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Textaufgaben: Videoanalyse einfacher Bewegungen

Fünf Sachaufgaben zu den gefilmten Bewegungen — vom Radfahrer bis zur Kugel auf der schrägen Schiene, mit Steigungsdreieck und Erwartungshorizont.

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Fünf Sachaufgaben mit Erwartungshorizont

1

Der Radfahrer

AFB I

Für die 1. Bewegung filmt der Kurs einen Radfahrer, der auf einem Feldweg an der Kamera vorbeifährt. Ein Videoanalyse-Programm liest zu jedem Einzelbild die Position des Radfahrers aus und trägt sie als Messpunkt in ein x-t-Diagramm ein; aus den Positionsänderungen zwischen zwei Bildern berechnet es zusätzlich das v-t-Diagramm (M1). Beide Diagramme zeigen die Rohdaten — noch ohne jede Auswertung.

M1Rohdaten der 1. Bewegung — Radfahrer auf dem Feldweg
x-t-Diagramm0,511,522,533,54246810120t in sx in mv-t-Diagramm0,511,522,533,5412340t in sv in m/s
  1. Beschreiben Sie den Verlauf des x-t-Diagramms und Angeben Sie die Bewegungsform an.
  2. Bestimmen Sie mit einem Steigungsdreieck die Geschwindigkeit des Radfahrers aus dem x-t-Diagramm.
  3. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis am v-t-Diagramm.
Hinweis zu Aufgabe a)
Sieh dir an, wie die Messkreuze liegen: auf einer Geraden, auf einer Kurve oder ohne Muster? Und wo beginnt die Punktfolge?„Beschreiben“ verlangt den Verlauf in eigenen Worten, „Angeben“ nur das Fachwort — ohne Begründung.
Hinweis zu Aufgabe b)
Lege ein möglichst großes Dreieck an die Ausgleichsgerade: waagerechte Kathete von t = 0 s bis t = 4 s, senkrechte Kathete bis zur Geraden hinauf. Danach v = s/t.„Bestimmen“ erlaubt den grafischen Weg — das Dreieck gehört sichtbar ins Diagramm, das Ergebnis braucht eine Einheit.
Hinweis zu Aufgabe c)
Lege im v-t-Diagramm eine waagerechte Linie so durch die Punktwolke, dass etwa gleich viele Kreuze darüber und darunter liegen, und lies den y-Wert ab.„Überprüfen“ heißt: beide Werte gegenüberstellen und ein klares Urteil formulieren — passen sie zusammen oder nicht?
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Messkreuze liegen auf einer Geraden durch den Ursprung: Zu Beginn der Messung ist x = 0 m, danach wächst x gleichmäßig bis auf rund 11,8 m bei t = 4,0 s. In gleichen Zeitspannen legt der Radfahrer gleiche Strecken zurück, die Steigung ändert sich nicht. Es handelt sich um eine gleichförmige Bewegung.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Lehrer legt eine Ausgleichsgerade durch die Messpunkte und daran ein Steigungsdreieck mit t = 4 s und s = 11,8 m:

v = s/t = 11,8 m ÷ 4 s = 2,95 m/s

L1Auswertung des Lehrers — Ausgleichsgerade und Steigungsdreieck
x-t-Diagramm mit Auswertung0,511,522,533,54246810120t in sx in mt = 4 ss = 11,8 m

Der Radfahrer fährt also mit rund 2,95 m/s, das sind etwa 10,6 km/h.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Im v-t-Diagramm streuen die Messkreuze ohne erkennbare Steigung um einen festen Wert. Eine waagerechte Linie durch die Punktwolke liegt bei v = 2,9 m/s.

Beide Wege führen zum selben Ergebnis: 2,95 m/s aus dem x-t-Diagramm gegenüber 2,9 m/s aus dem v-t-Diagramm — eine Abweichung von nur etwa 2 %. Das ist deutlich kleiner als die Streuung der einzelnen Messpunkte, die Auswertung bestätigt sich also. Dass die v-Werte überhaupt streuen, liegt an der Videoanalyse: Jeder v-Wert wird aus dem Abstand zweier benachbarter Bildpunkte berechnet, und kleine Klickfehler wirken sich dort viel stärker aus als im x-t-Diagramm.

2

Der Basketball

AFB II

Die 2. Bewegung wird im Gebäude aufgenommen: Ein Basketball rollt über einen gefliesten Boden an einer hellen Wand entlang. An der Wand hängt ein Maßstab mit der Aufschrift „1,0 m“, der mitgefilmt wird. Das Videoanalyse-Programm liefert daraus die beiden Diagramme in M1.

