MINT lernen

Textaufgaben: Kräfte als Vektoren darstellen

Kraftpfeile beschriften, Beträge über einen Maßstab bestimmen, eigene Maßstäbe wählen und Kräfte in Alltagssituationen einzeichnen.

Zum NachschlagenZurück zur ErklärungDie vier Bestandteile des Kraftpfeils, der Maßstab und das Applet „Der Kraftpfeil“ noch einmal nachlesen.
0 / 0 Aufgaben
T

Textaufgaben

Fünf Aufgaben aus dem Arbeitsblatt Darstellung von Kräften (Vektoren): die vier Teile des Kraftpfeils benennen, zehn Beträge über einen vereinbarten Maßstab bestimmen, für drei sehr unterschiedliche Kräfte selbst einen Maßstab wählen, einen Lückentext mit Zuordnung lösen und in vier Alltagsskizzen die wirkenden Kräfte einzeichnen. Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen Erwartungshorizont — öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast.

1

Die vier Teile des Kraftpfeils

AFB I

Die Richtung der wirkenden Kräfte kann man mit Pfeilen (Vektoren) darstellen. In Material M1 ist ein solcher Kraftpfeil gezeichnet; vier Zeiger (1) bis (4) weisen auf seine Bestandteile.

M1Ein Kraftpfeil mit vier Zeigern
1 2 3 4 Betrag Richtung Wirkungslinie Angriffspunkt

Vier Zeiger, vier Begriffe — jeder Begriff wird genau einmal gebraucht.

  1. Ordne den Zeigern (1) bis (4) die vier Begriffe Betrag, Richtung, Wirkungslinie und Angriffspunkt zu und beschreibe jeweils in einem Satz, was der Begriff bedeutet.
  2. Erläutere, warum zur vollständigen Angabe einer Kraft der Betrag allein nicht genügt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Gehe die Zeiger der Reihe nach ab und frage dich, worauf jeder genau zeigt: auf die gesamte Strecke des Pfeils, auf die Spitze, auf die gestrichelte Gerade oder auf den dicken Punkt am Anfang.
Hinweis zu Aufgabe b)
Stelle dir zwei Kräfte von je 50 N vor, die an demselben Seil ziehen. Was passiert, wenn sie in dieselbe Richtung zeigen — und was, wenn sie einander entgegengesetzt sind?Eine Kraft ist eine gerichtete Größe: Erst Betrag und Richtung zusammen legen fest, was sie bewirkt. Deshalb schreibt man \(\vec{F}\) mit Pfeil.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

(1) Betrag — die Länge des Vektors. Sie sagt, wie stark die Kraft ist; über den vereinbarten Maßstab wird aus der Länge der Wert in Newton.

(2) Richtung — wohin die Pfeilspitze zeigt, also in welche Richtung die Kraft wirkt.

(3) Wirkungslinie — die gestrichelt gezeichnete Gerade, auf der der Pfeil liegt und die über ihn hinaus verlängert wird.

(4) Angriffspunkt — der dicke Punkt am Pfeilanfang. Dort greift die Kraft am Körper an.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Eine Kraft ist eine gerichtete Größe (ein Vektor). Nicht nur die Stärke der Kraft ist wichtig, sondern auch die Richtung, wohin die Kraft wirkt.

Beispiel: Zwei Personen ziehen mit je 50 N an einem Seil. Ziehen sie entgegengesetzt, heben sich die Kräfte auf und nichts bewegt sich. Ziehen sie in dieselbe Richtung, wirken zusammen 100 N. Die Beträge sind in beiden Fällen gleich — entschieden hat allein die Richtung.

Die Angabe „50 N“ beschreibt eine Kraft also nur halb. Vollständig wird sie erst durch Angriffspunkt, Richtung und Betrag — und genau das leistet der Kraftpfeil.

