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Textaufgaben: Gleichförmige Bewegung

Sechs Sachaufgaben mit Teilaufgaben, Operatoren und vollständigem Erwartungshorizont — vom Radfahrer nach Berlin über den Überholvorgang bis zum Gewitter am Horizont.

Zum NachschlagenZurück zur ErklärungGleichförmige Bewegung — v = s/t, t-s-Diagramme und Glossar nachlesen.
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Sechs Sachaufgaben mit Erwartungshorizont

1

Radfahrer und Auto nach Berlin

AFB II

Ein Radfahrer startet um 7:00 Uhr in Leipzig und fährt mit einer mittleren Geschwindigkeit von 20 km/h nach Berlin. Zwei Stunden später startet ein Auto von derselben Stelle mit einer mittleren Geschwindigkeit von 80 km/h in die gleiche Richtung. Wann und nach welcher Strecke hat das Auto den Radfahrer eingeholt? Lösen Sie die Aufgabe zeichnerisch!

M1Koordinatensystem zum Eintragen
7:008:009:0010:001020304050Zeit t in hh:mmStrecke s in kmRadfahrer ab 7:00 Uhr und Auto ab 9:00 Uhr hier eintragen.
  1. Zeichnen Sie in das Koordinatensystem M1 ein t-s-Diagramm für beide Fahrzeuge. Beschriften Sie beide Geraden.
  2. Bestimmen Sie zeichnerisch den Zeitpunkt und den Ort des Treffens.
  3. Überprüfen Sie Ihr zeichnerisches Ergebnis rechnerisch.
Hinweis zu Aufgabe a)
Beide Geraden starten bei s = 0 km, aber zu verschiedenen Zeiten: der Radfahrer um 7:00 Uhr, das Auto zwei Stunden später um 9:00 Uhr. Die Steigung ist die Geschwindigkeit: In einer Stunde schafft der Radfahrer 20 km, das Auto 80 km.Bei einer gleichförmigen Bewegung ist das t-s-Diagramm immer eine Gerade. Zwei Punkte genügen: Start und ein bequem ablesbarer Punkt, z. B. der Radfahrer nach 2 h bei 40 km.
Hinweis zu Aufgabe b)
Der Treffpunkt ist der Schnittpunkt der beiden Geraden. Ziehen Sie von dort gestrichelte Hilfslinien senkrecht nach unten (Zeitpunkt) und waagerecht nach links (Strecke).„Bestimmen“ erlaubt hier ausdrücklich den grafischen Weg. Geben Sie beide Werte mit Einheit an — Uhrzeit und Kilometer.
Hinweis zu Aufgabe c)
Stellen Sie für beide Fahrzeuge eine Weg-Zeit-Funktion auf und setzen Sie sie gleich. Achtung: Das Auto fährt erst ab t = 2 h, also sA(t) = 80 · (t − 2).„Überprüfen“ heißt: Das Rechenergebnis mit dem abgelesenen Ergebnis vergleichen und sagen, ob beide zusammenpassen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Radfahrer beginnt bei 7:00 Uhr im Ursprung und legt in jeder Stunde 20 km zurück (rote Gerade). Das Auto beginnt erst bei 9:00 Uhr auf der Zeitachse und legt in jeder Stunde 80 km zurück, seine Gerade ist also viermal so steil (türkise Gerade). Beide Geraden sind in M2 eingezeichnet.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Schnittpunkt liegt bei rund 9:40 Uhr und rund 53,3 km. Das Ergebnis des Lehrers lautet: „Treffen ca. um 9:40 Uhr nach 53,3 km“.

M2Lösungsdiagramm mit Schnittpunkt
7:008:009:0010:001020304050Zeit t in hh:mmStrecke s in km9:4053,3RadfahrerAutoTreffen ca. 9:40 Uhr, 53,3 km
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Wir zählen die Zeit t in Stunden ab 7:00 Uhr und rechnen in km und km/h.

Radfahrer: sR(t) = 20 · t
Auto: sA(t) = 80 · (t − 2)

Gleichsetzen: 20 t = 80 t − 160 ⇒ 160 = 60 t ⇒ t = 8/3 h ≈ 2,67 h.

2,67 h nach 7:00 Uhr sind 2 h 40 min, also gegen 9:40 Uhr. Die Strecke beträgt s = 20 · 8/3 km ≈ 53,3 km. Rechnung und Zeichnung stimmen überein.

