hoch, bevor er wieder zurückrollt. Ben wundert sich: „Energie geht doch angeblich nie verloren.“

Gegebenm = 60 kg  ·  h1 = 3,20 m  ·  h2 = 2,60 m  ·  g = 9,81 N/kg

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Geschwindigkeit, die Ben am tiefsten Punkt hätte, wenn es keine Reibung gäbe.
  4. Werte die tatsächlich erreichten 2,60 m: Wie viel Energie wird pro Durchfahrt entwertet, und wohin geht sie?

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
An der Startkante steht Ben still, am tiefsten Punkt der Halfpipe ist er am schnellsten.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{pot}} = m\cdot g\cdot h_1\) mit \(h_1 = 3{,}20\ \text{m}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(m\,g\,h = \tfrac12\,m\,v^2\) und kürze \(m\) weg.
Hinweis zu Aufgabe d)
Rechne die Lageenergie auf der Gegenseite aus und bilde die Differenz. Den Prozentanteil bekommst du auch direkt aus den Höhen, weil \(m\) und \(g\) sich kürzen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: an der Kante, 3,20 m hoch und in Ruhe → nur Lageenergie.

Endzustand: am tiefsten Punkt der Halfpipe, Höhe 0 und maximale Geschwindigkeit → nur Bewegungsenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{pot}} = 60\cdot 9{,}81\cdot 3{,}20 = 1883{,}5\ \text{J}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(v = \sqrt{2gh} = \sqrt{2\cdot 9{,}81\cdot 3{,}20} = \sqrt{62{,}78} \approx 7{,}9\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 28{,}5\ \tfrac{\text{km}}{\text{h}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_2 = 60\cdot 9{,}81\cdot 2{,}60 = 1530{,}4\ \text{J}\)

\(\Delta E = 1883{,}5 - 1530{,}4 = 353{,}1\ \text{J}\), Anteil \(\tfrac{0{,}60}{3{,}20} = 18{,}75\ \%\)

Die 353 J sind nicht verschwunden: Rollreibung in den Lagern, Verformung der Rollen und Luftwiderstand machen daraus innere Energie (alles erwärmt sich minimal) und ein wenig Schall. Der Energieerhaltungssatz gilt weiter — die Energie ist entwertet, nicht verloren.

Aus Unterkapitel 1.2.6 »Bremsweg, Reibung und Energieentwertung«. Das Beispiel ist ein bremsendes Auto statt einer Halfpipe — der Mechanismus ist derselbe: Reibung wandelt Bewegungsenergie in innere Energie um.

Wie weit rollt es noch?

Der blaue Abschnitt ist der Reaktionsweg, der rote der Bremsweg. Je nach Geschwindigkeit und Zustand der Fahrbahn läuft einer der beiden Abschnitte aus dem Ruder.

Geschwindigkeit und Fahrbahn stehen auf den Startwerten.

Stelle bei gleicher Geschwindigkeit die Fahrbahn auf „vereist“: Der Energiebalken bleibt gleich groß, nur die Reibungskraft wird kleiner — dieselbe Energie braucht dann eine viel längere Strecke. Bei Ben in der Halfpipe ist es umgekehrt eine sehr kleine Reibung über eine lange Strecke, die die 353 J entwertet.

7

Der Anlauf auf der Skisprungschanze

AFB I–III

Auf einer Normalschanze liegt der Startbalken 40 m über dem Schanzentisch. Ein Springer mit Ski, Anzug und Helm bringt 68 kg auf die Waage und startet aus dem Stand. Die Zeitmessung am Schanzentisch zeigt eine Absprunggeschwindigkeit von 24 m/s an. In der Sportschau heißt es, die Springer würden „im freien Fall“ die Anlaufspur hinunterrasen.

Gegebenm = 68 kg  ·  h = 40 m  ·  vgemessen = 24 m/s  ·  g = 9,81 N/kg

M1Anlauf und Schanzentisch im Profil
h = 40 m Startbalken Schanzentisch m = 68 kg mit Ski und Anzug v = 24 m/s

Für die Energiebilanz zählt allein der Höhenunterschied h zwischen Startbalken und Schanzentisch — nicht die Länge der Anlaufspur und nicht ihre Krümmung.

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Geschwindigkeit, die der Springer ohne jede Reibung am Schanzentisch hätte.
  4. Überprüfe mit den gemessenen 24 m/s, welcher Anteil ankommt, und prüfe damit die Aussage aus der Sportschau.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Am Startbalken steht der Springer still, am Schanzentisch ist er am schnellsten.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{pot}} = m\cdot g\cdot h\) mit \(h = 40\ \text{m}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(m\,g\,h = \tfrac12\,m\,v^2\) und kürze \(m\) weg.
Hinweis zu Aufgabe d)
Jetzt brauchst du die Masse doch: Rechne \(E_{\text{kin}}\) mit den gemessenen 24 m/s aus und teile durch die Energie aus b).

