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Textaufgaben: Das Wechselwirkungsprinzip

Actio und Reactio finden: verhakte Federkraftmesser, der rotierende Rasensprenger, zwei Schüler auf Skateboards und der Rückstoß am Schießstand.

Zum NachschlagenZurück zur ErklärungActio = Reactio, die drei Phasen des Skateboard-Versuchs und das Applet noch einmal nachlesen.
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Textaufgaben

Fünf Aufgaben zum Wechselwirkungsprinzip aus den Arbeitsblättern: zwei verhakte Federkraftmesser, der rotierende Rasensprenger, zwei Schüler auf Skateboards mit einem gespannten Seil, der Rückstoß am Schießstand und zum Schluss zwei Denkaufgaben — Fliegen im Glas und das Pferd vor der Kutsche. Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen Erwartungshorizont — öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast.

1

Wechselwirkungsprinzip am Federkraftmesser

AFB I

Für die folgende Aufgabe benötigst du zwei Federkraftmesser mit gleicher Skala. Verhake die Endstücke der beiden Federkraftmesser und halte jeweils einen Federkraftmesser in einer Hand (Material M1).

M1Zwei verhakte Federkraftmesser
10 N 10 N Zug Zug linker Federkraftmesser rechter Federkraftmesser Endstücke ineinander verhakt

Beide Skalen zeigen denselben Wert an — unabhängig davon, wer von beiden zieht.

  1. Ziehe nur am linken Federkraftmesser. Beschreibe deine Beobachtung an beiden Skalen.
  2. Ziehe nur am rechten Federkraftmesser. Beschreibe deine Beobachtung an beiden Skalen.
  3. Ziehe an beiden Federkraftmessern gleichzeitig. Beschreibe deine Beobachtung. Was fällt dir bei allen drei Versuchen auf?
  4. Erläutern Sie, was dieses Ergebnis über die Frage aussagt, „wer eigentlich zieht“.
Hinweis zu Aufgabe a)
Achte nicht nur auf den Federkraftmesser in deiner ziehenden Hand. Lies beide Skalen ab und vergleiche die Zahlenwerte.
Hinweis zu Aufgabe b)
Der Versuch ist derselbe wie in a), nur seitenverkehrt. Überlege vorher, was du erwartest, und prüfe dann.
Hinweis zu Aufgabe c)
Ziehe einmal beide gleich stark und einmal einer deutlich stärker als der andere. Vergleiche die beiden Anzeigen jedes Mal miteinander.Der Federkraftmesser misst immer die Kraft, die an seinem Haken zieht. Weil beide Haken ineinander hängen, misst jeder von beiden eine Kraft desselben Wechselwirkungspaars.
Hinweis zu Aufgabe d)
Wenn beide Geräte immer denselben Wert anzeigen: Lässt sich aus der Messung überhaupt entscheiden, welche Hand zieht und welche nur hält?
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Wenn du nur am linken Federkraftmesser ziehst, zeigen beide Federkraftmesser die gleiche Kraft an — gemäß dem Wechselwirkungsprinzip. Ziehst du zum Beispiel mit \(10\,\mathrm{N}\), so steht auf beiden Skalen \(10\,\mathrm{N}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Wenn du nur am rechten Federkraftmesser ziehst, zeigen beide identisch die ausgeübte Kraft an. Das Ergebnis ist genau dasselbe wie in a) — die Seite spielt keine Rolle.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Wenn du an beiden Federkraftmessern gleichzeitig ziehst, zeigen beide aufgrund des Wechselwirkungsprinzips dieselbe Kraft an.

Was auffällt: In allen drei Versuchen stimmen die beiden Anzeigen überein. Es ist gleichgültig, ob nur links, nur rechts oder auf beiden Seiten gezogen wird. Der linke Federkraftmesser zieht am rechten, und der rechte zieht mit genau derselben Kraft zurück: \(|\vec{F}_{\text{links} \to \text{rechts}}| = |\vec{F}_{\text{rechts} \to \text{links}}|\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Frage „wer zieht eigentlich?“ ist physikalisch nicht entscheidbar — und sie ist auch falsch gestellt. Man kann an den Messwerten nicht erkennen, welche Hand aktiv zieht: Beide Skalen zeigen immer denselben Wert.

