Das unsichtbare Licht der Fernbedienung
AFB I–IIEine Fernbedienung schickt ihre Befehle mit unsichtbarem Infrarotlicht an den Fernseher. Die Leuchtdiode an der Spitze sendet Strahlung mit der Frequenz \(f = 3{,}2 \cdot 10^{14}\ \text{Hz}\). Bei einem Tastendruck gibt sie insgesamt \(2{,}1 \cdot 10^{-5}\ \text{J}\) Strahlungsenergie ab.
Rechnen Sie mit \(h = 6{,}6 \cdot 10^{-34}\ \text{J}\cdot\text{s}\). Zum Vergleich: Mikrowellen haben etwa \(2{,}45 \cdot 10^{9}\ \text{Hz}\), rotes Licht etwa \(4{,}3 \cdot 10^{14}\ \text{Hz}\), UV-Licht etwa \(1 \cdot 10^{15}\ \text{Hz}\).
- Ordnen Sie Infrarotstrahlung anhand ihrer Frequenz zwischen zwei der angegebenen Strahlungsarten ein.
- Berechnen Sie die Energie eines einzelnen Infrarot-Photons.
- Bestimmen Sie, wie viele Photonen bei einem Tastendruck ausgesandt werden.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(2{,}45 \cdot 10^{9}\ \text{Hz} < 3{,}2 \cdot 10^{14}\ \text{Hz} < 4{,}3 \cdot 10^{14}\ \text{Hz}\)
Infrarot liegt zwischen Mikrowellen und rotem Licht — knapp unterhalb des roten Lichts, daher der Name „infra-rot“.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Ansatz: \(E = h \cdot f\)
\(E = 6{,}6 \cdot 10^{-34}\ \text{J}\cdot\text{s} \cdot 3{,}2 \cdot 10^{14}\ \text{Hz} = 21{,}12 \cdot 10^{-20}\ \text{J} \approx 2{,}1 \cdot 10^{-19}\ \text{J}\)
Antwortsatz: Ein Infrarot-Photon der Fernbedienung trägt rund 2,1 · 10⁻¹⁹ J.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\(n = \dfrac{2{,}1 \cdot 10^{-5}\ \text{J}}{2{,}1 \cdot 10^{-19}\ \text{J}} = 1 \cdot 10^{-5-(-19)} = 1 \cdot 10^{14}\)
Antwortsatz: Bei einem einzigen Tastendruck werden rund 10¹⁴ Photonen ausgesandt — hundert Billionen.
Mobilfunk oder Sonnenbrand?
AFB II–IIIIn einer Diskussion behauptet jemand: „Die Strahlung des 5G-Mobilfunks ist gefährlicher als Sonnenlicht, denn ein Handy sendet unvorstellbar viele Photonen aus.“
5G-Mobilfunk nutzt unter anderem die Frequenz \(3{,}6\ \text{GHz}\). Die UV-B-Strahlung der Sonne, die einen Sonnenbrand auslöst, hat eine Frequenz von etwa \(9{,}5 \cdot 10^{14}\ \text{Hz}\). Um eine Bindung im Erbgut (DNA) einer Hautzelle aufzubrechen, muss ein einzelnes Photon mindestens etwa \(5 \cdot 10^{-19}\ \text{J}\) mitbringen — die Energien mehrerer Photonen addieren sich dabei nicht. Rechnen Sie mit \(h = 6{,}6 \cdot 10^{-34}\ \text{J}\cdot\text{s}\).
- Ermitteln Sie die Energie eines 5G-Photons und eines UV-B-Photons.
- Vergleichen Sie beide Photonenenergien miteinander und mit der Energie, die zum Aufbrechen einer DNA-Bindung nötig ist.
- Nehmen Sie Stellung zu der Behauptung.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
5G: \(f = 3{,}6 \cdot 10^{9}\ \text{Hz}\); \(E = 6{,}6 \cdot 10^{-34} \cdot 3{,}6 \cdot 10^{9}\ \text{J} = 23{,}76 \cdot 10^{-25}\ \text{J} \approx 2{,}4 \cdot 10^{-24}\ \text{J}\)
UV-B: \(E = 6{,}6 \cdot 10^{-34} \cdot 9{,}5 \cdot 10^{14}\ \text{J} = 62{,}7 \cdot 10^{-20}\ \text{J} \approx 6{,}3 \cdot 10^{-19}\ \text{J}\)
Antwortsatz: Ein 5G-Photon trägt etwa 2,4 · 10⁻²⁴ J, ein UV-B-Photon etwa 6,3 · 10⁻¹⁹ J.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
UV-B zu 5G: \(\dfrac{6{,}27 \cdot 10^{-19}\ \text{J}}{2{,}376 \cdot 10^{-24}\ \text{J}} \approx 2{,}6 \cdot 10^{5}\)
Schwelle: UV-B liegt mit \(6{,}3 \cdot 10^{-19}\ \text{J}\) über \(5 \cdot 10^{-19}\ \text{J}\). Einem 5G-Photon fehlt dagegen etwa der Faktor \(5 \cdot 10^{-19} : 2{,}4 \cdot 10^{-24} \approx 2 \cdot 10^{5}\).
Antwortsatz: Ein UV-B-Photon hat rund 260 000-mal so viel Energie wie ein 5G-Photon und reicht allein aus, um eine DNA-Bindung zu brechen; ein 5G-Photon ist dafür rund 200 000-mal zu schwach.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Stellungnahme (Beispiel): Die Behauptung ist nicht haltbar. Ob eine Strahlung Erbgut schädigen kann, hängt von der Energie des einzelnen Photons ab, nicht von ihrer Anzahl — und die ist bei 5G viel zu klein, weil die Frequenz rund 260 000-mal niedriger ist. Viele Photonen addieren sich nicht zu einem „starken“ Photon.
Einschränkung: Viele Mobilfunk-Photonen zusammen können Gewebe leicht erwärmen; dafür gibt es gesetzliche Grenzwerte. UV-B dagegen verursacht direkt Sonnenbrand und kann Hautkrebs auslösen — Sonnenschutz ist also die wichtigere Vorsorge. Vollständig ist die Antwort mit Bezug auf \(E = h \cdot f\), auf die Schwellenenergie und einem eindeutigen Urteil.
