Textaufgaben
Fünf Aufgaben zum Betrag eines Vektors: zuerst drei reine Zahlenvektoren aus dem Hefter, dann ein Schiff, an dem zwei Kräfte ziehen, danach die Klassenarbeitsaufgabe mit dem 750-Tonnen-Frachtschiff und zwei Parallelaufgaben mit 600 und 500 Tonnen. Zum Schluss eine Aufgabe zum Nachdenken: Wann ist der Betrag der Summe genauso groß wie die Summe der Beträge? Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen Erwartungshorizont — öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast.
Drei Beträge
AFB IGegeben sind die Vektoren \( \vec{a} = \begin{pmatrix} 4 \\ 3 \end{pmatrix} \), \( \vec{b} = \begin{pmatrix} 9 \\ 12 \end{pmatrix} \) und \( \vec{c} = \begin{pmatrix} -20 \\ 21 \end{pmatrix} \) (Material M1).
Alle drei Pfeile beginnen im Ursprung. Gesucht ist jeweils die Länge des Pfeils — also die Strecke vom Ursprung bis zur Spitze.
- Berechne die Beträge der Vektoren \( \vec{a} \) und \( \vec{b} \).
- Berechne den Betrag des Vektors \( \vec{c} \).
- Erläutere, warum das Minuszeichen bei \( \vec{c} \) am Ergebnis nichts ändert.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\( |\vec{a}| = \sqrt{4^2 + 3^2} = \sqrt{16 + 9} = \sqrt{25} = \mathbf{5} \)
\( |\vec{b}| = \sqrt{9^2 + 12^2} = \sqrt{81 + 144} = \sqrt{225} = \mathbf{15} \)
Beide Pfeile sind also länger als jede einzelne Koordinate, aber kürzer als die Summe der beiden Koordinaten (7 bzw. 21).
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\( |\vec{c}| = \sqrt{(-20)^2 + 21^2} = \sqrt{400 + 441} = \sqrt{841} = \mathbf{29} \)
Auch hier geht die Wurzel glatt auf: \( 29^2 = 841 \).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
In der Formel werden beide Koordinaten quadriert. Beim Quadrieren einer negativen Zahl fällt das Minuszeichen weg: \( (-20)^2 = (-20)\cdot(-20) = +400 \) — genau derselbe Wert wie bei \( 20^2 \). Der Vektor \( \begin{pmatrix} -20 \\ 21 \end{pmatrix} \) hat deshalb denselben Betrag wie \( \begin{pmatrix} 20 \\ 21 \end{pmatrix} \); er zeigt nur in eine andere Richtung.
Anschaulich: Das Minuszeichen sagt, dass die x-Strecke nach links statt nach rechts geht. Auf die Länge der Strecke hat das keinen Einfluss. Ein Betrag ist eine Länge und kann daher nie negativ sein.
Der Betrag der resultierenden Kraft
AFB IIAuf ein Schiff wirken die Kräfte \( \vec{F}_1 = \begin{pmatrix} 9\,\mathrm{kN} \\ 9\,\mathrm{kN} \end{pmatrix} \) und \( \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 14\,\mathrm{kN} \\ -3\,\mathrm{kN} \end{pmatrix} \). Beide greifen im selben Punkt am Bug an (Material M2).
Die zweite Kraft hat eine negative y-Koordinate — sie zieht ein Stück nach unten. Maßstab der Zeichnung: 1 kN entspricht 9 Bildpunkten.
- Berechne die resultierende Kraft \( \vec{F}_{\mathrm{Res}} \), mit der das Schiff gezogen wird.
- Berechne den Betrag dieser resultierenden Kraft.
- Die Einzelbeträge sind \( |\vec{F}_1| \approx 12{,}73\,\mathrm{kN} \) und \( |\vec{F}_2| \approx 14{,}32\,\mathrm{kN} \), zusammen also rund \( 27{,}05\,\mathrm{kN} \). Erläutere, warum der Betrag der Summe kleiner ist als die Summe der beiden Einzelbeträge.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\( \vec{F}_{\mathrm{Res}} = \vec{F}_1 + \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 9\,\mathrm{kN} \\ 9\,\mathrm{kN} \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 14\,\mathrm{kN} \\ -3\,\mathrm{kN} \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 23\,\mathrm{kN} \\ 6\,\mathrm{kN} \end{pmatrix} \)
In x-Richtung addieren sich die Kräfte zu 23 kN, in y-Richtung bleiben von den 9 kN nur \( 9 - 3 = 6 \) kN übrig.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\( |\vec{F}_{\mathrm{Res}}| = \sqrt{(23\,\mathrm{kN})^2 + (6\,\mathrm{kN})^2} = \sqrt{23^2\,\mathrm{kN}^2 + 6^2\,\mathrm{kN}^2} = \sqrt{565\,\mathrm{kN}^2} \approx \mathbf{23{,}8\,\mathrm{kN}} \)
Antwortsatz: Das Schiff wird mit einer Kraft von rund 23,8 kN gezogen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Die beiden Kräfte ziehen nicht in dieselbe Richtung. \( \vec{F}_1 \) zieht schräg nach oben, \( \vec{F}_2 \) zieht flach nach rechts unten. In der y-Richtung wirken sie sogar gegeneinander: \( +9\,\mathrm{kN} \) und \( -3\,\mathrm{kN} \) ergeben zusammen nur \( 6\,\mathrm{kN} \). Ein Teil der zweiten Kraft hebt also einen Teil der ersten auf.
Deshalb ist \( |\vec{F}_1 + \vec{F}_2| \approx 23{,}8\,\mathrm{kN} \) kleiner als \( |\vec{F}_1| + |\vec{F}_2| \approx 27{,}05\,\mathrm{kN} \). Gleich groß wären beide Werte nur dann, wenn die zwei Kräfte in genau dieselbe Richtung zeigten.
Merke: Erst die Vektoren addieren, dann den Betrag bilden. Die umgekehrte Reihenfolge liefert einen zu großen Wert.
Das Frachtschiff und die zwei Schlepper
AFB IIEin Frachtschiff mit einer Masse von 750 Tonnen wird von zwei Schleppern zum nächsten Hafen gezogen. Dabei wirkt der erste Schlepper eine Kraft von \( \vec{F}_1 = \begin{pmatrix} 1100\,\mathrm{N} \\ 1200\,\mathrm{N} \end{pmatrix} \) und der zweite Schlepper eine Kraft von \( \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 1650\,\mathrm{N} \\ -625\,\mathrm{N} \end{pmatrix} \) (Material M3).
Beide Zugseile greifen im selben Punkt am Bug an. Maßstab der Zeichnung: 1000 N entsprechen 75 Bildpunkten.
- Berechne den Betrag der Kräfte \( \vec{F}_1 \) und \( \vec{F}_2 \) der beiden Schlepper.
- Berechne die resultierende Kraft \( \vec{F}_R \), mit der das Schiff gezogen wird.
- Berechne den Betrag der auf das Schiff wirkenden Kraft.
- Berechne die Beschleunigung, mit der das schwere Frachtschiff gezogen wird.
Runde alle Ergebnisse auf zwei Stellen nach dem Komma.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\( |\vec{F}_1| = \sqrt{1100^2 + 1200^2} = \sqrt{1\,210\,000 + 1\,440\,000} = \sqrt{2\,650\,000} = \mathbf{1627{,}88\,\mathrm{N}} \)
\( |\vec{F}_2| = \sqrt{1650^2 + (-625)^2} = \sqrt{2\,722\,500 + 390\,625} = \sqrt{3\,113\,125} = \mathbf{1764{,}40\,\mathrm{N}} \)
Der zweite Schlepper zieht also etwas stärker als der erste.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\( \vec{F}_R = \vec{F}_1 + \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 1100\,\mathrm{N} \\ 1200\,\mathrm{N} \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 1650\,\mathrm{N} \\ -625\,\mathrm{N} \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} \mathbf{2750\,\mathrm{N}} \\ \mathbf{575\,\mathrm{N}} \end{pmatrix} \)
In x-Richtung: \( 1100 + 1650 = 2750 \). In y-Richtung: \( 1200 - 625 = 575 \).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\( |\vec{F}_R| = \sqrt{2750^2 + 575^2} = \sqrt{7\,562\,500 + 330\,625} = \sqrt{7\,893\,125} = \mathbf{2809{,}47\,\mathrm{N}} \)
Die Summe der Einzelbeträge wäre \( 1627{,}88\,\mathrm{N} + 1764{,}40\,\mathrm{N} = 3392{,}28\,\mathrm{N} \) — deutlich mehr. Die beiden Schlepper ziehen eben nicht in dieselbe Richtung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
\( m = 750\,\mathrm{t} = 750\,000\,\mathrm{kg} \)
\( a = \dfrac{F}{m} = \dfrac{2809{,}47\,\mathrm{N}}{750\,000\,\mathrm{kg}} = \mathbf{0{,}0037\,\dfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}} \)
Antwortsatz: Das Frachtschiff wird mit einer Beschleunigung von etwa \( 0{,}0037\,\mathrm{m/s^2} \) gezogen — ein winziger Wert, weil eine sehr große Masse einer vergleichsweise kleinen Kraft gegenübersteht.
Zwei weitere Frachtschiffe
AFB IIDieselbe Aufgabenstellung wie in Aufgabe 3, aber mit anderen Zahlen — die beiden Aufgaben stammen aus zwei weiteren Klassenarbeiten. Bearbeite für jedes Schiff dieselben vier Teilschritte: die Beträge beider Kräfte, die resultierende Kraft, deren Betrag und die Beschleunigung. Runde auf zwei Stellen nach dem Komma.
- Schiff I: Ein Frachtschiff mit einer Masse von 600 Tonnen wird von \( \vec{F}_1 = \begin{pmatrix} 1500\,\mathrm{N} \\ 1700\,\mathrm{N} \end{pmatrix} \) und \( \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 1100\,\mathrm{N} \\ -900\,\mathrm{N} \end{pmatrix} \) gezogen. Berechne die Beträge beider Kräfte, die resultierende Kraft, ihren Betrag und die Beschleunigung.
- Schiff II: Ein Frachtschiff mit einer Masse von 500 Tonnen wird von \( \vec{F}_1 = \begin{pmatrix} 1100\,\mathrm{N} \\ 700\,\mathrm{N} \end{pmatrix} \) und \( \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 1500\,\mathrm{N} \\ -500\,\mathrm{N} \end{pmatrix} \) gezogen. Berechne dieselben vier Größen.
- Vergleiche die drei Frachtschiffe aus Aufgabe 3 und Aufgabe 4 und erläutere, warum die Beschleunigungen alle so winzig sind.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\( |\vec{F}_1| = \sqrt{1500^2 + 1700^2} = \sqrt{2\,250\,000 + 2\,890\,000} = \sqrt{5\,140\,000} = \mathbf{2267{,}16\,\mathrm{N}} \)
\( |\vec{F}_2| = \sqrt{1100^2 + (-900)^2} = \sqrt{1\,210\,000 + 810\,000} = \sqrt{2\,020\,000} = \mathbf{1421{,}27\,\mathrm{N}} \)
\( \vec{F}_R = \begin{pmatrix} 1500\,\mathrm{N} \\ 1700\,\mathrm{N} \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 1100\,\mathrm{N} \\ -900\,\mathrm{N} \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} \mathbf{2600\,\mathrm{N}} \\ \mathbf{800\,\mathrm{N}} \end{pmatrix} \)
\( |\vec{F}_R| = \sqrt{2600^2 + 800^2} = \sqrt{6\,760\,000 + 640\,000} = \sqrt{7\,400\,000} = \mathbf{2720{,}29\,\mathrm{N}} \)
\( a = \dfrac{2720{,}29\,\mathrm{N}}{600\,000\,\mathrm{kg}} = \mathbf{0{,}0045\,\dfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}} \)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\( |\vec{F}_1| = \sqrt{1100^2 + 700^2} = \sqrt{1\,210\,000 + 490\,000} = \sqrt{1\,700\,000} \approx \mathbf{1303{,}84\,\mathrm{N}} \)
\( |\vec{F}_2| = \sqrt{1500^2 + (-500)^2} = \sqrt{2\,250\,000 + 250\,000} = \sqrt{2\,500\,000} \approx \mathbf{1581{,}14\,\mathrm{N}} \)
\( \vec{F}_R = \begin{pmatrix} 1100\,\mathrm{N} \\ 700\,\mathrm{N} \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} 1500\,\mathrm{N} \\ -500\,\mathrm{N} \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} \mathbf{2600\,\mathrm{N}} \\ \mathbf{200\,\mathrm{N}} \end{pmatrix} \)
\( |\vec{F}_R| = \sqrt{2600^2 + 200^2} = \sqrt{6\,760\,000 + 40\,000} = \sqrt{6\,800\,000} \approx \mathbf{2607{,}68\,\mathrm{N}} \)
\( a = \dfrac{2607{,}68\,\mathrm{N}}{500\,000\,\mathrm{kg}} \approx \mathbf{0{,}0052\,\dfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}} \)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Vergleich der drei Schiffe:
750 t · \( |\vec{F}_R| = 2809{,}47\,\mathrm{N} \) · \( a = 0{,}0037\,\mathrm{m/s^2} \)
600 t · \( |\vec{F}_R| = 2720{,}29\,\mathrm{N} \) · \( a = 0{,}0045\,\mathrm{m/s^2} \)
500 t · \( |\vec{F}_R| = 2607{,}68\,\mathrm{N} \) · \( a = 0{,}0052\,\mathrm{m/s^2} \)
Die drei Kraftbeträge liegen dicht beieinander (rund 2600 bis 2800 N). Die Massen unterscheiden sich dagegen deutlich. Man erkennt: Je kleiner die Masse, desto größer die Beschleunigung — das leichteste Schiff (500 t) wird am stärksten beschleunigt.
Warum sind alle Werte so winzig? In \( a = \frac{F}{m} \) steht im Zähler eine Kraft von rund \( 2{,}8 \cdot 10^{3}\,\mathrm{N} \), im Nenner aber eine Masse von rund \( 7{,}5 \cdot 10^{5}\,\mathrm{kg} \). Der Nenner ist also etwa 250-mal so groß wie der Zähler. Eine Kraft von wenigen Kilonewton ist für einige hundert Tonnen Masse einfach sehr wenig — deshalb kommt eine Beschleunigung im Bereich von Tausendstel \( \mathrm{m/s^2} \) heraus.
Anschaulich: Bei \( a = 0{,}0037\,\mathrm{m/s^2} \) braucht das 750-Tonnen-Schiff aus dem Stand rund 270 Sekunden — also über vier Minuten — um auf 1 m/s zu kommen. Genau deshalb legen große Schiffe so langsam ab.
Wann ist der Betrag der Summe gleich der Summe der Beträge?
AFB IIIZwei Kräfte \( \vec{F}_1 \) und \( \vec{F}_2 \) greifen am selben Punkt an. In Aufgabe 2 war der Betrag der Summe kleiner als die Summe der Beträge. Die Frage ist: Muss das immer so sein?
- Gib ein Zahlenbeispiel an, bei dem \( |\vec{F}_1 + \vec{F}_2| = |\vec{F}_1| + |\vec{F}_2| \) gilt, und eines, bei dem \( |\vec{F}_1 + \vec{F}_2| = 0 \) ist, obwohl beide Kräfte nicht null sind.
- Beschreibe allgemein, wann der Betrag der Summe gleich der Summe der Beträge ist und wann er kleiner ist.
- Nimm Stellung zu der Aussage: „Der Betrag der resultierenden Kraft kann nie größer sein als die Summe der Beträge der Einzelkräfte.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Fall „gleich“: \( \vec{F}_1 = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \end{pmatrix} \), \( \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 6 \\ 8 \end{pmatrix} \).
\( \vec{F}_1 + \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 9 \\ 12 \end{pmatrix} \), also \( |\vec{F}_1 + \vec{F}_2| = \sqrt{81 + 144} = 15 \).
Andererseits \( |\vec{F}_1| = \sqrt{9+16} = 5 \) und \( |\vec{F}_2| = \sqrt{36+64} = 10 \), zusammen \( 5 + 10 = 15 \). Beide Werte stimmen überein, denn beide Vektoren zeigen in dieselbe Richtung — \( \vec{F}_2 \) ist genau doppelt so lang wie \( \vec{F}_1 \).
Fall „null“: \( \vec{F}_1 = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \end{pmatrix} \), \( \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} -3 \\ -4 \end{pmatrix} \).
\( \vec{F}_1 + \vec{F}_2 = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \end{pmatrix} \), also \( |\vec{F}_1 + \vec{F}_2| = 0 \) — obwohl \( |\vec{F}_1| = |\vec{F}_2| = 5 \) ist. Die Kräfte sind entgegengesetzt gleich groß: genau der Fall 2 aus Kapitel 2.2.2.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Gleich ist es nur dann, wenn beide Kräfte in dieselbe Richtung zeigen, der Winkel zwischen ihnen also \( 0^\circ \) beträgt. Dann liegen die beiden Pfeile auf einer Geraden und ihre Längen addieren sich vollständig.
In jedem anderen Fall ist der Betrag der Summe kleiner als die Summe der Beträge, weil sich Anteile der beiden Kräfte teilweise aufheben. Je größer der Winkel, desto mehr geht verloren.
Bei \( 180^\circ \) ist der Betrag am kleinsten: Dann bleibt nur noch der Betrag der Differenz übrig — und sind beide Kräfte gleich groß, sogar null.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Beurteilung: Die Aussage ist richtig.
Anschauliche Begründung: Legt man die beiden Pfeile Spitze an Fuß, so führen zwei Wege vom Start zum Ziel: der direkte Weg — das ist die resultierende Kraft — und der Umweg über die Zwischenspitze, dessen Länge genau \( |\vec{F}_1| + |\vec{F}_2| \) beträgt. Die direkte Verbindung ist höchstens so lang wie der Umweg. Und der Umweg ist genau dann kein Umweg, wenn beide Pfeile in dieselbe Richtung zeigen — dann sind beide Wege gleich lang.
Fachbegriff: Das ist die Dreiecksungleichung: \( |\vec{F}_1 + \vec{F}_2| \le |\vec{F}_1| + |\vec{F}_2| \).
Kontrolle an den Aufgaben: In Aufgabe 2 galt \( 23{,}8 \le 27{,}05 \), in Aufgabe 3 galt \( 2809{,}47 \le 3392{,}28 \) — und in Teilaufgabe a) stand mit \( 15 = 15 \) der Grenzfall, in dem das Gleichheitszeichen gilt.