Der Grund: Ziehen ist keine Tätigkeit eines einzelnen Körpers, sondern eine Wechselwirkung zwischen zwei Körpern. Es gibt nicht „den Ziehenden“ und „den Gezogenen“, sondern immer ein Kraftpaar: gleich groß, entgegengesetzt gerichtet, an zwei verschiedenen Körpern angreifend. Genau das ist die Aussage von „Actio = Reactio“.

2

Der rotierende Rasensprenger

AFB II

Der abgebildete Rasensprenger gerät beim Anschalten in Rotation (Material M2). Aus den beiden schräg nach oben abgewinkelten Düsen treten Wasserstrahlen aus.

M2Rasensprenger mit zwei abgewinkelten Düsen
? Düse Düse Rasenfläche

Das Fragezeichen über dem Drehkopf markiert die Stelle, an der die Drehrichtung eingezeichnet werden soll.

  1. Zeichnen Sie die Richtung ein, in die sich der Rasensprenger dreht.
  2. Erklären Sie dieses Phänomen mit Hilfe der newtonschen Gesetze.
  3. Zeichnen Sie in die Abbildung die auf den Rasensprenger wirkenden Kräfte ein.
Hinweis zu Aufgabe a)
Schau dir an, in welche Richtung das Wasser die Düsen verlässt. Der Sprenger dreht sich nicht in dieselbe Richtung.
Hinweis zu Aufgabe b)
Tippkarte: Eine Kraft sorgt dafür, dass das Wasser beschleunigt. Frage dich, wer diese Kraft ausübt — und was das Wechselwirkungsprinzip dann über den Sprenger sagt.Hier greifen zwei Gesetze ineinander: Das Aktionsprinzip beschreibt, dass das Wasser beschleunigt wird; das Wechselwirkungsprinzip liefert die Gegenkraft auf den Sprenger.
Hinweis zu Aufgabe c)
Zeichne die Kraftpfeile dort ein, wo sie angreifen: an den beiden Düsen. Überlege, warum ein Kraftpfeil in der Mitte des Drehkopfes den Sprenger nicht drehen würde.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Sprenger dreht sich entgegen der Richtung, in die das Wasser austritt. Tritt das Wasser an der linken Düse nach links-oben und an der rechten Düse nach rechts-oben aus, so dreht sich der Kopf so, dass die Düsen dem Wasserstrahl hinterherlaufen — also in die dem Strahl entgegengesetzte Umlaufrichtung. Der Drehsinn wird als gebogener Pfeil um die Drehachse eingezeichnet.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Kurzfassung (Lösung): Das Wechselwirkungsgesetz sagt, dass auf den Rasensprenger ebenfalls eine Kraft wirken muss. Sie bringt ihn zum Rotieren.

Ausführlich: Das Wasser wird beim Verlassen der Düsen stark beschleunigt. Nach dem Aktionsprinzip (\(F = m \cdot a\)) muss dazu eine Kraft auf das Wasser wirken — und diese Kraft übt der Sprenger auf das Wasser aus.

Nach dem Wechselwirkungsprinzip übt das Wasser auf den Sprenger eine gleich große, entgegengesetzt gerichtete Kraft aus. Da die Düsen abgewinkelt sind, greifen diese Kräfte seitlich versetzt zur Drehachse an. Sie drehen den Sprenger — und zwar entgegen der Richtung, in die das Wasser austritt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

An jeder Düse wird ein Kraftpfeil eingezeichnet, der entgegengesetzt zum jeweiligen Wasserstrahl zeigt und an der Düse selbst angreift. Beide Pfeile sind gleich lang.

Zusätzlich kann man für jede Düse den Partner des Kraftpaars einzeichnen: den Pfeil auf das Wasser, der in Strahlrichtung zeigt. Wichtig ist die Beschriftung, an welchem Körper der jeweilige Pfeil angreift — \(\vec{F}_{\text{Sprenger} \to \text{Wasser}}\) am Wasser, \(\vec{F}_{\text{Wasser} \to \text{Sprenger}}\) an der Düse.

Weil die beiden Düsenkräfte nicht durch die Drehachse verlaufen, sondern seitlich versetzt angreifen, erzeugen sie eine Drehwirkung. Gäben beide Pfeile die Achse mittig an, würde sich nichts drehen.

