Aufgabenblock — AFB III
Zehn Aufgaben aus allen neun Unterkapiteln — aber diesmal reicht es nicht, einen Wert zu nennen. Du sollst beurteilen, begründen, widerlegen, übertragen und planen. Geh bei jeder Aufgabe so vor: erst selbst überlegen, dann das Aufgaben-Element bedienen — und erst ganz zum Schluss die Musterlösung aufklappen und mit deinen eigenen Worten vergleichen. Ein guter Begründungssatz enthält fast immer das Wort weil.
In der Schulwerkstatt fasst Ben an das beschädigte Kabel einer Bohrmaschine, die an der Steckdose hängt (230 V). Er sackt zusammen und lässt das Kabel nicht mehr los. Lena will sofort hinlaufen und ihn am Arm wegziehen: „Zwei Sekunden — das schadet doch nicht.“
Widerlege Lena. Nicht jede Aussage, die richtig klingt, ist auch eine tragende Begründung.
Welche Aussagen sind richtig und begründen, warum Lena so nicht handeln darf? Klicke alle passenden an, dann auf „Auswahl prüfen“.
So begründest du es
Vier Aussagen tragen. Solange der Strom fließt, würdest du beim Anfassen selbst Teil des Stromkreises — genau deshalb gilt die feste Reihenfolge: 1. Hilfe rufen, 2. Strom abschalten (Sicherung heraus, Stecker ziehen), 3. mit einem nicht leitenden Gegenstand trennen, 4. Notruf 112 und Erste Hilfe. Dass der Stromweg durch den Bereich um das Herz besonders gefährlich ist, erklärt zusätzlich, warum schon kurze Zeit reicht: Das Herz kann unregelmäßig schlagen oder stehen bleiben.
Zwei Aussagen sind falsch. Die Steckdose führt 230 V — gefährlich wird es für den Menschen bereits ab etwa 50 V, die Grenze liegt also weit unter 1000 V. Und Strom ist unsichtbar und geräuschlos: Ohne Funken und ohne Brummen kann trotzdem voller Strom fließen.
Antwortsatz: Lena darf Ben nicht anfassen, weil sie damit selbst Teil des Stromkreises würde. Erst muss der Strom abgeschaltet werden — danach darf sie ihn mit einem trockenen Holzstiel vom Kabel trennen. Und auch wenn es Ben danach gut geht, muss er später zur Ärztin oder zum Arzt: Stromunfälle haben Spätfolgen an Nieren und Nerven.
Mias Taschenlampe bleibt dunkel. Sie sagt: „Dann kaufe ich eben neue Batterien.“ Das kann klappen — muss es aber nicht: Auch ein offener Schalter, eine gelöste Feder oder ein gerissener Glühfaden lassen die Lampe dunkel bleiben.
Entwirf einen Prüfplan. Sinnvoll ist er, wenn du immer nur eine Sache änderst und mit dem beginnst, was nichts kostet und nichts kaputt macht.
Bringe die fünf Prüfschritte in eine sinnvolle Reihenfolge. Mit den Pfeiltasten oder den Knöpfen verschiebst du eine Zeile.
- 1Das Lämpchen gegen ein Lämpchen aus einer Taschenlampe tauschen, die leuchtet.
- 2Den Schiebeschalter ganz durchschieben — vielleicht ist der Stromkreis nur offen.
- 3Erst ganz zum Schluss neue Batterien einlegen.
- 4Den Deckel öffnen und prüfen, ob die Batterien richtig herum liegen: Pluspol an Minuspol des Nachbarn.
- 5Nachsehen, ob die Metallfeder das Lämpchen wirklich berührt.
Tastatur: Zeile mit Tab anspringen, dann Pfeil hoch oder Pfeil runter.
So begründest du es
Reihenfolge: Schalter — Batterielage — Feder/Kontakt — Lämpchen — neue Batterien.
Begründung: Die Taschenlampe ist ein geschlossener Stromkreis aus vier Bestandteilen: Stromquelle (die Batterien), Schalter (der Schieber), Leitung (Metallfeder und Kontakte) und Verbraucher (das Lämpchen). Dunkel bleibt die Lampe schon dann, wenn der Kreis an einer einzigen Stelle unterbrochen ist. Deshalb prüfst du der Reihe nach jede Stelle — und zwar immer nur eine pro Schritt, weil du sonst nicht weißt, welche Änderung geholfen hat.
