Material zählen reicht nicht — entscheidend ist, wie aktiv eine Figur ist. Der „schlechte Läufer“ und der „gute Springer“.
Ein Läufer ist nicht immer drei Bauern wert. Seine wahre Stärke hängt davon ab, ob er aktiv ist oder von eigenen Bauern eingesperrt. Positionsspieler fragen bei jeder Figur: Hat sie gute Felder? Kann der Gegner sie verjagen? Diese Bewertung entscheidet, was du tauschst und was du behältst.
Ein Läufer ist „schlecht“, wenn die eigenen Bauern auf seiner Farbe stehen und ihm die Diagonalen versperren. Er verteidigt dann nur und greift nie an.
Der Läufer c8 ist „schlecht“: Die eigenen Bauern d7, e6, f5 stehen auf seinen weißen Feldern.
Ein Springer ist am stärksten auf einem Vorposten: einem vorgeschobenen Feld, das von einem eigenen Bauern gedeckt wird und das kein gegnerischer Bauer mehr angreifen kann.
Springer d5, gedeckt vom e4-Bauern — kein schwarzer Bauer kann ihn je vertreiben.
Hat offene Diagonalen/Felder, steht in der gegnerischen Hälfte, kann nicht vertrieben werden, greift Ziele an. Solche Figuren behältst du.
Ist von eigenen Bauern blockiert, verteidigt nur, hat kein Zielobjekt. Solche Figuren tauschst du ab — am liebsten gegen eine aktive gegnerische Figur.
Zwei Läufer kontrollieren gemeinsam beide Farben. In offenen Stellungen mit freien Diagonalen ist dieses Läuferpaar ein dauerhafter kleiner Vorteil.
Zwei Läufer bestreichen helle und dunkle Felder — in offener Stellung sehr stark.