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AbituraufgabenBewegung im Feld

Fünf Aufgaben im Stil der schriftlichen Abiturprüfung — mit Operatoren und vollständigem Erwartungshorizont zur Selbstkontrolle.

1

Elektronenkanone im Oszilloskop

AFB I

In der Bildröhre eines Oszilloskops erzeugt eine Elektronenkanone den Elektronenstrahl. Aus einer geheizten Katode treten Elektronen praktisch mit der Geschwindigkeit null aus. Zwischen Katode und Anode liegt die Beschleunigungsspannung \(U = 1{,}5\,\mathrm{kV}\) an; der Abstand der beiden Elektroden beträgt \(d = 3{,}0\,\mathrm{cm}\) (Material M1). Das Feld zwischen Katode und Anode kann als homogen angesehen werden, die Röhre ist evakuiert.

Rechnen Sie mit \(e = 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\) und \(m_\text{e} = 9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}\).

M1Beschleunigungsstrecke der Elektronenkanone
Heizung Katode (geheizt) ++++ Anode (mit Loch) Feldlinien v Strahl d = 3,0 cm − + U = 1,5 kV

Die Feldlinien verlaufen von der positiven Anode zur negativen Katode. Das Elektron bewegt sich entgegen der Feldrichtung — auf die Anode zu — und verlässt die Kanone durch das Loch in der Anode.

  1. Begründen Sie anhand von Material M1, dass die Elektronen zur Anode hin beschleunigt werden, und berechnen Sie den Betrag der Kraft auf ein Elektron sowie seine Beschleunigung.
  2. Berechnen Sie mithilfe des Energiesatzes die Geschwindigkeit, mit der ein Elektron die Anode erreicht.
  3. Berechnen Sie die Zeit, die ein Elektron für den Weg von der Katode zur Anode benötigt, und zeigen Sie, dass sich mit dieser Zeit die Geschwindigkeit aus Teilaufgabe b) bestätigt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Feldrichtung ist über die Kraft auf eine positive Probeladung festgelegt — das Elektron ist aber negativ. Für die Beträge: erst \(E=\frac{U}{d}\), dann \(F=e\,E\), dann \(a=\frac{F}{m_\text{e}}\). Rechne \(d\) in Meter um.„Begründen“ verlangt die Kette: Feldrichtung aus M1 ablesen, Vorzeichen der Ladung anwenden, Kraftrichtung folgern.
Hinweis zu Aufgabe b)
Beim Durchlaufen der Spannung \(U\) verrichtet das Feld die Arbeit \(W=e\,U\); im Vakuum steckt sie vollständig in der Bewegungsenergie: \(e\,U=\tfrac12 m_\text{e} v^{2}\). Stelle nach \(v\) um.Der Plattenabstand geht hier nicht ein — die Endgeschwindigkeit hängt allein von der durchlaufenen Spannung ab.
Hinweis zu Aufgabe c)
Die Bewegung beginnt aus der Ruhe und ist gleichmäßig beschleunigt: \(s=\tfrac12 a t^{2}\). Setze \(s=d\) ein und stelle nach \(t\) um. Für den zweiten Teil brauchst du \(v=a\,t\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

In M1 zeigen die Feldlinien von der Anode zur Katode, die Feldrichtung ist also nach links gerichtet. Die Feldrichtung ist als Richtung der Kraft auf eine positive Probeladung festgelegt; das Elektron ist negativ geladen, die Kraft wirkt daher entgegen der Feldrichtung — nach rechts, zur Anode hin. Die Elektronen werden folglich zur Anode beschleunigt.

Feldstärke: \(\displaystyle E=\frac{U}{d}=\frac{1500\,\mathrm V}{0{,}030\,\mathrm m}=5{,}0\cdot 10^{4}\,\mathrm{\frac{V}{m}}\). Kraft: \(F=e\,E=1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\cdot 5{,}0\cdot 10^{4}\,\mathrm{\frac{V}{m}}=8{,}0\cdot 10^{-15}\,\mathrm N\). Beschleunigung: \(\displaystyle a=\frac{F}{m_\text{e}}=\frac{8{,}0\cdot 10^{-15}\,\mathrm N}{9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}}=8{,}8\cdot 10^{15}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\). Diese Beschleunigung ist auf dem gesamten Weg konstant, weil das Feld homogen ist.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Energiesatz: \(e\,U=\tfrac12 m_\text{e} v^{2}\), also \(\displaystyle v=\sqrt{\frac{2\,e\,U}{m_\text{e}}}\). Einsetzen: \(\displaystyle v=\sqrt{\frac{2\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\cdot 1500\,\mathrm V}{9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}}}=\sqrt{5{,}27\cdot 10^{14}\,\mathrm{\frac{m^{2}}{s^{2}}}}\). Ergebnis: \(v=2{,}3\cdot 10^{7}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\) (rund 8 % der Lichtgeschwindigkeit).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Ansatz: \(d=\tfrac12 a t^{2}\), also \(\displaystyle t=\sqrt{\frac{2d}{a}}=\sqrt{\frac{2\cdot 0{,}030\,\mathrm m}{8{,}8\cdot 10^{15}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}}}=2{,}6\cdot 10^{-9}\,\mathrm s=2{,}6\,\mathrm{ns}\).

