MINT

Klassische Partien nachspielen

Von den alten Meistern lernen: zwei berühmte Mattführungen — und warum man sie kennen muss.

Die beste Schule sind die Partien der großen Meister. Zwei klassische Mattbilder solltest du kennen — eines als Waffe, eines als Warnung. Beide sind über 250 Jahre alt und zeigen, wie schnell ein Königsangriff entscheidet, wenn der Gegner die Prinzipien missachtet.

Légals Matt (Paris, 1750)

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 d6 4. Sc3 Lg4 5. Sxe5 Lxd1 6. Lxf7+ Ke7 7. Sd5#

Schwarz nimmt mit 5… Lxd1 gierig die Dame — und wird von Läufer und zwei Springern mattgesetzt. Lektion: Material ist nichts wert, wenn der eigene König fällt. Hätte Schwarz mit 5… dxe5 ruhig zurückgeschlagen, stünde die Partie gleich.

Das Schäfermatt — und wie man es widerlegt

1. e4 e5 2. Lc4 Sc6 3. Dh5 Sf6?? 4. Dxf7# — vermeidbar mit 3… g6!

Das Schäfermatt funktioniert nur, wenn Schwarz nicht aufpasst. Auf 3. Dh5 verteidigt 3… g6! (greift die Dame an) oder 3… De7 den Punkt f7. Wer den Trick kennt, fürchtet ihn nicht — und bestraft den frühen Damenausflug.
Zwei Partien für dein Leben

Zwei weitere Klassiker lohnen das eigene Nachspielen: Morphys Opernpartie (Paris 1858) zeigt mustergültige Entwicklung und einen Turmopfer-Mattangriff; Capablancas Endspiele zeigen, wie man mit winzigen Vorteilen technisch gewinnt. Such sie online und spiele jeden Zug selbst nach — das bringt mehr als hundert schnelle Blitzpartien.

Geschafft — und damit die Läuferklasse abgeschlossen! Du verstehst jetzt Strukturen, Figurenwert, Königssicherheit, Stellungsbewertung, Bauernendspiele und klassische Mattbilder. Weiter geht es in der Turmklasse mit Initiative, Turmendspielen und eigener Berechnung.
← Kombinations-Training Weiter: Turmklasse →