2

Der Schulweg über den Berg

AFB II

Ein Schüler fährt bei schönem Wetter den 8 km langen Weg zur Schule mit dem Fahrrad, für den er insgesamt 35 min braucht. Das erste Teilstück geht es einen Berg hinauf und er fährt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h. Vom Gipfel aus geht es dann nur noch runter und er schafft auf dieser Strecke durchschnittlich 25 km/h. Wie lang ist der Weg, der zum Gipfel führt?

  1. Zeichnen Sie eine Skizze der Situation: Berg, Gipfel, die beiden Teilstrecken und die beiden Geschwindigkeiten.
  2. Bestimmen Sie zeichnerisch in einem t-s-Diagramm die Länge des Bergwegs.
  3. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis rechnerisch.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Gesamtstrecke ist 8 km, die Gesamtzeit 35 min. Unbekannt ist nur die Stelle, an der der Gipfel liegt — nennen Sie diese Teilstrecke s1.Eine Skizze muss keine Kunst sein: zwei Pfeile mit Längen- und Geschwindigkeitsangabe genügen. Wichtig ist, dass alle gegebenen Größen darin auftauchen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Zeichnen Sie zwei Geraden in ein t-s-Diagramm mit der Zeitachse bis 35 min: eine ab dem Ursprung mit 10 km/h (das ist 1/6 km je Minute) und eine, die bei (35 min | 8 km) endet und mit 25 km/h rückwärts nach unten läuft.Der Trick: Die zweite Gerade wird vom Ziel aus gezeichnet. Ihr Schnittpunkt mit der ersten ist der Gipfel.
Hinweis zu Aufgabe c)
Die Gesamtzeit ist die Summe der beiden Teilzeiten: t = s1/10 + (8 − s1)/25, und zwar in Stunden. 35 min sind 35/60 h.Rechnen Sie konsequent in km und h, sonst passen die Einheiten nicht. Erst am Ende wieder in Minuten umrechnen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Skizze zeigt den 8 km langen Schulweg: Von zu Hause geht es das erste Teilstück s1 mit 10 km/h bergauf bis zum Gipfel, danach das Stück 8 km − s1 mit 25 km/h bergab bis zur Schule. Die Gesamtzeit beträgt 35 min. Gesucht ist s1.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die blaue Gerade (bergauf, 10 km/h) startet im Ursprung. Die grüne Gerade (bergab, 25 km/h) endet bei (35 min | 8 km) und schneidet die Zeitachse bei rund 15,8 min. Der Schnittpunkt liegt bei rund 4,4 km. Das Ergebnis des Lehrers lautet: „Treffen nach ca. 4,4 km und einer Zeit von ca. 25,8 min“.

M1Lösungsdiagramm des Lehrers
51015202530352468Zeit t in minStrecke s in kmca. 264,4bergauf, 10 km/hbergab, 25 km/hGipfel nach ca. 4,4 km, ca. 26 min
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Ansatz über die Gesamtzeit (in Stunden):

s1/10 + (8 − s1)/25 = 35/60 h

Ausmultiplizieren: 0,1 · s1 + 0,32 − 0,04 · s1 = 0,5833 h
0,06 · s1 = 0,2633 h ⇒ s1 ≈ 4,4 km

Die zugehörige Zeit ist t1 = s1/10 ≈ 0,44 h ≈ 26 min. Der Weg zum Gipfel ist also rund 4,4 km lang — genau der Wert, den der Lehrer aus dem Diagramm abliest (ca. 4,4 km nach ca. 25,8 min). Die kleine Abweichung bei der Zeit ist die übliche Ablesegenauigkeit einer Zeichnung.

3

Der Überholvorgang

AFB II

Ein Auto mit 60 km/h wird von einem zweiten mit 70 km/h überholt. Wie lange dauert der Überholvorgang und welche Fahrstrecke muss der Überholer dabei zurücklegen? Der gegenseitige Abstand vor und nach dem Überholen betrug 20 m und beide Wagen sind je 4 m lang.

