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Probeklausur — Atomhülle

90 Minuten, 60 Punkte, zwölf Aufgaben: Von der Energiestufe über den Potenzialtopf und die Spektren bis zum Franck-Hertz-Versuch — hier läuft alles zusammen, was das Kapitel zu bieten hat.

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Angaben und Konstanten

  • \(W_n=-\dfrac{13{,}6\,\mathrm{eV}}{n^2}\)  ·  \(\Delta W = W_\text{hoch}-W_\text{tief}\)  ·  \(\lambda=\dfrac{h\,c}{\Delta W}\) mit \(h\,c=1240\,\mathrm{eV\cdot nm}\)
  • Potenzialtopf: \(\lambda_n=\dfrac{2L}{n}\)  ·  \(W_n=\dfrac{n^2h^2}{8m_eL^2}\)  ·  \(W_n\approx n^2\cdot\dfrac{0{,}376\,\mathrm{eV}}{(L/\mathrm{nm})^2}\)
  • Wien: \(\lambda_\text{max}\cdot T=2{,}90\cdot10^{6}\,\mathrm{nm\cdot K}\)  ·  Stefan-Boltzmann: \(\dfrac{P}{A}=\sigma T^4\), \(\sigma=5{,}67\cdot10^{-8}\,\mathrm{\tfrac{W}{m^2K^4}}\)
  • Franck-Hertz / Leuchtschichten: \(W_\text{kin}=eU\)  ·  \(n=\left\lfloor\dfrac{eU}{\Delta W}\right\rfloor\)  ·  \(\dfrac{x_k}{L}=\dfrac{k\,\Delta W}{eU}\)
  • Sichtbares Licht: 380 nm bis 780 nm. Anregungsenergien: Quecksilber 4,9 eV, Neon 18,7 eV.
AFB I

Wissen und Reproduzieren

18 Punkte
A1
Niveaus, Sprünge, Wellenlängen
AFB I 6 Punkte

Das Schema rechts zeigt die untersten Energieniveaus des Wasserstoffatoms. Gib jeweils nur den Zahlenwert an — Komma oder Punkt sind beide erlaubt.

a) Betrag der Energie des Niveaus \(n=3\) 1 P
eV
b) Energie des Photons beim Übergang \(2\to 1\) 1 P
eV
c) Energie des Photons beim Übergang \(4\to 2\) 1 P
eV
d) Energie, die zur Ionisierung aus \(n=4\) nötig ist 1 P
eV
e) Wellenlänge eines Photons mit ΔW = 1,89 eV 1 P
nm
f) Wellenlänge eines Photons mit ΔW = 3,40 eV 1 P
nm
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a) \(|W_3| = \dfrac{13{,}6}{3^2}\,\mathrm{eV} = \dfrac{13{,}6}{9}\,\mathrm{eV} \approx \mathbf{1{,}51\ eV}\)

b) \(\Delta W = W_2 - W_1 = -3{,}40 - (-13{,}60) = \mathbf{10{,}2\ eV}\) — das doppelte Minus wird zum Plus; Beträge addieren wäre falsch.

c) \(\Delta W = W_4 - W_2 = -0{,}85 - (-3{,}40) = \mathbf{2{,}55\ eV}\)

d) Der Betrag eines Niveaus ist die Ionisierungsenergie aus diesem Zustand: \(|W_4| = \dfrac{13{,}6}{16}\,\mathrm{eV} = \mathbf{0{,}85\ eV}\).

e) \(\lambda = \dfrac{1240}{1{,}89}\,\mathrm{nm} \approx \mathbf{656\ nm}\) — die rote Hα-Linie.

f) \(\lambda = \dfrac{1240}{3{,}40}\,\mathrm{nm} \approx \mathbf{365\ nm}\) — die Seriengrenze der Balmer-Serie, knapp im UV.