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: am Startbalken, 40 m über dem Schanzentisch und in Ruhe → nur Lageenergie.

Endzustand: am Schanzentisch, Höhe 0 und volle Anlaufgeschwindigkeit → nur Bewegungsenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{pot}} = 68\cdot 9{,}81\cdot 40 = 26\,683\ \text{J} \approx 26{,}7\ \text{kJ}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(v = \sqrt{2gh} = \sqrt{2\cdot 9{,}81\cdot 40} = \sqrt{784{,}8} \approx 28{,}0\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}} \approx 101\ \tfrac{\text{km}}{\text{h}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_{\text{kin}} = \tfrac12\cdot 68\cdot 24^2 = 19\,584\ \text{J}\), Anteil \(\tfrac{19\,584}{26\,683} \approx 73{,}4\ \%\)

Rund 26,6 % (etwa 7100 J) gehen durch Gleitreibung und vor allem Luftwiderstand verloren. Die Aussage „freier Fall“ ist damit falsch: Bei einem freien Fall müssten die 28,0 m/s herauskommen. Gerade weil ein Viertel fehlt, entscheiden Anzug und Hockhaltung über die Weite.

8

Der Aufzug im Kaufhaus

AFB I–III

Ein Aufzug bringt eine Nutzlast von 640 kg vom Erdgeschoss ins siebte Stockwerk, insgesamt 21 m nach oben. Die Fahrt dauert 30 s. Der Antriebsmotor arbeitet dabei mit einer Spannung von 400 V und nimmt eine Stromstärke von 16 A auf. Im Wartungsheft steht der Satz: „Beim Betrieb geht Energie verloren.“

Gegebenm = 640 kg  ·  h = 21 m  ·  U = 400 V  ·  I = 16 A  ·  t = 30 s  ·  g = 9,81 N/kg

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Höhe, um die die Nutzlast steigen würde, wenn die gesamte elektrische Energie in Lageenergie überginge.
  4. Beurteile mit den tatsächlichen 21 m den Satz aus dem Wartungsheft und schlage eine bessere Formulierung vor.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Am Anfang steht die Energie im Stromnetz, am Ende hängt die Kabine oben. Welche Formel gehört zu welchem Zustand?
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{el}} = U\cdot I\cdot t\). Prüfe kurz: V · A · s ergibt tatsächlich Joule.
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(E_{\text{el}} = m\,g\,h\) und teile durch \(m\cdot g\).
Hinweis zu Aufgabe d)
Rechne \(E_{\text{pot}}\) für die echten 21 m aus und bilde den Anteil. Frage: Widerspricht der Satz dem Energieerhaltungssatz?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: Der Motor nimmt 30 s lang Strom auf → elektrische Energie, \(E_{\text{el}} = U\cdot I\cdot t\).

Endzustand: Die Nutzlast hängt oben → Lageenergie, \(E_{\text{pot}} = m\cdot g\cdot h\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{el}} = 400\ \text{V}\cdot 16\ \text{A}\cdot 30\ \text{s} = 192\,000\ \text{J} = 192\ \text{kJ}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(E_{\text{el}} = m\,g\,h \Rightarrow h = \dfrac{192\,000}{640\cdot 9{,}81} = \dfrac{192\,000}{6278{,}4} \approx 30{,}6\ \text{m}\)

Ein idealer Aufzug käme also gut zehn Stockwerke hoch.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_{\text{pot}} = 640\cdot 9{,}81\cdot 21 = 131\,846\ \text{J}\), Anteil \(\tfrac{131\,846}{192\,000} \approx 68{,}7\ \%\)

Der Satz ist physikalisch falsch: Energie kann nicht verloren gehen. Die fehlenden rund 60 kJ stecken in der Erwärmung von Motorwicklung, Getriebe, Seil und Schienen sowie im Schall.

Bessere Formulierung: „Beim Betrieb werden rund 31 % der elektrischen Energie entwertet: Sie werden in innere Energie und Schall umgewandelt und stehen fürs Heben nicht zur Verfügung.“

Aus Unterkapitel 1.2.7 »Das Pumpspeicherkraftwerk«. Ein Pumpspeicher macht im Großen genau das, was der Aufzug im Kleinen tut: elektrische Energie in Lageenergie umwandeln — und beim Ablassen wieder zurück.

