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Übungen: Zufallsexperimente — Baumdiagramme

Stufen und Äste erkennen, Pfade zählen und Astbeschriftungen lesen — dazu der Unterschied zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen.

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Übungsaufgaben

Alle Übungen sind fortlaufend nummeriert — zuerst die interaktiven Aufgaben zum Klicken, Ziehen und Knobeln, danach die Rechen- und Textaufgaben. Jede Übung gibt dir sofort Rückmeldung; wenn du feststeckst, helfen dir die gestuften Tipps. Denk daran: Hier geht es noch nicht ums Rechnen mit Wahrscheinlichkeiten, sondern um den Bau des Baumdiagramms und darum, was du daran ablesen kannst.

A1
Was macht ein Zufallsexperiment aus?
AFB I

Welche Aussagen über Zufallsexperimente stimmen?

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Gleich wahrscheinlich müssen die Ergebnisse nicht sein — nur dann heißt das Experiment Laplace-Experiment. Und einstufig geht auch: Einmal würfeln ist bereits ein vollwertiges Zufallsexperiment.
A2
Stimmt’s? — Fünferserie
AFB I

Fünf Behauptungen rund um Ergebnismenge, Pfade und Zurücklegen.

Fünf Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann startest du die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5

Die beiden Stolperfallen sind das Zurücklegen (Äste werden weniger) und das Zählen der Pfade (multiplizieren, nicht addieren).
A3
Lückentext mit Wortbank
AFB I

Setze die Fachbegriffe an die richtige Stelle — ein Wort bleibt übrig.

Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

Ein mehrstufiges Zufallsexperiment zeichnest du als Baumdiagramm. Jeder Teilversuch ist eine . Für jede Möglichkeit geht ein ab, an dessen Ende ein sitzt. Ein durchgehender Weg von links bis ganz nach rechts heißt . Alle möglichen Ergebnisse zusammen bilden die .

Der „Mittelwert“ bleibt übrig — er gehört zur Statistik, nicht zum Aufbau eines Baumdiagramms.
A4
Einstufig, mehrstufig oder gar kein Zufall?
AFB I

Sortiere die neun Karten in die passenden Körbe.

Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1einstufig
2mehrstufig
3kein Zufallsexperiment
Messen, Rechnen und Nachschlagen liefern jedes Mal dasselbe Ergebnis — da ist nichts zufällig. Und die Zahl der Stufen ist immer die Zahl der Teilversuche hintereinander.
A5
Baumdiagramm zeichnen — Schritt für Schritt
AFB I

In welcher Reihenfolge gehst du vor, wenn du ein Baumdiagramm zeichnest?

Ziehe die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1 Die Teilversuche zählen — so viele Stufen bekommt der Baum.
2 Ganz links den Startknoten (die Wurzel) zeichnen.
3 Für jedes Ergebnis der 1. Stufe einen Ast einzeichnen.
4 An jeden Knoten der 1. Stufe die Äste der 2. Stufe anhängen.
5 An jeden Ast seine Wahrscheinlichkeit schreiben und die Astsumme prüfen.
Der häufigste Fehler ist, sofort mit den Zahlen loszulegen. Erst steht das Gerüst aus Stufen, Ästen und Knoten — die Wahrscheinlichkeiten kommen ganz zum Schluss dazu.
A6
Rechenkette vorwärts
AFB II

Im Sportunterricht wird gelost: erst eines von 3 Aufwärmspielen, danach eine von 4 Stationen, zum Schluss eines von 2 Abschlussspielen.

Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
  1. Wie viele Äste gehen vom Startknoten ab? Äste
  2. Wie viele Pfade hat der Baum, wenn du nach der 2. Stufe aufhörst? Pfade
  3. Wie viele Pfade hat der vollständige dreistufige Baum? Pfade
  4. Es kommt eine 5. Station dazu. Wie viele Pfade sind es jetzt? Pfade
Jede neue Stufe multipliziert die bisherige Pfadzahl: 3, dann 3 · 4 = 12, dann 12 · 2 = 24. Und eine zusätzliche Station ändert nur einen Faktor: 3 · 5 · 2 = 30.
A7
Blitzrechnung: Pfade zählen
AFB I

Am Kiosk gibt es 5 Eissorten und dazu 4 Sorten Streusel. Du wählst nacheinander erst die Eissorte, dann die Streusel. Wie viele Pfade hat das Baumdiagramm?