M1Rohdaten der 2. Bewegung — Basketball auf gefliestem Boden
x-t-Diagramm0,511,522,512340t in sx in mv-t-Diagramm0,511,522,50,511,520t in sv in m/s
  1. Beschreiben Sie den Verlauf des x-t-Diagramms und Angeben Sie die Bewegungsform an.
  2. Bestimmen Sie mit einem Steigungsdreieck die Geschwindigkeit des Balls aus dem x-t-Diagramm.
  3. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis am v-t-Diagramm.
  4. Erklären Sie, welche Rolle der Maßstab „1,0 m“ an der Wand für die Auswertung spielt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Achte auf zwei Dinge: Liegen die Kreuze auf einer Geraden? Und geht die Punktfolge durch den Ursprung?„Beschreiben“ verlangt den Verlauf in Worten, „Angeben“ nur das Fachwort.
Hinweis zu Aufgabe b)
Der Lehrer nutzt ein Dreieck mit t = 2,4 s. Lies dazu ab, wie hoch die Ausgleichsgerade an dieser Stelle liegt.„Bestimmen“ heißt: Weg zeigen (Dreieck einzeichnen), rechnen, Ergebnis mit Einheit angeben.
Hinweis zu Aufgabe c)
Die Punktwolke ist hier nicht ganz waagerecht — gegen Ende sinken die Werte leicht. Lege die Linie durch den Bereich, in dem die meisten Punkte liegen.„Überprüfen“ verlangt einen Vergleich und eine Erklärung für eine eventuelle Abweichung.
Hinweis zu Aufgabe d)
Überlege, was das Programm im Video eigentlich messen kann, bevor jemand ihm sagt, wie groß etwas im Bild ist.„Erklären“ verlangt die Ursache: Was wäre ohne den Maßstab unmöglich — und warum?
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Messkreuze liegen auf einer Geraden durch den Ursprung: x wächst von 0 m bei t = 0 s gleichmäßig auf rund 3,5 m bei t = 2,6 s. Gleiche Zeitspannen gehören zu gleichen Strecken — eine gleichförmige Bewegung. Erst gegen Ende bleiben die Punkte ganz leicht hinter der Geraden zurück.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ausgleichsgerade durch die Messpunkte, Steigungsdreieck mit t = 2,4 s und s = 3,5 m:

v = s/t = 3,5 m ÷ 2,4 s = 1,458 m/s

L1Auswertung des Lehrers — Ausgleichsgerade und Steigungsdreieck
x-t-Diagramm mit Auswertung0,511,522,512340t in sx in mt = 2,4 ss = 3,5 m

Sinnvoll gerundet: rund 1,5 m/s. Mehr als zwei geltende Ziffern gibt eine Ablesung aus einem Diagramm nicht her.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Im v-t-Diagramm liegen die Kreuze im Bereich 1,4 bis 1,5 m/s; die Linie des Lehrers durch die Punktwolke liegt bei v = 1,4 m/s. Der Wert aus dem x-t-Diagramm (1,458 m/s) und der Wert aus dem v-t-Diagramm (1,4 m/s) stimmen im Rahmen der Messgenauigkeit überein.

Auffällig ist der leichte Abwärtstrend gegen Ende: Die letzten Punkte liegen eher bei 1,2 bis 1,3 m/s. Der Ball wird durch Reibung auf den Fliesen langsam abgebremst. Für die Auswertung als gleichförmige Bewegung ist das aber noch vertretbar, weil die Änderung klein gegenüber der Streuung der Punkte ist.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Das Videoanalyse-Programm misst zunächst nur Bildpunkte: Es kennt die Position des Balls in Pixeln, nicht in Metern. Der Maßstab „1,0 m“ an der Wand liefert die fehlende Umrechnung — man klickt seine beiden Enden an und teilt dem Programm mit, dass dieser Bildabstand genau 1,0 m entspricht. Erst damit lassen sich alle weiteren Bildabstände in Meter umrechnen.

Ohne einen bekannten Maßstab im Bild ließen sich die Bildpunkte nicht in Meter umrechnen; alle Ergebnisse wären nur in Pixeln und damit physikalisch wertlos. Wichtig ist zusätzlich, dass der Maßstab in derselben Ebene liegt wie die Bewegung — sonst verfälscht die Perspektive die Umrechnung.