Kontrolle: \(v=a\,t=8{,}8\cdot 10^{15}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\cdot 2{,}6\cdot 10^{-9}\,\mathrm s=2{,}3\cdot 10^{7}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\). Der kinematische Weg liefert dieselbe Endgeschwindigkeit wie der Energiesatz — beide Beschreibungen derselben Bewegung stimmen überein.

2

Protonen aus der Ionenquelle

AFB II

In einer Ionenquelle werden Protonen erzeugt und anschließend zwischen zwei parallelen Platten aus der Ruhe beschleunigt. Eine Simulation der Bewegung liefert das Geschwindigkeit-Zeit-Diagramm in Material M1. Nach \(t = 0{,}50\,\mathrm{\mu s}\) erreicht das Proton die zweite Platte mit \(v = 4{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\).

Rechnen Sie mit \(e = 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\) und \(m_\text{p} = 1{,}67\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}\).

M1Geschwindigkeit-Zeit-Diagramm des Protons
0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0 1 2 3 4 5 t in µs v in 10⁵ m/s P (0,50 µs | 4,0 · 10⁵ m/s) Proton

Der Graph beginnt im Ursprung und endet im markierten Punkt P, in dem das Proton die zweite Platte erreicht.

  1. Beschreiben Sie den Verlauf des Graphen in Material M1 und erklären Sie mithilfe der Feldkraft, warum die Bewegung des Protons gleichmäßig beschleunigt ist.
  2. Ermitteln Sie aus Material M1 die Beschleunigung des Protons und berechnen Sie daraus die Feldstärke zwischen den Platten.
  3. Berechnen Sie den Abstand der beiden Platten und die zwischen ihnen anliegende Spannung.
  4. Weisen Sie nach, dass sich die Spannung aus Teilaufgabe c) auch ohne Kenntnis des Plattenabstands direkt aus der Endgeschwindigkeit ergibt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Beschreibe: Ursprung, Form (Gerade?), Steigung, Endpunkt. Erkläre dann: Welche Kraft wirkt, und warum ist sie überall gleich groß?„Erklären“ heißt: die Beobachtung (lineares \(v\)-\(t\)-Diagramm) auf eine Ursache (konstante Kraft im homogenen Feld, \(F=m\,a\)) zurückführen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Die Beschleunigung ist die Steigung des \(v\)-\(t\)-Graphen: \(a=\frac{\Delta v}{\Delta t}\). Achte auf die Einheit µs \(=10^{-6}\,\mathrm s\). Danach \(F=m_\text{p}\,a\) und \(E=\frac{F}{e}\).
Hinweis zu Aufgabe c)
Aus der Ruhe gilt \(s=\tfrac12 a t^{2}\) — mit der Flugzeit aus M1 ist \(s\) genau der Plattenabstand. Die Spannung folgt aus \(E=\frac{U}{d}\).
Hinweis zu Aufgabe d)
Nutze den Energiesatz \(e\,U=\tfrac12 m_\text{p} v^{2}\) und stelle nach \(U\) um. Vergleiche mit dem Wert aus c).„Nachweisen“ verlangt eine Rechnung, die zum bereits bekannten Wert führt — nicht nur die Behauptung, dass es passt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Graph ist eine Ursprungsgerade: Die Geschwindigkeit wächst proportional zur Zeit von \(0\) bis \(4{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\) bei \(t=0{,}50\,\mathrm{\mu s}\) (Punkt P), die Steigung ist konstant.