M1Skizze des Überholvorgangs
Überholer (Start)Auto AAuto AÜberholer (Ende)4 m20 m20 m4 m4 m48 mBezugssystem: das überholte Auto steht still. — 20 m + 4 m + 20 m + 4 m = 48 m Relativstrecke
  1. Berechnen Sie die Strecke, die der Überholer relativ zum überholten Auto zurücklegen muss.
  2. Berechnen Sie die Dauer des Überholvorgangs.
  3. Berechnen Sie die Fahrstrecke, die der Überholer während dieser Zeit tatsächlich auf der Straße zurücklegt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Addieren Sie alle vier Teilstücke aus M1: den Abstand davor, die Länge des überholten Wagens, den Abstand danach und die Länge des Überholers.Beide Fahrzeuglängen zählen mit — der Überholer muss ja mit seinem Heck am anderen Wagen vorbei sein, bevor der Abstand gemessen wird.
Hinweis zu Aufgabe b)
Rechnen Sie im Bezugssystem des überholten Autos: Dort steht dieses still und der Überholer bewegt sich mit der Differenzgeschwindigkeit 70 km/h − 60 km/h. Rechnen Sie diese in m/s um.Umrechnung: 10 km/h = 10 000 m / 3600 s = 2,78 m/s. Erst dann passt t = s/v mit Metern und Sekunden zusammen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Jetzt zählt die eigene Geschwindigkeit des Überholers, nicht mehr die Differenz: 70 km/h in m/s umrechnen und mit der eben berechneten Zeit multiplizieren.Typische Falle: Man rechnet die Fahrstrecke mit der Differenzgeschwindigkeit und erhält dann nur die 48 m — das ist aber der Vorsprung, nicht die Fahrstrecke.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Gesamtstrecke setzt sich zusammen aus 20 m + 4 m + 20 m + 4 m = 48 m. Um genau diese 48 m muss der Überholer relativ zum überholten Auto vorrücken.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Das Auto ist 10 km/h = 2,78 m/s schneller. Dabei müssen 48 m Strecke zurückgelegt werden. Es gilt also:

t = s / v = 48 m / 2,78 m/s  ≈ 17,3 s

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

70 km/h entsprechen 19,44 m/s. Dabei werden

s = v · t = 19,44 m/s · 17,3 s  ≈ 336 m

zurückgelegt. Der Überholvorgang dauert also gut 17 Sekunden und verbraucht dabei über 300 Meter Fahrbahn — deutlich mehr, als die 48 m Vorsprung vermuten lassen.

4

Erdöl in der Rohrleitung

AFB II

Mit welcher Geschwindigkeit muss das Erdöl in einer Rohrleitung von 100 cm² Querschnitt fließen, damit im Laufe einer Stunde 18 m³ davon hindurchfließen?

M1Längsschnitt durch die Rohrleitung
vStrecke s in der Zeit tQuerschnitt A100 cm² = 0,01 m²V = A · s und v = s / t = V / (A · t)
  1. Angeben Sie den Zusammenhang zwischen Volumen V, Querschnittsfläche A und Strecke s.
  2. Berechnen Sie die Fließgeschwindigkeit in m/s.
  3. Angeben Sie das Ergebnis in km/h.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Ölsäule in M1 ist ein gerader Zylinder: Grundfläche mal Höhe.„Angeben“ verlangt nur die Formel, keinen Rechenweg — aber stellen Sie sie auch nach s um, denn s brauchen Sie für die Geschwindigkeit.
Hinweis zu Aufgabe b)
Rechnen Sie zuerst die Einheiten um: 100 cm² = 0,01 m² (denn 1 m² = 10 000 cm²) und 1 Stunde = 3600 s. Setzen Sie dann in v = V/(A · t) ein.Das ist die Hauptfalle der Aufgabe: Wer mit 100 cm² statt 0,01 m² rechnet, liegt um den Faktor 10 000 daneben.
Hinweis zu Aufgabe c)
Von m/s nach km/h: mal 3,6.Merkhilfe: 1 m/s = 3,6 km/h, weil 1000 m in 3600 s zurückgelegt werden.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Für das Volumen gilt V = A · s, also s = V / A. Setzt man das in v = s / t ein, folgt

v = s / t = V / (A · t).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Umrechnung des Querschnitts: 100 cm² = 100 · (0,01 m)² = 0,01 m²; die Zeit beträgt 1 h = 3600 s. Damit:

v = V / (A · t) = 18 m³ / (0,01 m² · 3600 s) = 0,5 m/s

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

0,5 m/s · 3,6 = 1,8 km/h. Das Erdöl fließt also langsamer als ein gemütlicher Spaziergang — die große Menge kommt allein durch den Querschnitt und die lange Zeit zustande.