3

Wer zieht hier wen?

AFB II

Zwei gleichschwere Schüler stehen jeweils auf einem Skateboard und halten ein gespanntes Seil zwischen sich (Material M3). Schüler 1 übt eine Kraft aus, um Schüler 2 zu sich zu ziehen.

M3Zwei Schüler auf Skateboards
gespanntes Seil Schüler 1 Schüler 2 Reibung zwischen Rädern und Boden sehr gering

Beide Schüler sind gleich schwer. Nur Schüler 1 zieht aktiv am Seil.

  1. Stellen Sie eine begründete Vermutung über die zu erwartende Bewegung der beiden Schüler auf.
  2. Nennen Sie das newtonsche Gesetz, mit dem sich dieses Phänomen erklären lässt, und begründen Sie Ihre Wahl.
  3. Zeichnen Sie in das Bild die einwirkenden Kräfte ein.
  4. Erläutern Sie, was sich ändert, wenn Schüler 2 deutlich schwerer ist als Schüler 1.
Hinweis zu Aufgabe a)
Tipp: Was würde in der Schwerelosigkeit passieren? Die Reibung zwischen den Rädern und dem Boden ist sehr gering — die Skateboards verhalten sich also fast wie im schwerelosen Raum.
Hinweis zu Aufgabe b)
Es geht nicht darum, wie stark beschleunigt wird, sondern darum, dass überhaupt auf beide Schüler eine Kraft wirkt, obwohl nur einer zieht.
Hinweis zu Aufgabe c)
Zeichne genau zwei Pfeile ein: einen an Schüler 1 und einen an Schüler 2. Beide gleich lang, beide entlang des Seils, aber entgegengesetzt gerichtet.Ein häufiger Fehler ist es, beide Pfeile an dasselbe Seilende zu malen. Die beiden Kräfte eines Wechselwirkungspaars greifen an verschiedenen Körpern an.
Hinweis zu Aufgabe d)
Die Kräfte bleiben gleich groß. Ändert sich dadurch auch die Beschleunigung? Nutze \(a = \frac{F}{m}\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Vermutung: Beide Schüler bewegen sich aufeinander zu und treffen sich in der Mitte.

Begründung: Zieht Schüler 1 am Seil, so zieht das Seil mit derselben Kraft an Schüler 1 zurück. Es wirkt also auf beide Schüler eine gleich große Kraft. Weil beide gleich schwer sind, werden sie nach \(a = \frac{F}{m}\) auch gleich stark beschleunigt und legen bis zum Treffpunkt den gleichen Weg zurück. Da die Reibung sehr gering ist, wird die Bewegung kaum gebremst.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Das Wechselwirkungsprinzip (drittes newtonsches Gesetz, „Actio = Reactio“).

Begründung: Nur Schüler 1 zieht aktiv — trotzdem bewegen sich beide. Das ist genau die Aussage des Wechselwirkungsprinzips: Die Kraft, die Schüler 1 auf Schüler 2 ausübt, hat einen gleich großen, entgegengesetzt gerichteten Partner, der an Schüler 1 angreift. Wie stark die beiden dann beschleunigt werden, beantwortet erst das Aktionsprinzip.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

An Schüler 2 wird ein Pfeil nach links eingezeichnet: \(\vec{F}_{1 \to 2}\). An Schüler 1 wird ein gleich langer Pfeil nach rechts eingezeichnet: \(\vec{F}_{2 \to 1}\). Beide liegen auf der Wirkungslinie des Seils.

Die Pfeile sind gleich lang und entgegengesetzt gerichtet, greifen aber an zwei verschiedenen Körpern an — deshalb heben sie sich nicht auf, sondern beschleunigen beide Schüler aufeinander zu.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Kräfte bleiben gleich groß — daran ändert eine ungleiche Masse nichts, das Wechselwirkungsprinzip gilt unverändert.

