Die 12 häufigsten Fehler
1Fehler 1: „Alle Metalle sind magnetisch“
Das denken viele„Metall ist Metall — ein Magnet zieht alles Metallische an.“
Warum das falsch ist
Aluminium, Kupfer, Gold und Silber sind Metalle — und trotzdem passiert bei ihnen gar nichts. Eine Aludose, ein Kupferdraht und ein Goldring bleiben einfach liegen. Angezogen werden nur Eisen, Nickel und Cobalt. Die Büroklammer aus Eisendraht springt an den Magneten, der Schlüssel aus Stahl auch. Holz, Glas und Plastik reagieren sowieso nie.
So merkst du es dir richtig
Nicht jedes Metall ist magnetisch — nur die Dreier-Familie Eisen, Nickel, Cobalt.Du hältst einen Magneten über vier Gegenstände. Welcher wird angezogen?
2Fehler 2: „Wenn nichts klebt, ist auch kein Eisen drin“
Das denken viele„Der Löffel wird nicht angezogen — also ist er ganz ohne Eisen gemacht.“
Warum das falsch ist
Probier es mit zwei Löffeln aus Edelstahl. Der eine ist aus 13/0 (13 % Chrom, 0 % Nickel) — er wird angezogen. Der andere ist aus 18/10 (18 % Chrom, 10 % Nickel) — bei ihm passiert nichts. Dabei stecken in beiden über 70 % Eisen. Es kommt also nicht nur darauf an, ob Eisen drin ist, sondern auch darauf, wie das Eisen im Inneren angeordnet ist und was noch dazugemischt wurde.
So merkst du es dir richtig
Kein Ruck heißt nicht: kein Eisen. Bei Edelstahl entscheidet die Mischung.Richtig oder falsch? „Ein Löffel aus Edelstahl 18/10 wird nicht angezogen. Also ist überhaupt kein Eisen darin.“
3Fehler 3: „Ein Magnet wirkt nur, wenn er etwas berührt“
Das denken viele„Erst wenn der Magnet dranstößt, hält er etwas fest.“
Warum das falsch ist
Nähere dich mit dem Magneten langsam einer Büroklammer: Sie springt schon los, bevor sich beide berühren. Die Wirkung geht durch Luft, Papier und Kunststoff hindurch — und sogar durch dünne Kupferschichten. Deshalb wird eine 1-Cent-Münze angezogen, obwohl sie außen kupferfarben ist: innen steckt Stahl. Genau darum gelten auch die Abstandsregeln: 10 cm zu EC-Karten, Handys und Uhren, 15 cm zu Herzschrittmachern.
So merkst du es dir richtig
Magnetkraft geht durch dünne Schichten hindurch. Berührung braucht sie nicht — Abstand schützt.Du legst ein Blatt Papier auf den Magneten und darauf eine Büroklammer. Was passiert?
4Fehler 4: „Der größere Magnet ist immer der stärkere“
Das denken viele„So ein kleines Ding kann doch nicht gefährlich sein.“
Warum das falsch ist
Entscheidend ist das Material, nicht die Größe. Neodym-Magnete sind bei gleicher Größe ein Vielfaches stärker als die schwarzen Ferrit-Magnete. Eine kleine Neodym-Scheibe in der Hosentasche reicht schon, um den Magnetstreifen einer EC-Karte unwiderruflich zu löschen. Und Vorsicht: Ferrit-Magnete sind spröde — wenn sie herunterfallen, zerspringen sie, und Splitter können ins Auge geraten.
So merkst du es dir richtig
Nicht die Größe zählt, sondern das Material: Neodym schlägt Ferrit — auch als winzige Scheibe.Zwei Magnete sind genau gleich groß. Welcher ist stärker?
5Fehler 5: „Was am Nagel hängen bleibt, ist der Nordpol“
Das denken viele„Der Nagel wird angezogen — also ist genau dieses Ende der Nordpol.“
Warum das falsch ist
Ein Eisennagel, der selbst noch kein Magnet ist, wird von beiden Polen angezogen — vom roten Nordpol genauso stark wie vom blauen Südpol. Abstoßung gibt es nur zwischen zwei Magneten, wenn zwei gleiche Pole aufeinandertreffen. Mit einem Nagel kannst du also nie herausfinden, welches Ende der Nordpol ist. Dafür brauchst du einen Kompass oder einen beschrifteten Magneten.
So merkst du es dir richtig
Ein Nagel verrät den Pol nicht. Nur das Abstoßen zwischen zwei Magneten verrät ihn — oder der Kompass.Richtig oder falsch? „Ein Eisennagel, der selbst kein Magnet ist, wird nur vom Nordpol angezogen.“
6Fehler 6: „In der Mitte des Stabmagneten ist die Kraft am größten“
Das denken viele„In der Mitte steckt der ganze Magnet, dort muss er am stärksten sein.“
Warum das falsch ist
Der Nagel-Versuch zeigt es sofort: Am linken Ende bleiben 9 Nägel hängen, links der Mitte nur 4, genau in der Mitte kein einziger, rechts der Mitte wieder 4 und am rechten Ende wieder 9. Die Wirkung sitzt an den Enden — dort liegen die Pole. In der Mitte ist sie am schwächsten.
So merkst du es dir richtig
Die Kraft sitzt an den Enden. Die Mitte ist die schwächste Stelle des Stabmagneten.An welcher Stelle des Stabmagneten bleiben die meisten Nägel hängen?
