Probeklausur
Hier stehen vier vollständige Klassenarbeiten zum gesamten Kapitel 2 — das Vorbereitungsblatt (Teil V) und die drei echten Arbeiten der Kurse 11A, 11C und 11D (Teile A, C und D). Jede Arbeit ist so abgedruckt, wie sie geschrieben wurde: mit der Original-Aufgabenstellung, den Original-Punktzahlen und dem Informationskasten, der auf jedem Deckblatt steht.
Punkteverteilung: Jede Aufgabe trägt ihre Punktzahl als dunkles Abzeichen neben dem AFB-Kennzeichen. Teil V bringt 23 Punkte, Teil A und Teil C je 25 Punkte, Teil D 17 Punkte. Bearbeitungszeit: Für eine dieser Arbeiten steht jeweils eine Unterrichtsstunde zur Verfügung — rechne mit rund zwei Minuten pro Punkt. Hilfsmittel: Taschenrechner und Geodreieck. Eine Formelsammlung brauchst du nicht: Alle benötigten Formeln stehen im Informationskasten unten.
Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen vollständigen Erwartungshorizont. Öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast — sonst verschenkst du genau die Übung, um die es hier geht.
Runde alle Ergebnisse auf zwei Stellen nach dem Komma. Beantworte alle Aufgaben in Stichpunkten und gib bei allen Rechenaufgaben einen kurzen Rechenweg an.
Für die gleichförmige Bewegung benötigst du die Formel \(s = v \cdot t\) bzw. für die gleichmäßig beschleunigte Bewegung die Formeln \(v = a \cdot t\) und \(s = \tfrac{1}{2} \cdot a \cdot t^2\).
Für die Kraft gilt die Gleichung \(F = m \cdot a\). Die Erdbeschleunigung beträgt \(g = 9{,}81\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}\).
Dieser Kasten steht wörtlich auf jedem der vier Aufgabenblätter — er ist Teil der Arbeit, nicht nur eine Randnotiz.
Teil V — Klassenarbeit Physik: Vorbereitung
23 PDas Vorbereitungsblatt, das vor der Arbeit ausgeteilt wurde. Fünf Aufgaben: die Tischdecke unter dem Geschirr, drei Rechnungen zu Gewichtskraft und \(F = m \cdot a\), ein Raumschiff mit zwei Kräften, vier Alltagssituationen zum Trägheitsprinzip und die beiden verhakten Federkraftmesser.
Die Tischdecke
AFB II3 PLeonie zieht eine Tischdecke unter dem Geschirr weg, ohne das Geschirr selbst vom Tisch zu ziehen.
- Erkläre mit dem ersten newtonschen Gesetz, wieso das Geschirr auf dem Tisch liegen bleibt.
Hinweis
Erwartungshorizont
Wenn Leonie die Tischdecke schnell und gleichmäßig unter dem Geschirr wegzieht, bleibt das Geschirr aufgrund seiner Trägheit nahezu unbewegt auf dem Tisch liegen. Die Reibung zwischen Geschirr und Tischdecke reicht nicht aus, um eine signifikante äußere Kraft auf das Geschirr auszuüben.
Dies ist auf das erste newtonsche Gesetz zurückzuführen (Trägheitsprinzip): Ein Körper bleibt in Ruhe oder in geradlinig-gleichförmiger Bewegung, solange keine ausreichende resultierende Kraft auf ihn wirkt.
Drei Rechnungen
AFB II3 + 3 + 3 = 9 P- Du stehst auf dem Mond auf einer gewöhnlichen Badezimmerwaage. Berechne, was die Waage anzeigt, wenn du eine Masse von \(100\,\mathrm{kg}\) hast. (Hinweis: \(6 \cdot g_{\text{Mond}} = g_{\text{Erde}}\))
- Ein Transporter der Masse \(2100\,\mathrm{kg}\) fährt bergauf. Der Motor erzeugt eine nach vorne gerichtete Kraft von \(2000\,\mathrm{N}\). Die rückwärtsgerichtete Hangabtriebskraft beträgt \(1200\,\mathrm{N}\). Bestimme die Beschleunigung des Transporters.
- Ein Auto mit einer Masse von \(1200\,\mathrm{kg}\) fährt mit \(50\,\tfrac{\mathrm{km}}{\mathrm{h}}\) und kommt bei einer Vollbremsung in einer Sekunde zum Stillstand. Berechne die dabei wirkende Kraft auf das Auto.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Auf dem Mond ist die Anziehungskraft ca. \(\tfrac{1}{6}\) der Anziehungskraft auf der Erde. Das Gleiche gilt für die Anzeige der Waage:
\[ \tfrac{1}{6}\cdot 100\,\mathrm{kg} = 16{,}67\,\mathrm{kg} \]
Die Waage zeigt also 16,67 kg an — obwohl deine Masse unverändert 100 kg beträgt. Die Waage misst eben nicht die Masse, sondern die Gewichtskraft.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Masse \(m = 2100\,\mathrm{kg}\). Die resultierende Kraft nach oben beträgt
\[ F = 2000\,\mathrm{N} - 1200\,\mathrm{N} = 800\,\mathrm{N} \]
Mit der Formel \(F = m\cdot a\), umgestellt zu \(a = \tfrac{F}{m}\), ergibt sich
\[ a = \frac{800\,\mathrm{N}}{2100\,\mathrm{kg}} = 0{,}38\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Masse \(m = 1200\,\mathrm{kg}\), Geschwindigkeit \(v = 50\,\tfrac{\mathrm{km}}{\mathrm{h}} = 13{,}89\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}\), Bremszeit \(t = 1\,\mathrm{s}\).