Erklärung: Zwischen den parallelen Platten ist das Feld homogen, die Feldstärke \(E\) ist also an jeder Stelle gleich. Damit wirkt auf das Proton überall dieselbe Kraft \(F=e\,E\). Nach \(F=m\,a\) gehört zu einer konstanten Kraft eine konstante Beschleunigung — die Bewegung ist gleichmäßig beschleunigt, und genau das zeigt sich im linearen \(v\)-\(t\)-Verlauf.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Beschleunigung aus der Steigung: \(\displaystyle a=\frac{\Delta v}{\Delta t}=\frac{4{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}}{0{,}50\cdot 10^{-6}\,\mathrm s}=8{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\).

Kraft: \(F=m_\text{p}\,a=1{,}67\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}\cdot 8{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}=1{,}34\cdot 10^{-15}\,\mathrm N\). Feldstärke: \(\displaystyle E=\frac{F}{e}=\frac{1{,}34\cdot 10^{-15}\,\mathrm N}{1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C}=8{,}4\cdot 10^{3}\,\mathrm{\frac{V}{m}}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Plattenabstand: \(d=\tfrac12 a t^{2}=\tfrac12\cdot 8{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\cdot\left(0{,}50\cdot 10^{-6}\,\mathrm s\right)^{2}=0{,}10\,\mathrm m=10\,\mathrm{cm}\).

Spannung: \(U=E\cdot d=8{,}4\cdot 10^{3}\,\mathrm{\frac{V}{m}}\cdot 0{,}10\,\mathrm m\approx 8{,}4\cdot 10^{2}\,\mathrm V\) (mit ungerundeten Zwischenwerten: \(835\,\mathrm V\)).

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Energiesatz: \(e\,U=\tfrac12 m_\text{p} v^{2}\), also \(\displaystyle U=\frac{m_\text{p}\,v^{2}}{2e}=\frac{1{,}67\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}\cdot\left(4{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\right)^{2}}{2\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C}=835\,\mathrm V\).

Das ist derselbe Wert wie in c). Der Plattenabstand geht nicht ein: Die Endgeschwindigkeit wird allein durch die durchlaufene Spannung festgelegt — ein langer Weg im schwachen Feld liefert dieselbe Energie wie ein kurzer im starken.

3

Elektronen im Gegenfeld

AFB II

Elektronen treten mit der kinetischen Energie \(E_\text{kin,0} = 300\,\mathrm{eV}\) durch ein Gitter in ein Gegenfeld ein (Material M1). Zwischen dem Gitter und der Gegenplatte liegt die Spannung \(U_\text{G} = 400\,\mathrm V\) an, der Abstand beträgt \(d = 2{,}0\,\mathrm{cm}\). Das Feld ist homogen, die Anordnung ist evakuiert.

Rechnen Sie mit \(e = 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\) und \(m_\text{e} = 9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}\); \(1\,\mathrm{eV}=1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm J\).

M1Gegenfeld zwischen Gitter und Gegenplatte
++++ Eintrittsgitter Gegenplatte Feldlinien v₀ Elektronen ? d = 2,0 cm + − UG = 400 V

Die Elektronen kommen von links und passieren das positiv geladene Gitter. Was hinter dem Gitter mit ihnen geschieht, ist Gegenstand der Aufgabe.

  1. Begründen Sie anhand von Material M1, dass die Elektronen hinter dem Gitter abgebremst werden, und erläutern Sie mit der Energiebilanz, wie sich die Energie der Elektronen dabei umverteilt.
  2. Berechnen Sie die Eintrittsgeschwindigkeit der Elektronen und ermitteln Sie den Abstand vom Gitter, an dem sie umkehren.
  3. Die Gegenspannung wird auf \(U_\text{G}=250\,\mathrm V\) verringert. Entscheiden Sie begründet, ob die Elektronen nun die Gegenplatte erreichen, und berechnen Sie gegebenenfalls ihre Auftreffgeschwindigkeit.
Hinweis zu Aufgabe a)
Lies in M1 die Feldrichtung ab und wende die Festlegung der Feldrichtung auf die negative Ladung an. Für die Energiebilanz: Welcher Energieanteil nimmt ab, welcher zu — und was bleibt konstant?Die Summe \(E_\text{kin}+E_\text{pot}\) ändert sich im Feld nicht; das Feld erzeugt keine Energie, es schichtet sie nur um.
Hinweis zu Aufgabe b)
Für \(v_0\): \(E_\text{kin,0}=\tfrac12 m_\text{e} v_0^{2}\), Energie zuerst in Joule umrechnen. Für den Umkehrpunkt: Dort ist \(E_\text{kin}=0\), also \(E_\text{pot}=e\,E\,s_\text{u}=E_\text{kin,0}\). Die Feldstärke folgt aus \(E=\frac{U_\text{G}}{d}\).Elegant: In eV gerechnet ist die Energie „300 eV“ gleichbedeutend mit „300 V durchlaufen“ — der Umkehrpunkt liegt dort, wo 300 V der 400 V abgebaut sind.
Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleiche die Eintrittsenergie in eV mit der Spannung, die bis zur Gegenplatte abgebaut werden muss. Ist noch Bewegungsenergie übrig, erreichen die Elektronen die Platte — mit welcher Restenergie?„Entscheiden“ verlangt eine klare Festlegung mit Begründung; die Rechnung gehört dazu, ersetzt die Entscheidung aber nicht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

