Vier Sachaufgaben zu 1.5.2 mit Teilaufgaben, Operatoren und vollständigem Erwartungshorizont — vom Tennisball über Sandkugel und Stahlkugel bis zum Vergleich der drei Fallkörper mit g.
Das folgende Arbeitsblatt beschäftigt sich mit dem freien Fall eines Tennisballs. Anschließend wird dieser freie Fall mit dem freien Fall anderer Gegenstände verglichen (Tennisball vs. Sandkugel vs. Stahlkugel), um herauszufinden, von welchen Faktoren der freie Fall (nicht) abhängt.
Es handelt sich um eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung. Zwei Begründungen aus den Diagrammen:
Bei einer gleichförmigen Bewegung wäre es genau umgekehrt: Das t-s-Diagramm wäre eine Gerade und das t-v-Diagramm eine waagerechte Linie.
Die Beschleunigung ist die Steigung der Geraden im t-v-Diagramm:
a = Δv / Δt = 0,65 m/s ÷ 1,0 s = 0,65 m/s²
Der Tennisball wird also in jeder Sekunde um 0,65 m/s schneller.
Abgelesene Wertepaare aus dem t-s-Diagramm:
| Zeit t in s | Strecke s in m |
|---|---|
| 0,2 | 0,25 |
| 0,5 | 0,35 |
| 1,0 | 0,65 |
| 1,6 | 0,98 |
| 2,0 | 1,20 |
Die Werte wachsen von Zeitschritt zu Zeitschritt immer stärker — genau das, was die parabelförmige Kurve zeigt.
Das folgende Arbeitsblatt beschäftigt sich mit dem freien Fall einer Sandkugel. Anschließend wird dieser freie Fall mit dem freien Fall anderer Gegenstände verglichen (Tennisball vs. Sandkugel vs. Stahlkugel), um herauszufinden, von welchen Faktoren der freie Fall (nicht) abhängt.
Es handelt sich um eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung. Zwei Begründungen aus den Diagrammen:
Bei einer gleichförmigen Bewegung wäre es genau umgekehrt: Das t-s-Diagramm wäre eine Gerade und das t-v-Diagramm eine waagerechte Linie.
a = Δv / Δt = 0,60 m/s ÷ 1,0 s = 0,60 m/s²
Die Sandkugel wird also in jeder Sekunde um 0,60 m/s schneller — ein Wert, der dicht bei dem des Tennisballs liegt.
Abgelesene Wertepaare aus dem t-s-Diagramm:
| Zeit t in s | Strecke s in m |
|---|---|
| 0,2 | 0,10 |
| 0,5 | 0,38 |
| 1,0 | 0,70 |
| 1,6 | 1,05 |
| 2,0 | 1,40 |
Auch hier wachsen die Streckenwerte immer stärker; die Sandkugel legt nach 2,0 s mit 1,40 m sogar etwas mehr zurück als der Tennisball.
Das folgende Arbeitsblatt beschäftigt sich mit dem freien Fall einer Stahlkugel. Anschließend wird dieser freie Fall mit dem freien Fall anderer Gegenstände verglichen (Tennisball vs. Sandkugel vs. Stahlkugel), um herauszufinden, von welchen Faktoren der freie Fall (nicht) abhängt.
Bei der Stahlkugel sind im Material des Lehrers nur zwei Tabellenwerte eingetragen worden: 0,61 m bei t = 1,0 s und 1,02 m bei t = 2,0 s. Drei Zellen sind offen geblieben (in M1 mit „?“ markiert).
Es handelt sich um eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung. Zwei Begründungen aus den Diagrammen:
Bei einer gleichförmigen Bewegung wäre es genau umgekehrt: Das t-s-Diagramm wäre eine Gerade und das t-v-Diagramm eine waagerechte Linie.
a = Δv / Δt = 0,1625 m/s ÷ 1,0 s = 0,1625 m/s²
Die Stahlkugel wird in jeder Sekunde nur um rund 0,16 m/s schneller — etwa ein Viertel des Wertes von Tennisball und Sandkugel.
Aus dem Diagramm eindeutig ablesbar sind zwei Wertepaare; drei Zellen bleiben zunächst offen:
| Zeit t in s | Strecke s in m |
|---|---|
| 0,2 | offen |
| 0,5 | offen |
| 1,0 | 0,61 |
| 1,6 | offen |
| 2,0 | 1,02 |
Damit ist die Messreihe der Stahlkugel unvollständig — anders als bei Tennisball und Sandkugel.
Rechnung mit s = ½ a t² und a = 0,1625 m/s²:
s(0,2 s) = ½ · 0,1625 m/s² · (0,2 s)² = 0,003 m
s(0,5 s) = ½ · 0,1625 m/s² · (0,5 s)² = 0,020 m
s(1,6 s) = ½ · 0,1625 m/s² · (1,6 s)² = 0,208 m
Vergleich (Auswertungsbefund): Rechnet man mit derselben Formel auch die beiden abgelesenen Zeitpunkte nach, ergibt sich s(1,0 s) = 0,081 m und s(2,0 s) = 0,325 m. Abgelesen wurden dort aber 0,61 m und 1,02 m. Die gerechneten Werte passen also nicht zu den abgelesenen.