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
5 · 4 = 20 Pfade. Wer 9 rechnet, hat addiert statt multipliziert — an jedem der 5 Knoten hängen aber noch einmal 4 Äste.
A8
Schätz-Regler: sechsmal werfen
AFB II

Eine Münze wird sechsmal hintereinander geworfen. Schätze zuerst, wie viele Pfade das zugehörige Baumdiagramm hätte — und rechne danach nach.

Schiebe den Regler auf deine Schätzung — Pfeiltasten bewegen ihn feiner. Nach dem Prüfen siehst du den Trefferbereich.
0 Pfade200 Pfade
2 · 2 · 2 · 2 · 2 · 2 = 64 Pfade. Fast alle schätzen viel zu niedrig: Jede weitere Stufe verdoppelt die Pfadzahl. Bei zehn Würfen wären es schon 1024 — deshalb zeichnet man solche Bäume nicht mehr.
A9
Begriffs-Memory
AFB I

Finde die sechs Paare aus Fachbegriff und Bedeutung.

Decke zwei Karten auf, die zusammengehören. Mit der Tastatur: Tab zur Karte, Enter aufdecken, Pfeiltasten zum Wandern.
Ast und Knoten werden am häufigsten verwechselt: Der Ast ist die Strecke (eine Möglichkeit), der Knoten der Punkt (ein Zwischenstand).
A10
Kreuztabelle: Wie viele Pfade?
AFB I

Fünf Experimente, drei mögliche Pfadzahlen. Kreuze in jeder Zeile die richtige Spalte an.

Setze in jeder Zeile das passende Kreuz — hier ist es genau eins pro Zeile. Enter setzt und löscht.
Zufallsexperiment8 Pfade12 Pfade16 Pfade
eine Münze, dreimal geworfen
ein Würfel, danach eine Münze
ein Tetraeder (Zahlen 1 bis 4), zweimal geworfen
4 Hosen und dazu 3 Pullover
2 Hinwege, 2 Rückwege, 2 Verkehrsmittel
2 · 2 · 2 und 4 · 2 · 1 führen beide auf 8 — entscheidend ist immer das Produkt aller Astzahlen, nicht die Zahl der Stufen.
A11
Mit oder ohne Zurücklegen — oder beides?
AFB II

In einer Urne liegen 6 unterscheidbare Kugeln. Es wird zweimal gezogen. Ordne jede Aussage dem richtigen Bereich zu.

Ordne jeden Begriff einem der drei Bereiche zu. Mit der Tastatur: Enter zum Auswählen, dann 1–3 für den Bereich, 0 zurück.
1 nur mit Zurücklegen
2 bei beiden gleich
3 nur ohne Zurücklegen
Die erste Stufe ist bei beiden identisch — der Unterschied entsteht erst ab der zweiten Stufe. Ohne Zurücklegen wird der Baum nach unten hin schmaler, mit Zurücklegen bleibt er gleich breit.
A12
Experiment trifft Pfadzahl
AFB I

Verbinde jedes zweistufige Experiment mit der Anzahl seiner Pfade — Kopfrechnen genügt.

A13
Fehlersuche im Schulheft
AFB II

Sechs Sätze aus einem Schulheft — drei davon sind falsch. Finde sie.

In diesem Text stecken Fehler. Klicke genau die falschen Zeilen an — die richtigen musst du stehen lassen.
Zeile 2 und Zeile 6 sind die beiden häufigsten Fehler: plus statt mal — und das vergessene „eine Kugel weniger“ beim Ziehen ohne Zurücklegen.
A14
Nils zeichnet ein Baumdiagramm
AFB II

Begleite Nils Schritt für Schritt — bei jedem Schritt entscheidest du, wie es weitergeht.

Spiele den Ablauf Schritt für Schritt durch: Was passiert als Nächstes? Nur die richtige Karte bringt dich weiter.
    Der komplette Weg: Wurzel setzen → Äste der 1. Stufe → Äste der 2. Stufe (eine Farbe weniger!) → Ergebnisse an die Pfadenden schreiben.
    A15
    Entscheidungsbaum: Wie breit wird der Baum?
    AFB II

    Situation: In einer Tüte liegen 5 verschiedene Bonbons. Du ziehst zweimal und legst das erste Bonbon nicht zurück. Finde heraus, welcher Fall vorliegt.