2

Zehn Kräfte, ein Maßstab

AFB II

In Material M2 sind einige Kräfte dargestellt. Als Maßstab wurde vereinbart: 1 cm entspricht 2 N. Am unteren Rand der Zeichnung findest du ein Lineal, an dem du ablesen kannst, wie lang ein Zentimeter in dieser Darstellung ist.

M2Zehn Kraftpfeile im Maßstab 1 cm ≙ 2 N
F1 F2 F3 F4 F5 F6 F7 F8 F9 F10 Maßstab: 1 cm ≙ 2 N 05 cm

Die Pfeile sind maßstabsgetreu gezeichnet: Die Strecke von 0 bis 5 cm auf dem Lineal entspricht 5 cm Pfeillänge und damit 10 N, denn 1 cm ≙ 2 N.

  1. Stelle fest, welche Beträge die Kräfte \(F_1\) bis \(F_{10}\) haben.
  2. \(F_3\) und \(F_4\) haben denselben Betrag, sehen aber verschieden aus. Erkläre, worin sie sich unterscheiden.
Hinweis zu Aufgabe a)
Miss zuerst die Länge des Pfeils in Zentimetern und rechne dann mit dem Maßstab um: \(F = \ell \cdot 2\,\mathrm{N/cm}\). Ein Pfeil von 3,5 cm gehört also zu \(3{,}5 \cdot 2\,\mathrm{N} = 7\,\mathrm{N}\).Der Maßstab ist eine reine Vereinbarung. Hätte man 1 cm ≙ 5 N vereinbart, würde derselbe Pfeil 17,5 N bedeuten — deshalb steht der Maßstab immer mit an der Zeichnung.
Hinweis zu Aufgabe b)
Halte ein Lineal an beide Pfeile. Was ist gleich, was ist verschieden? Denke an die vier Bestandteile aus Aufgabe 1.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Rechenweg jeweils: Betrag = gemessene Länge \(\cdot\;2\,\mathrm{N/cm}\).

Die zehn Beträge
Kraftgemessene LängeRechnungBetrag
\(F_1\)8,7 cm\(8{,}7 \cdot 2\,\mathrm{N}\)17,4 N
\(F_2\)1,0 cm\(1{,}0 \cdot 2\,\mathrm{N}\)2 N
\(F_3\)2,4 cm\(2{,}4 \cdot 2\,\mathrm{N}\)4,8 N
\(F_4\)2,4 cm\(2{,}4 \cdot 2\,\mathrm{N}\)4,8 N
\(F_5\)3,5 cm\(3{,}5 \cdot 2\,\mathrm{N}\)7 N
\(F_6\)1,6 cm\(1{,}6 \cdot 2\,\mathrm{N}\)3,2 N
\(F_7\)4,3 cm\(4{,}3 \cdot 2\,\mathrm{N}\)8,6 N
\(F_8\)0,7 cm\(0{,}7 \cdot 2\,\mathrm{N}\)1,4 N
\(F_9\)3,8 cm\(3{,}8 \cdot 2\,\mathrm{N}\)7,6 N
\(F_{10}\)3,3 cm\(3{,}3 \cdot 2\,\mathrm{N}\)6,6 N

Der längste Pfeil \(F_1\) gehört zur größten Kraft, der kürzeste \(F_8\) zur kleinsten — das gilt hier, weil alle Pfeile im selben Maßstab gezeichnet sind.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(F_3\) und \(F_4\) sind gleich lang (je 2,4 cm) und haben deshalb denselben Betrag von 4,8 N. Sie unterscheiden sich in der Richtung: \(F_3\) zeigt schräg nach rechts oben, \(F_4\) schräg nach links unten — die beiden Pfeile sind einander entgegengesetzt.

Daraus folgt: Der Betrag allein beschreibt eine Kraft nicht vollständig. Zwei Kräfte mit demselben Betrag können völlig Verschiedenes bewirken, weil die Kraft eine gerichtete Größe ist.