W W∞ = 0 eV Ionisierungsgrenze n = 3   −1,51 eV n = 2   −3,40 eV n = 1   −13,60 eV n = 4: −0,85 · n = 5: −0,54 3→2 2→1 Grundzustand
Termschema des Wasserstoffatoms (nicht maßstäblich im oberen Bereich)
A2
Begriffe des Termschemas
AFB I 5 Punkte

Ordne jedem Begriff die passende Beschreibung zu. Es stehen mehr Beschreibungen zur Auswahl, als du brauchst.

Begriff und Bedeutung verbinden. 5 P
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Grundzustand → tiefstes Niveau, n = 1 bei −13,60 eV. Ionisierungsgrenze → \(W_\infty = 0\) eV; oberhalb ist das Elektron frei, die erlaubten Energien liegen dort nicht mehr in Stufen.

Lyman-Serie → Zielniveau n = 1, alle Linien im UV. Balmer-Serie → Zielniveau n = 2, die einzige Serie im sichtbaren Bereich. Eine Serie hängt immer am unteren Niveau, nie am Startniveau.

Seriengrenze → dort laufen für \(n\to\infty\) unendlich viele Linien zusammen; sie ist eine Häufungsstelle und keine besonders helle Linie.

Nicht gebraucht: die Zahl der Bäuche (gehört zum Potenzialtopf) und 4,9 eV (Anregungsenergie von Quecksilber im Franck-Hertz-Versuch).

A3
Die Kennlinie der Quecksilberdampf-Röhre
AFB I 4 Punkte

Die Abbildung zeigt den Auffangstrom \(I\) einer Franck-Hertz-Röhre in Abhängigkeit von der Beschleunigungsspannung \(U\).

a) Welche Aufgabe hat die Gegenspannung zwischen Gitter und Anode? 2 P
b) Abstand zweier benachbarter Stromeinbrüche 1 P
V
c) Spannung, bei der der fünfte Einbruch auftritt 1 P
V
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Die Gegenspannung ist der „Türsteher“: Nur Elektronen, die nach dem Durchlaufen des Gitters noch genug kinetische Energie besitzen, kommen an der Anode an. Erst dadurch wird der Energieverlust beim inelastischen Stoß überhaupt als Stromeinbruch messbar. Beschleunigt wird zwischen Kathode und Gitter, geheizt wird die Kathode selbst.

b) Die Einbrüche liegen bei 4,9 V — 9,8 V — 14,7 V — 19,6 V, also im festen Abstand ΔU = 4,9 V. Wegen \(W_\text{kin}=eU\) entspricht das genau der Anregungsenergie 4,9 eV des Quecksilberatoms.

c) \(U_5 = 5\cdot 4{,}9\,\mathrm V = \mathbf{24{,}5\ V}\).

U in V I 4,99,814,719,6 Hg-Dampf · Gegenspannung als Energiefilter
Auffangstrom in Abhängigkeit von der Beschleunigungsspannung
A4
Das Kastenmodell — was gilt?
AFB I 3 Punkte

Ein Elektron sitzt in einem eindimensionalen Potenzialtopf der Breite \(L\) mit unendlich hohen Wänden.

Kreuze alle Aussagen an, die für dieses Modell zutreffen. (mehrere Antworten richtig) 3 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Richtig:

• Knoten an beiden Wänden — die Aufenthaltswahrscheinlichkeit ist am Rand null, also muss ψ dort verschwinden. Genau daraus folgt die Passbedingung \(L = n\cdot\frac{\lambda}{2}\).

• n = 1 mit \(W_1 \gt 0\) — die Nullpunktsenergie. Ein Zustand n = 0 hätte überall ψ = 0, das Elektron wäre nirgends; \(\lambda_0 = \frac{2L}{0}\) ist gar nicht definiert.

• n Bäuche — dazu \(n-1\) Knoten im Inneren (plus die beiden an den Wänden).