Wegen \(a = \frac{F}{m}\) wird jedoch der leichtere Schüler stärker beschleunigt. Ist zum Beispiel \(m_1 = 50\,\mathrm{kg}\), \(m_2 = 100\,\mathrm{kg}\) und \(F = 100\,\mathrm{N}\), so gilt

\(a_1 = \dfrac{100\,\mathrm{N}}{50\,\mathrm{kg}} = 2{,}0\,\dfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}\)  ·  \(a_2 = \dfrac{100\,\mathrm{N}}{100\,\mathrm{kg}} = 1{,}0\,\dfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}\)

Sie treffen sich deshalb nicht in der Mitte, sondern näher beim schwereren Schüler.

4

Am Schießstand

AFB II/III

Wenn der Schütze ein Geschoss abfeuert, kommt es zum sogenannten „Rückschlag“ auf den Schützen: Das Gewehr wird nach hinten gegen die Schulter gedrückt.

  1. Erklären Sie dieses Phänomen mit den newtonschen Gesetzen.
  2. Erläutern Sie, warum man beim Schuss das Gewehr fest an die Schulter drücken sollte.
Hinweis zu Aufgabe a)
Frage dich zuerst: Welcher Körper übt auf das Geschoss die Kraft aus, die es beschleunigt? Und was folgt daraus für das Gewehr?
Hinweis zu Aufgabe b)
Tipp: Betrachten Sie das Gewehr und den Schützen als gemeinsames System. Die Gesamtmasse wird dann größer.Die Rückstoßkraft ändert sich dadurch nicht — sie ist durch das Wechselwirkungsprinzip festgelegt. Verändert wird nur die Masse im Nenner von \(a = \frac{F}{m}\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Kurzfassung (Lösung): Der Rückstoß lässt sich mit dem Wechselwirkungsprinzip erklären.

Ausführlich: Beim Schuss drücken die Pulvergase im Lauf das Geschoss nach vorn; das Gewehr übt also auf das Geschoss eine Kraft \(\vec{F}_{\text{Gewehr} \to \text{Geschoss}}\) aus. Nach dem Wechselwirkungsprinzip übt das Geschoss auf das Gewehr eine gleich große, entgegengesetzt gerichtete Kraft \(\vec{F}_{\text{Geschoss} \to \text{Gewehr}}\) aus — nach hinten. Genau das ist der Rückschlag.

Die beiden Kräfte greifen an zwei verschiedenen Körpern an (Geschoss und Gewehr) und heben sich deshalb nicht auf: Das Geschoss fliegt nach vorn, das Gewehr wird nach hinten beschleunigt.

Beide Gesetze zusammen: Das Wechselwirkungsprinzip erklärt, dass überhaupt eine Rückstoßkraft auf das Gewehr auftritt. Das Aktionsprinzip \(a = \frac{F}{m}\) erklärt, wie stark diese Kraft beschleunigt: Weil das Geschoss sehr leicht und das Gewehr viel schwerer ist, fliegt das Geschoss sehr schnell davon, während das Gewehr nur langsam zurückgestoßen wird.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Kurzfassung (Lösung): Drückt man das Gewehr an die Schulter, so vergrößert sich die Gesamtmasse des Systems und somit ist \(a\) kleiner (Aktionsprinzip).

Ausführlich: Liegt das Gewehr lose an, so wird nur seine eigene Masse \(m_{\text{Gewehr}}\) zurückbeschleunigt — es schlägt hart gegen die Schulter. Drückt man es dagegen fest an, bilden Gewehr und Schütze ein gemeinsames System mit der viel größeren Masse \(m_{\text{Gewehr}} + m_{\text{Schütze}}\).

Die Rückstoßkraft \(F\) bleibt dabei unverändert — sie ist durch das Wechselwirkungsprinzip festgelegt. Aus \(a = \frac{F}{m}\) folgt aber: Größere Masse im Nenner bedeutet kleinere Beschleunigung. Der Rückstoß wird dadurch deutlich sanfter und das Gewehr verreißt weniger.

5

Zwei Denkaufgaben

AFB III

Denkaufgabe 1 — Fliegen im Glas. Ein Schwarm Fliegen befindet sich in einem verschlossenen Glas. Sie stellen das Glas auf eine Waage (Material M4). Die Waage zeigt das größte Gewicht an, wenn die Fliegen …

(1) sich auf dem Boden befinden.  ·  (2) im Glas herumfliegen.  ·  (3) weder noch, das Gewicht ist immer gleich.