3

Den passenden Maßstab wählen

AFB II

Die folgenden Kräfte sollen als Pfeile dargestellt werden. Für jedes Beispiel darfst du einen eigenen Maßstab wählen; auch die Richtung der Kräfte kannst du beliebig festlegen.

\(F_1 = 3\,\mathrm{N}\)  ·  \(F_2 = 55\,\mathrm{N}\)  ·  \(F_3 = 420\,\mathrm{N}\)

M3Der Platz auf dem Zeichenblatt
gut lesbarer Bereich: 3 cm bis 8 cm 035810 cm Ein Pfeil unter 1 cm ist kaum messbar, einer über 10 cm passt nicht mehr aufs Blatt.

Auf dem Blatt stehen rund 10 cm zur Verfügung. Ein Maßstab ist dann gut gewählt, wenn die Pfeillänge in den hervorgehobenen Bereich fällt.

  1. Gib für jede der drei Kräfte einen geeigneten Maßstab an und berechne die zugehörige Pfeillänge.
  2. Zeichne die drei Kraftpfeile mit Angriffspunkt und gestrichelter Wirkungslinie. Die Richtung darfst du frei wählen; schreibe an jeden Pfeil den verwendeten Maßstab.
  3. Begründe, warum man für \(F_3\) nicht denselben Maßstab wie für \(F_1\) nehmen kann.
Hinweis zu Aufgabe a)
Probiere den Maßstab so, dass die Pfeillänge zwischen etwa 3 cm und 8 cm herauskommt: \(\ell = \dfrac{F}{\text{Newton je Zentimeter}}\). Bei sehr großen Kräften wählt man einen groben Maßstab, bei kleinen einen feinen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Zeichne zuerst den Angriffspunkt als dicken Punkt, dann die Wirkungslinie als gestrichelte Gerade und erst zuletzt den Pfeil mit der ausgerechneten Länge darauf.
Hinweis zu Aufgabe c)
Rechne einmal aus, wie lang der Pfeil für 420 N wäre, wenn 1 cm nur 1 N bedeutet. Vergleiche das Ergebnis mit der Breite deines Heftes.Umgekehrt gilt dasselbe: Mit 1 cm ≙ 100 N würden aus 3 N gerade einmal 0,03 cm — ein Punkt statt eines Pfeils. Ein Maßstab muss also zur Größenordnung der Kraft passen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(F_1 = 3\,\mathrm{N}\) — Maßstab 1 cm ≙ 1 N:

\(\ell = \dfrac{3\,\mathrm{N}}{1\,\mathrm{N/cm}} = 3\,\mathrm{cm}\)

\(F_2 = 55\,\mathrm{N}\) — Maßstab 1 cm ≙ 10 N:

\(\ell = \dfrac{55\,\mathrm{N}}{10\,\mathrm{N/cm}} = 5{,}5\,\mathrm{cm}\)

\(F_3 = 420\,\mathrm{N}\) — Maßstab 1 cm ≙ 100 N:

\(\ell = \dfrac{420\,\mathrm{N}}{100\,\mathrm{N/cm}} = 4{,}2\,\mathrm{cm}\)

Alle drei Längen liegen zwischen 3 cm und 8 cm — die Pfeile sind gut messbar und passen aufs Blatt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Drei getrennte Zeichnungen, jede mit ihrem eigenen Maßstab beschriftet:

• ein Pfeil von 3,0 cm mit der Notiz „1 cm ≙ 1 N“,
• ein Pfeil von 5,5 cm mit der Notiz „1 cm ≙ 10 N“,
• ein Pfeil von 4,2 cm mit der Notiz „1 cm ≙ 100 N“.

Jeder Pfeil beginnt an einem dick gezeichneten Angriffspunkt, liegt auf einer gestrichelten Wirkungslinie, die über beide Enden hinaus verlängert ist, und trägt an der Spitze die Bezeichnung \(F_1\), \(F_2\) bzw. \(F_3\). Die Richtungen sind frei wählbar; die Längen müssen mit dem Lineal nachprüfbar stimmen.