Beide Wege sind für sich richtig; der Widerspruch zeigt etwas über die Messreihe: s = ½ a t² gilt nur, wenn die Messung bei s = 0 und v = 0 zum Zeitpunkt t = 0 beginnt. Bei der Stahlkugel ist das offenbar nicht der Fall — die Kugel war zu Beginn der Auswertung bereits ein Stück gefallen und hatte schon eine Anfangsgeschwindigkeit. Deshalb liegen die abgelesenen Werte deutlich höher.
Folgerung: Aus den beiden abgelesenen Punkten allein lässt sich die Beschleunigung nicht eindeutig bestimmen — zwei Punkte legen eine Parabel mit unbekanntem Startwert nicht fest. Verlässlich ist hier nur die Steigung im t-v-Diagramm, und genau daraus stammt der Wert a = 0,1625 m/s² aus Teilaufgabe b).
Der Arbeitsauftrag des Lehrers lautet: „Vervollständigen Sie die folgende Tabelle, indem Sie die Lösungen von Aufgabe 1 bis 3 übertragen.“ und „a) Formulieren Sie ein Fazit zur Bewegung des Tennisballs, der Sandkugel und der Stahlkugel. Vergleichen Sie hierzu die drei Spalten der oberen Tabelle. b) Formulieren Sie mögliche Fehlerquellen des Experiments zur Bestimmung der Beschleunigung des Tennisballs, der Sandkugel und der Stahlkugel.“
Alle Streckenwerte der Tabelle werden mit s = ½ a t² berechnet — die Beschleunigungen stehen in den Lösungen von Aufgabe 1 bis 3.
| Tennisball | Sandkugel | Stahlkugel | |
|---|---|---|---|
| Bewegungsart | |||
| Beschleunigung | |||
| Strecke nach t = 0,1 s | |||
| Strecke nach t = 0,2 s | |||
| Strecke nach t = 0,3 s | |||
| Strecke nach t = 0,4 s | |||
| Strecke nach t = 0,5 s |
Vervollständigte Vergleichstabelle (Streckenwerte gerundet auf drei Nachkommastellen):
| Tennisball | Sandkugel | Stahlkugel | |
|---|---|---|---|
| Bewegungsart | gleichmäßig beschleunigt | gleichmäßig beschleunigt | gleichmäßig beschleunigt |
| Beschleunigung a | 0,65 m/s² | 0,60 m/s² | 0,1625 m/s² |
| Strecke nach t = 0,1 s | 0,003 m | 0,003 m | 0,001 m |
| Strecke nach t = 0,2 s | 0,013 m | 0,012 m | 0,003 m |
| Strecke nach t = 0,3 s | 0,029 m | 0,027 m | 0,007 m |
| Strecke nach t = 0,4 s | 0,052 m | 0,048 m | 0,013 m |
| Strecke nach t = 0,5 s | 0,081 m | 0,075 m | 0,020 m |
Rechenbeispiel Tennisball: s(0,3 s) = ½ · 0,65 m/s² · (0,3 s)² = 0,325 · 0,09 m = 0,029 m.
Fazit: Alle drei Körper zeigen dieselbe Bewegungsart — eine gleichmäßig beschleunigte Bewegung mit parabelförmigem t-s-Diagramm und proportional steigendem t-v-Diagramm. Unterschiedlich sind nur die Zahlenwerte: Die gemessenen Beschleunigungen von Tennisball (0,65 m/s²) und Sandkugel (0,60 m/s²) liegen dicht beieinander, die der Stahlkugel (0,1625 m/s²) liegt deutlich darunter — nur etwa ein Viertel. Entsprechend legt die Stahlkugel in derselben Zeit auch die kleinste Strecke zurück.
Alle drei Werte liegen weit unter der Fallbeschleunigung g = 9,81 m/s² — der größte Wert ist mit 0,65 m/s² nur etwa ein Fünfzehntel von g.
Beim freien Fall müsste sich für alle drei Körper dieselbe Beschleunigung ergeben, denn der freie Fall hängt weder von der Masse noch vom Material ab. Genau das ist die Leitfrage des Arbeitsblattes — und die Messung bestätigt sie in einem Punkt und widerlegt sie in einem anderen: Die Bewegungsart ist bei allen dreien gleich, die Zahlenwerte sind es nicht.
Urteil: Da alle drei Werte in dieselbe Richtung abweichen und viel zu klein sind, kann die Abweichung nicht an den Körpern liegen — sonst müsste ausgerechnet die schwere Stahlkugel am schnellsten fallen, und das tut sie hier nicht. Der Fehler muss also aus der Auswertung stammen, vor allem aus dem Maßstab und der Zeitskala der Videoanalyse. Die Messreihen sind daher für den Vergleich der Bewegungsart brauchbar, für eine Bestimmung von g aber nicht.
Mögliche Fehlerquellen entlang der Auswertungskette: