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Majak-Unfall Kyschtym

Die lange verschwiegene Nuklearkatastrophe im Ural, 1957.

5 Kernwaffen, Unfälle und Schicksale

Das Wichtigste auf einen Blick

Der lange geheim gehaltene Nuklearunfall von 1957 im Südural.

  • Anlage:Majak, sowjetische Plutoniumfabrik bei Osjorsk (Tarnname Tscheljabinsk-40, später -65), seit 1948 für die erste sowjetische Atombombe.
  • Datum:29. September 1957 – die Kühlung eines Tanks mit flüssigem hochradioaktivem Abfall fällt aus.
  • Hergang:Überhitzung, dann chemische Explosion von ca. 70–100 t TNT; der 160-t-Betondeckel wird weggeschleudert.
  • Freisetzung:Ca. 740 PBq, davon ca. 74 PBq über das Land verteilt.
  • Ostural-Spur:Ca. 300 km lang, 20 000 km², vor allem Strontium-90 und Cäsium-137.
  • Menschen:Ca. 10 000–12 000 evakuiert, teils erst nach 1–2 Jahren; 23 Dörfer aufgegeben, ca. 270 000 Betroffene.
  • Einstufung:INES-Stufe 6 – drittschwerster Reaktor-/Nuklearunfall nach Tschernobyl und Fukushima.
  • Geheimhaltung:Von der UdSSR erst 1989 bestätigt; im Westen 1976 durch den Biologen Schores Medwedew bekannt gemacht. Die CIA wusste früher Bescheid, schwieg aber.
  • Vorgeschichte:1949–1956 radioaktive Abwässer in den Fluss Tetscha; Dörfer wie Muslyumowo verstrahlt.
  • Karatschai-See:Abfalldeponie, 1967 Staubverwehung bei Dürre; gilt als verseuchtester Ort der Erde.
  • Heute:Wiederaufarbeitungsanlage in Betrieb, Sperrgebiet; die Ruthenium-106-Wolke über Europa 2017 stammte vermutlich aus Majak.
  • Name:„Kyschtym“ war die nächste auf Karten verzeichnete Stadt, weil Osjorsk als „geschlossene Stadt“ geheim war.

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