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Zusammenfassung

Das ganze Kapitel auf einen Blick — von der Hefe im Gärballon bis zur letzten Stufe der Oxidationsreihe.

1

Die Alkanole: Bau und Eigenschaften

Alkanole entstehen aus Alkanen, wenn ein H-Atom durch eine Hydroxygruppe ersetzt wird. Diese eine Gruppe verändert Siedetemperatur und Löslichkeit — und entscheidet, wie das Molekül eingeteilt wird.

Ethanol durch Gärung

Hefe baut Glucose ohne Sauerstoff zu Ethanol und CO₂ ab. Optimum etwa 30 °C; ab etwa 15 Vol.-% Ethanol stellt die Hefe die Arbeit ein.

180 g → 92 g Ethanol

Hydroxygruppe und Name

CH3CH2OH

Ein H-Atom des Alkans wird durch –OH ersetzt. Name: Stamm + Lokant + ol, der Lokant so klein wie möglich.

CₙH₂ₙ₊₁OH

Siedetemperatur

657897118138blau Alkan-1-ol · grau Alkan (C₁–C₅), Sdt. in °C

Zwischen den OH-Gruppen wirken Wasserstoffbrücken — Alkanole sieden viel höher als Alkane ähnlicher Masse. Mit der Kette wachsen zusätzlich die Van-der-Waals-Kräfte.

Ethanol 78 °C · Propan −42 °C

Löslichkeit

Hydrophile OH-Gruppe gegen lipophilen Alkylrest: C₁–C₃ sind unbegrenzt mit Wasser mischbar, ab C₄ nur begrenzt, ab etwa C₆ kaum noch. Längere Kette: besser in Heptan löslich.

C₁–C₃ mischbar

Wertigkeit

Zahl der OH-Gruppen. Mehrwertige Alkanole bilden mehr Wasserstoffbrücken, sind zähflüssig und gut wasserlöslich: Glykol (Ethan-1,2-diol, 197 °C), Glycerin (Propan-1,2,3-triol, 290 °C).

Glycerin: 3 OH

Primär, sekundär, tertiär

CH3CCH3OHCH3

Gezählt werden die C-Nachbarn des C-Atoms mit der OH-Gruppe: 1 → primär, 2 → sekundär, 3 → tertiär.

1 · 2 · 3 C-Nachbarn
Alkoholische Gärung
\(\ce{C6H12O6 ->[Hefe] 2 C2H5OH}\) + \(\ce{2 CO2}\)
1 mol Glucose (180 g) liefert 2 mol Ethanol (92 g) und 2 mol \(\ce{CO2}\) (88 g). Rechenweg: \(n = m/M\) → Stoffmengenverhältnis 1 : 2 → \(m = n\cdot M\).

Hydroxygruppe ist kein Hydroxid-Ion

Die OH-Gruppe ist über eine Elektronenpaarbindung am C-Atom gebunden und spaltet sich in Wasser nicht ab. Alkanole reagieren deshalb neutral und leiten den Strom nicht — anders als Natronlauge.

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Oxidation: vom Alkanol zur Säure

Mit Kupferoxid lassen sich Alkanole oxidieren. Welches Produkt entsteht, hängt allein davon ab, wie viele H-Atome das C-Atom mit der OH-Gruppe noch trägt.

Oxidation mit Kupferoxid

Heißes, schwarzes CuO wird im Alkanol blank: CuO wird zu Cu reduziert, das Alkanol gibt das H der OH-Gruppe und ein H am selben C-Atom ab. Tertiäre Alkanole reagieren nicht.

prim. → -al · sek. → -on

Alkanale

CH3CH2CHO

Carbonylgruppe am Kettenende (Aldehydgruppe –CHO), Endung -al, z. B. Propanal. Entstehen aus primären Alkanolen.

R–CHO

Alkanone

CH3CCH3O

Carbonylgruppe in der Kette mit zwei C-Nachbarn, Endung -on, ab C₅ mit Lokant. Entstehen aus sekundären Alkanolen, z. B. Propanon (Aceton).

R–CO–R′

Nachweise für Alkanale

Fehling: tiefblau → ziegelroter Niederschlag Cu₂O. Silberspiegel: Silber scheidet sich an der Glaswand ab. Alkanone: beide negativ. Das Alkanal wird dabei zur Alkansäure oxidiert.

nur Alkanale positiv

Alkansäuren

CH3COOH

Weitere Oxidation der Alkanale: Carboxygruppe –COOH am Kettenende. Das Carboxy-C zählt beim Namen mit: CH₃COOH ist Ethansäure (Essigsäure).