Wichtig: Weil jede Zeichnung einen anderen Maßstab hat, darf man die drei Pfeile nicht der Länge nach vergleichen. Der kürzeste Pfeil (3,0 cm) gehört hier zur kleinsten Kraft, der zweitkürzeste (4,2 cm) aber zur größten.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Mit dem Maßstab von \(F_1\), also 1 cm ≙ 1 N, wäre der Pfeil für \(F_3\)

\(\ell = \dfrac{420\,\mathrm{N}}{1\,\mathrm{N/cm}} = 420\,\mathrm{cm} = 4{,}2\,\mathrm{m}\)

lang. Ein Heft ist etwa 21 cm breit — der Pfeil würde also rund zwanzigmal über das Blatt hinausragen und lässt sich nicht zeichnen.

Deshalb gilt: Bei sehr großen Kräften wählt man einen groben Maßstab (hier 1 cm ≙ 100 N), bei kleinen einen feinen (hier 1 cm ≙ 1 N). Der Maßstab verändert die Kraft nicht — er entscheidet nur, wie viele Zentimeter sie auf dem Papier bekommt.

4

Lückentext und Zuordnung

AFB II

In Material M4 sind sechs Situationen skizziert. Zu jeder Skizze gehört genau eine der Aussagen a) bis f). In zwei Aussagen fehlt jeweils ein Wort.

a) Beim Tauziehen ziehen zwei Schüler drei Schüler über die Grenzlinie.

b) Wuffi zieht an der Leine stärker als sein Herrchen.

c) Ein Heißluftballon schwebt, weil die Gewichtskraft und die Auftriebskraft gleich groß sind.

d) Ein Heißluftballon steigt, weil die Auftriebskraft   (1)   als die Gewichtskraft ist.

e) Beim Tauziehen ziehen drei Schüler zwei Schüler über die Grenzlinie.

f) Ein Heißluftballon sinkt, weil die Auftriebskraft   (2)   als die Gewichtskraft ist.

M4Sechs Situationen mit Kraftpfeilen
F1 F2 F1 F2 F1 F2 F3 F4 F5 F1 F2 F3 F4 F5 F1 F2 F1 F2 GrenzlinieGrenzlinie (1)(2)(3) (4)(5)(6)

Alle Pfeile einer Skizze sind im selben Maßstab gezeichnet — die Längen dürfen also innerhalb einer Skizze verglichen werden. In (3) und (4) ziehen die blauen Pfeile nach links, die orangen nach rechts.

  1. Ergänze die beiden Lücken (1) und (2) in den Aussagen d) und f).
  2. Ordne den sechs Skizzen (1) bis (6) die Aussagen a) bis f) zu.
  3. Begründe deine Zuordnung bei den beiden Tauzieh-Skizzen (3) und (4) über die Pfeillängen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Vergleiche mit Aussage c): Dort sind beide Kräfte gleich groß und der Ballon schwebt. Welche Kraft muss überwiegen, damit er steigt — und welche, damit er sinkt?
Hinweis zu Aufgabe b)
Sortiere zuerst nach Situationsart: drei Ballons, zwei Tauzieh-Szenen, ein Hund. Innerhalb jeder Gruppe entscheidet dann allein, welcher Pfeil länger ist.
Hinweis zu Aufgabe c)
Zähle bei (3) und (4) nicht nur die Pfeile, sondern miss auch ihre Längen. In einer Skizze sind die Pfeile der kleineren Gruppe deutlich länger.Beim Tauziehen zählt nicht die Anzahl der Schüler, sondern die Summe der Kräfte. Zwei kräftige Schüler können drei schwächere durchaus über die Grenzlinie ziehen — genau das zeigt Skizze (3).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

(1) in Aussage d): größer — „Ein Heißluftballon steigt, weil die Auftriebskraft größer als die Gewichtskraft ist.“

(2) in Aussage f): kleiner — „Ein Heißluftballon sinkt, weil die Auftriebskraft kleiner als die Gewichtskraft ist.“

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

(1) → d) Der nach oben gerichtete Pfeil \(F_1\) (Auftriebskraft) ist deutlich länger als der nach unten gerichtete Pfeil \(F_2\) (Gewichtskraft). Der Auftrieb überwiegt, der Ballon steigt.