In M1 verlaufen die Feldlinien vom positiven Gitter zur negativen Gegenplatte, die Feldrichtung zeigt also nach rechts — in Bewegungsrichtung der Elektronen. Die Feldrichtung ist als Richtung der Kraft auf eine positive Probeladung festgelegt; auf die negativ geladenen Elektronen wirkt die Kraft daher entgegen der Feldrichtung, also nach links, entgegen ihrer Bewegung. Die Elektronen werden abgebremst.

Energiebilanz: Beim Eintritt besitzen die Elektronen nur Bewegungsenergie \(E_\text{kin,0}\). Auf dem Weg gegen die Feldkraft verrichtet das Elektron Arbeit gegen das Feld; seine Bewegungsenergie nimmt ab, seine Lageenergie im Feld \(E_\text{pot}=e\,E\,s\) nimmt im gleichen Maß zu. Die Summe \(E_\text{kin}+E_\text{pot}=E_\text{kin,0}\) bleibt konstant. Ist die Bewegungsenergie vollständig in Lageenergie umgewandelt, kehrt das Elektron um und wird zurück zum Gitter beschleunigt, das es mit der Eintrittsgeschwindigkeit wieder verlässt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Eintrittsenergie: \(E_\text{kin,0}=300\,\mathrm{eV}=300\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm J=4{,}8\cdot 10^{-17}\,\mathrm J\). Geschwindigkeit: \(\displaystyle v_0=\sqrt{\frac{2\,E_\text{kin,0}}{m_\text{e}}}=\sqrt{\frac{2\cdot 4{,}8\cdot 10^{-17}\,\mathrm J}{9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}}}=1{,}0\cdot 10^{7}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\).

Feldstärke: \(\displaystyle E=\frac{U_\text{G}}{d}=\frac{400\,\mathrm V}{0{,}020\,\mathrm m}=2{,}0\cdot 10^{4}\,\mathrm{\frac{V}{m}}\). Umkehrpunkt: \(e\,E\,s_\text{u}=E_\text{kin,0}\), also \(\displaystyle s_\text{u}=\frac{E_\text{kin,0}}{e\,E}=\frac{4{,}8\cdot 10^{-17}\,\mathrm J}{1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\cdot 2{,}0\cdot 10^{4}\,\mathrm{\frac{V}{m}}}=0{,}015\,\mathrm m=1{,}5\,\mathrm{cm}\). (Gleichwertig: \(300\,\mathrm V\) von \(400\,\mathrm V\) entsprechen \(\tfrac34\) des Abstands.) Die Elektronen kehren \(1{,}5\,\mathrm{cm}\) hinter dem Gitter um, \(0{,}5\,\mathrm{cm}\) vor der Gegenplatte.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Bis zur Gegenplatte müssen die Elektronen jetzt nur noch \(250\,\mathrm V\) gegen das Feld durchlaufen, dafür wird die Energie \(e\cdot 250\,\mathrm V=250\,\mathrm{eV}\) benötigt. Die Eintrittsenergie \(300\,\mathrm{eV}\) ist größer — die Elektronen erreichen die Gegenplatte, es bleibt die Restenergie \(E_\text{kin}=300\,\mathrm{eV}-250\,\mathrm{eV}=50\,\mathrm{eV}=8{,}0\cdot 10^{-18}\,\mathrm J\).

Auftreffgeschwindigkeit: \(\displaystyle v=\sqrt{\frac{2\cdot 8{,}0\cdot 10^{-18}\,\mathrm J}{9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}}}=4{,}2\cdot 10^{6}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\). Das ist deutlich weniger als die Hälfte von \(v_0\), obwohl nur ein Sechstel der Energie übrig ist: Wegen des Quadrats in \(\tfrac12 m v^{2}\) sinkt die Geschwindigkeit nur auf \(\sqrt{\tfrac16}\approx 41\,\%\).