R–COOH

Saure Reaktion

Nur das H der Carboxygruppe geht als Proton an Wasser; Oxonium-Ionen machen die Lösung sauer. Säurerest-Ion: -oat, z. B. Ethanoat.

CH₃COO⁻ + H₃O⁺
Primäres Alkanol → Alkanal
\(\ce{CH3-CH2-OH}\) + \(\ce{CuO}\) → \(\ce{CH3-CHO}\) + \(\ce{Cu}\) + \(\ce{H2O}\)
Ethanol gibt zwei H-Atome ab, sie bilden mit dem Sauerstoff des Kupferoxids Wasser; zwischen C und O entsteht die Doppelbindung. Weiter: \(\ce{R-CHO + O -> R-COOH}\).

Propanal, Propanon, Propanol

Ein Buchstabe entscheidet: -ol Alkanol, -al Alkanal, -on Alkanon. Propanal und Propanon haben dieselbe Summenformel \(\ce{C3H6O}\) — unterscheiden lassen sie sich mit der Fehling- oder Silberspiegelprobe, die nur beim Alkanal positiv ist.

3

Oxidationszahlen und Energie

Oxidationszahlen machen sichtbar, welches Atom oxidiert wird; das Energiediagramm zeigt, dass jede Oxidationsstufe energieärmer ist als die vorige.

Oxidationszahl am C

Jedes Bindungselektronenpaar geht an den elektronegativeren Partner (O 3,5 > C 2,5 > H 2,2), bei C–C wird geteilt. Jedes C-Atom einzeln bestimmen: im Ethanol C‑2 −III, C‑1 −I.

OZ = 4 − e⁻

Oxidationsreihe

Das C-Atom mit der funktionellen Gruppe wird Schritt für Schritt oxidiert: Die OZ steigt von Ethan über Ethanol, Ethanal und Ethansäure bis zum CO₂.

−III → −I → +I → +III → +IV

Energiestufen

EnergieC2H61560C2H5OH1367CH3CHO1167CH3COOH874CO2 + H2OEnergie über 2 CO₂ + 3 H₂O (in kJ)

Jede Stufe liegt tiefer als die vorige, jeder Schritt ist exotherm. Die Summe der Schritte ist die Verbrennungsenergie des Ethans.

ΔE = −1560 kJ

Energieentwertung

Die Energie geht als Wärme an die Umgebung. Sie bleibt erhalten, ist aber kaum noch nutzbar. Auch exotherme Reaktionen brauchen einen Anstoß (Zündung, heißes CuO).

Energie → Wärme
Oxidationszahl und Reaktionsenergie
\(\text{OZ} = 4 - \text{zugeordnete Elektronen}\)    \(\Delta E = E_\text{Produkte} - E_\text{Edukte}\)
Schnell zählen: jede Bindung zu H −1, jedes Elektronenpaar zu O +1 (C=O also +2), zu C 0. Oxidation: OZ steigt; bei exothermen Reaktionen ist \(\Delta E\) negativ.

Warum Ethanol weniger Energie liefert als Ethan

Ethanol ist schon teilweise oxidiert: Beim Schritt Ethan → Ethanol wurden bereits 193 kJ je mol frei. Deshalb liefert seine Verbrennung nur 1367 statt 1560 kJ je mol — Energie geht nicht verloren, sie wurde nur früher abgegeben.

4

Die Regeln, an denen die Punkte hängen

In der Klausur kosten selten die großen Ideen Punkte, sondern diese drei Stellen.

Lokant ist nicht Klasse

Die Zahl im Namen gibt die Position der OH-Gruppe an. Ob ein Alkanol primär, sekundär oder tertiär ist, zeigen erst die C-Nachbarn: Propan-2-ol ist einwertig und sekundär, Pentan-3-ol ist sekundär, nicht „tertiär“.

Erst einteilen, dann das Produkt nennen

Vor jeder Oxidationsaufgabe das C-Atom mit der OH-Gruppe suchen und seine H-Atome zählen. Zwei H → Alkanal (und weiter zur Säure), ein H → Alkanon (bleibt stehen), kein H → keine Reaktion.

Oxidationszahl für jedes C-Atom einzeln

Nie aus der Summenformel mitteln: Im Ethanol hat C-1 die OZ −I, C-2 −III. Nur das C-Atom mit der funktionellen Gruppe ändert seine OZ — daran erkennst du Oxidation und Reduktion und kannst die Elektronenbilanz prüfen.

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