Es gilt \(a = \tfrac{v}{t}\), also
\[ a = \frac{13{,}89\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}}{1\,\mathrm{s}} = 13{,}89\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \]
Damit berechnet man die Kraft:
\[ F = m\cdot a = 1200\,\mathrm{kg}\cdot 13{,}89\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} = 16\,666{,}67\,\mathrm{N} \]
Zur Rundung: Der Wert 16 666,67 N entsteht, wenn man mit dem ungerundeten \(v = \tfrac{125}{9}\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}\) weiterrechnet. Setzt man stattdessen die gerundeten 13,89 m/s ein, kommt 16 668 N heraus — beides ist als Lösung richtig.
Das Raumschiff
AFB III4 PEin Raumschiff beschleunigt mit \(a = 22\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}\) in Richtung Nordwesten. Plötzlich wirkt auf das Raumschiff eine Kraft von \(1000\,\mathrm{N}\) nach Osten, sodass es danach genau nach Norden fliegt.
Die alte Bewegung zeigt nach Nordwesten, die neue Kraft nach Osten — zusammen ergibt sich eine Bewegung genau nach Norden. Die Ost-West-Anteile müssen sich also gerade aufheben.
- Berechne die Masse des Raumschiffs.
Hinweis
Erwartungshorizont
Die drei Kräfte als Vektoren (x = Osten, y = Norden):
\[ \vec{F_1} = \begin{pmatrix}1000\,\mathrm{N}\\ 0\end{pmatrix} \qquad \vec{F_2} = \begin{pmatrix}-m\cdot 22\\ m\cdot 22\end{pmatrix} \qquad \vec{F}_{\text{Neu}} = \begin{pmatrix}0\\ x\end{pmatrix} \]
Addition der beiden wirkenden Kräfte:
\[ \vec{F_1} + \vec{F_2} = \begin{pmatrix}1000\,\mathrm{N}\\ 0\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}-m\cdot 22\\ m\cdot 22\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}0\\ x\end{pmatrix} \]
Aus der x-Zeile folgt:
\[ 1000\,\mathrm{N} + (-m\cdot 22) = 0 \iff 1000\,\mathrm{N} = m \cdot 22\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \quad \big| : 22 \]
\[ m = \frac{1000\,\mathrm{N}}{22\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}} = \mathbf{45{,}45\,\mathrm{kg}} \]
Zum Ansatz: Die Nordwest-Richtung wird hier durch die Komponenten \((-22 \mid 22)\) beschrieben — gleich großer Anteil nach Westen und nach Norden. Nur die x-Zeile wird gebraucht, weil die y-Zeile die unbekannte Restgröße \(x\) enthält.
Vier Situationen mit dem Trägheitsprinzip
AFB II4 PWas passiert in den folgenden vier Situationen? Beschreibe das Geschehen und erkläre es jeweils mit dem Trägheitsprinzip.
- Du machst eine Vollbremsung auf dem Fahrrad. Beschreibe und erkläre das Phänomen.
- Du wirst beim Start einer Achterbahn ruckartig nach vorne beschleunigt. Beschreibe und erkläre das Phänomen.
- Du sitzt im Auto und fährst im Kreisverkehr mit (etwas) höherer Geschwindigkeit. Beschreibe und erkläre das Phänomen.
- Du versuchst ein liegen gebliebenes Auto anzuschieben. Beschreibe und erkläre das Phänomen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Bei einer Vollbremsung kommt das Fahrrad zum Stillstand, dein Körper jedoch neigt dazu, sich aufgrund seiner Trägheit weiterhin vorwärts zu bewegen. Dein Körper versucht, seinen Bewegungszustand beizubehalten, während das Fahrrad durch die Bremskraft abrupt gestoppt wird. Deshalb wirst du nach vorne über den Lenker gezogen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Beim ruckartigen Start versucht dein Körper gemäß dem Trägheitsprinzip, in seinem ursprünglichen Ruhezustand zu verbleiben, während die Achterbahn beschleunigt. Deshalb wirst du in den Sitz gedrückt: Die Sitzlehne ist es, die deinen Körper mitnimmt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Im Kreisverkehr wirkt deine Trägheit gegen die Richtungsänderung: Du wirst nach außen gegen die Tür gedrückt. Dein Körper versucht, sich geradlinig weiterzubewegen, während das Auto eine Kurve fährt. Je höher die Geschwindigkeit, desto stärker fällt der Effekt aus.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Beim Anschieben muss eine beträchtliche Anfangskraft aufgebracht werden, um die Trägheit des Autos zu überwinden. Das erste newtonsche Gesetz erklärt, warum das Auto in Ruhe bleibt, bis eine ausreichend große Kraft wirkt: Ohne resultierende äußere Kraft ändert sich der Bewegungszustand nicht. Rollt das Auto erst einmal, genügt deutlich weniger Kraft.