3

Die Kugel auf der Schiene

AFB II

Für die 3. Bewegung baut der Lehrer den Versuch ① auf: Eine Kugel rollt auf einer waagerecht liegenden Schiene, darüber ist ein Maßstab von 1,0 m angebracht. Die Videoanalyse liefert die Diagramme in M1. Im v-t-Diagramm fällt auf, dass die ersten Messpunkte deutlich unter den übrigen liegen.

M1Rohdaten der 3. Bewegung — Kugel auf der Schiene (Aufbau ①)
x-t-Diagramm0,511,522,533,50,511,520t in sx in mv-t-Diagramm0,511,522,533,50,20,40,60,80t in sv in m/s
  1. Beschreiben Sie den Verlauf des x-t-Diagramms und Angeben Sie die Bewegungsform an.
  2. Bestimmen Sie mit einem Steigungsdreieck die Geschwindigkeit der Kugel aus dem x-t-Diagramm.
  3. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis am v-t-Diagramm.
  4. Erläutern Sie, warum die Ausgleichsgerade des Lehrers nicht durch alle Messpunkte verläuft, und Begründen Sie, warum die Ausreißer zu Beginn ignoriert werden dürfen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Vergleiche die Punktfolge mit der aus Aufgabe 1 — dieselbe Form, nur eine viel kleinere Steigung.„Beschreiben“ verlangt den Verlauf, „Angeben“ das Fachwort. Die kleine Steigung gehört in die Beschreibung.
Hinweis zu Aufgabe b)
Der Lehrer wählt ein Dreieck mit t = 2,8 s. Achte auf die Achsenskalierung: Hier steht auf der x-Achse nur bis 2,0 m.„Bestimmen“ heißt: Dreieck, Rechnung, Ergebnis mit Einheit — und sinnvoll runden.
Hinweis zu Aufgabe c)
Lass die ersten Punkte bei der waagerechten Linie bewusst außen vor.„Überprüfen“ verlangt einen begründeten Abgleich der beiden Werte.
Hinweis zu Aufgabe d)
Warum liegt kein Messpunkt exakt richtig? Denk an das Anklicken der Kugel in jedem Einzelbild. Und: Wo genau war die Kugel, als das Video begann?Zwei Operatoren, zwei Antworten: „Erläutern“ (Ursache der Streuung veranschaulichen) und „Begründen“ (warum das Weglassen erlaubt ist).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Messkreuze liegen auf einer Geraden durch den Ursprung, die deutlich flacher ansteigt als bei den ersten beiden Bewegungen: von 0 m bis auf rund 1,8 m in 3,4 s. Gleiche Zeitspannen, gleiche Strecken — also eine gleichförmige Bewegung, nur langsamer.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ausgleichsgerade durch die Messpunkte, Steigungsdreieck mit t = 2,8 s und s = 1,6 m:

v = s/t = 1,6 m ÷ 2,8 s = 0,57 m/s

L1Auswertung des Lehrers — Ausgleichsgerade und Steigungsdreieck
x-t-Diagramm mit Auswertung0,511,522,533,50,511,520t in sx in mt = 2,8 ss = 1,6 m

Die Kugel rollt also mit rund 0,57 m/s — etwa fünfmal langsamer als der Radfahrer aus Aufgabe 1.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Sieht man von den ersten Punkten ab, streuen die Kreuze im v-t-Diagramm um 0,55 bis 0,6 m/s. Die Linie des Lehrers durch die Punktwolke liegt bei v = 0,55 m/s.

Der grafische Wert aus dem x-t-Diagramm (0,57 m/s) und der Wert aus dem v-t-Diagramm (0,55 m/s) unterscheiden sich um 0,02 m/s, also um rund 4 %. Das liegt innerhalb der Ablesegenauigkeit — das Ergebnis ist bestätigt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Warum die Gerade nicht durch alle Punkte geht: Jeder Messpunkt entsteht dadurch, dass in einem Einzelbild die Kugel angeklickt wird. Dabei trifft man nie exakt denselben Punkt der Kugel; außerdem ist das Bild unscharf, wenn sich die Kugel während der Belichtung bewegt, und auch die Umrechnung über den Maßstab ist mit einer kleinen Unsicherheit behaftet. Die Messwerte streuen deshalb zufällig um den wahren Wert. Eine Ausgleichsgerade wird so gelegt, dass die Abweichungen nach oben und nach unten etwa gleich groß sind — sie mittelt die Streuung heraus und ist damit genauer als jeder einzelne Messpunkt. Gäbe man sich Mühe, durch alle Punkte zu treffen, würde man den Messfehler mitzeichnen statt ihn auszugleichen.