M4Verschlossenes Glas mit Fliegen auf einer Waage
? g verschlossenes Glas Fliegen: teils sitzend, teils fliegend Waage

Das System aus Glas, Luft und Fliegen ist nach außen hin abgeschlossen.

Denkaufgabe 2 — Pferd und Kutsche. Aus Erfahrung wissen wir, dass ein Pferd eine Kutsche ziehen kann. Jetzt kommt man in die Schule und lernt das Wechselwirkungsgesetz („Actio = Reactio“). Müsste sich also nicht die Kutsche in die entgegengesetzte Richtung bewegen? (Material M5)

M5Pferd und Kutsche mit den Kraftpfeilen an Huf und Rad
Fahrtrichtung FPferd→Kutsche FKutsche→Pferd Boden auf Huf Huf auf Boden Reibung am Rad

Die beiden Zugkräfte am Geschirr bilden ein Wechselwirkungspaar — sie greifen an verschiedenen Körpern an.

  1. Fliegen im Glas. Entscheiden Sie, welche der drei Möglichkeiten zutrifft, und erklären Sie Ihre Vermutung.
  2. Pferd und Kutsche. Erklären Sie, warum sich das Gespann trotz „Actio = Reactio“ überhaupt bewegen kann, und nennen Sie, wo sich die Reaktionskraft bemerkbar macht.
  3. Beurteilen Sie, ob eine solche Art der Fortbewegung in der Schwerelosigkeit möglich wäre.
Hinweis zu Aufgabe a)
Damit eine Fliege in der Luft bleibt, muss sie etwas nach unten drücken. Was ist das — und wo landet es am Ende?Das Glas ist verschlossen. Nichts kann das System verlassen, also kann auch keine Kraft nach außen „verschwinden“.
Hinweis zu Aufgabe b)
Der Denkfehler steckt in der Zuordnung: An welchem Körper greift welche Kraft an? Betrachte die Kutsche und das Pferd getrennt und zähle jeweils nur die Kräfte, die an diesem Körper angreifen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Wogegen drückt das Pferd mit den Hufen? Was davon gäbe es im schwerelosen Raum nicht mehr?
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Antwort (3): Das Gewicht bleibt immer gleich. Zu erklären ist das mit dem Wechselwirkungsprinzip.

Begründung: Damit eine Fliege in der Luft bleibt, muss sie mit ihren Flügeln Luft nach unten drücken. Nach dem Wechselwirkungsprinzip drückt die Luft mit derselben Kraft auf die Fliege nach oben und trägt sie.

Die nach unten beschleunigte Luft trifft am Ende auf den Boden des Glases. Die Kraft wird also über die Luft an das Glas weitergegeben. Das geschlossene System aus Glas, Luft und Fliegen wiegt deshalb immer gleich viel — egal, ob die Fliegen sitzen oder fliegen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Denkfehler: Beide Kräfte werden demselben Körper zugeordnet. Das Pferd zieht an der Kutsche, die Kutsche zieht am Pferd — diese beiden Kräfte greifen aber an verschiedenen Körpern an und heben sich deshalb nicht auf.

Richtige Betrachtung: Ob sich etwas bewegt, entscheidet sich für jeden Körper einzeln.

Kutsche: Auf sie wirken die Zugkraft nach vorne und die Reibung nach hinten. Überwiegt die Zugkraft, fährt sie los.

Pferd: Es drückt mit den Hufen nach hinten gegen den Boden, und der Boden drückt es nach vorne.

Wo sich die Reaktionskraft bemerkbar macht: an den Hufen des Pferdes und an den Reifen der Kutsche.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Nein, so wäre die Fortbewegung nicht möglich.

In der Schwerelosigkeit gäbe es keinen Boden, gegen den sich das Pferd abstoßen könnte. Ohne diesen Partner fehlt die nach vorne gerichtete Kraft des Bodens auf die Hufe — und damit die einzige Kraft, die das Gespann als Ganzes vorwärts bringen könnte.

Pferd und Kutsche würden sich lediglich aufeinander zu bewegen, so wie die beiden Schüler auf den Skateboards in Aufgabe 3. Der gemeinsame Schwerpunkt bliebe an Ort und Stelle.