Falsch: Bei unendlich hohen Wänden ist die Aufenthaltswahrscheinlichkeit außerhalb exakt null. Wegen \(W_n\sim n^2\) laufen die Stufen nach oben auseinander (umgekehrt zum Wasserstoffatom). Und \(L\) steht im Nenner: \(W_n\sim 1/L^2\), ein breiterer Topf senkt alle Stufen ab.

AFB II

Anwenden und Berechnen

27 Punkte
A5
Die vierte sichtbare Balmer-Linie
AFB II 6 Punkte

In einer Wasserstoff-Gasentladungsröhre springt ein Elektron vom Niveau \(n=6\) auf das Niveau \(n=2\). Diese Hδ-Linie ist im Spektrum rechts noch nicht beschriftet.

Gegeben: \(W_n=-\dfrac{13{,}6\,\mathrm{eV}}{n^2}\), \(h\,c = 1240\,\mathrm{eV\cdot nm}\), sichtbarer Bereich 380 nm bis 780 nm.
a) Energie des ausgesandten Photons 2 P
eV
b) Wellenlänge der Linie 2 P
nm
c) In welchem Spektralbereich liegt diese Linie? 2 P
Zusätzlich schriftlich: Begründe, warum die Balmer-Linien zur kurzwelligen Seite hin immer dichter zusammenrücken. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(W_6=-\dfrac{13{,}6}{36}\,\mathrm{eV}\approx -0{,}378\,\mathrm{eV}\), \(W_2=-3{,}40\,\mathrm{eV}\).
\(\Delta W = W_6-W_2 = -0{,}378-(-3{,}40) \approx \mathbf{3{,}02\ eV}\)

b) \(\lambda=\dfrac{1240}{3{,}02}\,\mathrm{nm}\approx \mathbf{410\ nm}\)

c) 410 nm liegt zwischen 380 nm und 780 nm, also im Sichtbaren — ganz am violetten Rand. Die Balmer-Serie ist die einzige Serie, die im Fenster des Auges liegt; Lyman liegt komplett im UV, Paschen komplett im IR.

Erwartungshorizont zur Begründung: Die Energieniveaus rücken nach oben immer enger zusammen und laufen gegen die Ionisierungsgrenze \(W_\infty=0\). Damit wachsen die Energiedifferenzen zum festen Zielniveau \(n=2\) immer weniger: von 3→2 auf 4→2 ändert sich ΔW noch deutlich (1,89 auf 2,55 eV), von 5→2 auf 6→2 kaum noch (2,86 auf 3,02 eV). Wegen \(\lambda=1240/\Delta W\) liegen die zugehörigen Wellenlängen (656 · 486 · 434 · 410 nm) entsprechend immer dichter beieinander und häufen sich an der Seriengrenze bei 365 nm. Diese ist eine Häufungsstelle, keine besonders helle Linie.

UV IR 410 434 486 656 365 Seriengrenze 380 nm780 nm ? Balmer-Linien des Wasserstoffs (λ in nm)
Sichtbares Spektralband mit den Balmer-Linien
A6
Elektron in einem Halbleiter-Quantenpunkt
AFB II 6 Punkte

Ein Elektron ist in einem Quantenpunkt eingesperrt. Er wird als eindimensionaler Potenzialtopf der Breite \(L=2{,}0\,\mathrm{nm}\) mit unendlich hohen Wänden beschrieben.

Gegeben: \(L = 2{,}0\,\mathrm{nm}\), \(\lambda_n=\dfrac{2L}{n}\), \(W_n\approx n^2\cdot\dfrac{0{,}376\,\mathrm{eV}}{(L/\mathrm{nm})^2}\), \(h\,c = 1240\,\mathrm{eV\cdot nm}\).
a) Wellenlänge der stehenden Welle im Grundzustand 1 P
nm
b) Energie des Grundzustands 2 P
eV
c) Energie des Photons beim Übergang \(2\to 1\) 2 P
eV
d) In welchem Spektralbereich liegt dieses Photon? 1 P
Zusätzlich schriftlich: Erläutere, warum der tiefste Zustand \(n=1\) ist und nicht \(n=0\). Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(\lambda_1=\dfrac{2L}{1}=2\cdot 2{,}0\,\mathrm{nm}=\mathbf{4{,}0\ nm}\) — in die Breite \(L\) passt genau eine Halbwelle.

