6 Radioaktivität in Forschung, Medizin und Alltag
Das Wichtigste auf einen Blick
Kosmische Strahlung erhöht die Dosis in Flughöhe und im All.
- Kosmische Strahlung:Hochenergetische Teilchen von Sonne und Galaxie, v. a. Protonen; in der Atmosphäre entstehen Myonen und Neutronen.
- Entdeckung:Victor Hess 1912 bei Ballonflügen; Nobelpreis 1936.
- Abschirmung:Atmosphäre und Erdmagnetfeld schützen; Dosis verdoppelt sich etwa alle 1500 m Höhe, an den Polen höher als am Äquator.
- Dosiswerte:Meereshöhe ca. 0,3 mSv pro Jahr; in 10–12 km Flughöhe ca. 3–8 µSv pro Stunde.
- Flugbeispiel:Frankfurt–New York ca. 50–100 µSv, etwa so viel wie eine Lungen-Röntgenaufnahme.
- Flugpersonal:2–3 mSv pro Jahr, gilt als beruflich strahlenexponiert; Überwachung in Deutschland seit 2003.
- Grenzwert:20 mSv pro Jahr für Flugpersonal.
- Sonnenstürme:Erhöhen die Dosis kurzzeitig stark; Flugrouten werden dann niedriger oder südlicher geplant.
- ISS:In ca. 400 km Höhe 0,5–1 mSv pro Tag; ein halbes Jahr ≈ 100–150 mSv.
- Van-Allen-Gürtel:Zonen eingefangener Teilchen um die Erde; Raumschiffe durchqueren sie schnell.
- Marsflug:Curiosity-Messung 2013 ergab ca. 0,7 Sv für Hin- und Rückflug; Mond und Mars haben kein Magnetfeld.
- Astronauten:NASA-Grenzwert 600 mSv in der gesamten Laufbahn; Schutz durch Wasser- oder Polyethylen-Abschirmung, „Sturmschutzräume“, kurze Missionen.