Strom im Pumpspeicher

Links das Kraftwerk mit Ober- und Unterbecken, rechts die gespeicherte Energie. Fallhöhe und Wassermenge gehen beide einfach ein, nicht quadratisch.

Fallhöhe und Wassermenge stehen auf den Startwerten.

Verändere Fallhöhe und Wassermenge: Beide gehen in \(E = m\cdot g\cdot h\) einfach ein, nicht quadratisch. Doppelte Höhe wirkt genauso wie doppelte Masse. Beim Aufzug ist es dieselbe Formel — nur mit 640 kg statt zwei Millionen Tonnen Wasser.

9

Bungeesprung von der Schluchtbrücke

AFB I–III

Von einer Brücke über einer 55 m tiefen Schlucht springt Anna (70 kg) an einem Bungeeseil. Das ungedehnte Seil ist 25 m lang; erst danach beginnt es zu ziehen und wirkt wie eine sehr weiche Feder. Am tiefsten Punkt hängt Anna 47 m unter der Absprungstelle und ist dort für einen Moment in Ruhe. Reibung und Luftwiderstand werden vernachlässigt.

Gegebenm = 70 kg  ·  Fallstrecke h = 47 m  ·  Seillänge 25 m  ·  Dehnung s = 22 m  ·  g = 9,81 N/kg

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Federkonstante \(D\) des Bungeeseils.
  4. Entscheide begründet, ob ein 95 kg schwerer Springer mit demselben Seil verantwortbar springen kann. Der Veranstalter gibt für ihn eine Tiefe von 52 m an.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Am Absprung steht Anna still, am tiefsten Punkt ist sie für einen Moment ebenfalls in Ruhe. Was ist dort gespeichert?
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{pot}} = m\cdot g\cdot h\) mit der gesamten Fallstrecke \(h = 47\ \text{m}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(m\,g\,h = \tfrac12\,D\,s^2\). Achtung: \(s\) ist nicht 47 m, sondern nur die Dehnung nach den ersten 25 m.
Hinweis zu Aufgabe d)
Prüfe die 52 m nach, indem du beide Seiten mit \(m = 95\ \text{kg}\), \(h = 52\ \text{m}\) und \(s = 27\ \text{m}\) ausrechnest. Urteile dann über den Abstand zum Grund.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: auf der Brücke, 47 m über dem tiefsten Punkt und in Ruhe → nur Lageenergie.

Endzustand: am tiefsten Punkt, Seil um 22 m gedehnt, Anna kurz in Ruhe (\(v=0\), also \(E_{\text{kin}}=0\)) → nur Spannenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{pot}} = 70\cdot 9{,}81\cdot 47 = 32\,275\ \text{J} \approx 32{,}3\ \text{kJ}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Dehnung: \(s = 47 - 25 = 22\ \text{m}\)

\(m\,g\,h = \tfrac12\,D\,s^2 \Rightarrow D = \dfrac{2\,m\,g\,h}{s^2} = \dfrac{64\,550}{484}\)

\(D \approx 133\ \tfrac{\text{N}}{\text{m}}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Kontrolle mit \(m = 95\ \text{kg}\), \(h = 52\ \text{m}\), \(s = 27\ \text{m}\):

\(E_{\text{pot}} = 95\cdot 9{,}81\cdot 52 = 48\,461\ \text{J}\)  und  \(E_{\text{spann}} = \tfrac12\cdot 133{,}4\cdot 27^2 = 48\,624\ \text{J}\)

Beide Werte stimmen auf unter 0,5 % überein — die 52 m sind rechnerisch korrekt.

Entscheidung: nicht verantwortbar. Es blieben nur 3 m Abstand zum Grund. Gummiseile werden bei starker Dehnung weicher, leiern mit der Zeit aus und reagieren auf Temperatur; schon 5 % weniger Federkonstante kosten mehrere Meter. Für den schwereren Springer gehört ein kürzeres oder härteres Seil an die Brücke.

Aus Unterkapitel 1.2.4 »Das Fadenpendel«. Ein Pendel ist kein Bungeeseil — aber der Umkehrpunkt ist genau der Gedanke aus Teilaufgabe a): Dort steht der Körper für einen Moment still, die Bewegungsenergie ist null, und die gesamte Energie liegt in der anderen Form vor.

Umkehrpunkt und tiefster Punkt

Die Punkte auf der Bahn sind eingefärbt: violett heißt viel Lageenergie, blau viel Bewegungsenergie. Beim Weiterschwingen zeigt sich zusätzlich die Dämpfung des Pendels.

