Über 2000 Kernwaffentests haben Landschaften verstrahlt und Menschen vertrieben.
4 Kernwaffen, Unfälle und Schicksale
Das Wichtigste auf einen Blick
Kernwaffentests im Pazifik und ihre weltweiten Folgen.
Umfang:weltweit ca. 2050 Kernwaffentests von 1945 bis 2017, davon USA ca. 1030 und Sowjetunion ca. 715.
Bikini-Atoll:Marshallinseln, Pazifik; 1946 die 167 Bewohner „vorübergehend“ umgesiedelt, 1946–1958 dort 23 Tests, auf den Marshallinseln insgesamt 67.
Operation Crossroads:1946 Tests „Able“ und „Baker“ (Unterwasser) an ausgemusterten Kriegsschiffen; der Bikini-Badeanzug wurde 1946 danach benannt.
Castle Bravo:1. März 1954, 15 Mt TNT, stärkste US-Bombe, ca. 1000-fache Hiroshima-Sprengkraft, 2,5-mal stärker als berechnet.
Fallout 1954:traf Rongelap und das japanische Fischerboot „Glücklicher Drache 5“.
Zar-Bombe:UdSSR, 30. Oktober 1961 über Nowaja Semlja, ca. 50 Mt, stärkste je gezündete Bombe.
Folgen:weltweiter Fallout (Strontium-90 in Milch und Knochen, Cäsium-137), „Bombenpeak“ beim C-14, Schilddrüsenkrebs.
Heute:Bikini bis heute unbewohnt; Runit-Dome auf Enewetak als Betondeckel über Atommüll.
Weitere Testgebiete:Nevada (928 Tests, „Downwinders“), Semipalatinsk in Kasachstan (456 Tests), Mururoa (Frankreich), Maralinga (Australien), Lop Nor (China).
Verträge:Partieller Teststoppvertrag 1963 (keine Tests in Atmosphäre, Weltraum, unter Wasser); Umfassender Teststoppvertrag CTBT 1996, nicht in Kraft, aber weitgehend eingehalten.
Letzte Tests:USA 1992, Frankreich 1996, Indien und Pakistan 1998, Nordkorea 2006–2017.
Überwachung:CTBTO-Netz aus seismischen Stationen und Radionuklid-Messstellen weltweit.