(2) → c) Beide Pfeile sind gleich lang. Auftriebskraft und Gewichtskraft haben denselben Betrag und heben sich auf, der Ballon schwebt.

(3) → a) Nach links ziehen zwei Pfeile, nach rechts drei — aber die beiden linken Pfeile sind fast doppelt so lang wie die drei rechten. Die Summe der Längen ist links größer, also gewinnen die zwei Schüler: Sie ziehen die drei über die Grenzlinie.

(4) → e) Hier sind alle fünf Pfeile gleich lang. Nach links ziehen drei, nach rechts nur zwei. Die Summe der Längen ist links größer, also ziehen die drei Schüler die zwei über die Grenzlinie.

(5) → b) Der Pfeil des Hundes \(F_1\) nach rechts unten ist deutlich länger als der Pfeil des Herrchens \(F_2\) nach links. Wuffi zieht also stärker.

(6) → f) Der nach unten gerichtete Pfeil \(F_2\) (Gewichtskraft) ist länger als der nach oben gerichtete \(F_1\) (Auftriebskraft). Die Gewichtskraft überwiegt, der Ballon sinkt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

In beiden Skizzen zeigen die blauen Pfeile nach links und die orangen nach rechts. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Pfeile, sondern die Summe ihrer Längen — denn die Länge ist der Betrag der Kraft.

Skizze (3): zwei lange Pfeile nach links, drei kurze nach rechts. Die beiden linken Pfeile sind zusammen länger als die drei rechten, die resultierende Kraft zeigt nach links. Die zwei Schüler ziehen die drei über die Grenzlinie — das ist Aussage a).

Skizze (4): fünf gleich lange Pfeile, drei nach links und zwei nach rechts. Links ist die Summe um eine Pfeillänge größer, die resultierende Kraft zeigt nach links. Die drei Schüler ziehen die zwei über die Grenzlinie — das ist Aussage e).

Merksatz: Kräfte werden nicht gezählt, sondern addiert. Weil die Kraft eine gerichtete Größe ist, zählt dabei jede Richtung mit ihrem eigenen Vorzeichen.

5

Kräfte im Alltag einzeichnen

AFB II/III

In Material M5 sind vier Alltagssituationen skizziert. Die wirkenden Kräfte fehlen noch — du sollst sie ergänzen. Achte bei jedem Pfeil auf Angriffspunkt, Richtung und Länge im Verhältnis zu den anderen Pfeilen derselben Skizze.

M5Vier Situationen ohne Kraftpfeile
(a) Feder mit Gewicht (b) startende Rakete (c) Apfel auf dem Tisch (d) Koffer zu zweit

Die Skizzen sind bewusst ohne Pfeile gezeichnet — übertrage sie in dein Heft und ergänze die Kräfte selbst.

