MINT lernen

Probeklausur

Drei eigene Aufgaben verbinden Felder, Interferenz und Quantenphysik.

Eigene Prüfungssimulation · 60 BE · 180 Minuten

Neu verfasste Übung für den Grundkurs – keine amtliche Abiturprüfung, keine Themenprognose. Bearbeite alle drei Aufgaben. Geplante Aufteilung: 10 Minuten Überblick, etwa 50 Minuten je Aufgabe, 20 Minuten Kontrolle. Hilfsmittel für diese Simulation: Taschenrechner, Formelsammlung, Lineal und Papier.

AFB I: 12 BE · AFB II: 33 BE · AFB III: 15 BE. Lösungen und Hinweise erst nach einem eigenen Versuch öffnen. Für einen vollständigen Durchlauf zunächst nur die Aufgaben drucken.

Arbeitszeit

Der Timer ist freiwillig. Deine schriftlichen Lösungen entstehen auf Papier; die Zeitmessung läuft nur auf dieser geöffneten Seite.

180:00

Bereit.

Aufgabe 1: Elektronen im Magnetfeld · 20 BE

Elektronen werden aus nahezu völliger Ruhe durch U = 250 V beschleunigt. Danach treten sie senkrecht in ein homogenes Magnetfeld B = 1,00 mT ein. Reibung, Gravitation und relativistische Effekte werden zunächst vernachlässigt. Verwende e = 1,602 · 10⁻¹⁹ C, mₑ = 9,109 · 10⁻³¹ kg, c = 3,00 · 10⁸ m/s.

Schematischer Versuchsaufbau: Beschleunigung, danach senkrechter Eintritt in ein MagnetfeldBeschleunigung: 250 VElektron e⁻ → →B = 1,00 mT, in die Ebene× × × × × ×

1a · AFB I · 4 BE

Gib die Energiebeziehung für die Beschleunigung und die Beträge der magnetischen Lorentzkraft sowie der Zentripetalkraft an. Benenne die verwendeten Größen.

1b · AFB II · 6 BE

Berechne die Geschwindigkeit nach der Beschleunigung und den Bahnradius.

1c · AFB II · 5 BE

Leite aus den beiden Kraft- und Energiebeziehungen eine Formel für r² in Abhängigkeit von U her. B bleibt konstant.

1d · AFB III · 5 BE

Beurteile die Aussage „Vierfache Beschleunigungsspannung verdoppelt den Radius; die klassische Rechnung bleibt eine gute Näherung.“ Nutze als Kriterium für die Näherung v < 0,1c und erläutere die Grenzen dieses Kriteriums.

Hinweise

1a · Denkimpuls

Welche Energie erhält ein Elektron beim Durchlaufen einer Spannung? Welche Kraft hält es auf einer Kreisbahn?

1b · Denkimpuls

Stelle zunächst die Energiegleichung nach v um; setze danach FL = FZ.

1c · Denkimpuls

Quadriere r = mₑv/(eB) und ersetze v² mithilfe der Energiegleichung.

1d · Denkimpuls

Nutze r ∝ √U und v ∝ √U. Vergleiche die neue Geschwindigkeit mit c.

Erwartungshorizont

1a · Lösung und 4 BE

eU = ½mₑv² (1 BE); FL = evB bei v ⟂ B (1 BE); FZ = mₑv²/r (1 BE). v: Geschwindigkeit, r: Bahnradius, U: Beschleunigungsspannung, B: Flussdichte, e: Elementarladungsbetrag, mₑ: Elektronenmasse (1 BE für sinnvolle Größenbenennung).

1b · Lösung und 6 BE

v = √(2eU/mₑ) (1 BE), korrekte SI-Werte (1 BE), v = 9,38 · 10⁶ m/s (1 BE). evB = mₑv²/r (1 BE), r = mₑv/(eB) (1 BE), r = 0,0533 m = 5,33 cm (1 BE).

1c · Lösung und 5 BE

r² = mₑ²v²/(e²B²) (1 BE); v² = 2eU/mₑ (1 BE); Einsetzen (1 BE); Kürzen ergibt r² = 2mₑU/(eB²) (1 BE). Bei konstantem B und festem Teilchen ist r² proportional zu U (1 BE).