    Beantworte die Fragen des Entscheidungsbaums mit Ja oder Nein und schau, wo du herauskommst.
      Zwei Fragen entscheiden über die Form jedes Baumdiagramms: Wie viele Teilversuche gibt es — und ändert sich der Vorrat zwischen den Stufen?
      A16
      Was passiert mit der Pfadzahl?
      AFB III

      Ausgangspunkt ist immer dasselbe Baumdiagramm: zwei Stufen mit je 4 Ästen, also 4 · 4 = 16 Pfade. Schätze für jede Zeile ein, wie sich die Pfadzahl ändert — ohne lange zu rechnen.

      Wähle für jede Zeile eine Stufe: 1 = halb so viele, 2 = gleich viele, 3 = doppelt so viele, 4 = dreimal so viele, 5 = viermal so viele. Mit der Tastatur: Tab zur Zeile, ←/→ zwischen den Stufen, Enter setzt.
      1 = halb so viele5 = viermal so viele
      Die zweite Stufe bekommt statt 4 nun 8 Äste.
      Die beiden Stufen werden in der Reihenfolge vertauscht.
      In der zweiten Stufe fallen zwei der vier Äste weg.
      Es kommt eine dritte Stufe mit 4 Ästen dazu.
      Es kommt eine dritte Stufe mit 3 Ästen dazu.
      Weil die Pfadzahl ein Produkt ist, wirkt sich jede Änderung als Faktor aus: doppelt so viele Äste in einer Stufe → doppelt so viele Pfade. Eine zusätzliche Stufe multipliziert die ganze Zahl noch einmal — deshalb springt 16 bei vier neuen Ästen gleich auf 64.
      A17
      Musterlösung zusammenbauen
      AFB II

      Ein zweistufiges Experiment: Zuerst wird einer von 6 Buchstaben gezogen, danach eine von 5 Zahlen. Baue die vollständige Musterlösung für die Pfadzahl — zwei Bausteine sind Fallen.

      Setze den Bauplan von links nach rechts zusammen. Ein Klick legt den Baustein auf den nächsten freien Platz, ein Klick im Bauplan legt ihn zurück. Enter funktioniert genauso.
      Die beiden Fallen sind die Klassiker: die zweite Stufe mit derselben Astzahl wie die erste (36 statt 30) und das Addieren statt Multiplizieren (6 + 5 = 11). Genau so sieht eine volle Punktzahl aus: gegeben, Regel, einsetzen, ausrechnen, Antwort.
      A18
      Rechenkette rückwärts
      AFB III

      Diesmal ist das Ergebnis bekannt: Ein Baumdiagramm für zweimaliges Ziehen ohne Zurücklegen hat 42 Pfade. Gesucht ist die Anzahl der Karten, die am Anfang auf dem Tisch lagen.

      Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
      1. Zwei aufeinanderfolgende Zahlen ergeben multipliziert 42. Wie heißt die größere — also die Zahl der Karten? Karten
      2. Wie viele Äste gehen dann von jedem Knoten der ersten Stufe ab? Äste
      3. Zur Probe: Wie viele Pfade hätte dasselbe Experiment mit Zurücklegen? Pfade
      Rückwärts hilft Probieren: 5 · 4 = 20 ist zu klein, 8 · 7 = 56 ist zu groß — 7 · 6 = 42 passt. Und die Probe zeigt den Unterschied klar: mit Zurücklegen wären es 7 · 7 = 49 Pfade, also sieben mehr.
      A19
      Bauteile im Baumdiagramm finden
      AFB I

      Lenas Schulweg: An der Ampel wird es mit der Wahrscheinlichkeit 0,4 grün und mit 0,6 rot. Danach fährt der Bus pünktlich oder verspätet ab.

      Klicke das gesuchte Element im Baumdiagramm an. Mit der Tastatur: Tab oder Pfeiltasten zum Wandern, Enter zum Auswählen.

