Wie nimmt man eine gegnerische Figur vom Brett? Und welche merkwürdigen Sonderregeln haben die Bauern? Zwei Demos zum Mitmachen.
Im Schach schlägt man eine gegnerische Figur, indem man mit der eigenen Figur auf ihr Feld zieht. Die geschlagene Figur kommt vom Brett — sie ist endgültig weg.
Das Schlagen ist freiwillig: Du darfst schlagen, du musst nicht (es gibt eine Ausnahme — wenn dein König im Schach steht, musst du das Schach abwehren, dazu mehr in Lektion 5).
Während alle anderen Figuren so schlagen, wie sie ziehen (z. B. der Läufer schlägt diagonal — passt zu seinem Zug), bewegen sich Bauern geradeaus nach vorn, schlagen aber diagonal nach vorn.
Klicke den weißen Bauern auf e4. Du siehst: Er kann nach e5 ziehen (grüner Punkt) oder die schwarzen Figuren auf d5 oder f5 schlagen (roter Ring).
Andere Figuren schlagen so, wie sie ziehen. Klicke den Turm — der schwarze Bauer kann geschlagen werden.
Schafft es ein Bauer auf die letzte Reihe (Weiß: 8. Reihe, Schwarz: 1. Reihe), wird er sofort umgewandelt — du tauschst ihn gegen jede beliebige eigene Figur aus, außer König oder Bauer.
In 99 % der Fälle wandelt man in eine Dame um (die stärkste Figur). Das ist auch der Grund, warum Bauern so wertvoll sind: Jeder einzelne kann zur Dame werden, wenn er es nur bis nach hinten schafft.
Sieh zu, wie aus einem Bauern auf der vorletzten Reihe eine Dame wird:
Diese Regel überrascht jeden Anfänger. En passant (französisch „im Vorbeigehen“) betrifft nur Bauern und nur eine ganz spezielle Situation:
Klingt kompliziert — sieh es dir an:
Drei Züge: Ausgangsstellung → Schwarz spielt den Doppelzug → Weiß schlägt im Vorbeigehen.
Den Doppelschritt der Bauern (zwei Felder vom Startfeld) gibt es erst seit der großen Reform um 1475 — vorher zogen Bauern nur ein Feld. Damit der Doppelschritt nicht das Schlagen der Bauern unmöglich macht („einfach am Gegner vorbeispringen“), wurde gleichzeitig die en-passant-Regel eingeführt.