7Fehler 7: „Zerbreche ich einen Magneten, habe ich einen einzelnen Nordpol“
Das denken viele„Ich schneide den roten Teil ab — dann habe ich nur noch einen Nordpol.“
Warum das falsch ist
An der Bruchstelle entstehen sofort neue Pole. Jedes Bruchstück hat wieder einen Nordpol und einen Südpol — egal, wie klein du die Stücke machst. Das Modell der Elementarmagnete erklärt es: Der Magnet besteht aus unzähligen winzigen Magneten, und jeder davon hat selbst schon zwei Pole. Einen Pol allein gibt es nicht.
So merkst du es dir richtig
Zerbrichst du einen Magneten, bekommst du zwei Magnete — nie einen einzelnen Pol.Du zerbrichst einen Stabmagneten in zwei Teile. Wie viele Pole hat danach jedes einzelne Teil? Schreibe die Zahl oder das Wort.
8Fehler 8: „Elementarmagnete sind winzige Stabmagnete, die man sehen kann“
Das denken viele„Mit einer guten Lupe müsste man die kleinen Magnete im Eisen erkennen.“
Warum das falsch ist
Die Elementarmagnete sind ein Modell — ein Bild im Kopf, das gut erklärt, warum Eisen magnetisch werden kann: Liegen alle kreuz und quer, heben sich die Wirkungen auf. Zeigen alle in dieselbe Richtung, ist das Eisen magnetisch. In Wirklichkeit sind es winzige Bereiche im Atomgefüge, die man Weiß'sche Bezirke nennt. Du kannst sie nicht sehen und auch nicht einzeln herausnehmen.
So merkst du es dir richtig
Elementarmagnete sind ein Denkmodell, kein Bauteil. Sie helfen beim Erklären — nicht beim Anschauen.Richtig oder falsch? „Mit einer sehr guten Lupe kannst du die einzelnen Elementarmagnete im Eisen sehen.“
9Fehler 9: „Hin und her streichen magnetisiert schneller“
Das denken viele„Wenn ich schnell hin und her reibe, geht es doppelt so flott.“
Warum das falsch ist
Beim Streichen richtest du die Elementarmagnete aus. Streichst du hin und her, ordnest du sie auf dem Hinweg — und bringst sie auf dem Rückweg wieder durcheinander. Am Ende hast du fast nichts erreicht. Richtig sind 20 bis 30 Striche immer in dieselbe Richtung. Und ganz wichtig: Am Ende hebst du den Magneten weit ab, nicht direkt über der Nadel.
So merkst du es dir richtig
Immer in dieselbe Richtung streichen — und am Ende weit abheben.Wie magnetisierst du eine Nähnadel richtig?
10Fehler 10: „Nach dem Abkühlen ist der Magnet wieder magnetisch“
Das denken viele„Er war nur zu heiß — wenn er wieder kalt ist, geht er auch wieder.“
Warum das falsch ist
Wird ein Magnet über seine Curie-Temperatur erhitzt, geraten die Elementarmagnete durcheinander. Beim Abkühlen ordnen sie sich nicht von selbst wieder — der Verlust ist dauerhaft. Ein Neodym-Magnet verliert seine Wirkung schon ab etwa 80 °C. Das ist weniger als kochendes Wasser (100 °C), viel weniger als eine heiße Herdplatte (etwa 250 °C). Eisen hält bis 770 °C aus, Nickel bis 358 °C, Cobalt bis 1115 °C.
So merkst du es dir richtig
Zu heiß gewesen = für immer weg. Abkühlen bringt die Kraft nicht zurück.Richtig oder falsch? „Ein Neodym-Magnet lag auf einer heißen Herdplatte. Wenn er wieder kalt ist, hält er wie vorher.“
11Fehler 11: „Der Kompass zeigt genau nach Norden“
Das denken viele„Wo die rote Spitze hinzeigt, ist ganz genau der Nordpol der Erde.“
Warum das falsch ist
Die Nadel zeigt zum magnetischen Pol, nicht zum geografischen Nordpol. Die beiden Richtungen liegen in Deutschland zurzeit etwa 3° auseinander — das nennt man Missweisung. Dazu kommen Störfelder: ein Eisenzaun, Werkzeug, Stromkabel oder ein starker Magnet in der Nähe lenken die Nadel ab. Bei einer Wanderung direkt an einem Eisenzaun zeigte der Kompass 68° statt 3°.
So merkst du es dir richtig
Der Kompass zeigt magnetisch Nord — etwa 3° neben dem echten Norden. Und Eisen in der Nähe lügt.Wie groß ist die Missweisung in Deutschland zurzeit ungefähr? Tippe die Gradzahl ein.
12Fehler 12: „Am geografischen Nordpol liegt der magnetische Nordpol“
Das denken viele„Oben ist Norden — also muss dort auch der magnetische Nordpol sein.“
Warum das falsch ist
Der Nordpol der Kompassnadel wird nach Norden gezogen. Verschiedene Pole ziehen sich an — also muss dort oben ein magnetischer Südpol liegen. Läge dort ein magnetischer Nordpol, würde die Nadel weggestoßen. Die Namen kommen aus der Seefahrt: Der „nordweisende“ Pol der Nadel sollte auch Nord heißen. Übrigens ist die magnetische Achse gegenüber der Erdachse um etwa 11° geneigt, und der magnetische Nordpol wandert mit rund 50 km pro Jahr.
So merkst du es dir richtig
Oben im Norden steckt ein magnetischer Südpol — sonst würde die Nadel weggestoßen.Welcher magnetische Pol liegt in der Nähe des geografischen Nordpols der Erde?
Geschafft — und jetzt?
Du kennst nun die zwölf Sätze, die am häufigsten schiefgehen. Wenn du in der Klassenarbeit einen davon liest, geht bei dir hoffentlich sofort die Alarmglocke an. Am besten prüfst du gleich, ob alles sitzt:
