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Abituraufgaben: pH-Werte berechnen

Essig, Rohrreiniger und Sprudel — drei Haushaltsflüssigkeiten, drei Wege zum pH-Wert.

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Essig und Rohrreiniger im Haushalt

AFB I–II

Speiseessig mit 5 % Essigsäure enthält etwa \(c_0(\ce{CH3COOH}) = 0{,}83\) mol/L (pKs = 4,75). Ein Rohrreiniger-Granulat besteht überwiegend aus Natriumhydroxid (M = 40 g/mol); laut Anleitung werden 2,0 g in 250 mL Wasser gelöst.

  1. Formulieren Sie die Protolysegleichung der Essigsäure mit Wasser.
  2. Berechnen Sie den pH-Wert des Speiseessigs und begründen Sie, dass die Näherung zulässig ist.
  3. Berechnen Sie den pH-Wert der Rohrreiniger-Lösung.
  4. Beurteilen Sie die Aussage: „Verdünnt man den Essig 100-fach, steigt sein pH-Wert nur um eine Einheit.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Nur das H der Carboxygruppe.
Hinweis zu Aufgabe b)
pH = ½(pKs − lg c₀), danach α prüfen.
Hinweis zu Aufgabe c)
n = m / M, dann c, dann pOH.
Hinweis zu Aufgabe d)
Formel für die neue Konzentration anwenden und α prüfen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\ce{CH3COOH + H2O <=> CH3COO- + H3O+}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(\mathrm{pH} = \tfrac{1}{2}(4{,}75 - \lg 0{,}83) = \tfrac{1}{2}(4{,}75 + 0{,}08) = 2{,}42\). \(c(\ce{H3O+}) = 3{,}8 \cdot 10^{-3}\) mol/L, \(\alpha = 0{,}46\,\%\) < 5 % — Näherung zulässig.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(n = 2{,}0\,\text{g} : 40\,\text{g/mol} = 0{,}050\) mol; \(c(\ce{OH-}) = 0{,}050\,\text{mol} : 0{,}250\,\text{L} = 0{,}20\) mol/L; pOH = 0,70; pH = 13,30.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Richtig: \(c_0 = 0{,}0083\) mol/L, \(\mathrm{pH} = \tfrac{1}{2}(4{,}75 + 2{,}08) = 3{,}42\), also +1,0. Grund: Der Faktor ½ in der Formel halbiert die Wirkung der Verdünnung. α steigt dabei auf etwa 4,6 % — die Näherung gilt gerade noch. Bei einer starken Säure wäre der pH-Wert um 2 gestiegen.

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Kohlensäure im Mineralwasser

AFB II–III

Ein Mineralwasser „Classic“ enthält laut Etikett 6,6 g/L gelöstes Kohlenstoffdioxid (M = 44 g/mol) und 1,2 g/L Hydrogencarbonat-Ionen (M = 61 g/mol). Für die Reaktion \(\ce{CO2 + 2 H2O <=> HCO3- + H3O+}\) gilt pKs₁ = 6,35, für die zweite Stufe pKs₂ = 10,33 (25 °C). Gemessen wird pH = 5,6.

  1. Berechnen Sie den pH-Wert einer Lösung, die nur 6,6 g/L CO₂ in reinem Wasser enthält.
  2. Begründen Sie, dass Näherung und Vernachlässigung der zweiten Protolysestufe zulässig sind.
  3. Erklären Sie, warum der gemessene pH-Wert deutlich höher liegt als berechnet.
  4. Überprüfen Sie den Messwert, indem Sie den Ks-Ausdruck mit beiden Konzentrationen vom Etikett auswerten, und beurteilen Sie, ob die Formel aus a) für Mineralwasser taugt.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
c₀ = β / M, dann Näherungsformel.
Hinweis zu Aufgabe b)
α berechnen; pKs₂ mit pKs₁ vergleichen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Welche Rolle spielt das Hydrogencarbonat aus dem Etikett?
Hinweis zu Aufgabe d)
Ks₁ nach c(H₃O⁺) auflösen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(c_0 = 6{,}6 : 44\) mol/L \(= 0{,}15\) mol/L; \(\mathrm{pH} = \tfrac{1}{2}(6{,}35 - \lg 0{,}15) = \tfrac{1}{2}(6{,}35 + 0{,}82) = 3{,}59\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(c(\ce{H3O+}) = 2{,}6 \cdot 10^{-4}\) mol/L, \(\alpha = 0{,}17\,\%\) ≪ 5 %. Die zweite Stufe ist um vier Zehnerpotenzen schwächer (pKs₂ = 10,33); sie liefert nur \(c(\ce{CO3^2-}) \approx K_\mathrm{S2} \approx 5 \cdot 10^{-11}\) mol/L — vernachlässigbar.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Das Mineralwasser enthält bereits \(\ce{HCO3-}\), die korrespondierende Base der Kohlensäure. Nach Le Chatelier wird die Protolyse von CO₂ zurückgedrängt; zusätzlich nimmt \(\ce{HCO3-}\) als Base \(\ce{H3O+}\) auf. c(H₃O⁺) wird kleiner, der pH-Wert größer.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(c(\ce{HCO3-}) = 1{,}2 : 61\) mol/L \(= 0{,}020\) mol/L; \(c(\ce{H3O+}) = K_\mathrm{S1} \cdot \dfrac{c(\ce{CO2})}{c(\ce{HCO3-})} = 4{,}5 \cdot 10^{-7} \cdot \dfrac{0{,}15}{0{,}020}\) mol/L \(= 3{,}4 \cdot 10^{-6}\) mol/L → pH ≈ 5,5, nahe am Messwert 5,6. Die Formel aus a) setzt c(A⁻) = c(H₃O⁺) voraus — das gilt nur, wenn die Säure allein in reinem Wasser gelöst ist. Für Mineralwasser mit Hydrogencarbonat ist sie ungeeignet.