Mensch gegen Maschine, 1997: Deep Blue opfert auf e6 — und ein amtierender Weltmeister verliert erstmals einen Wettkampf gegen einen Computer.
New York, 1997: Im sechsten und letzten Spiel des Rückkampfs trifft Weltmeister Garri Kasparow auf Deep Blue. Beim Stand von 2,5:2,5 wählt Kasparow eine Variante, die er selten spielte — und begeht nach sieben Zügen einen bekannten Fehler. Die Maschine opfert, und nach 19 Zügen ist alles vorbei.
Für die Großmeisterklasse ist die Partie ein Wendepunkt: Seitdem spielen Engines stärker als jeder Mensch. Wer heute auf höchstem Niveau spielt, muss verstehen, wie sie denken — das Thema der Lektion AlphaZero-inspirierte Konzepte.
Der Zug verjagt den Springer g5 — aber Weiß weicht nicht aus, sondern schlägt auf e6. Das Opfer war aus der Theorie bekannt: Der schwarze König verliert das Rochaderecht und steht dauerhaft unsicher. Kasparow soll gehofft haben, ein Computer würde ein solches langfristiges Opfer nicht wagen.
Nach 9…fxe6 hat Weiß eine Figur weniger. Dafür: König ohne Rochade, Läufer auf g6 und f4, Turm auf der e-Linie, offene Linien am Damenflügel. Genau diese langfristige Kompensation galt lange als Stärke des Menschen — hier zeigt sie die Maschine.
1. Warum kann Schwarz 17.Lf5 nicht einfach ignorieren? 2. Wie viel Material hat Weiß nach 18…Lxe7? 3. Kasparow gab nach 19.c4 auf. Welche schwarze Figur ist danach als Nächstes in Gefahr?