b) \(W_1=\dfrac{0{,}376\,\mathrm{eV}}{(2{,}0)^2}=\dfrac{0{,}376}{4{,}0}\,\mathrm{eV}=\mathbf{0{,}094\ eV}\)

c) \(\Delta W = W_2-W_1=(2^2-1^2)\,W_1=3W_1=3\cdot 0{,}094\,\mathrm{eV}\approx \mathbf{0{,}28\ eV}\). Der Faktor 3 darf nicht vergessen werden — \(W_2\) allein ist nicht die Photonenenergie.

d) \(\lambda=\dfrac{1240}{0{,}28}\,\mathrm{nm}\approx 4{,}4\cdot 10^{3}\,\mathrm{nm}=4{,}4\,\mathrm{\mu m}\) — weit jenseits von 780 nm, also Infrarot.

Erwartungshorizont zur Begründung: Für \(n=0\) wäre \(\lambda_0=\frac{2L}{0}\) gar nicht definiert, und eine Welle ohne Bauch hätte überall ψ = 0 — das Elektron wäre nirgends anzutreffen. Der tiefste mögliche Zustand ist deshalb \(n=1\) mit \(W_1\gt 0\): die Nullpunktsenergie. Ein eingesperrtes Elektron kann nie ganz ruhen, und je enger der Topf, desto größer diese Restenergie (\(W_1\sim 1/L^2\)).

∞ ∞ n = 2 n = 1 L = 2,0 nm Wellenfunktion ψ, Knoten an beiden Wänden
Stehende Wellen im Potenzialtopf der Breite L
A7
Wärmebildkamera und Sonne
AFB II 6 Punkte

Eine Wärmebildkamera misst an einer Hauswand ein Strahlungsmaximum bei \(\lambda_\text{max}=10\,400\,\mathrm{nm}\). Zum Vergleich betrachtest du die Sonnenoberfläche mit \(T=5800\,\mathrm{K}\).

Gegeben: \(\lambda_\text{max}\cdot T = 2{,}90\cdot 10^{6}\,\mathrm{nm\cdot K}\), \(\dfrac{P}{A}=\sigma T^4\) mit \(\sigma = 5{,}67\cdot10^{-8}\,\mathrm{\tfrac{W}{m^2K^4}}\).
a) Temperatur der Hauswand 2 P
K
b) Lage des Strahlungsmaximums der Sonne 2 P
nm
c) Welche Aussage folgt richtig aus den beiden Gesetzen? 2 P
Zusätzlich schriftlich: Erkläre, warum die Hauswand für das Auge völlig dunkel bleibt, für die Kamera aber deutlich sichtbar ist. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
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a) \(T=\dfrac{2{,}90\cdot10^{6}\,\mathrm{nm\cdot K}}{10\,400\,\mathrm{nm}}\approx \mathbf{279\ K}\) — also rund 6 °C.

b) \(\lambda_\text{max}=\dfrac{2{,}90\cdot10^{6}\,\mathrm{nm\cdot K}}{5800\,\mathrm K}=\mathbf{500\ nm}\) — grüngelb, mitten im sichtbaren Bereich; deshalb erscheint die Sonne (fast) weiß.

c) Richtig ist die zweite Aussage: Die Kurve verschiebt sich und wächst zugleich — sie kippt nicht nur zur Seite. Falsch sind: die Leistung steigt mit \(T^4\), also auf das 16-fache (nicht das Doppelte); auch kühle Körper strahlen, nur unsichtbar im Infraroten; und Wien liefert nur die Lage des Maximums, die Helligkeit kommt aus Stefan-Boltzmann.