4

Röntgenröhre im Schullabor

AFB II

In einer Röntgenröhre werden Elektronen aus einer geheizten Katode im Vakuum auf eine Anode beschleunigt (Material M1). Beim Aufprall entsteht Röntgenstrahlung; der weitaus größte Teil der Elektronenenergie wird jedoch in der Anode in Wärme umgesetzt. Die Röhre wird mit der Beschleunigungsspannung \(U = 12\,\mathrm{kV}\) betrieben, der Abstand von Katode und Anode beträgt \(d = 2{,}0\,\mathrm{cm}\); das Feld dazwischen wird als homogen angenommen. Durch die Röhre fließt die Stromstärke \(I = 1{,}0\,\mathrm{mA}\).

Rechnen Sie nicht-relativistisch mit \(e = 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\), \(m_\text{e} = 9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}\) und \(m_\text{p} = 1{,}67\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}\).

M1Aufbau der Röntgenröhre
evakuierter Glaskolben Katode ++++ Anode Feldlinien Elektronenstrahl Röntgenstrahlung d = 2,0 cm − + U = 12 kV I = 1,0 mA

Die Elektronen starten an der Katode aus der Ruhe und treffen auf die schräg gestellte Anode. Die Feldlinien zeigen von der Anode zur Katode.

  1. Berechnen Sie die kinetische Energie eines Elektrons beim Auftreffen auf die Anode in Elektronenvolt und in Joule sowie seine Auftreffgeschwindigkeit.
  2. Berechnen Sie die Beschleunigung der Elektronen und die Zeit, die sie von der Katode bis zur Anode benötigen.
  3. Ermitteln Sie die Anzahl der Elektronen, die pro Sekunde auf die Anode treffen, und die Leistung, die dort ankommt. Erläutern Sie damit, warum die Anode gekühlt werden muss.
  4. Ein Praktikant vermutet: „Würde man statt Elektronen Protonen mit derselben Spannung beschleunigen, träfen sie mit derselben Geschwindigkeit auf — schließlich tragen beide den gleichen Ladungsbetrag.“ Beurteilen Sie diese Vermutung.
Hinweis zu Aufgabe a)
Beim Durchlaufen von \(12\,\mathrm{kV}\) gewinnt ein Elektron die Energie \(e\,U\) — in eV ist das direkt ablesbar. Für Joule mit \(1\,\mathrm{eV}=1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm J\) umrechnen, dann \(v=\sqrt{\frac{2E_\text{kin}}{m_\text{e}}}\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Mit \(E=\frac{U}{d}\) und \(a=\frac{e\,E}{m_\text{e}}\). Die Flugzeit folgt aus \(d=\tfrac12 a t^{2}\) oder — schneller — aus \(t=\frac{v}{a}\) mit \(v\) aus a).
Hinweis zu Aufgabe c)
Die Stromstärke ist Ladung pro Zeit: In einer Sekunde fließt die Ladung \(Q=I\cdot 1\,\mathrm s\); teile durch \(e\). Die Leistung ist Energie pro Zeit: Anzahl pro Sekunde mal Energie pro Elektron — oder direkt \(P=U\cdot I\).Aus 1.1.2 bekannt: \(I=\frac{Q}{t}\). Beide Rechenwege müssen dasselbe \(P\) liefern.
Hinweis zu Aufgabe d)
Trenne zwei Größen: Welche Energie erhält ein Teilchen beim Durchlaufen von \(U\) — und welche Geschwindigkeit gehört zu dieser Energie? Nur in eine der beiden geht die Masse ein.„Beurteilen“ heißt: Der richtige Kern der Aussage wird anerkannt, der Fehlschluss klar benannt und durch Rechnung belegt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Energie: \(E_\text{kin}=e\,U=12\,\mathrm{keV}=12000\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm J=1{,}9\cdot 10^{-15}\,\mathrm J\).