Dass die Batterien zuletzt drankommen, hat einen praktischen Grund: Neue Batterien kosten Geld, und wenn in Wirklichkeit die Feder keinen Kontakt hat, bleibt die Lampe auch mit neuen Batterien dunkel. Übrigens: Zwei Batterien werden hintereinander eingelegt — Pluspol an Minuspol des Nachbarn. Liegt eine falsch herum, ist der Kreis ebenfalls nicht in Ordnung.
Jonas soll ein Schaltbild zeichnen: eine Batterie, ein Lämpchen, ein Schalter und ein Amperemeter. Wie er dabei vorgeht, schreibt er Zeile für Zeile auf. Vier Zeilen widersprechen den Regeln für Schaltbilder.
Klicke die Zeilen an, die falsch sind. Dann auf „Protokoll prüfen“.
So begründest du es
Falsch sind die Zeilen 2, 4, 6 und 7.
Zeile 2: Der schwarze Punkt ist kein Schmuck, sondern eine Aussage: Punkt bedeutet Verbindung. Kreuzen sich zwei Leitungen ohne Punkt, sind sie nicht verbunden. Malt Jonas überall Punkte, verbindet er im Plan Leitungen, die in Wirklichkeit nur übereinander laufen — die Schaltung wäre eine völlig andere.
Zeile 4: Das Amperemeter misst die Stromstärke und wird deshalb in den Stromkreis eingebaut, also in die Leitung hinein. Nur das Voltmeter kommt parallel zum Bauteil.
Zeile 6: Im Schaltbild gibt es keine Kurven — es werden gerade, rechtwinklige Linien gezeichnet. Das ist Teil der Norm (DIN EN 60617) und sorgt dafür, dass jeder den Plan gleich liest.
Zeile 7: Ein Schaltbild zeigt nicht das Aussehen, sondern nur, wie die Bauteile verbunden sind. Für die Glühlampe steht der Kreis mit dem Kreuz — mehr braucht es nicht.
Richtig sind dagegen die Zeilen 1, 3 und 5: gerade rechtwinklige Linien, langer dünner Strich für Plus und kurzer dicker für Minus, Kreis mit Kreuz für die Lampe.
Eine Gruppe schaltet gleiche Lämpchen in Reihe an dieselbe 4,5-V-Flachbatterie und notiert, wie hell sie leuchten:
| Lämpchen in Reihe | Spannung der Quelle | Beobachtung |
|---|---|---|
| 1 | 4,5 V | leuchtet hell |
| 2 | 4,5 V | deutlich dunkler |
| 3 | 4,5 V | nur noch schwach |
Emil erklärt die Messreihe so: „Klar — der Strom wird von den ersten Lämpchen verbraucht, deshalb ist das letzte am dunkelsten.“
a) Sage voraus: Was passiert mit vier Lämpchen in Reihe an derselben Batterie?
b) Baue die Begründung als Kette: vier Schritte von der Batterie bis zur Beobachtung.
- 1Auf jedes einzelne Lämpchen entfällt dadurch weniger Spannung als auf ein Lämpchen allein.
- 2Die Flachbatterie liefert eine Spannung von 4,5 V.
- 3Deshalb leuchtet jedes Lämpchen schwächer — und zwar alle gleich schwach.
- 4In der Reihe gibt es nur einen einzigen Weg; alle Lämpchen teilen sich diese eine Spannung.
So begründest du es
a) Mit vier Lämpchen leuchten alle vier noch schwächer — und alle vier gleich schwach. Die Messreihe zeigt genau diesen Trend: je mehr Lämpchen in Reihe, desto schwächer jedes einzelne.
b) Die Kette lautet: Die Batterie liefert 4,5 V → in der Reihe gibt es nur einen Weg, alle teilen sich diese Spannung → auf jedes Lämpchen entfällt weniger → jedes leuchtet schwächer.
Und Emil? Sein Satz ist gleich doppelt falsch. Erstens wird Strom nicht „verbraucht“: Die Stromstärke ist in einer Reihenschaltung an jeder Stelle gleich groß, weil es keinen Abzweig gibt. Aufgeteilt wird die Spannung, nicht der Strom. Zweitens gibt es deshalb auch kein „letztes, besonders dunkles“ Lämpchen — alle leuchten gleich schwach. Man erkennt das leicht: Dreht man eines heraus, gehen alle aus, egal welches. Genau das ärgert einen an alten Weihnachtslichterketten.
Antwortsatz: Jedes Lämpchen leuchtet schwächer, weil sich die Spannung der Quelle auf alle Verbraucher aufteilt — nicht, weil der Strom unterwegs verbraucht wird.
Über dem Bücherregal sollen drei gleiche Lämpchen an einem 6-V-Akku hängen. Jedes Lämpchen zieht 0,2 A. Der Akku ist für höchstens 1,5 A ausgelegt.