Verhakte Federkraftmesser
AFB I3 PDu hältst jeweils einen Federkraftmesser mit gleicher Skala in der Hand. Die Endstücke der beiden Federkraftmesser werden miteinander verhakt.
Die Haken greifen ineinander — die beiden Messgeräte bilden ein Kraftpaar nach dem Wechselwirkungsprinzip.
- Beschreibe, was passiert, wenn du nur am linken Federkraftmesser ziehst.
- Beschreibe, was passiert, wenn du nur am rechten Federkraftmesser ziehst.
- Beschreibe, was passiert, wenn du an beiden Federkraftmessern gleichzeitig ziehst.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Wenn du nur am linken Federkraftmesser ziehst, zeigen beide Federkraftmesser die gleiche Kraft an — gemäß dem Wechselwirkungsprinzip.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Wenn du nur am rechten Federkraftmesser ziehst, zeigen beide Geräte ebenfalls identisch die ausgeübte Kraft an.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Wenn du an beiden Federkraftmessern gleichzeitig ziehst, zeigen beide aufgrund des Wechselwirkungsprinzips ebenfalls dieselbe Kraft an.
Fazit über alle drei Teilaufgaben: Die Anzeige hängt nicht davon ab, wer zieht. Kräfte treten immer paarweise auf — gleich groß und entgegengesetzt gerichtet.
Teil A — Klassenarbeit 11A
25 PDie Arbeit des Kurses 11A. Fünf Aufgaben: Situationen den newtonschen Gesetzen zuordnen, ein Frachtschiff mit 750 Tonnen an zwei Schleppern, zwei Personen mit einer Tasche, ein anfahrender Zug und zum Schluss Peters Idee für einen neuen Autoantrieb.
Situationen zuordnen
AFB I5 PIn der folgenden Tabelle sind verschiedene physikalische Situationen beschrieben.
- Nenne das jeweils zutreffende newtonsche Gesetz.
| Nr. | Situation | Newton'sches Gesetz |
|---|---|---|
| 1 | Du machst eine Vollbremsung auf dem Fahrrad. | |
| 2 | Ein leerer Einkaufswagen lässt sich leichter schieben als ein voller. | |
| 3 | Eine Rakete startet ins All, indem heiße Luft und Gase mit hoher Geschwindigkeit nach unten ausströmen. | |
| 4 | Beim Fußball schießt du mit mehr Kraft, damit der Ball schneller fliegt. | |
| 5 | Beim Abbremsen eines Zuges nach einer schnellen Fahrt werden die Passagiere nach vorne gedrückt. |
Hinweis
Erwartungshorizont
(1) Vollbremsung auf dem Fahrrad → 1. Trägheitsprinzip
Dein Körper behält seinen Bewegungszustand bei, während das Rad gestoppt wird.
(2) Leerer Einkaufswagen → 2. Aktionsprinzip
Bei gleicher Kraft ergibt kleinere Masse eine größere Beschleunigung: \(a = \tfrac{F}{m}\).
(3) Rakete → 3. Wechselwirkungsprinzip
Die Rakete drückt Gase nach unten, die Gase drücken die Rakete nach oben.
(4) Fußball mit mehr Kraft → 2. Aktionsprinzip
Größere Kraft bei gleicher Masse bedeutet größere Beschleunigung.
(5) Bremsender Zug → 1. Trägheitsprinzip
Die Passagiere bewegen sich aufgrund ihrer Trägheit weiter, während der Zug langsamer wird.
Das Frachtschiff (750 Tonnen)
AFB II5 PEin Frachtschiff mit einer Masse von 750 Tonnen wird von zwei Schleppern zum nächsten Hafen gezogen. Dabei wirkt der erste Schlepper eine Kraft von \(\vec{F_1} = (1100\,\mathrm{N} \mid 1200\,\mathrm{N})\) und der zweite Schlepper eine Kraft von \(\vec{F_2} = (1650\,\mathrm{N} \mid -625\,\mathrm{N})\).
Beide Schleppkräfte greifen am selben Punkt an. Die gestrichelte Diagonale ist die resultierende Kraft \(\vec{F_R}\), die du in Teilaufgabe b) berechnest.
- Berechne den Betrag der Kräfte \(\vec{F_1}\) und \(\vec{F_2}\) der beiden Schlepper.
- Berechne die resultierende Kraft \(\vec{F_R}\), mit der das Schiff gezogen wird.
- Berechne den Betrag der auf das Schiff wirkenden Kraft.
- Berechne die Beschleunigung, mit der das schwere Frachtschiff gezogen wird.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\[ |\vec{F_1}| = \sqrt{(1100\,\mathrm{N})^2 + (1200\,\mathrm{N})^2} = \sqrt{1\,210\,000 + 1\,440\,000}\ \mathrm{N} = 1627{,}88\,\mathrm{N} \]
\[ |\vec{F_2}| = \sqrt{(1650\,\mathrm{N})^2 + (-625\,\mathrm{N})^2} = \sqrt{2\,722\,500 + 390\,625}\ \mathrm{N} = 1764{,}40\,\mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\[ \vec{F_R} = \vec{F_1} + \vec{F_2} = \begin{pmatrix}1100\\ 1200\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}1650\\ -625\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}2750\\ 575\end{pmatrix}\ \mathrm{N} \]
Also \(\vec{F_R} = (2750\,\mathrm{N} \mid 575\,\mathrm{N})\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\[ |\vec{F_R}| = \sqrt{(2750\,\mathrm{N})^2 + (575\,\mathrm{N})^2} = \sqrt{7\,562\,500 + 330\,625}\ \mathrm{N} = 2809{,}47\,\mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
\(m = 750\,\mathrm{t} = 750\,000\,\mathrm{kg}\)
\[ a = \frac{F}{m} = \frac{2809{,}47\,\mathrm{N}}{750\,000\,\mathrm{kg}} = 0{,}0037\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \]
Die Beschleunigung ist winzig — genau deshalb braucht ein Frachtschiff so lange, bis es in Fahrt kommt.
Zwei Personen tragen eine Tasche (30° und 40°)
AFB III7 PZwei unterschiedlich große Personen tragen gemeinsam eine Tasche. Die Person links wendet dabei eine Kraft von \(150\,\mathrm{N}\) auf, die Person rechts wendet eine halb so große Kraft auf. Die beiden Winkel zwischen den Personen betragen \(\alpha = 30^\circ\) und \(\beta = 40^\circ\).
Beide Winkel werden von der Senkrechten aus gemessen. Deshalb liefert der Sinus die waagerechte (x-) und der Cosinus die senkrechte (y-)Komponente.
- Bestimme die Vektoren \(\vec{F_1}\) und \(\vec{F_2}\).
- Bestimme die Gewichtskraft der Tasche als Vektor.
- Bestimme den Betrag der Gewichtskraft.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Linke Person \((|\vec{F_1}| = 150\,\mathrm{N},\ \alpha = 30^\circ)\):
\[ \sin(30^\circ)\cdot 150\,\mathrm{N} = 75\,\mathrm{N} \qquad \cos(30^\circ)\cdot 150\,\mathrm{N} = 129{,}90\,\mathrm{N} \]
\[ \vec{F_1} = (-75\,\mathrm{N} \mid 129{,}90\,\mathrm{N}) \]
Rechte Person \((|\vec{F_2}| = \tfrac{1}{2}\cdot 150\,\mathrm{N} = 75\,\mathrm{N},\ \beta = 40^\circ)\):
\[ \sin(40^\circ)\cdot 75\,\mathrm{N} = 48{,}21\,\mathrm{N} \qquad \cos(40^\circ)\cdot 75\,\mathrm{N} = 57{,}45\,\mathrm{N} \]
\[ \vec{F_2} = (48{,}21\,\mathrm{N} \mid 57{,}45\,\mathrm{N}) \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\[ \vec{F_1} + \vec{F_2} = \begin{pmatrix}-75\\ 129{,}90\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}48{,}21\\ 57{,}45\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}-26{,}79\\ 187{,}35\end{pmatrix}\ \mathrm{N} \]
Also \(\vec{F_G} = (-26{,}79\,\mathrm{N} \mid 187{,}35\,\mathrm{N})\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\[ |\vec{F_G}| = \sqrt{(-26{,}79\,\mathrm{N})^2 + (187{,}35\,\mathrm{N})^2} = 189{,}26\,\mathrm{N} \]
Kontrolle: Rechnet man ohne Zwischenrundung, ergibt sich \(187{,}36\,\mathrm{N}\) für die y-Komponente und ebenfalls \(189{,}26\,\mathrm{N}\) für den Betrag.
Der anfahrende Zug
AFB II4 PEin Zug mit einer Masse von \(400\,\mathrm{t}\) fährt aus dem Stand los und erreicht nach einer bestimmten Zeit \(t\) eine Geschwindigkeit von \(10\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}\). Dabei hat er \(150\,\mathrm{m}\) zurückgelegt.
- Berechne die Kraft beim Anfahren des Zuges.
Hinweis
Erwartungshorizont
1. Zeit bestimmen. Aus \(v = a\cdot t\) folgt \(a = \tfrac{v}{t}\). Eingesetzt in die Weg-Zeit-Formel:
\[ s = \tfrac{1}{2}\cdot a \cdot t^2 = \tfrac{1}{2}\cdot \frac{v}{t}\cdot t^2 = \tfrac{1}{2}\cdot v \cdot t \]
\[ t = \frac{2s}{v} = \frac{2\cdot 150\,\mathrm{m}}{10\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}} = \frac{300\,\mathrm{m}}{10\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}} = \mathbf{30\,\mathrm{s}} \]
2. Beschleunigung bestimmen.
\[ a = \frac{v}{t} = \frac{10\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}}{30\,\mathrm{s}} = 0{,}33\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \quad (\text{periodisch } 0{,}\overline{3}) \]
3. Kraft berechnen. \(m = 400\,\mathrm{t} = 400\,000\,\mathrm{kg}\)
\[ F = m\cdot a = 400\,000\,\mathrm{kg} \cdot 0{,}33\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} = \mathbf{132\,000\,\mathrm{N}} \]
Zur Rundung: Der Wert 132 000 N entsteht, weil laut Informationskasten auf zwei Nachkommastellen gerundet wird und \(a = 0{,}33\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}\) eingesetzt wird. Rechnet man mit dem exakten \(a = \tfrac{1}{3}\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2}\) durch, ergibt sich \(133\,333{,}33\,\mathrm{N}\). Beide Wege sind nachvollziehbar — entscheidend ist, dass du den Rechenweg angibst.
Peters Autoantrieb
AFB III4 PPeter hat eine geniale Idee für einen neuen Autoantrieb entwickelt: Er montiert einen Ausleger auf das Autodach, an dessen Ende ein starker Magnet vor dem Auto hängt. Der Magnet soll das Auto nach vorne ziehen.
Der Magnet hängt am Ausleger, der Ausleger sitzt auf dem Auto — alles ist fest miteinander verbunden. Beide Kräfte liegen damit innerhalb der gestrichelten Systemgrenze.
- Entscheide, ob ein solcher Autoantrieb funktionieren kann oder nicht.
- Begründe deine Antwort mit den newtonschen Gesetzen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Der Antrieb funktioniert nicht. Magnet, Ausleger und Auto bilden ein einziges System — sie sind fest miteinander verbunden und können sich nicht selbst in Bewegung setzen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Wechselwirkungsprinzip (3. newtonsches Gesetz). Der Magnet zieht das Auto nach vorne. Nach dem Wechselwirkungsprinzip zieht das Auto den Magneten mit einer gleich großen, entgegengesetzt gerichteten Kraft nach hinten. Beide Kräfte greifen zwar an verschiedenen Körpern an, diese Körper sind aber fest miteinander verbunden.
Von außen betrachtet wirkt auf das Gesamtsystem also keine resultierende Kraft.
Trägheitsprinzip (1. newtonsches Gesetz). Ohne resultierende äußere Kraft ändert sich der Bewegungszustand nicht: Das Auto bleibt stehen.
Was ein echter Antrieb braucht. Ein Antrieb braucht immer eine Kraft von einem Körper außerhalb des Systems. Beim echten Auto liefert sie die Straße: Die Reifen drücken nach hinten gegen den Asphalt, der Asphalt drückt die Reifen nach vorne. Vergleiche den Rasensprenger und das Pferd mit der Kutsche aus Kapitel 2.3.3.
Teil C — Klassenarbeit 11C
25 PDie Arbeit des Kurses 11C. Sie ist genauso aufgebaut wie Teil A, arbeitet aber mit anderen Zahlen: ein Frachtschiff mit 500 Tonnen, die Winkel 25° und 45° bei der Tasche, ein beschleunigendes Motorrad statt des Zuges — und zum Schluss die berühmten Fliegen im Glas.
Situationen zuordnen
AFB I5 PIn der folgenden Tabelle sind verschiedene physikalische Situationen beschrieben.
- Nenne das jeweils zutreffende newtonsche Gesetz.
| Nr. | Situation | Newton'sches Gesetz |
|---|---|---|
| 1 | Du springst aus einem fahrenden Bus und musst nach dem Absprung noch einige Schritte laufen, um nicht zu stürzen. | |
| 2 | Wenn du auf Eis läufst und dich mit mehr Kraft abstößt, beschleunigst du stärker. | |
| 3 | Ein Astronaut auf der ISS stößt sich von einer Wand ab und schwebt in die entgegengesetzte Richtung. | |
| 4 | Ein alter Zug und ein moderner Sportwagen besitzen beide einen Motor mit gleicher Leistung. Dennoch beschleunigt der Sportwagen schneller. | |
| 5 | Ein Ball liegt auf dem Boden und bewegt sich erst, wenn eine äußere Kraft auf den Ball wirkt. |
Hinweis
Erwartungshorizont
(1) Absprung aus dem fahrenden Bus → Trägheitsprinzip
Dein Körper hat noch die Geschwindigkeit des Busses und behält sie bei.
(2) Kräftiger Abstoß auf dem Eis → Aktionsprinzip
Größere Kraft bei gleicher Masse bedeutet größere Beschleunigung: \(a = \tfrac{F}{m}\).
(3) Astronaut stoßt sich von der Wand ab → Wechselwirkungsprinzip
Er drückt die Wand, die Wand drückt ihn gleich stark zurück.
(4) Zug und Sportwagen bei gleicher Leistung → Aktionsprinzip
Bei gleicher Kraft gilt: je größer die Masse, desto kleiner die Beschleunigung.
(5) Ball auf dem Boden → Trägheitsprinzip
Ein ruhender Körper bleibt in Ruhe, solange keine resultierende äußere Kraft wirkt.
Das Frachtschiff (500 Tonnen)
AFB II5 PEin Frachtschiff mit einer Masse von 500 Tonnen wird von zwei Schleppern zum nächsten Hafen gezogen. Dabei wirkt der erste Schlepper eine Kraft von \(\vec{F_1} = (1100\,\mathrm{N} \mid 700\,\mathrm{N})\) und der zweite Schlepper eine Kraft von \(\vec{F_2} = (1500\,\mathrm{N} \mid -500\,\mathrm{N})\). Der Aufbau ist derselbe wie in M3 bei Aufgabe A2.
- Berechne den Betrag der Kräfte \(\vec{F_1}\) und \(\vec{F_2}\) der beiden Schlepper.
- Berechne die resultierende Kraft \(\vec{F_R}\), mit der das Schiff gezogen wird.
- Berechne den Betrag der auf das Schiff wirkenden Kraft.
- Berechne die Beschleunigung, mit der das schwere Frachtschiff gezogen wird.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\[ |\vec{F_1}| = \sqrt{(1100\,\mathrm{N})^2 + (700\,\mathrm{N})^2} = 1303{,}84\,\mathrm{N} \]
\[ |\vec{F_2}| = \sqrt{(1500\,\mathrm{N})^2 + (-500\,\mathrm{N})^2} = 1581{,}14\,\mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\[ \vec{F_R} = \begin{pmatrix}1100\\ 700\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}1500\\ -500\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}2600\\ 200\end{pmatrix}\ \mathrm{N} \]
Also \(\vec{F_R} = (2600\,\mathrm{N} \mid 200\,\mathrm{N})\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\[ |\vec{F_R}| = \sqrt{(2600\,\mathrm{N})^2 + (200\,\mathrm{N})^2} = 2607{,}68\,\mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
\(m = 500\,\mathrm{t} = 500\,000\,\mathrm{kg}\)
\[ a = \frac{2607{,}68\,\mathrm{N}}{500\,000\,\mathrm{kg}} = 0{,}0052\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \]
Zwei Personen tragen eine Tasche (25° und 45°)
AFB III7 PZwei unterschiedlich große Personen tragen gemeinsam eine Tasche. Die Person links wendet eine Kraft von \(150\,\mathrm{N}\) auf, die Person rechts eine halb so große Kraft. Diesmal betragen die beiden Winkel \(\alpha = 25^\circ\) und \(\beta = 45^\circ\). Der Aufbau ist derselbe wie in M4 bei Aufgabe A3.
- Bestimme die Vektoren \(\vec{F_1}\) und \(\vec{F_2}\).
- Bestimme die Gewichtskraft der Tasche als Vektor.
- Bestimme den Betrag der Gewichtskraft.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Linke Person \((150\,\mathrm{N},\ \alpha = 25^\circ)\):
\[ \sin(25^\circ)\cdot 150\,\mathrm{N} = 63{,}39\,\mathrm{N} \qquad \cos(25^\circ)\cdot 150\,\mathrm{N} = 135{,}95\,\mathrm{N} \]
\[ \vec{F_1} = (-63{,}39\,\mathrm{N} \mid 135{,}95\,\mathrm{N}) \]
Rechte Person \((75\,\mathrm{N},\ \beta = 45^\circ)\):
\[ \sin(45^\circ)\cdot 75\,\mathrm{N} = 53{,}03\,\mathrm{N} \qquad \cos(45^\circ)\cdot 75\,\mathrm{N} = 53{,}03\,\mathrm{N} \]
\[ \vec{F_2} = (53{,}03\,\mathrm{N} \mid 53{,}03\,\mathrm{N}) \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\[ \vec{F_1} + \vec{F_2} = \begin{pmatrix}-63{,}39\\ 135{,}95\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}53{,}03\\ 53{,}03\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}-10{,}36\\ 188{,}98\end{pmatrix}\ \mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\[ |\vec{F_G}| = \sqrt{(-10{,}36\,\mathrm{N})^2 + (188{,}98\,\mathrm{N})^2} = 189{,}26\,\mathrm{N} \]
Das beschleunigende Motorrad
AFB II4 PEin Motorrad mit einer Masse von \(0{,}7\,\mathrm{t}\) beschleunigt aus dem Stand. Nach \(62{,}5\,\mathrm{m}\) hat das Motorrad eine Geschwindigkeit von \(25\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}\) erreicht.
- Berechne die durch das Motorrad wirkende Kraft \(F\).
Hinweis
Erwartungshorizont
1. Zeit bestimmen. Aus \(s = \tfrac{1}{2}\cdot a\cdot t^2\) und \(a = \tfrac{v}{t}\) folgt \(s = \tfrac{1}{2}\cdot v\cdot t\), also
\[ t = \frac{2s}{v} = \frac{2\cdot 62{,}5\,\mathrm{m}}{25\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}} = \frac{125\,\mathrm{m}}{25\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}} = 5\,\mathrm{s} \]
2. Beschleunigung bestimmen.
\[ a = \frac{v}{t} = \frac{25\,\tfrac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}}}{5\,\mathrm{s}} = 5\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \]
3. Kraft berechnen. \(m = 0{,}7\,\mathrm{t} = 700\,\mathrm{kg}\)
\[ F = m\cdot a = 700\,\mathrm{kg}\cdot 5\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} = \mathbf{3500\,\mathrm{N}} \]
Fliegen im Glas
AFB III4 PEin Schwarm Fliegen befindet sich in einem verschlossenen Glas. Du stellst das Glas auf eine Waage. Drei Vermutungen stehen zur Auswahl — die Waage zeigt das größte Gewicht an, …
- Vermutung a) … wenn die Fliegen sich auf dem Boden befinden.
- Vermutung b) … wenn die Fliegen im Glas herumfliegen.
- Vermutung c) … unabhängig davon, ob die Fliegen auf dem Boden sind oder im Glas herumfliegen.
- Entscheide, welche der drei Vermutungen korrekt ist.
- Begründe deine Behauptung mit einem der newtonschen Gesetze.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Richtig ist c): Die Waage zeigt immer dasselbe Gewicht an — unabhängig davon, ob die Fliegen auf dem Boden sitzen oder im Glas herumfliegen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Begründung mit dem Wechselwirkungsprinzip (3. newtonsches Gesetz):
Damit eine Fliege in der Luft bleibt, drückt sie mit den Flügeln Luft nach unten. Die Luft drückt nach dem Wechselwirkungsprinzip mit derselben Kraft zurück und trägt die Fliege.
Die nach unten beschleunigte Luft gibt diese Kraft am Glasboden wieder ab. Das geschlossene System aus Glas, Luft und Fliegen wiegt deshalb immer gleich viel.
Kurz gesagt: Die Gewichtskraft der Fliegen verschwindet nicht, sie wird nur über die Luft an den Glasboden weitergereicht.
Teil D — Klassenarbeit 11D
17 PDie kürzeste der vier Arbeiten mit nur drei Aufgaben. Die Zuordnungsaufgabe kommt hier mit Bildern, das Frachtschiff wiegt 600 Tonnen und bei der Tasche gelten die Winkel 20° und 35°.
Situationen zuordnen — mit Bildern
AFB I5 PIn der folgenden Tabelle sind verschiedene physikalische Situationen beschrieben und abgebildet.
- Nenne das jeweils zutreffende newtonsche Gesetz.
| Nr. | Situation | Bild / Darstellung | Newton'sches Gesetz |
|---|---|---|---|
| 1 | Du ziehst eine Tischdecke mit einem schnellen Ruck unter dem Geschirr weg, ohne dass das Geschirr selbst vom Tisch fällt. | ||
| 2 | Beim Fahrradfahren trittst du stärker in die Pedale, um schneller zu beschleunigen. | ||
| 3 | Du hältst zwei verhakte Federkraftmesser in der Hand. Dann ziehst du abwechselnd nur am linken, nur am rechten und dann an beiden gleichzeitig. | ||
| 4 | Wenn du einen schweren Koffer ziehst, braucht es mehr Kraft, um ihn zu beschleunigen, als bei einem leichten Koffer. | ||
| 5 | Du wirst beim Start einer Achterbahn ruckartig nach vorne beschleunigt. |
Hinweis
Erwartungshorizont
(1) Tischdecke unter dem Geschirr wegziehen → Trägheitsprinzip
Das Geschirr behält seinen Ruhezustand, weil die Reibung zu kurz und zu schwach wirkt.
(2) Stärker in die Pedale treten → Aktionsprinzip
Größere Kraft bei gleicher Masse ergibt größere Beschleunigung: \(a = \tfrac{F}{m}\).
(3) Verhakte Federkraftmesser → Wechselwirkungsprinzip
Beide zeigen stets denselben Wert an, egal wer zieht.
(4) Schwerer und leichter Koffer → Aktionsprinzip
Bei größerer Masse braucht man für dieselbe Beschleunigung eine größere Kraft.
(5) Ruckartiger Start der Achterbahn → Trägheitsprinzip
Dein Körper verharrt in Ruhe, während der Wagen schon beschleunigt.
Das Frachtschiff (600 Tonnen)
AFB II5 PEin Frachtschiff mit einer Masse von 600 Tonnen wird von zwei Schleppern zum nächsten Hafen gezogen. Dabei wirkt der erste Schlepper eine Kraft von \(\vec{F_1} = (1500\,\mathrm{N} \mid 1700\,\mathrm{N})\) und der zweite Schlepper eine Kraft von \(\vec{F_2} = (1100\,\mathrm{N} \mid -900\,\mathrm{N})\). Der Aufbau ist derselbe wie in M3 bei Aufgabe A2.
- Berechne den Betrag der Kräfte \(\vec{F_1}\) und \(\vec{F_2}\) der beiden Schlepper.
- Berechne die resultierende Kraft \(\vec{F_R}\), mit der das Schiff gezogen wird.
- Berechne den Betrag der auf das Schiff wirkenden Kraft.
- Berechne die Beschleunigung, mit der das schwere Frachtschiff gezogen wird.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\[ |\vec{F_1}| = \sqrt{(1500\,\mathrm{N})^2 + (1700\,\mathrm{N})^2} = 2267{,}16\,\mathrm{N} \]
\[ |\vec{F_2}| = \sqrt{(1100\,\mathrm{N})^2 + (-900\,\mathrm{N})^2} = 1421{,}27\,\mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\[ \vec{F_R} = \begin{pmatrix}1500\\ 1700\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}1100\\ -900\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}2600\\ 800\end{pmatrix}\ \mathrm{N} \]
Also \(\vec{F_R} = (2600\,\mathrm{N} \mid 800\,\mathrm{N})\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\[ |\vec{F_R}| = \sqrt{(2600\,\mathrm{N})^2 + (800\,\mathrm{N})^2} = 2720{,}29\,\mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
\(m = 600\,\mathrm{t} = 600\,000\,\mathrm{kg}\)
\[ a = \frac{2720{,}29\,\mathrm{N}}{600\,000\,\mathrm{kg}} = 0{,}0045\,\frac{\mathrm{m}}{\mathrm{s}^2} \]
Zwei Personen tragen eine Tasche (20° und 35°)
AFB III7 PZwei unterschiedlich große Personen tragen gemeinsam eine Tasche. Die Person links wendet eine Kraft von \(150\,\mathrm{N}\) auf, die Person rechts eine halb so große Kraft. Die beiden Winkel betragen hier \(\alpha = 20^\circ\) und \(\beta = 35^\circ\). Der Aufbau ist derselbe wie in M4 bei Aufgabe A3.
- Bestimme die Vektoren \(\vec{F_1}\) und \(\vec{F_2}\).
- Bestimme die Gewichtskraft der Tasche als Vektor.
- Bestimme den Betrag der Gewichtskraft.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Linke Person \((150\,\mathrm{N},\ \alpha = 20^\circ)\):
\[ \sin(20^\circ)\cdot 150\,\mathrm{N} = 51{,}30\,\mathrm{N} \qquad \cos(20^\circ)\cdot 150\,\mathrm{N} = 140{,}95\,\mathrm{N} \]
\[ \vec{F_1} = (-51{,}30\,\mathrm{N} \mid 140{,}95\,\mathrm{N}) \]
Rechte Person \((|\vec{F_2}| = 75\,\mathrm{N},\ \beta = 35^\circ)\):
\[ \sin(35^\circ)\cdot 75\,\mathrm{N} = 43{,}02\,\mathrm{N} \qquad \cos(35^\circ)\cdot 75\,\mathrm{N} = 61{,}44\,\mathrm{N} \]
\[ \vec{F_2} = (43{,}02\,\mathrm{N} \mid 61{,}44\,\mathrm{N}) \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\[ \vec{F_G} = \vec{F_1} + \vec{F_2} = \begin{pmatrix}-51{,}30\\ 140{,}95\end{pmatrix} + \begin{pmatrix}43{,}02\\ 61{,}44\end{pmatrix} = \begin{pmatrix}-8{,}28\\ 202{,}39\end{pmatrix}\ \mathrm{N} \]
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\[ |\vec{F_G}| = \sqrt{(-8{,}28\,\mathrm{N})^2 + (202{,}39\,\mathrm{N})^2} = \mathbf{202{,}56\,\mathrm{N}} \]
Punkteverteilung
| Teil | Klassenarbeit | Aufgaben | Gesamtpunkte |
|---|---|---|---|
| V | Vorbereitung | V1 – V5 | 23 P |
| A | Klassenarbeit 11A | A1 – A5 | 25 P |
| C | Klassenarbeit 11C | C1 – C5 | 25 P |
| D | Klassenarbeit 11D | D1 – D3 | 17 P |
In einer echten Klassenarbeit wird immer nur einer dieser vier Teile geschrieben — nicht alle vier zusammen. Dafür steht jeweils eine Unterrichtsstunde zur Verfügung. Wenn du üben willst, nimm dir also einen Teil vor, stell dir den Wecker und rechne ihn ohne Lösungen durch. Erst danach die Erwartungshorizonte aufklappen und dir selbst Punkte geben: Bei rund 90 % der Punkte ist es eine Eins, bei rund der Hälfte reicht es noch für eine Vier.