Warum die Ausreißer zu Beginn wegfallen dürfen: Die ersten v-Werte werden aus den allerersten Bildpaaren berechnet. In dieser Phase ist die Kugel im Bild noch am Rand, die Zeitspanne zwischen zwei Bildern ist sehr kurz, und ein Klickfehler von wenigen Pixeln wirkt sich prozentual besonders stark aus. Die Punkte sind also nicht „falsche Physik“, sondern eine Folge des Messverfahrens am Rand des Messbereichs. Solange man begründet angibt, welche Punkte man weglässt und warum, ist das erlaubt — das Weglassen von Punkten, die einfach nur nicht ins Wunschergebnis passen, wäre es nicht.

4

Der Gleiter auf der Luftkissenbahn

AFB II

Die 4. Bewegung zeigt einen Gleiter auf einer Luftkissenbahn. Der Gleiter schwebt auf einem dünnen Luftpolster, sodass die Reibung fast vollständig wegfällt; angetrieben wird er von einer kleinen Antriebseinheit. Die Videoanalyse liefert die beiden Diagramme in M1 — sie sehen deutlich anders aus als bei den Bewegungen 1 bis 3.

M1Rohdaten der 4. Bewegung — Gleiter auf der Luftkissenbahn
x-t-Diagramm0,511,522,530,20,40,60,811,20t in sx in mv-t-Diagramm0,511,522,530,10,20,30,40,50,60t in sv in m/s
  1. Beschreiben Sie den Verlauf beider Diagramme und Begründen Sie, um welche Bewegungsform es sich handelt.
  2. Bestimmen Sie die Beschleunigung mit einem Steigungsdreieck im v-t-Diagramm.
  3. Erklären Sie, warum man die Beschleunigung nicht mit einem Steigungsdreieck im x-t-Diagramm bestimmen darf.
Hinweis zu Aufgabe a)
Zwei Fragen: Ist die Punktfolge im x-t-Diagramm gerade oder gekrümmt? Und steigt sie im v-t-Diagramm oder bleibt sie waagerecht?„Begründen“ verlangt, dass du die Bewegungsform aus der beobachteten Form der Graphen ableitest — nicht nur nennst.
Hinweis zu Aufgabe b)
Im v-t-Diagramm ist die Steigung die Beschleunigung: a = v/t. Nimm ein möglichst großes Dreieck über die ganze Messdauer.„Bestimmen“ heißt grafisch oder rechnerisch — das Dreieck ersetzt hier die Formel, das Ergebnis braucht die Einheit m/s².
Hinweis zu Aufgabe c)
Überlege zuerst: Was bedeutet die Steigung in einem x-t-Diagramm? Und was ändert sich, wenn der Graph gekrümmt ist?„Erklären“ verlangt zwei Gründe: die falsche Größe und das Problem der wechselnden Steigung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

x-t-Diagramm: Die Messkreuze liegen nicht auf einer Geraden, sondern auf einer nach oben gekrümmten, parabelförmigen Kurve. Der Gleiter startet flach und wird von Bild zu Bild schneller: In gleichen Zeitspannen legt er immer größere Strecken zurück.

v-t-Diagramm: Die Messkreuze steigen näherungsweise linear von 0 auf rund 0,53 m/s an. Die Geschwindigkeit wächst in gleichen Zeitspannen um gleiche Beträge.

Begründung: Genau das ist das Kennzeichen einer gleichmäßig beschleunigten Bewegung: parabelförmiges x-t-Diagramm und linear steigendes v-t-Diagramm. Ein waagerechtes v-t-Diagramm (wie in den Aufgaben 1 bis 3) würde dagegen eine gleichförmige Bewegung anzeigen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Lehrer legt eine Ausgleichsgerade durch die Punktwolke des v-t-Diagramms und daran ein Steigungsdreieck mit t = 3,0 s und v = 0,53 m/s:

a = v/t = 0,53 m/s ÷ 3,0 s = 0,177 m/s²

L1Auswertung des Lehrers — Ausgleichsgerade und Steigungsdreieck im v-t-Diagramm
v-t-Diagramm mit Auswertung0,511,522,530,10,20,30,40,50,60t in sv in m/st = 3,0 sv = 0,53 m/s