      Start 0,4 0,6 grün rot 0,8 0,2 0,5 0,5 (G|P) (G|V) (R|P) (R|V) G = grün, R = rot, P = pünktlich, V = verspätet
      Vier Bauteile hat jedes Baumdiagramm: die Wurzel ganz links, die Äste mit ihren Beschriftungen, die Knoten als Zwischenstationen und die Pfadenden ganz rechts. Achte darauf, dass die Wahrscheinlichkeiten an den Ästen, die von einem Knoten abgehen, zusammen 1 ergeben: 0,4 + 0,6 = 1 und 0,8 + 0,2 = 1.
      A20
      Pfade bündeln
      AFB III

      Eine Münze wird siebenmal geworfen. Das Baumdiagramm hat 7 Stufen mit je 2 Ästen — also 27 = 128 gleich wahrscheinliche Pfade. Sieben Kärtchen fassen jeweils eine feste Anzahl dieser Pfade zusammen. Wähle Kärtchen so aus, dass genau 100 Pfade zusammenkommen.

      Klicke die Kärtchen an, die du dazunehmen willst. Tastatur: ←/→ wandern, Enter schaltet um. Die Summe rechnet sich live mit.
      0 Pfade
      Ziel: 100 Pfade
      64 + 32 + 4 = 100 — und das ist die einzige Möglichkeit. Weil sich jede Stufe verdoppelt, ist jedes Kärtchen größer als alle kleineren zusammen (64 > 32 + 16 + 8 + 4 + 2 + 1). Genau dieselbe Idee steckt hinter dem Binärsystem.
      A21
      Münze und Würfel
      AFB I

      Zuerst wird eine Münze geworfen (Kopf oder Zahl), danach ein gewöhnlicher Würfel. Du zeichnest dazu ein zweistufiges Baumdiagramm.

      Ansatz: Jede Stufe gehört zu genau einem Teilversuch. Überlege für jeden Teilversuch getrennt, wie viele Ergebnisse er hat.Warum hilft das? Die Astzahl einer Stufe ist immer genau die Anzahl der Ergebnisse dieses Teilversuchs.
      Rechenweg: Münze: 2 Möglichkeiten → 2 Äste. Würfel: 6 Möglichkeiten → 6 Äste an jedem der beiden Knoten. Pfade: 2 · 6.
      Lösung: a) 2 Äste, b) 6 Äste, c) 2 · 6 = 12 Pfade. Die Ergebnismenge hat also 12 Elemente, zum Beispiel (Kopf|3).
      A22
      Drei Walzen
      AFB I

      Ein Spielautomat auf dem Schulfest hat drei Walzen. Auf jeder Walze stehen dieselben 4 Symbole. Alle drei Walzen drehen sich unabhängig voneinander.

      Ansatz: Zähle zuerst die Teilversuche — jede Walze ist einer.Warum hilft das? Die Anzahl der Teilversuche ist die Anzahl der Stufen, und erst danach zählst du die Äste pro Stufe.
      Rechenweg: Drei Walzen → 3 Stufen. Jede Stufe hat 4 Äste. Also 4 · 4 · 4.
      Lösung: a) 3 Stufen, b) 4 · 4 · 4 = 64 Pfade.
      A23
      Drei aus sieben — ohne Zurücklegen
      AFB II

      Für die Video-AG liegen die 7 Anmeldekarten der angemeldeten Kinder in einem Beutel. Es werden nacheinander drei Karten gezogen und nicht zurückgelegt: Karte 1 übernimmt die Kamera, Karte 2 das Mikrofon, Karte 3 den Schnitt.

      Ansatz: Frage dich vor jeder Stufe: Wie viele Karten liegen jetzt noch im Beutel?Warum hilft das? Ohne Zurücklegen schrumpft der Vorrat nach jedem Zug um genau einen — und die Astzahl schrumpft mit.
      Rechenweg: 7 Karten, dann 6, dann 5. Die Pfadzahl ist das Produkt: 7 · 6 · 5. Rechne in zwei Schritten: 7 · 6 = 42, dann 42 · 5.
      Lösung: a) 7, b) 6, c) 5, d) 7 · 6 · 5 = 210 Pfade. Mit Zurücklegen wären es 7 · 7 · 7 = 343 — deutlich mehr.
      A24
      Die Äste beschriften
      AFB II

      In einer Urne liegen 4 gelbe und 6 grüne Kugeln, alle gleich groß und gleich schwer. Es wird zweimal gezogen, das erste Mal wird die Kugel wieder zurückgelegt. Notiere die Wahrscheinlichkeiten als Dezimalzahl.

      Ansatz: Zähle zuerst alle Kugeln zusammen — das ist die Grundmenge für jeden Bruch.Warum hilft das? Weil alle Kugeln gleich wahrscheinlich gezogen werden, ist es ein Laplace-Experiment: günstige durch mögliche.
      Rechenweg: Insgesamt 4 + 6 = 10 Kugeln. Gelb: 4 von 10, also 4 : 10. Grün: 6 von 10. Beim Zurücklegen ändert sich in der 2. Stufe nichts — dieselben zwei Äste noch einmal.
      Lösung: a) 0,4, b) 0,6, c) 0,4 + 0,6 = 1, d) 2 · 2 = 4 Pfade. Die Summe 1 ist eine gute Kontrolle: An jedem Knoten muss irgendein Ast genommen werden.
      A25
      Trickaufgabe: Annas Rechnung
      AFB III

      Anna weiß: Beim zweimaligen Würfeln hat das Baumdiagramm 36 Pfade. Sie schließt daraus: „Beim dreimaligen Würfeln sind es dann 36 + 36 = 72 Pfade.“ Prüfe das nach.

      Ansatz: Zeichne die dritte Stufe gedanklich an: An jedes der 36 Pfadenden kommen wieder 6 neue Äste.Warum hilft das? Eine neue Stufe wird nicht danebengesetzt, sondern an jedes einzelne Ende angehängt — deshalb wird multipliziert, nicht addiert.
      Rechenweg: 36 · 6 = 216. Und noch eine Stufe: 216 · 6.
      Lösung: a) 216, b) Faktor 6, c) 216 · 6 = 1296. Anna hätte bei 10 Würfen 360 Pfade erwartet — tatsächlich sind es über 60 Millionen.
      Warum ist Annas Denkfehler so verführerisch?
      Weil Addieren beim Zählen sonst fast immer funktioniert: Zwei Kisten mit je 36 Äpfeln ergeben 72 Äpfel. Beim Baumdiagramm werden die Stufen aber nicht nebeneinander gelegt, sondern hintereinander angehängt. Jeder alte Pfad verzweigt sich in 6 neue — aus einem wird sechs, aus 36 werden 216. Faustregel: Nebeneinander heißt plus, hintereinander heißt mal.
      A26
      Rückwärts gedacht
      AFB III

      Diesmal ist das Ergebnis bekannt und die Struktur gesucht.

      Ansatz: Bei a) suchst du eine Zahl, die dreimal mit sich selbst multipliziert 125 ergibt — probiere systematisch.Warum hilft das? Rückwärtsaufgaben löst man in Klasse 8 durch geschicktes Probieren: erst grob eingrenzen, dann genau treffen.
      Rechenweg: a) 4 · 4 · 4 = 64 (zu klein), 6 · 6 · 6 = 216 (zu groß). c) Ohne Zurücklegen: n · (n − 1) = 90 — suche zwei aufeinanderfolgende Zahlen mit dem Produkt 90.
      Lösung: a) 5, denn 5 · 5 · 5 = 125. b) 125 · 5 = 625. c) 10, denn 10 · 9 = 90.
      A27
      Mischaufgabe: Tombola auf dem Schulfest
      AFB II

      Bei der Tombola liegen 200 Lose in der Trommel, davon sind 25 Gewinnlose. Hier trifft dein neues Wissen auf die Prozentrechnung aus dem letzten Halbjahr.

      %
      Ansatz: Trenne die beiden Fragen sauber: b) ist reine Prozentrechnung, c) und d) sind reine Baumdiagramm-Struktur.Warum hilft das? In Klassenarbeiten stehen oft mehrere Themen in einer Aufgabe. Wer sie zuerst auseinandersortiert, verwechselt die Rechenwege nicht.
      Rechenweg: b) 25 von 200 → 25 : 200 = 0,125 → mal 100. c) 200 · 199. d) 200 · 200.
      Lösung: a) 200, b) 12,5 %, c) 200 · 199 = 39 800, d) 200 · 200 = 40 000. Der Unterschied beträgt genau 200 Pfade — das sind die Pfade, bei denen zweimal dasselbe Los gezogen würde.
      A28
      Laplace oder nicht?
      AFB II

      Ein Oktaeder-Würfel hat 8 gleich große Flächen mit den Zahlen 1 bis 8. Er ist gleichmäßig gebaut, keine Fläche ist bevorzugt.

      Ansatz: Prüfe zuerst die Laplace-Bedingung: Sind wirklich alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich?Warum hilft das? Nur dann darfst du 1 gleichmäßig auf alle Ergebnisse verteilen. Bei einem verbeulten Körper ginge das nicht.
      Rechenweg: 8 gleich wahrscheinliche Ergebnisse → jedes bekommt 1 : 8. Rechne 1 : 8 schriftlich oder denke: 1 : 8 ist die Hälfte von 1 : 4 = 0,25.
      Lösung: a) 8, b) 0,125, c) 8 · 8 = 64 Pfade. Kontrolle: 8 · 0,125 = 1 — die Wahrscheinlichkeiten aller Äste eines Knotens ergeben zusammen wieder 1.
      A29
      Ereignisse an den Pfadenden abzählen
      AFB II

      Ein Tetraeder trägt die Zahlen 1 bis 4 und wird zweimal geworfen. Notiert wird das Paar (1. Wurf | 2. Wurf). Zähle für jedes Ereignis, wie viele Pfadenden dazugehören.

      Ansatz: Schreibe alle 16 Paare als Tabelle mit 4 Zeilen und 4 Spalten auf — jede Zelle ist ein Pfadende.Warum hilft das? Ein Ereignis ist eine Teilmenge von Ω. In der Tabelle markierst du die passenden Zellen und zählst sie einfach ab.
      Rechenweg: b) Das sind die Paare (1|1), (2|2), (3|3), (4|4). c) Alle Paare, die mit 1 beginnen — eine ganze Zeile. d) Markiere alle Zellen mit Summe 6, 7 oder 8.
      Lösung: a) 4 · 4 = 16. b) 4. c) 4. d) 6, nämlich (2|4), (3|3), (3|4), (4|2), (4|3) und (4|4).
      Warum nennt man ein Ereignis eine Teilmenge von Ω?
      Weil ein Ereignis nichts Neues hinzufügt, sondern nur auswählt. In Ω stehen alle 16 möglichen Ergebnisse. Das Ereignis E sammelt daraus genau die Ergebnisse ein, auf die seine Beschreibung passt — hier vier Stück. Deshalb kann ein Ereignis nie mehr Elemente haben als Ω selbst, und im Baumdiagramm entspricht es einfach einer Auswahl von Pfadenden.
      A30
      Begründung: Warum schrumpft der Baum?
      AFB III

      Begründe in eigenen Worten (3–5 Sätze): Warum wird die Astzahl beim Ziehen ohne Zurücklegen von Stufe zu Stufe kleiner — beim Ziehen mit Zurücklegen aber nicht? Benutze dabei die Wörter „Vorrat“, „Stufe“ und „Ast“. Schreibe deine Antwort erst ins Heft und klappe danach die Beispiellösung auf.

      Beispiellösung anzeigen
      „Jede Stufe des Baumdiagramms zeigt einen Teilversuch, und jeder Ast steht für ein mögliches Ergebnis dieses Teilversuchs. Wie viele Äste es gibt, hängt allein davon ab, wie groß der Vorrat in diesem Moment ist. Beim Ziehen ohne Zurücklegen wandert das gezogene Stück aus dem Vorrat heraus — nach dem ersten Zug ist ein Stück weniger da, also gibt es einen Ast weniger. Beim Ziehen mit Zurücklegen kommt das Stück sofort wieder zurück, der Vorrat ist vor jedem Zug identisch, und deshalb bleibt der Baum gleich breit.“
      Und warum darf man die Astzahlen überhaupt multiplizieren?
      Weil sich jeder Pfad der vorherigen Stufe in der nächsten Stufe erneut aufteilt. Aus jedem einzelnen Ende werden so viele neue Enden, wie die nächste Stufe Äste hat. Bei 5 Enden und 4 neuen Ästen entstehen 5 Gruppen zu je 4 Enden — und das sind 5 · 4 = 20. Multiplizieren ist also nichts anderes als „so viele Gruppen mit jeweils so vielen Stück“. Genau deshalb wäre Addieren hier falsch: Die Stufen liegen nicht nebeneinander, sondern hängen aneinander.