Steckbrief: Tschernobyl
Mit diesem Steckbrief bereitest du deine Präsentation zu Tschernobyl vor. Fülle die Felder beim Recherchieren aus – am besten ausgedruckt oder in dein Heft übertragen. Schreibe zu jeder Zahl dazu, woher sie stammt.
1 Steckbrief zum Ausfüllen
Grunddaten
- Datum und Uhrzeit des Unfalls
- Ort (Land damals / heute, nächste Stadt)
- Betroffener Reaktorblock und Reaktortyp
- Einstufung auf der INES-Skala
Technik und Ursache
- Wie funktioniert ein RBMK-Reaktor (Moderator, Kühlung)?
- Welcher Test sollte in der Nacht durchgeführt werden – und warum?
- Welche Konstruktionsschwächen hatte der Reaktor? (mind. 2)
- Welche Fehler machte die Bedienmannschaft?
- Erkläre den „positiven Dampfblasen-Koeffizienten“ in eigenen Worten.
Folgen
- Wichtigste freigesetzte Stoffe und ihre Halbwertszeiten
- Wann und wie erfuhr die Welt von dem Unfall?
- Evakuierung: Wann, wie viele Menschen, welcher Radius?
- Direkte Todesopfer und Opfer akuter Strahlenkrankheit
- Langzeitfolgen für die Gesundheit (mit Quelle!)
- Folgen in Deutschland 1986 und heute
Heute und Gesellschaft
- Sarkophag und „New Safe Confinement“: Baujahre, Besonderheiten
- Die Sperrzone heute (Natur, Menschen, Krieg seit 2022)
- Politische Folgen in der Sowjetunion und in Deutschland
- Meine eigene Frage an die Zuhörer
2 Geprüfte Quellen
Diese Seiten sind seriös und aktuell. Amtliche Stellen und UN-Organisationen zuerst – sie sind die Grundlage fast aller anderen Darstellungen.
- DeutschBundesamt für Strahlenschutz (BfS): 40 Jahre Reaktorkatastrophe von TschornobylÜberblick, Infopaket zum Jahrestag 2026
- DeutschBfS: Umweltkontaminationen und weitere FolgenBelastung in Deutschland, Pilze und Wildschweine heute
- DeutschBASE: Die Nuklearkatastrophe von TschernobylUnfallablauf und Technik
- DeutschBundesumweltministerium: Tschernobyl und die FolgenPolitische Folgen, Broschüre „40 Jahre Tschernobyl“
- EnglischWorld Nuclear Association: Chernobyl Accident 1986Sehr ausführlich, mit Zeitablauf und Zahlen (Verband der Atomindustrie – beachte die Perspektive)
- EnglischUN News: Schilddrüsenkrebs-Studie von UNSCEAR (2018)Kurz und verständlich: rund 20 000 Fälle, etwa jeder vierte durch Strahlung
- EnglischOur World in Data: Wie viele Todesopfer gab es?Vergleicht die verschiedenen Schätzungen
- EnglischNucNet: IAEA-Bewertung nach dem Drohneneinschlag (Dez. 2025)Aktueller Zustand der Schutzhülle
- PDFIAEA INSAG-7 (1992): The Chernobyl AccidentDer offizielle Untersuchungsbericht – für Profis
3 Tipps fürs Recherchieren
- Zahlen vergleichen: Besonders bei den Opferzahlen weichen Quellen stark voneinander ab. Nenne immer, wer die Zahl veröffentlicht hat und wann.
- Schreibweise: Deutsche Behörden schreiben inzwischen oft „Tschornobyl“ (ukrainisch). Suche mit beiden Schreibweisen, auf Englisch mit „Chernobyl“ und „Chornobyl“.
- Gute Suchbegriffe: RBMK, INES 7, Prypjat, Liquidatoren, New Safe Confinement, Sperrzone, Forsmark.
- Bilder: Verwende nur Bilder, die du nutzen darfst, zum Beispiel von Wikimedia Commons, und nenne die Quelle auf der Folie.
- Filme und Serien sind spannend, dramatisieren aber manches. Prüfe jede Szene, die du übernimmst, an einer Sachquelle.
4 Selbstkontrolle
Kernfakten zum Vergleichen aufklappen
- Unfall:26. April 1986, 01:23 Uhr, Block 4, Reaktortyp RBMK-1000; INES-Stufe 7.
- Test:Sollte zeigen, ob die auslaufende Turbine bei Stromausfall die Kühlpumpen bis zum Start der Notstrom-Diesel antreiben kann.
- Ursachen:Positiver Dampfblasen-Koeffizient, Steuerstäbe mit Graphitspitzen, kein Containment; dazu Bedienfehler und abgeschaltete Sicherheitssysteme.
- Freisetzung:Etwa 5 % des Reaktorinventars, v. a. Iod-131 (8 Tage), Cäsium-137 (30 Jahre), Strontium-90 (29 Jahre); Graphitbrand über ca. 10 Tage.
- Bekannt:28. April 1986 durch Messungen im schwedischen Kernkraftwerk Forsmark.
- Evakuierung:Prypjat am 27. April (rund 45 000 Menschen), bis Mitte Mai 1986 rund 116 000 Menschen aus der 30-km-Zone, später rund 220 000 weitere.
- Opfer:2 Tote in der Nacht, 28 an akuter Strahlenkrankheit 1986; rund 20 000 Schilddrüsenkrebsfälle bei damals unter 18-Jährigen (1991–2015), etwa ein Viertel davon strahlenbedingt; Gesamtzahl der Todesopfer umstritten.
- Deutschland:Cäsium-137 bis 100 000 Bq/m² im Bayerischen Wald, im Norden meist unter 4000 Bq/m²; Bundesumweltministerium am 6. Juni 1986 gegründet.
- Heute:Sarkophag 1986, New Safe Confinement 2016 über den Block geschoben, 2019 in Betrieb; Drohneneinschlag am 14. Februar 2025; 2022 zeitweise russisch besetzt.