Erwartungshorizont zur Begründung: Bei 279 K liegt das Maximum bei rund 10 µm, also weit im fernen Infrarot — im sichtbaren Fenster (380 nm bis 780 nm) ist die Intensität so gering, dass das Auge nichts wahrnimmt. Die Kurve fällt aber nie exakt auf null; die Wand strahlt sehr wohl. Wärmebildkameras sind genau für den Bereich um 10 µm gebaut und machen diese Strahlung sichtbar. Zwischen 279 K und 293 K liegen nur etwa 5 % Temperaturunterschied, wegen \(T^4\) aber gut 20 % mehr abgestrahlte Leistung — deshalb liefert die Kamera einen guten Kontrast.

sichtbar λ in nm Intensität 5800 K (Sonne) 2700 K (Glühwendel) 500100020003000 Hauswand: λmax ≈ 10 400 nm — weit rechts außerhalb
Strahlungskurven bei zwei Temperaturen
A8
Resonanz — passt das Photon?
AFB II 5 Punkte

Durch eine Küvette mit kühlem Wasserstoffgas läuft weißes Licht. Die Atome befinden sich im Zustand \(n=2\).

Gegeben: \(W_2=-3{,}40\), \(W_3=-1{,}51\), \(W_4=-0{,}85\), \(W_5=-0{,}54\), \(W_6=-0{,}378\) (alle in eV).
a) Welche Photonenenergien werden absorbiert? (mehrere Antworten richtig) 3 P
b) Wie viel Energie fehlt einem Photon mit 2,40 eV zum Übergang \(2\to 4\)? 2 P
eV
Zusätzlich schriftlich: Begründe, warum ein Photon mit 2,60 eV trotz der geringen Abweichung vollständig durchgelassen wird. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
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a) Aus \(n=2\) sind erlaubt: \(2\to3\): \(-1{,}51-(-3{,}40)=\mathbf{1{,}89\ eV}\) (656 nm, rot) · \(2\to4\): \(\mathbf{2{,}55\ eV}\) (486 nm, blaugrün) · \(2\to5\): \(\mathbf{2{,}86\ eV}\) (434 nm, violett). Zur Ionisierung wären 3,40 eV nötig — 3,10 eV reichen dafür nicht und passen zu keinem Übergang; 2,00 eV und 2,60 eV passen ebenfalls zu keiner Differenz.

b) \(2{,}55\,\mathrm{eV}-2{,}40\,\mathrm{eV}=\mathbf{0{,}15\ eV}\).

Erwartungshorizont zur Begründung: Resonanz kennt kein „ungefähr“. Die Bedingung \(W_\text{Ph}=\Delta W\) ist scharf: entweder das Photon passt exakt zu einer Niveaudifferenz und wird vollständig geschluckt, oder es läuft ungehindert durch. Ein Photon mit 2,60 eV liegt nur 0,05 eV neben dem Übergang \(2\to4\) — es gibt aber weder eine Teilabsorption noch die Möglichkeit, den Überschuss abzugeben oder die fehlende Energie „auszuleihen“. Deshalb entstehen dünne dunkle Striche und keine breiten grauen Bänder.

W = 0 n = 6n = 5n = 4n = 3n = 2 1,892,552,863,02 Absorption aus n = 2, ΔW in eV passt nicht → läuft durch
Erlaubte Absorptionsübergänge aus dem Zustand n = 2
A9
Leuchtschichten im Neon-Rohr
AFB II 4 Punkte

Ein Rohr ist mit Neon gefüllt. Zwischen Kathode und Gitter liegt die Beschleunigungsspannung \(U\); die Anregungsenergie von Neon beträgt \(\Delta W = 18{,}7\,\mathrm{eV}\).

