Auch verlorene Stellungen muss man zäh verteidigen. Aktive Gegenwehr, Festungen und der Patt-Trick retten den halben Punkt.
Niemand gewinnt jede Stellung. Die Kunst ist, auch schlechtere Stellungen zäh zu verteidigen und dem Gegner das Gewinnen so schwer wie möglich zu machen. Drei Werkzeuge: aktive Gegenwehr, die Festung und der Patt-Trick. Viele scheinbar verlorene Partien enden so noch remis.
Der größte Fehler in schlechter Stellung: alles bewachen und abwarten. Besser ist aktiver Gegenangriff — eigene Drohungen schaffen, damit der Gegner nicht in Ruhe verstärken kann.
Eine Festung ist eine Stellung, die der Gegner trotz Materialvorteils nicht durchbrechen kann. Das berühmteste Beispiel: der falsche Läufer mit Randbauer — der König in der Ecke ist unvertreibbar.
Falscher Läufer (hell) + h-Bauer: Umwandlungsfeld h8 ist dunkel — der König in der Ecke hält Remis.
Die letzte Rettung des Verlierenden: Patt. Wer keinen legalen Zug mehr hat und nicht im Schach steht, erzwingt Remis — selbst mit einer Dame weniger.
Schwarz hat eine Dame mehr — aber Weiß ist patt: a2, b1 und b2 sind alle kontrolliert. Remis!
Verloren ist eine Stellung erst, wenn der König matt ist. Bis dahin: jeden Zug nach dem zähesten Widerstand suchen, dem Gegner Fallen stellen, auf Festung oder Patt hinarbeiten. Gute Verteidiger ‚stehlen' so regelmäßig halbe und ganze Punkte.