Vorschlag A: alle drei hintereinander in Reihe. Vorschlag B: alle drei parallel, jedes in seinem eigenen Zweig. Ein Hauptschalter sitzt bei beiden vor der Verzweigung.
a) Entscheide dich — welcher Vorschlag wird gebaut?
b) Welche Begründungen tragen deine Entscheidung wirklich? Wähle alle aus, die stimmen.
So begründest du es
Gebaut wird Vorschlag B, die Parallelschaltung — und zwar aus drei Gründen, die zusammen tragen.
1. Helligkeit: In der Parallelschaltung hat jedes Lämpchen seinen eigenen Zweig, und an jedem Zweig liegt die volle Spannung des Akkus. Alle drei leuchten gleich hell — egal wie viele es sind. In Reihe müssten sie sich die 6 V teilen, jedes würde deutlich dunkler.
2. Ausfallsicherheit: Geht bei B ein Lämpchen kaputt, ist nur dieser eine Zweig unterbrochen; die beiden anderen leuchten weiter. Bei A ist der einzige Weg unterbrochen — alle drei sind dunkel. Genau deshalb sind Lampen und Steckdosen in jeder Wohnung parallel geschaltet.
3. Belastung: Der Gesamtstrom ist die Summe der Zweigströme: 3 · 0,2 A = 0,6 A. Der Akku ist für 1,5 A ausgelegt, also bleibt genug Reserve. Wichtig zu wissen: Mehr Zweige heißen mehr Strom — der Akku ist dadurch schneller leer, aber er wird nicht „stärker“.
Und der Hauptschalter? Er sitzt vor der Verzweigung und schaltet deshalb in beiden Vorschlägen alles zugleich ein und aus. Er ist kein Argument für oder gegen eine der Schaltungen — und man braucht ihn bei B genauso.
Nele hält zwei Drähte einer Prüfschaltung in ein Glas mit destilliertem Wasser. Das Lämpchen bleibt dunkel. Sie schreibt in ihr Heft: „Wasser leitet nicht. Dann kann man den Föhn auch mit nassen Händen anfassen.“
a) Wo genau steckt der Denkfehler? Wähle die Begründung, die ihn wirklich entlarvt.
b) Entwirf den Versuch, mit dem du Neles Satz widerlegst. Wähle in jedem Feld die passende Karte.
Was änderst du gegenüber Neles Versuch?
Was muss gleich bleiben?
Woran erkennst du das Ergebnis?
So begründest du es
a) Der Denkfehler: Nele hat einen Sonderfall gemessen und daraus eine Regel für alles Wasser gemacht. Reines, destilliertes Wasser leitet tatsächlich kaum — es ist eben nur Wasser. Leitungswasser dagegen enthält gelöste Salze und Mineralien und leitet; Salzwasser leitet sogar gut. Und der Sprung zum Föhn ist noch gefährlicher: Nasse Haut leitet viel besser als trockene, und an der Steckdose liegen 230 V. Deshalb gilt im Haushalt die Regel: Wasser und Strom trennen — keine Geräte in der Badewanne, keine nassen Hände am Stecker.
b) Der Versuch: Du baust Neles Prüfschaltung genau so wieder auf und tauschst nur die Flüssigkeit: erst destilliertes Wasser, dann Leitungswasser, dann Salzwasser. Lämpchen, Batterie und Drahtabstand bleiben gleich — weil du sonst nicht weißt, ob eine Veränderung am Wasser oder an der Schaltung lag. Ergebnis: Bei destilliertem Wasser bleibt das Lämpchen dunkel, bei Leitungswasser leuchtet es, bei Salzwasser leuchtet es am hellsten. Damit ist Neles Satz widerlegt.
Antwortsatz: „Wasser leitet nicht“ ist falsch, weil nur destilliertes Wasser kaum leitet. Das Wasser, mit dem du es im Alltag zu tun hast, leitet — und genau deshalb sind nasse Hände am Strom lebensgefährlich.
Für eine Laterne soll ein Lämpchen mit dem Aufdruck 4,5 V leuchten. Im Materialkasten liegen AA-Batterien mit 1,5 V, ein USB-Netzteil mit 5 V und eine Blockbatterie mit 9 V. Tom greift zur Blockbatterie: „Neun ist mehr als viereinhalb — dann leuchtet es besonders hell.“
a) Beurteile Toms Plan. Welche Begründung trifft zu?
b) Plane die Stromquelle selbst: Du nimmst nur AA-Batterien mit je 1,5 V und legst sie hintereinander ein (Pluspol an Minuspol des Nachbarn).