Der Gleiter wird also mit rund 0,18 m/s² beschleunigt: Jede Sekunde nimmt seine Geschwindigkeit um etwa 0,18 m/s zu.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Im x-t-Diagramm ist die Steigung die Geschwindigkeit, nicht die Beschleunigung — ein Steigungsdreieck dort liefert also von vornherein die falsche Größe. Hinzu kommt: Weil die Kurve gekrümmt ist, hat sie an jeder Stelle eine andere Steigung. Ein Steigungsdreieck zwischen zwei Punkten liefert dort nur die Durchschnittsgeschwindigkeit dieses Abschnitts, nicht die Geschwindigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Die Beschleunigung liest man deshalb im v-t-Diagramm ab: Dort ist die Steigung Δv / Δt genau die Beschleunigung, und weil die Punkte dort auf einer Geraden liegen, ist die Steigung überall gleich und mit einem einzigen Dreieck sauber zu bestimmen.

5

Die Kugel auf der schrägen Schiene

AFB III

Bei der 5. Bewegung stellt der Lehrer denselben Schienenversuch noch einmal auf, diesmal als Aufbau ②: Die Schiene ist geneigt, die Kugel rollt von selbst hinunter; der Maßstab von 1,0 m hängt wieder darüber. Die Videoanalyse liefert die Diagramme in M1. Auffällig ist, dass das v-t-Diagramm nicht bei null beginnt.

M1Rohdaten der 5. Bewegung — Kugel auf der schrägen Schiene (Aufbau ②)
x-t-Diagramm0,511,522,530,511,520t in sx in mv-t-Diagramm0,511,522,530,20,40,60,811,20t in sv in m/s
  1. Bestimmen Sie die Beschleunigung mit einem Steigungsdreieck im v-t-Diagramm.
  2. Vergleichen Sie die Beschleunigungen der Bewegungen 4 und 5 und Beurteilen Sie, welcher Aufbau die stärkere Beschleunigung erzeugt.
  3. Der Graph der Bewegung 5 beginnt im v-t-Diagramm nicht bei null, sondern bei rund 0,2 m/s. Erklären Sie, was das über den Startzeitpunkt der Messung aussagt.
  4. Vergleichen Sie alle fünf Bewegungen und Ordnen Sie sie den beiden Bewegungsformen zu.
Hinweis zu Aufgabe a)
Das Dreieck muss nicht im Ursprung beginnen: Lege die waagerechte Kathete auf Höhe des Startwerts der Ausgleichsgeraden. Entscheidend ist die Änderung von v.„Bestimmen“ erlaubt den grafischen Weg. Achtung: Für a zählt Δv, nicht der Endwert von v.
Hinweis zu Aufgabe b)
Stelle beide Werte nebeneinander und bilde das Verhältnis. Überlege dann, was die Neigung der Schiene damit zu tun hat.„Vergleichen“ verlangt beide Werte mit Größenverhältnis, „Beurteilen“ ein begründetes eigenes Urteil.
Hinweis zu Aufgabe c)
Die Kugel rollt los, sobald man sie loslässt — aber wann drückt jemand auf den Aufnahmeknopf? Und ab welchem Bild wertet das Programm aus?„Erklären“ verlangt die Ursache: Was bedeutet ein Achsenabschnitt größer als null physikalisch?
Hinweis zu Aufgabe d)
Sortiere nach der Form der beiden Diagramme: gerade oder gekrümmt im x-t, waagerecht oder steigend im v-t.„Vergleichen“ und „Ordnen“: Eine Tabelle mit den Kriterien x-t-Form, v-t-Form und Ergebnis ist die übersichtlichste Antwort.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Messpunkte im v-t-Diagramm steigen annähernd linear von einem Startwert um 0,2 m/s auf rund 1,15 m/s. Der Lehrer legt eine Ausgleichsgerade hindurch und daran ein Steigungsdreieck mit t = 2,8 s und v = 1,02 m/s:

a = v/t = 1,02 m/s ÷ 2,8 s = 0,364 m/s²

L1Auswertung des Lehrers — Ausgleichsgerade und Steigungsdreieck im v-t-Diagramm
v-t-Diagramm mit Auswertung0,511,522,530,20,40,60,811,20t in sv in m/st = 2,8 sv = 1,02 m/s

Wichtig ist, dass im Dreieck die Geschwindigkeitsänderung Δv = 1,02 m/s abgelesen wird und nicht der Endwert 1,15 m/s — sonst käme man auf einen zu großen Wert.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Bewegung 4 (Luftkissenbahn): a = 0,177 m/s². Bewegung 5 (schräge Schiene): a = 0,364 m/s².