Geschwindigkeit: \(\displaystyle v=\sqrt{\frac{2\,E_\text{kin}}{m_\text{e}}}=\sqrt{\frac{2\cdot 1{,}92\cdot 10^{-15}\,\mathrm J}{9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}}}=6{,}5\cdot 10^{7}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\) — etwa ein Fünftel der Lichtgeschwindigkeit; die nicht-relativistische Rechnung ist hier noch eine brauchbare Näherung.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Feldstärke: \(\displaystyle E=\frac{U}{d}=\frac{12000\,\mathrm V}{0{,}020\,\mathrm m}=6{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{V}{m}}\). Beschleunigung: \(\displaystyle a=\frac{e\,E}{m_\text{e}}=\frac{1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\cdot 6{,}0\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{V}{m}}}{9{,}11\cdot 10^{-31}\,\mathrm{kg}}=1{,}1\cdot 10^{17}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\).

Flugzeit: \(\displaystyle t=\sqrt{\frac{2d}{a}}=\sqrt{\frac{2\cdot 0{,}020\,\mathrm m}{1{,}05\cdot 10^{17}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}}}=6{,}2\cdot 10^{-10}\,\mathrm s=0{,}62\,\mathrm{ns}\). Kontrolle über \(t=\frac{v}{a}=\frac{6{,}5\cdot 10^{7}}{1{,}05\cdot 10^{17}}\,\mathrm s=6{,}2\cdot 10^{-10}\,\mathrm s\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Anzahl pro Sekunde: \(\displaystyle N=\frac{I\cdot 1\,\mathrm s}{e}=\frac{1{,}0\cdot 10^{-3}\,\mathrm C}{1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C}=6{,}3\cdot 10^{15}\) Elektronen pro Sekunde.

Leistung: \(P=N\cdot E_\text{kin}=6{,}25\cdot 10^{15}\,\mathrm{s^{-1}}\cdot 1{,}92\cdot 10^{-15}\,\mathrm J=12\,\mathrm W\); gleichwertig \(P=U\cdot I=12000\,\mathrm V\cdot 1{,}0\cdot 10^{-3}\,\mathrm A=12\,\mathrm W\).

Erläuterung: Nur ein Bruchteil dieser Leistung (typisch unter 1 %) wird zu Röntgenstrahlung; der Rest wird in dem winzigen Auftreffbereich der Anode in Wärme umgesetzt. Rund \(12\,\mathrm W\) auf einer Fläche von wenigen Quadratmillimetern würden das Anodenmaterial ohne Kühlung rasch zum Schmelzen bringen — deshalb bestehen Anoden aus hochschmelzenden Metallen und werden gekühlt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Richtig ist der Kern der Aussage: Ein Proton trägt denselben Ladungsbetrag \(e\), erfährt beim Durchlaufen von \(U\) dieselbe Arbeit \(e\,U\) und erhält deshalb dieselbe kinetische Energie \(12\,\mathrm{keV}\) wie ein Elektron.

Falsch ist der Schluss auf die Geschwindigkeit: Aus \(E_\text{kin}=\tfrac12 m v^{2}\) folgt \(v=\sqrt{\frac{2E_\text{kin}}{m}}\), und dort geht die Masse ein. Das Proton ist rund 1840-mal schwerer, seine Geschwindigkeit ist daher um den Faktor \(\sqrt{\frac{m_\text{p}}{m_\text{e}}}\approx 43\) kleiner: \(\displaystyle v_\text{p}=\sqrt{\frac{2\cdot 1{,}92\cdot 10^{-15}\,\mathrm J}{1{,}67\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}}}=1{,}5\cdot 10^{6}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\) statt \(6{,}5\cdot 10^{7}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\). Die Vermutung verwechselt gleiche Energie mit gleicher Geschwindigkeit; gleich ist nur die Energie.

5

Ein unbekanntes Ion

AFB III

In einem Versuch soll die Sorte eines einfach positiv geladenen Ions bestimmt werden. Das Ion startet aus der Ruhe an der positiven Platte eines Plattenkondensators mit \(U = 2{,}0\,\mathrm{kV}\) und \(d = 8{,}0\,\mathrm{cm}\) und wird zur Gegenplatte hin beschleunigt. Eine Stroboskopaufnahme hält seine Position alle \(\Delta t = 0{,}10\,\mathrm{\mu s}\) fest (Material M1, Messwerte in M2). Die Massen der infrage kommenden Ionen enthält Material M3.

Rechnen Sie mit \(e = 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\).

M1Stroboskopaufnahme der Bewegung
++++ Startplatte Gegenplatte Feldlinien + t = 0 + 1·Δt + 2·Δt + 3·Δt + 4·Δt + 5·Δt 0 1 2 3 4 5 6 7 8 cm Δt = 0,10 µs zwischen zwei Aufnahmen

Die Feldlinien zeigen von der Startplatte zur Gegenplatte. Alle \(0{,}10\,\mathrm{\mu s}\) wird die Position des Ions festgehalten; der Maßstab darunter ist in Zentimetern geteilt.