Gegeben: \(n=\left\lfloor\dfrac{eU}{\Delta W}\right\rfloor\), \(\dfrac{x_k}{L}=\dfrac{k\,\Delta W}{eU}\), \(\Delta W_\mathrm{Ne}=18{,}7\,\mathrm{eV}\).
a) Zahl der Leuchtschichten bei \(U=45\,\mathrm V\) 1 P
Schichten
b) Spannung, ab der die dritte Schicht erscheint 2 P
V
c) Bei \(U=93{,}5\,\mathrm V\): Lage der zweiten Schicht, in Prozent der Strecke Kathode–Gitter 1 P
%
Zusätzlich schriftlich: Begründe, warum die Schichten bei steigender Spannung zur Kathode wandern. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(\dfrac{45}{18{,}7}\approx 2{,}41\) → abrunden: \(n=\mathbf{2}\) Schichten. Der Rest bleibt dem Elektron als Bewegungsenergie; eine „halbe“ Schicht gibt es nicht.

b) \(U_3=\dfrac{3\cdot 18{,}7\,\mathrm{eV}}{e}=\mathbf{56{,}1\ V}\).

c) \(\dfrac{x_2}{L}=\dfrac{2\cdot 18{,}7}{93{,}5}=\dfrac{37{,}4}{93{,}5}=0{,}40\) → 40 %. Bei 93,5 V liegen fünf Schichten bei 20 %, 40 %, 60 %, 80 % und 100 %.

Erwartungshorizont zur Begründung: Eine Schicht liegt dort, wo das Elektron zum \(k\)-ten Mal die Energie \(k\cdot\Delta W\) beisammen hat, also bei \(\frac{x_k}{L}=\frac{k\,\Delta W}{eU}\). Die Spannung \(U\) steht im Nenner: Wird \(U\) größer, wird der Bruchteil \(x_k/L\) kleiner, die Stelle rückt also näher an die Kathode — entgegen der Flugrichtung der Elektronen. Hinten wird dadurch Platz für eine weitere Schicht. Mehr Spannung macht die Schichten außerdem heller, nicht farbiger: die Farbe hängt allein an den Übergängen des Neon-Atoms.

K G x₁x₂x₃ L Schichten in gleichen Abständen: xₖ/L = k · ΔW / (eU)
Leuchtschichten im Neon-Rohr (Beispiel mit drei Schichten)
AFB III

Beurteilen und Bewerten

15 Punkte
A10
Fehler im Klausurheft
AFB III 5 Punkte

Ein Kurs hat sechs Merksätze zum Wasserstoffatom notiert. Drei davon sind physikalisch falsch.

Kreuze alle Zeilen an, die einen Fehler enthalten. (mehrere Antworten richtig) 5 P
Zusätzlich schriftlich: Stelle jede falsche Zeile richtig und gib jeweils die passende Rechnung oder Regel an. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Falsch — Zeile 1: 3,40 eV ist der Betrag von \(W_2\), also die Ionisierungsenergie aus \(n=2\). Aus dem Grundzustand sind \(|W_1|=\mathbf{13{,}60\ eV}\) nötig.

Falsch — Zeile 3: \(\lambda=\dfrac{1240\,\mathrm{eV\cdot nm}}{\Delta W}\) — ΔW steht im Nenner. Großes ΔW bedeutet kurze Wellenlänge (6→1 liegt im UV, 4→3 im IR).

Falsch — Zeile 5: Nicht die Zahl der übersprungenen Stufen entscheidet, sondern wie tief unten der Übergang endet. \(5\to2\) liefert nur 2,86 eV, \(2\to1\) dagegen 10,2 eV.

Richtig sind: die negativen Niveauenergien (Nullpunkt \(W_\infty=0\) = gerade freies Elektron); \(4\to1\): \(-0{,}85-(-13{,}60)=12{,}75\,\mathrm{eV}\) (Beträge zu addieren gäbe falsche 14,45 eV); und die strikte Diskretheit — zwischen den Stufen kann das Elektron nicht ruhen, nicht einmal kurz. Genau daraus folgt das Linienspektrum statt eines lückenlosen Bandes.