5

Blitz und Donner

AFB III

Mit einer einfachen Faustregel können Sie die Entfernung zwischen sich und einem Gewitter abschätzen:

„Warte, bis es blitzt. Zähle langsam die Sekunden, bis der nachfolgende Donner zu hören ist. Teile die Sekundenzahl durch 3. Das Ergebnis ist die Entfernung von dir zum Einschlagort des Blitzes in Kilometern.“

Erläutern Sie mit einer Rechnung, warum diese Abschätzung sinnvoll ist.

Hinweis: Es gilt vLicht = 300 000 km/s und vSchall = 330 m/s.

M1Licht und Schall auf demselben Weg
EinschlagortBeobachterLicht: 300 000 km/s — praktisch sofort daSchall: 330 m/s — braucht SekundenDie Laufzeit des Schalls verrät die Entfernung s.
  1. Berechnen Sie, wie lange das Licht für 1 km braucht, und Begründen Sie, warum diese Zeit vernachlässigt werden darf.
  2. Erläutern Sie mit einer Rechnung, warum die Faustregel sinnvoll ist.
  3. Beurteilen Sie, wie genau die Faustregel ist.
Hinweis zu Aufgabe a)
Nutzen Sie t = s/v mit s = 1 km und vLicht = 300 000 km/s.Das Ergebnis ist eine sehr kleine Zahl — geben Sie sie in Mikrosekunden (1 µs = 0,000 001 s) an, dann wird der Vergleich mit den gezählten Sekunden anschaulich.
Hinweis zu Aufgabe b)
Setzen Sie in s = v · t die Schallgeschwindigkeit ein und schreiben Sie 330 m/s zuerst als 0,33 km/s. Welchem einfachen Bruch liegt 0,33 sehr nahe?„Erläutern“ verlangt hier beides: die Rechnung und den Satz, warum daraus genau die Anweisung „durch 3 teilen“ wird.
Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleichen Sie 330 m/s mit dem Wert, den die Faustregel eigentlich unterstellt: genau 1/3 km je Sekunde, also 333 1/3 m/s. Wie groß ist die relative Abweichung? Und wie genau kann ein Mensch überhaupt Sekunden zählen?„Beurteilen“ verlangt ein eigenes Urteil mit Begründung: Die Frage ist nicht nur, wie groß der Fehler ist, sondern ob er für den Zweck „grobe Abschätzung“ stört.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

t = s / v = 1 km / 300 000 km/s  ≈ 3,3 · 10−6 s = 3,3 µs.

Das Licht braucht also für einen Kilometer rund drei Millionstel Sekunden. Gezählt werden aber ganze Sekunden. Die Laufzeit des Lichts ist gegenüber der Laufzeit des Schalls und gegenüber der Zählungenauigkeit völlig vernachlässigbar — man darf so tun, als sei der Blitz im selben Augenblick zu sehen, in dem er entsteht.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Rechnung des Lehrers für den Schall:

s = v · t = 330 m/s · t = 0,33 km/s · t  ≈ 1/3 km/s · t

Der Schall legt in jeder Sekunde also rund ein Drittel Kilometer zurück. Nach t Sekunden ist er t/3 Kilometer weit gekommen — und genau das ist die Entfernung zum Einschlagort. Die Anweisung „Sekundenzahl durch 3 teilen“ ist also nichts anderes als die Formel s = v · t mit dem gerundeten Wert v ≈ 1/3 km/s.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Faustregel unterstellt genau 1/3 km/s = 333 1/3 m/s, tatsächlich sind es 330 m/s. Die Abweichung beträgt rund 1 %: Bei 3 km Entfernung sind das etwa 30 m. Deutlich größer ist die Ungenauigkeit beim Zählen — wer beim „langsamen Zählen“ nur eine halbe Sekunde daneben liegt, irrt sich bereits um rund 170 m. Für eine Abschätzung, ob das Gewitter zwei oder acht Kilometer entfernt ist, ist die Regel also völlig ausreichend; für eine genaue Entfernungsmessung taugt sie nicht. Hinzu kommt, dass die Schallgeschwindigkeit von der Lufttemperatur abhängt und der Wert 330 m/s selbst schon ein Mittelwert ist.