1d · Lösung und 5 BE

r ∝ √U ergibt den Faktor 2 (1 BE); v bei 1000 V = 1,88 · 10⁷ m/s (1 BE), v/c ≈ 0,0625 < 0,1 (1 BE). Nach dem vorgegebenen Kriterium ist die klassische Näherung geeignet (1 BE). Es ist eine Faustregel, keine exakte Gültigkeitsgrenze; für höhere Präzision oder größere Spannung relativistisch rechnen (1 BE).

Aufgabe 2: Interferenz als Messverfahren · 20 BE

Ein Laser beleuchtet einen Doppelspalt mit Spaltabstand d = 0,250 mm. Ein Schirm steht L = 2,00 m hinter dem Doppelspalt. Für die Kleinwinkelnäherung gilt xₖ ≈ kλL/d. Gemessene Maximalpositionen: k = −2, −1, 0, 1, 2 mit xₖ = −10,1; −5,0; 0,0; 5,1; 10,2 mm. Positionsunsicherheit jeweils ±0,1 mm. Die einzelnen Spalte sind schmal; die Beugungshülle wird hier nicht ausgewertet.

2a · AFB I · 4 BE

Beschreibe das sichtbare Interferenzmuster und die Bedingung für ein Maximum im Wellenmodell.

2b · AFB II · 6 BE

Ermittle die Wellenlänge aus dem Abstand der beiden äußeren angegebenen Maxima.

2c · AFB II · 5 BE

Vergleiche die relative Unsicherheit der Streifenabstände bei Nutzung nur von x₀ und x₁ gegenüber Nutzung von x₋₂ und x₂. Verwende jeweils die maximale Differenzunsicherheit von 0,2 mm; d und L gelten als exakt.

2d · AFB III · 5 BE

Entwickle ein verbessertes Messverfahren für λ mit dem vorhandenen Aufbau. Berücksichtige Wiederholungen, Auswertung und eine systematische Fehlerquelle.

Hinweise

2a · Denkimpuls

Denke an helle und dunkle Streifen und an den Gangunterschied.

2b · Denkimpuls

Zwischen k = −2 und k = 2 liegen vier Streifenabstände, nicht zwei.

2c · Denkimpuls

Bei einer Differenz können sich die beiden Unsicherheiten ungünstig addieren. Was passiert beim Teilen durch vier?

2d · Denkimpuls

Einzelne Abstände, eine Ausgleichsgerade und die genaue Lage des Schirms bieten Ansatzpunkte.

Erwartungshorizont

2a · Lösung und 4 BE

Helle und dunkle Streifen wechseln sich ab (1 BE); zentrales Maximum, im Modell symmetrische annähernd äquidistante Streifen (1 BE). Maxima entstehen durch konstruktive Überlagerung (1 BE) bei Δs = kλ, also gleichphasigem Eintreffen kohärenter Wellen (1 BE).

2b · Lösung und 6 BE

Gesamtabstand 20,3 mm (1 BE); vier Intervalle ⇒ Δx = 5,075 mm (1 BE). λ = dΔx/L (1 BE), d = 2,50 · 10⁻⁴ m und Δx = 5,075 · 10⁻³ m (1 BE); λ = 6,34375 · 10⁻⁷ m (1 BE), passend gerundet etwa 634 nm (1 BE).

2c · Lösung und 5 BE

Einzelintervall: 0,2/5,1 ≈ 3,9 % (2 BE: Ansatz und Ergebnis). Äußere Maxima: 0,2/20,3 ≈ 0,99 % (2 BE). Über vier Intervalle ist die relative Unsicherheit etwa viermal kleiner; das Teilen beider Größen durch vier ändert den relativen Wert nicht (1 BE).

2d · Lösung und 5 BE

Mehrere positive und negative Ordnungen erfassen (1 BE); Positionen wiederholt messen und mitteln (1 BE); x gegen k auftragen und eine Ausgleichsgerade bestimmen (1 BE); aus deren Steigung a die Wellenlänge λ = ad/L gewinnen (1 BE); z. B. d kalibrieren oder Schirm senkrecht ausrichten und L prüfen, weil systematische Fehler durch Wiederholung allein nicht verschwinden (1 BE).