Die Kugel hängt am linken Umkehrpunkt.

Fahre die Kugel zum tiefsten Punkt: Der Punkt färbt sich rein blau, die Lageenergie ist dort null. An den Umkehrpunkten ist es genau umgekehrt. Der zweite Knopf zeigt zusätzlich die Dämpfung — beim Bungeesprung sorgt sie dafür, dass Anna nach einigen Schwüngen ruhig hängt.

10

Hau den Lukas auf der Kirmes

AFB I–III

Am Kirmesstand „Hau den Lukas“ schlägt ein Spieler mit einem 5,0 kg schweren Hammer auf die Wippe. Der Hammerkopf trifft sie mit 10 m/s. Der Metallklotz (2,5 kg) schießt daraufhin an der Stange 3,0 m nach oben — die Glocke hängt allerdings erst bei 4,0 m. Der Freund des Spielers ruft: „Hau doppelt so fest drauf, dann bist du doppelt so hoch und die Glocke läutet locker!“

GegebenmHammer = 5,0 kg  ·  v = 10 m/s  ·  mKlotz = 2,5 kg  ·  h = 3,0 m  ·  g = 9,81 N/kg

M1Der Kirmesstand im Aufriss
1 m 2 m 3 m 4 m 5 m h = 3,0 m Glocke bei 4,0 m Schlagplatte v = 10 m/s Hammer: m = 5,0 kg Klotz 2,5 kg

Der Hammer trifft die Schlagplatte, der Klotz schießt am Mast nach oben. Von den 250 J des Hammers kommen nur die 3,0 m Steighöhe des Klotzes als Lageenergie an — der Rest wird schon beim Aufschlag entwertet.

  1. Beschreibe den Anfangs­zustand und den End­zustand dieses Vorgangs und nenne für beide die beteiligte Energieform.
  2. Berechne die Energie, die im Anfangszustand gespeichert ist.
  3. Bestimme mit dem Energieerhaltungssatz daraus die Höhe, die der Klotz erreichen würde, wenn die gesamte Hammerenergie auf ihn überginge.
  4. Widerlege mit den tatsächlichen 3,0 m die Behauptung des Freundes und gib an, was bei doppelter Schlaggeschwindigkeit wirklich passiert.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Am Anfang ist der Hammer schnell und der Klotz unten, am Ende ist der Klotz oben und für einen Moment in Ruhe.
Hinweis zu Aufgabe b)
\(E_{\text{kin}} = \tfrac12\cdot m\cdot v^2\) mit der Hammermasse.
Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(E_{\text{kin}} = m_{\text{Klotz}}\cdot g\cdot h\) — Vorsicht, hier sind es zwei verschiedene Massen, es kürzt sich nichts.
Hinweis zu Aufgabe d)
Rechne die Lageenergie für die echten 3,0 m aus, bilde den Anteil, und überlege dann, wie \(v\) in \(E_{\text{kin}}\) eingeht.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Anfangszustand: Der Hammer trifft mit 10 m/s auf, der Klotz liegt unten → nur Bewegungsenergie.

Endzustand: Der Klotz steht oben an der Stange und ist kurz in Ruhe → nur Lageenergie.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(E_{\text{kin}} = \tfrac12\cdot 5{,}0\cdot 10^2 = 250\ \text{J}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(E_{\text{kin}} = m\,g\,h \Rightarrow h = \dfrac{250}{2{,}5\cdot 9{,}81} = \dfrac{250}{24{,}525} \approx 10{,}2\ \text{m}\)

Ideal müsste der Klotz also weit über die Glocke hinausschießen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(E_{\text{pot}} = 2{,}5\cdot 9{,}81\cdot 3{,}0 = 73{,}6\ \text{J}\), Anteil \(\tfrac{73{,}6}{250} \approx 29{,}4\ \%\) — über 70 % werden schon beim Aufschlag entwertet.

Die Behauptung ist falsch: Bei \(v = 20\ \tfrac{\text{m}}{\text{s}}\) ist \(E_{\text{kin}} = \tfrac12\cdot 5{,}0\cdot 20^2 = 1000\ \text{J}\), also das Vierfache. Bei gleichem Übertragungsanteil kommen 294 J an und der Klotz steigt \(h = \tfrac{294}{24{,}525} \approx 12{,}0\ \text{m}\) — die vierfache Höhe, nicht die doppelte.

Grund: \(v\) geht in \(E_{\text{kin}}\) quadratisch ein, \(h\) in \(E_{\text{pot}}\) aber nur einfach. Für die Glocke bei 4,0 m genügen bereits rund 11,6 m/s.