Plausibilitätskontrolle: Jedes ΔW beim Wasserstoff muss kleiner sein als 13,60 eV.

A11
Nanodrähte — trägt die Vorhersage?
AFB III 5 Punkte

An vier Nanodrähten unterschiedlicher Länge wurde jeweils die Energie des Übergangs \(1\to 2\) gemessen. Das Potenzialtopfmodell sagt \(\Delta W_{1\to2}=3W_1\) mit \(W_1\approx\frac{0{,}376\,\mathrm{eV}}{(L/\mathrm{nm})^2}\) voraus, also \(\Delta W\cdot L^2\approx 3\cdot 0{,}376 = 1{,}128\,\mathrm{eV\,nm^2}\).

DrahtABCD
L in nm1,001,502,003,00
gemessenes ΔW in eV1,100,490,290,12
a) Vom Modell erwarteter Wert für Draht B 2 P
eV
b) Testgröße ΔW · L² für Draht C 1 P
eV·nm²
c) Welche Schlussfolgerung ist tragfähig? 2 P
Zusätzlich schriftlich: Ein roter Draht sendet Licht mit 650 nm aus. Berechne die dazu passende Länge \(L\) und nimm Stellung dazu, ob die Modellannahmen dort noch tragen. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(\Delta W=\dfrac{3\cdot 0{,}376}{(1{,}50)^2}\,\mathrm{eV}=\dfrac{1{,}128}{2{,}25}\,\mathrm{eV}\approx \mathbf{0{,}50\ eV}\) gegen den Messwert 0,49 eV — Übereinstimmung auf etwa 2 %.

b) \(0{,}29\cdot (2{,}00)^2 = 0{,}29\cdot 4{,}00 = \mathbf{1{,}16\ eV\,nm^2}\).

c) Die vier Produkte lauten A 1,10 · B 1,10 · C 1,16 · D 1,08 eV·nm². Sie streuen um weniger als ±4 % um den Mittelwert 1,11 eV·nm² und liegen dicht am theoretischen Wert 1,128 eV·nm². Damit ist die Proportionalität \(\Delta W \sim 1/L^2\) über den ganzen Messbereich bestätigt. Eine exakte Übereinstimmung ist bei einer Messung nicht zu erwarten und wäre kein sinnvolles Prüfkriterium; \(\Delta W \sim 1/L\) würde stattdessen ein Produkt \(\Delta W\cdot L\) konstant halten — das tut es hier nicht.

Erwartungshorizont zur Stellungnahme: \(\Delta W=\frac{1240}{650}\,\mathrm{eV}\approx 1{,}91\,\mathrm{eV}\); daraus \(L^2=\frac{1{,}128}{1{,}91}\approx 0{,}59\,\mathrm{nm^2}\), also \(L\approx \mathbf{0{,}77\ nm}\). Das sind nur wenige Atomdurchmesser (rund 0,1 nm je Atom). Auf dieser Skala sind die Modellannahmen kaum noch haltbar: Es gibt keine steilen, unendlich hohen Wände, das Potenzial ist weich, und die eindimensionale Beschreibung wird der Struktur nicht mehr gerecht. Das Modell bleibt trotzdem brauchbar — für lange Drähte liefert es gute Zahlen, für sehr kurze nur noch die Größenordnung. Modelle sind zweckgebunden: Die Frage ist nicht „stimmt es?“, sondern „wofür stimmt es?“.

L in nm ΔW in eV 00,51,0 1,01,52,03,0 ABCD Modell: ΔW = 1,128 / L²
Messwerte A–D und Modellkurve
A12
Eine dunkle Linie bei 589 nm
AFB III 5 Punkte

Weißes Licht läuft durch eine Küvette mit heißem Natriumdampf und danach durch ein Gitter. Auf dem Schirm fehlt genau die Farbe bei 589 nm — dort erscheint eine dunkle Linie. Von der Seite betrachtet leuchtet der Dampf gelb.