So begründest du es
a) Toms Plan geht schief. Die Spannung muss zum Gerät passen: Ist sie zu klein, glimmt das Lämpchen kaum; ist sie zu groß, leuchtet es einen Augenblick sehr hell und brennt dann durch — der Glühfaden schmilzt und reißt. Mit 9 V an einem 4,5-V-Lämpchen bekommt Tom also genau einen hellen Moment und danach ein kaputtes Lämpchen.
Warum die letzte Antwort nicht stimmt: Gefährlich für den Menschen wird es erst ab etwa 50 V. Eine 9-V-Blockbatterie ist für dich ungefährlich — für das Lämpchen ist sie es nicht. Das sind zwei verschiedene Fragen: „Wird das Bauteil zerstört?“ und „Ist das für Menschen gefährlich?“
b) Batterien, die hintereinander liegen, addieren ihre Spannungen: 1,5 V + 1,5 V + 1,5 V = 4,5 V. Du brauchst also 3 AA-Batterien. Alternativ passt eine Flachbatterie mit 4,5 V. Das USB-Netzteil mit 5 V liegt nur knapp darüber — für einen Bastelversuch schon zu viel, wenn das Lämpchen genau 4,5 V verlangt.
Antwortsatz: Ich wähle drei AA-Batterien, weil ihre Spannungen sich zu 4,5 V addieren und das genau der Aufdruck des Lämpchens ist.
In der Kellerwerkstatt hängen alle Geräte parallel an einem Stromkreis mit einer 16-A-Sicherung: Heizlüfter 9 A, Kreissäge 7 A, Deckenlicht 0,4 A, Radio 0,1 A. Läuft der Heizlüfter und Onkel Bernd schaltet die Kreissäge dazu, wird es dunkel. Bernd sagt: „Blöde Sicherung. Ich schraube eine 25-A-Sicherung rein, dann ist Ruhe.“
b) Beurteile Bernds Plan. Welche Aussagen stimmen und begründen, warum die stärkere Sicherung die falsche Lösung ist?
So begründest du es
a) Alle Geräte hängen parallel, also ist der Gesamtstrom die Summe der Zweigströme: 9 A + 7 A + 0,4 A + 0,1 A = 16,5 A. Das ist mehr als die 16 A der Sicherung — sie löst aus. Ohne den Heizlüfter wären es nur 7,5 A, dann bliebe das Licht an.
b) Bernds Plan ist gefährlich. Die Sicherung schützt nicht die Geräte, sondern die Leitungen in der Wand: Zu großer Strom lässt sie heiß werden, und das kann einen Brand auslösen. Die Sicherung liegt in Reihe im Stromkreis und ist absichtlich das schwächste Glied — bei zu großer Stromstärke schmilzt der dünne Draht und der Kreis ist unterbrochen. Setzt Bernd eine 25-A-Sicherung ein, lässt er dauerhaft mehr Strom durch die Leitung, als diese verträgt: Die Sicherung hält jetzt aus, was die Leitung nicht aushält. Genau deshalb gilt: Sicherungen niemals manipulieren — keine Münzen, keine Alufolie und auch keine stärkere Sicherung.
Was falsch ist: Die Sicherung reagiert nicht auf die Spannung — die bleibt konstant bei 230 V — sondern auf die Stromstärke. Und „stärker ist okay, solange es keine Münze ist“ stimmt ebenfalls nicht: Die Wirkung ist dieselbe.
Antwortsatz: Bernd muss die Geräte auf mehrere Stromkreise verteilen oder Heizlüfter und Kreissäge nacheinander betreiben, weil die 16-A-Sicherung genau zu den Leitungen in seiner Wand passt. Löst sie immer wieder aus, ruft er eine Elektrofachkraft.
Jara und Nils bauen je einen Elektromagneten für einen Mini-Schrottkran. Jara: 20 Windungen, Eisenkern, 1 A. Nils: 60 Windungen, kein Kern, 2 A. Beide Magnete halten am Ende ungefähr gleich viele Büroklammern. Nils triumphiert: „Siehst du — der Eisenkern bringt gar nichts, meiner ist ohne Kern genauso stark.“
a) Widerlege Nils. Welche Begründung trifft den Kern der Sache?
b) Plane den fairen Vergleich, mit dem sich die Wirkung des Eisenkerns wirklich zeigen lässt.