  1. Zeichne in Skizze (a) die wirkende Kraft am Gewichtsstück ein.
  2. Zeichne in Skizze (b) die an der startenden Rakete wirkenden Kräfte ein.
  3. Zeichne in Skizze (c) die am Apfel wirkenden Kräfte ein und begründe über die Pfeillängen, warum der Apfel liegen bleibt.
  4. Zeichne in Skizze (d) die Kräfte ein, mit denen die beiden Personen den Koffer tragen, sowie die Gewichtskraft des Koffers.
Hinweis zu Aufgabe a)
Frage dich zuerst: Welcher Körper wird von der Kraft gezogen — die Feder oder das Gewichtsstück? Dort liegt der Angriffspunkt.
Hinweis zu Aufgabe b)
An der Rakete wirken zwei Kräfte längs der Flugrichtung, und zwar in entgegengesetzte Richtungen. Eine davon kommt vom ausgestoßenen Gas, die andere von der Erde.Damit die Rakete startet, muss die nach oben gerichtete Kraft die größere sein — sonst bliebe sie auf der Rampe stehen. Das siehst du an der Pfeillänge.
Hinweis zu Aufgabe c)
Der Apfel liegt still. Was muss dann für die Summe der Kräfte gelten — und was folgt daraus für die beiden Pfeillängen?
Hinweis zu Aufgabe d)
Es sind drei Pfeile: einer an jedem Griff und einer am Koffer selbst. Achte darauf, dass die beiden Personen den Koffer schräg nach oben ziehen, weil sie neben ihm stehen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Ein Kraftpfeil, senkrecht nach unten.

Angriffspunkt: am Gewichtsstück (in seiner Mitte bzw. am Aufhängepunkt). Richtung: senkrecht nach unten. Es handelt sich um die Gewichtskraft \(\vec{F}_G\) des Gewichtsstücks.

Die Feder wird dadurch gedehnt. Je größer die Gewichtskraft, desto länger der Pfeil und desto weiter die Dehnung — genau darauf beruht der Federkraftmesser.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Zwei Kraftpfeile längs der Rakete, einander entgegengesetzt (im Original ein Doppelpfeil längs der Flugrichtung).

• Schubkraft \(\vec{F}_S\): Angriffspunkt am Raketenkörper, Richtung nach oben, längs der Rakete.
• Gewichtskraft \(\vec{F}_G\): Angriffspunkt am Raketenkörper, Richtung nach unten, entgegengesetzt zur Schubkraft.

Weil die Rakete startet, also nach oben beschleunigt wird, muss der Pfeil der Schubkraft länger sein als der Pfeil der Gewichtskraft. Beide liegen auf derselben Wirkungslinie — der Längsachse der Rakete.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Zwei Kraftpfeile, senkrecht und einander entgegengesetzt.

• Gewichtskraft \(\vec{F}_G\): Angriffspunkt am Apfel, Richtung senkrecht nach unten.
• Kraft der Tischplatte auf den Apfel \(\vec{F}_N\): Angriffspunkt am Apfel (an der Auflagestelle), Richtung senkrecht nach oben.

Begründung: Beide Pfeile sind gleich lang, haben also denselben Betrag, und zeigen in entgegengesetzte Richtungen auf derselben Wirkungslinie. Sie heben sich gegenseitig auf, die resultierende Kraft ist null — deshalb bleibt der Apfel liegen. Wäre einer der Pfeile länger, würde der Apfel in diese Richtung beschleunigt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Drei Kraftpfeile.

• Zugkraft der linken Person \(\vec{F}_1\): Angriffspunkt am linken Griff, Richtung schräg nach oben (zur linken Person hin geneigt).
• Zugkraft der rechten Person \(\vec{F}_2\): Angriffspunkt am rechten Griff, Richtung schräg nach oben (zur rechten Person hin geneigt). Bei gleicher Beteiligung sind beide Pfeile gleich lang und spiegelbildlich geneigt.
• Gewichtskraft des Koffers \(\vec{F}_G\): Angriffspunkt in der Mitte des Koffers, Richtung senkrecht nach unten. Dieser Pfeil ist länger als jeder einzelne Zugpfeil.

Der Koffer wird getragen, bewegt sich also nicht nach unten. Die beiden schrägen Zugkräfte müssen zusammen die Gewichtskraft ausgleichen — wie man zwei schräge Pfeile zu einem einzigen zusammensetzt, ist das Thema des nächsten Kapitels.