Aufgabe 3: Photoeffekt und Modellgrenzen · 20 BE

Bei einer Photozelle wird die positive Gegenspannung Ug, die den Photostrom gerade stoppt, gemessen. Idealisierte Daten: f = 6,0; 7,0; 8,0; 9,0 · 10¹⁴ Hz und Ug = 0,40; 0,81; 1,22; 1,63 V. Es gilt eUg = hf − Wₐ. Nutze e = 1,602 · 10⁻¹⁹ C. Die Tabelle beschreibt das Einphotonenmodell oberhalb der Grenzfrequenz.

3a · AFB I · 4 BE

Lies die Gegenspannung bei f = 8,0 · 10¹⁴ Hz und deren Zunahme zwischen 6,0 und 9,0 · 10¹⁴ Hz aus den Daten ab.

3b · AFB II · 6 BE

Bestimme aus der Steigung h sowie aus einem Tabellenpunkt die Austrittsenergie Wₐ in J und eV (in Büchern und Abituraufgaben oft „Austrittsarbeit“).

3c · AFB II · 5 BE

Erkläre die Bedeutung des Schnittpunkts der verlängerten Geraden mit der Frequenzachse und den Effekt einer höheren Lichtintensität bei festem f oberhalb dieses Schnittpunkts.

3d · AFB III · 5 BE

Überprüfe die Behauptung „Bei f = 4,0 · 10¹⁴ Hz erzeugt eine genügend große Intensität im angegebenen Modell Photostrom.“ Nutze die ermittelte Austrittsenergie.

Hinweise

3a · Denkimpuls

Die Zunahme ist die Differenz zwischen letztem und erstem Tabellenwert.

3b · Denkimpuls

Die Steigung der Ug-f-Geraden ist h/e. Stelle danach die Modellgleichung nach Wₐ um.

3c · Denkimpuls

Am Schnittpunkt ist die maximale kinetische Energie null. Trenne Photonenanzahl und Energie je Photon.

3d · Denkimpuls

Vergleiche hf mit Wₐ oder bestimme f₀ = Wₐ/h.

Erwartungshorizont

3a · Lösung und 4 BE

Ug = 1,22 V (2 BE für Wert und Einheit); ΔUg = 1,63 V − 0,40 V = 1,23 V (2 BE für Differenz und Ergebnis).

3b · Lösung und 6 BE

Steigung a = 1,23 V/(3,0 · 10¹⁴ Hz) = 4,10 · 10⁻¹⁵ V·s (1 BE). h = ea (1 BE) = 6,57 · 10⁻³⁴ J·s (1 BE). Wₐ = hf − eUg (1 BE); mit erstem Tabellenwert Wₐ = 3,30 · 10⁻¹⁹ J (1 BE) = 2,06 eV (1 BE).

3c · Lösung und 5 BE

Bei Ug = 0 gilt hf₀ = Wₐ (1 BE): Grenzfrequenz für Elektronenaustritt (1 BE). Höhere Intensität bei festem f bedeutet mehr Photonen pro Zeit (1 BE), damit im idealen Versuch höheren Sättigungsphotostrom (1 BE); maximale Elektronenenergie und Gegenspannung bleiben gleich (1 BE).

3d · Lösung und 5 BE

f₀ = Wₐ/h ≈ 5,02 · 10¹⁴ Hz (2 BE für Ansatz und Ergebnis); 4,0 · 10¹⁴ Hz liegt darunter (1 BE). Ein Photon liefert zu wenig Energie, daher kein Photostrom im Einphotonenmodell, unabhängig von der Intensität (1 BE). Urteil explizit auf dieses Modell beschränkt; z. B. Mehrphotonenprozesse sind darin nicht enthalten (1 BE).

Eigene Auswertung

Vergleiche deinen Ansatz mit dem Erwartungshorizont und trage die erreichten BE ein. Gleichwertige Lösungswege zählen ebenfalls; ein Folgefehler soll nicht dieselbe Leistung mehrfach entwerten. Dies ist eine Selbsteinschätzung ohne automatische Benotung. Die Eingaben werden nur in diesem Browser gespeichert.

Aufgabe 1 · Elektronen im Magnetfeld
Aufgabe 2 · Interferenz als Messverfahren
Aufgabe 3 · Photoeffekt und Modellgrenzen