M2Messwerte der Stroboskopaufnahme
Positionen des Ions auf der Stroboskopaufnahme (Δt = 0,10 µs)
AufnahmeZeit \(t\) in µsWeg \(s\) in cm
000
10,100,30
20,201,20
30,302,70
40,404,80
50,507,50
M3Ionenmassen
Massen einfach geladener Ionen
IonMasse in kg
Wasserstoff \(\mathrm{H^{+}}\)\(1{,}67\cdot 10^{-27}\)
Deuterium \(\mathrm{D^{+}}\)\(3{,}34\cdot 10^{-27}\)
Helium \(\mathrm{He^{+}}\)\(6{,}64\cdot 10^{-27}\)
Lithium \(\mathrm{Li^{+}}\)\(1{,}15\cdot 10^{-26}\)
  1. Weisen Sie anhand der Messwerte in Material M2 nach, dass sich das Ion gleichmäßig beschleunigt bewegt.
  2. Ermitteln Sie die Beschleunigung des Ions und entscheiden Sie mithilfe von Material M3 begründet, um welche Ionensorte es sich handelt.
  3. Berechnen Sie die Geschwindigkeit, mit der das Ion die Gegenplatte erreicht, auf zwei voneinander unabhängigen Wegen.
  4. Der Versuch soll auch zweifach geladene Helium-Ionen \(\mathrm{He^{2+}}\) nachweisen. Beurteilen Sie, ob sich mit dieser Anordnung ein \(\mathrm{He^{2+}}\)-Ion von einem einfach geladenen Deuterium-Ion \(\mathrm{D^{+}}\) unterscheiden lässt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Zwei Wege: Prüfe entweder, ob \(s\) proportional zu \(t^{2}\) ist (Quotient \(\frac{s}{t^{2}}\) für alle Messwerte konstant?), oder betrachte die Wegstücke in gleichen Zeitabschnitten — beim Fall aus der Ruhe verhalten sie sich wie \(1:3:5:7:9\).„Nachweisen“ verlangt, dass du das Kriterium nennst und es an den Zahlen prüfst — eine Zeile Rechnung pro Messwert.
Hinweis zu Aufgabe b)
Aus \(s=\tfrac12 a t^{2}\) folgt \(a=\frac{2s}{t^{2}}\); nimm einen beliebigen Messpunkt. Dann: \(F=e\,E\) mit \(E=\frac{U}{d}\), und \(m=\frac{F}{a}\). Vergleiche das Ergebnis mit M3.Da das Ion einfach geladen ist, liefert die Beschleunigung direkt die Masse — und damit die Ionensorte.
Hinweis zu Aufgabe c)
Weg 1: kinematisch, \(v=a\,t\) mit der Flugzeit aus \(t=\sqrt{\frac{2d}{a}}\). Weg 2: Energiesatz \(e\,U=\tfrac12 m v^{2}\). Beide müssen übereinstimmen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Rechne für beide Ionen die Beschleunigung \(a=\frac{q\,E}{m}\) aus — und achte darauf, dass \(\mathrm{He^{2+}}\) die Ladung \(2e\) trägt. Prüfe auch die Endgeschwindigkeit über den Energiesatz.Die Anordnung misst nur die Bewegung. Zwei Ionen mit derselben Beschleunigung und derselben Endgeschwindigkeit sind hier ununterscheidbar — wovon hängt die Beschleunigung ab?
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Bei einer gleichmäßig beschleunigten Bewegung aus der Ruhe gilt \(s=\tfrac12 a t^{2}\), der Weg wächst also quadratisch mit der Zeit: Der Quotient \(\frac{s}{t^{2}}\) muss konstant sein. Prüfung mit M2: \(\frac{0{,}30}{0{,}10^{2}}=30\), \(\frac{1{,}20}{0{,}20^{2}}=30\), \(\frac{2{,}70}{0{,}30^{2}}=30\), \(\frac{4{,}80}{0{,}40^{2}}=30\), \(\frac{7{,}50}{0{,}50^{2}}=30\) (jeweils in \(\mathrm{\frac{cm}{\mu s^{2}}}\)). Der Quotient ist für alle Messwerte gleich — die Bewegung ist gleichmäßig beschleunigt.