6

Der Zeitverlust auf der Urlaubsfahrt

AFB III

Zwei Fahrten, ein Problem: Wer zu langsam startet, verliert Zeit — die Frage ist, ob und wie sich das noch aufholen lässt.

a) Für eine längere Fahrt mit dem Auto rechnet ein Fahrer mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 60 km/h. Nachdem er genau die Hälfte der Strecke zurückgelegt hat, stellt er fest, dass er durch Verkehrsbehinderungen durchschnittlich nur 30 km/h gefahren ist. Kann er den Zeitverlust in der 2. Hälfte wieder aufholen? Begründen Sie Ihre Aussage.

b) Moritz plant seine Fahrt in den Urlaub mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 90 km/h. Nach einem Viertel der Strecke bemerkt er, dass er die ganze Zeit nur mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 40 km/h gefahren ist. Erklären Sie begründet, mit welcher Geschwindigkeit Moritz weiter fahren muss, um sein Urlaubsziel pünktlich zu erreichen. Runden Sie auf zwei Stellen nach dem Komma, falls Sie eine Rechnung angeben.

M1Strecken- und Zeitbalken zu beiden Fahrten
a) Fahrer — geplant 60 km/hStrecke1. Hälfte2. HälfteZeit geplantt geplant = s / 60Zeit verbrauchtbereits (s/2) / 30 = s / 60 — die ganze PlanzeitFür die 2. Hälfte bleibt keine Zeit mehr übrig.b) Moritz — geplant 90 km/hStrecke¼Rest: ¾ sZeit geplantt geplant = s / 90Zeit verbrauchtt₁ = s / 160Rest: 7s / 1440
  1. Begründen Sie, ob der Fahrer aus a) den Zeitverlust in der zweiten Hälfte noch aufholen kann.
  2. Erklären Sie begründet, mit welcher Geschwindigkeit Moritz weiter fahren muss, um sein Urlaubsziel pünktlich zu erreichen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Wählen Sie für die Gesamtstrecke einfach den Buchstaben s und rechnen Sie zwei Zeiten aus: die geplante Gesamtzeit s/60 und die bereits verbrauchte Zeit für die erste Hälfte, (s/2)/30. Vergleichen Sie die beiden Brüche.„Begründen“ heißt: nicht nur „nein“, sondern der Grund. Der obere Balken in M1 zeigt ihn: Beide Zeiten sind gleich lang.
Hinweis zu Aufgabe b)
Gehen Sie in vier Schritten vor: geplante Gesamtzeit tPlan, verbrauchte Zeit t1 für das erste Viertel, verbleibende Zeit tRest = tPlan − t1, und schließlich v = sRest/tRest mit sRest = 3/4 · s.Das unbekannte s kürzt sich im letzten Schritt vollständig heraus — die Antwort hängt gar nicht von der Länge der Strecke ab. Genau das ist der Kern der Begründung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Gesamtstrecke sei s. Geplant war tPlan = s/60. Tatsächlich gebraucht hat der Fahrer für die erste Hälfte t1 = (s/2)/30 = s/60 — also genau so viel.

Der Fahrer fährt die erste Hälfte mit halber Geschwindigkeit, das heißt die ursprünglich geplante Zeit für die gesamte Strecke ist bereits vollständig verbraucht. Es gibt keine Möglichkeit mehr, den Zeitverlust in der zweiten Hälfte wieder aufzuholen — dafür wäre eine unendlich große Geschwindigkeit nötig, denn die zweite Hälfte müsste in der Zeit null zurückgelegt werden.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Rechnung des Lehrers, mit s als Gesamtstrecke (alle Angaben in km und h):

tPlan = s/90  (geplante Zeit)

t1 = s1/40 = (¼ s)/40 = s/160  (Zeit für ¼ der Strecke)

tRest = tPlan − t1 = s/90 − s/160 = 7s/1440  (verbleibende Zeit)

sRest = ¾ s

v = sRest / tRest = (¾ s) / (7s/1440) = (¾ · 1440) / 7 = 1080/7 = 154,29 km/h

Das s kürzt sich heraus: Die nötige Geschwindigkeit hängt nicht von der Länge der Strecke ab. Zur Einheit: Alle Ausgangsgrößen sind in km/h gegeben (90 km/h und 40 km/h), die Strecke kürzt sich heraus — also ist das Ergebnis 154,29 km/h und nicht m/s.

Begründete Antwort: Moritz müsste die restlichen drei Viertel der Strecke mit rund 154 km/h zurücklegen. Rechnerisch ist das möglich — anders als beim Fahrer in a) ist noch Zeit übrig — auf deutschen Landstraßen und in vielen Ländern ist diese Geschwindigkeit aber gar nicht erlaubt. Praktisch wird Moritz also zu spät ankommen.