Gegeben: \(h\,c = 1240\,\mathrm{eV\cdot nm}\), Grundzustand des Natriumatoms \(W_1=-5{,}14\,\mathrm{eV}\).
a) Energie eines Photons der Wellenlänge 589 nm 2 P
eV
b) Welche Schlüsse sind aus der Beobachtung zulässig? (mehrere Antworten richtig) 3 P
Zusätzlich schriftlich: Erkläre, wie beide Beobachtungen — die dunkle Linie in Durchsicht und das gelbe Leuchten von der Seite — mit einem Vorgang zusammenpassen. Der Erwartungshorizont steht in der Lösung.
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(W=\dfrac{1240}{589}\,\mathrm{eV}\approx \mathbf{2{,}11\ eV}\).

b) Zulässig:

• Das Gas kann 589 nm auch emittieren — Kirchhoffscher Umkehrsatz: Ein Gas absorbiert genau die Wellenlängen, die es bei gleicher Temperatur auch aussenden würde.

• Zwei Niveaus unterscheiden sich um rund 2,11 eV — genau das ist die Resonanzbedingung \(W_\text{Ph}=\Delta W\).

• Anregung, keine Ionisierung — das Zielniveau liegt bei \(-5{,}14+2{,}11=-3{,}03\,\mathrm{eV}\), also weiterhin unter null: Das Elektron bleibt gebunden. Zur Ionisierung wären mindestens 5,14 eV nötig.

Nicht zulässig: Die Energie ist nicht vernichtet (das widerspräche der Energieerhaltung) — sie wird als Photon gleicher Wellenlänge wieder abgestrahlt, nur in zufällige Richtung. Bei 600 nm passt die Photonenenergie schon nicht mehr in die Lücke; Resonanz kennt kein „fast“, es gibt keine abgeschwächte Nachbarlinie. Und stärkeres Heizen bringt mehr Natriumatome in den Strahlengang: Die Linie wird dunkler und breiter, nicht heller — heller wird nur das seitliche Leuchten.

Erwartungshorizont zur Erklärung: Beides ist derselbe Vorgang, die Resonanzabsorption mit anschließender ungerichteter Wiederabstrahlung. Ein Photon mit exakt 2,11 eV hebt ein Elektron auf das passende Niveau; nach kurzer Zeit fällt es zurück und sendet ein Photon derselben Wellenlänge aus — jedoch in eine zufällige Richtung. Nur ein winziger Bruchteil fliegt wieder in die ursprüngliche Strahlrichtung, deshalb fehlt dem durchgehenden Strahl fast das gesamte Licht dieser Farbe (dunkle Linie). Seitlich dagegen kommt Licht an, das ohne das Gas nie dorthin gelangt wäre — der Dampf leuchtet gelb. Die Energie wird also nicht vernichtet, sondern aus dem Strahl herausgestreut.

Probeklausur auswerten

Wenn du alle 12 Aufgaben bearbeitet hast, klicke auf „Auswerten“. Jede Teilaufgabe wird automatisch geprüft — du erhältst Punktzahl, Note und zu jeder Aufgabe den vollständigen Lösungsweg samt Erwartungshorizont für die schriftlichen Begründungen.

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Automatisch bewertet werden Zahleneingaben, Single-Choice, Mehrfachauswahl und Zuordnungen. Bei Mehrfachauswahl zählt jede richtige Angabe, jede falsch angekreuzte zieht wieder ab. Die schriftlichen Begründungen bewertest du selbst am Erwartungshorizont.

Notenschlüssel — 60 Punkte

PunkteNoteBeurteilung
60 – 54 P1sehr gut
53 – 45 P2gut
44 – 36 P3befriedigend
35 – 27 P4ausreichend
26 – 15 P5mangelhaft
14 – 0 P6ungenügend

Punkteverteilung: AFB I 18 P · AFB II 27 P · AFB III 15 P. Bearbeitungszeit 90 Minuten.