Gleichwertig: Die Wegstücke in den fünf gleichen Zeitabschnitten betragen \(0{,}30\), \(0{,}90\), \(1{,}50\), \(2{,}10\) und \(2{,}70\,\mathrm{cm}\) und verhalten sich wie \(1:3:5:7:9\) — das charakteristische Muster der gleichmäßig beschleunigten Bewegung aus der Ruhe.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Beschleunigung, z. B. aus dem letzten Messpunkt: \(\displaystyle a=\frac{2s}{t^{2}}=\frac{2\cdot 0{,}075\,\mathrm m}{\left(0{,}50\cdot 10^{-6}\,\mathrm s\right)^{2}}=6{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\).

Feldkraft: \(\displaystyle E=\frac{U}{d}=\frac{2000\,\mathrm V}{0{,}080\,\mathrm m}=2{,}5\cdot 10^{4}\,\mathrm{\frac{V}{m}}\), \(F=e\,E=1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\cdot 2{,}5\cdot 10^{4}\,\mathrm{\frac{V}{m}}=4{,}0\cdot 10^{-15}\,\mathrm N\). Masse: \(\displaystyle m=\frac{F}{a}=\frac{4{,}0\cdot 10^{-15}\,\mathrm N}{6{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}}=6{,}7\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}\).

Entscheidung: Der Wert stimmt im Rahmen der Messgenauigkeit mit der Masse von \(\mathrm{He^{+}}\) (\(6{,}64\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}\)) überein; \(\mathrm{D^{+}}\) wäre nur halb, \(\mathrm{Li^{+}}\) fast doppelt so schwer und \(\mathrm{H^{+}}\) viermal leichter. Es handelt sich um ein Helium-Ion \(\mathrm{He^{+}}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Weg 1 (Kinematik): Flugzeit \(\displaystyle t=\sqrt{\frac{2d}{a}}=\sqrt{\frac{2\cdot 0{,}080\,\mathrm m}{6{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}}}=5{,}2\cdot 10^{-7}\,\mathrm s\); Endgeschwindigkeit \(v=a\,t=6{,}0\cdot 10^{11}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\cdot 5{,}16\cdot 10^{-7}\,\mathrm s=3{,}1\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\).

Weg 2 (Energiesatz): \(e\,U=\tfrac12 m v^{2}\), also \(\displaystyle v=\sqrt{\frac{2\,e\,U}{m}}=\sqrt{\frac{2\cdot 1{,}6\cdot 10^{-19}\,\mathrm C\cdot 2000\,\mathrm V}{6{,}64\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}}}=3{,}1\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\). Beide Wege stimmen überein.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Anordnung registriert nur die Bewegung des Ions, also seine Beschleunigung \(a=\frac{q\,E}{m}\) — und damit nur den Quotienten \(\frac{q}{m}\), nicht Ladung und Masse getrennt.

Für \(\mathrm{He^{2+}}\): \(\displaystyle a=\frac{2e\,E}{m_\text{He}}=\frac{2\cdot 4{,}0\cdot 10^{-15}\,\mathrm N}{6{,}64\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}}=1{,}20\cdot 10^{12}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\). Für \(\mathrm{D^{+}}\): \(\displaystyle a=\frac{e\,E}{m_\text{D}}=\frac{4{,}0\cdot 10^{-15}\,\mathrm N}{3{,}34\cdot 10^{-27}\,\mathrm{kg}}=1{,}20\cdot 10^{12}\,\mathrm{\frac{m}{s^{2}}}\). Beide Ionen haben (bis auf Abweichungen weit unterhalb der Messgenauigkeit) dasselbe Verhältnis \(\frac{q}{m}\), dieselbe Beschleunigung und daher identische Stroboskopaufnahmen. Auch der Energiesatz hilft nicht: \(\mathrm{He^{2+}}\) erhält zwar die doppelte Energie \(2e\,U\), hat aber auch die doppelte Masse — \(v=\sqrt{\frac{2qU}{m}}\) ist für beide gleich (\(4{,}4\cdot 10^{5}\,\mathrm{\frac{m}{s}}\)).

Urteil: Mit dieser Anordnung lassen sich \(\mathrm{He^{2+}}\) und \(\mathrm{D^{+}}\) nicht unterscheiden. Dazu müsste eine Größe gemessen werden, die Ladung oder Masse getrennt erfasst — etwa die beim Auftreffen abgegebene Energie (\(4\,\mathrm{keV}\) gegenüber \(2\,\mathrm{keV}\)) oder die transportierte Ladung.