Hochregallager und Stausee — mit gestuften Hinweisen und Erwartungshorizont.
In einem Hochregallager hebt ein Regalbediener Paletten mit je 320 kg auf verschiedene Ebenen. Die unterste Ebene liegt 1,5 m über dem Hallenboden, jede weitere Ebene liegt 2,4 m höher (M1). Es gilt g = 9,81 m/s².
| Ebene | Höhe über dem Hallenboden |
|---|---|
| 1 | 1,5 m |
| 2 | 3,9 m |
| 3 | 6,3 m |
| 4 | 8,7 m |
| 5 | 11,1 m |
Epot = 320 kg · 9,81 m/s² · 11,1 m = 34 845,3 J ≈ 34,8 kJ (bezüglich des Hallenbodens).
Δh = 11,1 m − 3,9 m = 7,2 m.
ΔEpot = 320 · 9,81 · 7,2 = 22 602,24 J ≈ 22,6 kJ.
Kontrolle über die Einzelwerte: 34 845,3 J − 12 243,1 J = 22 602,2 J — derselbe Wert.
Mit Ebene 1 als Nullniveau liegt Ebene 2 bei 2,4 m und Ebene 5 bei 9,6 m. Die Einzelwerte ändern sich (7534,1 J bzw. 30 136,3 J), die Differenz aber nicht: 30 136,3 J − 7534,1 J = 22 602,2 J.
Die Aussage ist damit falsch. Ursache: In ΔEpot = m · g · (h2 − h1) kürzt sich das gewählte Nullniveau vollständig heraus. Der Motor muss physikalisch dieselbe Arbeit verrichten, ganz gleich, von wo aus jemand die Höhen zählt. Ein Bezugsniveau ist eine Rechenkonvention, keine physikalische Maßnahme.
Ein kleiner Speichersee fasst 250 000 m³ Wasser. Der Wasserspiegel liegt im Mittel 95 m über den Turbinen im Tal. 1 m³ Wasser hat eine Masse von 1000 kg; g = 9,81 m/s².
m = 250 000 m³ · 1000 kg/m³ = 2,5 · 108 kg (250 Millionen Kilogramm).
Epot = 2,5 · 108 kg · 9,81 m/s² · 95 m ≈ 2,33 · 1011 J (rund 233 Milliarden Joule).
2,33 · 1011 J : (3,6 · 106 J/kWh) ≈ 64 700 kWh, also rund 6,5 · 104 kWh. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 20 bis 25 Haushalten.
Die Angabe reicht für eine Überschlagsrechnung, nicht für eine genaue Bilanz.
Begründung: Während der See leer läuft, sinkt der Wasserspiegel. Das zuerst abfließende Wasser stürzt aus größerer Höhe als das zuletzt abfließende. Die Formel Epot = m · g · h mit einer festen Höhe unterstellt dagegen, dass die gesamte Masse aus derselben Höhe fällt.
Solange man mit der mittleren Höhe rechnet, ist das Ergebnis dennoch brauchbar: Der Fehler mittelt sich weitgehend heraus, weil die Lageenergie linear von h abhängt. Ungenau wird es erst, wenn der Wasserspiegel stärker schwankt oder das Becken eine unregelmäßige Form hat. Hinzu kommt, dass die real nutzbare Energie wegen des Wirkungsgrads von Turbine und Generator ohnehin deutlich unter dem berechneten Wert liegt.