10 Kernwaffen, Unfälle und Schicksale
Das Wichtigste auf einen Blick
Ablauf, Ursachen und Folgen der Reaktorkatastrophe von 2011.
- Erdbeben:11. März 2011, 14:46 Uhr, Tōhoku-Beben der Stärke 9,0–9,1 vor Japans Ostküste; die Reaktoren schalten automatisch ab.
- Tsunami:ca. 50 Minuten später Wellen bis 14–15 m, Schutzmauer nur 5,7 m.
- Anlage:Fukushima Daiichi (Betreiber TEPCO, 6 Siedewasserreaktoren); Notstromdiesel im Keller fallen aus, totaler Stromausfall.
- Kernschmelzen:ohne Kühlung in den Blöcken 1, 2 und 3; Wasserstoffexplosionen vom 12. bis 15. März zerstören die Gebäude 1, 3 und 4.
- Freisetzung:ca. 10–20 % von Tschernobyl, vor allem Iod-131 und Cäsium-137, zum großen Teil aufs Meer; INES-Stufe 7.
- Evakuierung:20-km-Zone, ca. 150 000–160 000 Menschen.
- Opfer:ca. 2000 Todesfälle durch Evakuierungsstress und Krankheit, kein bestätigter Strahlentoter (1 anerkannter Fall 2018); der Tsunami selbst ca. 18 500 Tote.
- Ursachen:Untersuchungskommission 2012 – unzureichender Tsunamischutz, Notstrom im Keller, zu enge Verflechtung von Betreiber und Aufsicht, „Katastrophe made in Japan“.
- Rückbau:auf 30–40 Jahre angesetzt; geschmolzener Brennstoff (Corium) noch in den Reaktoren.
- Kühlwasser:ca. 1,3 Mio. t, enthält Tritium; gefiltert seit August 2023 unter IAEA-Aufsicht ins Meer geleitet.
- Folgen weltweit:Deutschland beschließt im Juni 2011 den Atomausstieg; Japan schaltet alle 54 Reaktoren ab und fährt seit 2015 wieder hoch; EU-Stresstests.
- Sperrgebiet:teilweise wieder freigegeben, Rückkehr der Bewohner gering.