Das Verhältnis beträgt 0,364 ÷ 0,177 ≈ 2,06 — also gut die doppelte Beschleunigung bei der schrägen Schiene. Beide Bewegungen sind gleichmäßig beschleunigt, in beiden Fällen steigt v linear an; der Unterschied liegt allein in der Steilheit dieses Anstiegs.

Urteil: Der Aufbau ② mit der geneigten Schiene erzeugt die stärkere Beschleunigung. Das ist auch anschaulich plausibel: Die Kugel wird von der Hangabtriebskraft angetrieben, die mit der Neigung wächst, während der Gleiter nur von seiner kleinen Antriebseinheit beschleunigt wird. Man erkennt es auch ohne Rechnung an den Diagrammen: Bewegung 5 erreicht in 2,8 s bereits 1,15 m/s, Bewegung 4 in 3,0 s nur 0,53 m/s.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Ein Achsenabschnitt größer als null bedeutet: Zum Zeitpunkt des ersten ausgewerteten Bildes war die Kugel bereits in Bewegung. Die Messung hat also erst begonnen, nachdem die Kugel losgerollt war — der Startwert von rund 0,2 m/s ist die Geschwindigkeit zum ersten erfassten Bild, nicht die Anfangsgeschwindigkeit des Rollvorgangs.

Der Zeitnullpunkt der Videoanalyse ist damit nicht der Zeitpunkt, an dem die Kugel losgelassen wurde, sondern der Beginn der Auswertung. Für die Beschleunigung ist das ohne Bedeutung: Sie steckt in der Steigung der Geraden, und die ändert sich nicht, wenn man den Zeitnullpunkt verschiebt. Bei Bewegung 4 dagegen beginnt die Gerade bei null — dort wurde die Messung gestartet, solange der Gleiter noch ruhte.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die fünf gefilmten Bewegungen lassen sich vollständig zwei Bewegungsformen zuordnen:

Bewegungx-t-Diagrammv-t-DiagrammErgebnisBewegungsform
1 — Radfahrer auf dem FeldwegGerade durch den Ursprung, bis 11,8 m in 4,0 swaagerecht bei 2,9–3,0 m/sv = 2,95 m/s (x-t)
v = 2,9 m/s (v-t)
gleichförmig
2 — Basketball auf gefliestem BodenGerade durch den Ursprung, bis 3,5 m in 2,6 swaagerecht bei 1,4–1,5 m/sv = 1,458 m/s (x-t)
v = 1,4 m/s (v-t)
gleichförmig
3 — Kugel auf der Schiene, Aufbau ①Gerade durch den Ursprung, bis 1,8 m in 3,4 swaagerecht bei 0,55–0,6 m/sv = 0,57 m/s (x-t)
v = 0,55 m/s (v-t)
gleichförmig
4 — Gleiter auf der Luftkissenbahnnach oben gekrümmte Parabel, bis 1,1 m in 3,0 slinear steigend von 0 auf 0,53 m/sa = 0,177 m/s² (v-t)gleichmäßig beschleunigt
5 — Kugel auf schräger Schiene, Aufbau ②nach oben gekrümmte Parabel, bis 1,8 m in 2,8 slinear steigend von rund 0,2 auf 1,15 m/sa = 0,364 m/s² (v-t)gleichmäßig beschleunigt

Bewegungen 1 bis 3 sind gleichförmig: gerades x-t-Diagramm, waagerechtes v-t-Diagramm — die Geschwindigkeit bleibt konstant, ausgewertet wird über v = s/t im x-t-Diagramm.

Bewegungen 4 und 5 sind gleichmäßig beschleunigt: parabelförmiges x-t-Diagramm, linear steigendes v-t-Diagramm — die Geschwindigkeit wächst gleichmäßig, ausgewertet wird über a = v/t im v-t-Diagramm.

Der entscheidende Blick geht also immer zuerst auf das v-t-Diagramm: Ist die Punktwolke waagerecht, liegt eine gleichförmige Bewegung vor; steigt sie linear an, eine gleichmäßig beschleunigte. Das x-t-Diagramm bestätigt das Ergebnis über die Form der Kurve — Gerade oder Parabel.