Windungen
Stromstärke
Der eine Unterschied
Messen
So begründest du es
a) Nils’ Versuch beweist gar nichts über den Kern, weil er drei Größen gleichzeitig verändert hat: Er hat dreimal so viele Windungen, den doppelten Strom — und dafür keinen Kern. Dass am Ende ungefähr dasselbe herauskommt, zeigt nur, dass sich seine Änderungen gegenseitig ausgeglichen haben. Welchen Anteil der fehlende Kern daran hat, kann man aus diesem Versuch nicht herauslesen.
b) Der faire Vergleich: Beide Spulen bekommen gleich viele Windungen (etwa 40) und dieselbe Stromstärke (etwa 1 A). Der einzige Unterschied ist der Kern: eine Spule mit Eisenkern, eine ohne. Gemessen wird bei beiden gleich — durch Zählen der Büroklammern. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit Eisenkern trägt dieselbe Spule sechs Büroklammern, ohne Kern nur noch eine einzige. Der Kern macht also den größten Unterschied von allen drei Größen.
Warum nicht die Wärme? Wie warm eine Spule wird, sagt nichts über ihre magnetische Wirkung aus. Gemessen wird das, worum es geht: die Tragkraft.
Merksatz: Ein Versuch beweist nur dann etwas, wenn du immer nur eine Größe änderst und alles andere gleich lässt.
Achtung, Trickaufgabe: Hier werden zwei Eigenschaften gegeneinander ausgespielt, die im Kapitel dicht beieinander stehen — gut leiten und magnetisierbar sein. Lies den Satz besonders genau: Ein Teil davon stimmt sogar.
Für den Schrottplatz-Kran soll ein besonders starker Elektromagnet gebaut werden. Ein Schüler schlägt vor: „Kupfer leitet den Strom besser als Eisen. Also nehmen wir einen Kupferkern statt eines Eisenkerns — dann wird der Magnet noch stärker.“
a) Beurteile den Vorschlag. Welche Antwort trifft genau zu?
b) Welche Aussagen dazu sind richtig? Wähle alle zutreffenden aus.
So begründest du es
Warum das eine Trickaufgabe ist: Der erste Satz des Vorschlags ist richtig — Kupfer gehört tatsächlich zu den besten Leitern, zusammen mit Silber und Gold. Genau deshalb klingt der Schluss so überzeugend. Nur hat die eine Eigenschaft mit der anderen nichts zu tun: Gut leiten und magnetisierbar sein sind zwei verschiedene Dinge. Magnetisierbar sind nur Eisen, Nickel, Kobalt und ihre Legierungen — Kupfer nicht.
Was im Elektromagneten welche Aufgabe hat: Der Draht soll den Strom möglichst gut leiten, deshalb besteht er aus Kupfer (mit einer Lackschicht als Isolierung, damit die Windungen sich nicht kurzschließen). Der Kern soll das Magnetfeld verstärken, deshalb besteht er aus weichem Eisen. Vertauscht man das, geht der Vorteil verloren: Eine Spule mit Kupferkern wirkt so schwach wie eine Spule ganz ohne Kern — sie trägt statt sechs Büroklammern nur noch eine.
Antwortsatz: Der Kern muss aus Eisen sein, weil nur Eisen magnetisierbar ist. Dass Kupfer besser leitet, hilft im Draht — im Kern hilft es überhaupt nicht.
Und der Kran? Er funktioniert mit Eisenkern genau so, wie er soll: Strom an — der Schrott hängt fest; Strom aus — er fällt in den Container. Genau das kann ein Dauermagnet nicht, und deshalb baut man dort einen Elektromagneten ein.
Reflexion — was hast du mitgenommen?
AFB III heißt: nicht nur wissen, sondern begründen, beurteilen und planen können. In dieser Übung hast du geübt:
- Widerlegen — Lenas „schnell wegziehen“, Emils verbrauchter Strom, Neles Wasserschluss und Toms „mehr Volt, mehr Licht“.
- Beurteilen und entscheiden — Reihe oder parallel für die Leselampen, und warum eine stärkere Sicherung die falsche Lösung ist.
- Begründungsketten bauen — von der Batterie über die Regel bis zur Beobachtung, in der richtigen Reihenfolge.
- Prüfen und planen — einen Prüfplan für die dunkle Taschenlampe, einen Versuch gegen Neles Fehlschluss, einen fairen Vergleich für den Eisenkern.
- Aufpassen bei Fallen — gut leiten und magnetisierbar sein sind zwei verschiedene Eigenschaften.
In der Klassenarbeit zählt bei AFB III der Begründungssatz genauso viel wie das Ergebnis. Schreibe immer dazu, warum etwas so ist — am besten mit dem Wort „weil“.
Wie sicher fühlst du dich jetzt?
