Der Deich wird ausgebaut
AFB IIEin Deich an der Elbe soll verstärkt werden. Sein Querschnitt ist ein gleichschenkliges Trapez (M1): unten die 24 m breite Sohle, oben die 6 m breite Krone, dazwischen 5 m Höhe.
Damit der Deich das nächste Jahrhunderthochwasser hält, soll der Querschnitt nach dem Ausbau 100 m² groß sein.
Der Querschnitt ist ein gleichschenkliges Trapez. Die beiden parallelen Seiten sind die Sohle (unten) und die Krone (oben).
- Berechne den Flächeninhalt des heutigen Querschnitts.
- Beim Ausbau bleiben Höhe und Kronenbreite unverändert, nur die Sohle wird breiter. Berechne die neue Sohlbreite \(a\).
- Statt zu verbreitern könnte der Deich auch aufgeschüttet werden — die Breiten blieben dann unverändert. Berechne die dafür nötige Höhe und beurteile, welcher Ausbau weniger Platz am Boden braucht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(A=\tfrac{1}{2}\cdot(a+c)\cdot h=\tfrac{1}{2}\cdot(24\,\text{m}+6\,\text{m})\cdot 5\,\text{m}=\tfrac{1}{2}\cdot 30\,\text{m}\cdot 5\,\text{m}=75\,\text{m}^2\)
Der heutige Querschnitt hat einen Flächeninhalt von 75 m².
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(100\,\text{m}^2=\tfrac{1}{2}\cdot(a+6\,\text{m})\cdot 5\,\text{m}\)
\(200\,\text{m}^2=(a+6\,\text{m})\cdot 5\,\text{m}\)
\(40\,\text{m}=a+6\,\text{m}\;\Rightarrow\; a=34\,\text{m}\)
Die Sohle müsste auf 34 m verbreitert werden, also um 10 m.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
\(100\,\text{m}^2=\tfrac{1}{2}\cdot(24\,\text{m}+6\,\text{m})\cdot h=15\,\text{m}\cdot h\)
\(h=\dfrac{100\,\text{m}^2}{15\,\text{m}}\approx 6{,}67\,\text{m}\)
Der Deich müsste von 5 m auf etwa 6,67 m erhöht werden, also um rund 1,67 m.
Urteil: Beim Erhöhen bleibt die Sohle 24 m breit, beim Verbreitern wächst sie auf 34 m. Wo der Platz knapp ist — etwa zwischen Deich und Wohnbebauung — ist das Erhöhen die bessere Lösung, weil dafür 10 m weniger Grundstücksbreite gebraucht werden. Muss dagegen wenig Material bewegt werden oder ist der Untergrund für höhere Lasten zu weich, spricht das für die Verbreiterung.
Die Solarfläche auf dem Schuldach
AFB IIIAuf einem Anbau der Schule soll eine trapezförmige Fläche mit Solarmodulen belegt werden. Im Dachplan (M2) sind der Flächeninhalt 41,60 m², die kürzere parallele Seite \(c=8{,}40\,\text{m}\) und die Höhe \(h=3{,}20\,\text{m}\) eingetragen — die längere parallele Seite \(a\) fehlt.
Ein Solarmodul ist 1,60 m lang und 1,00 m breit.
Bekannt sind der Flächeninhalt, die kürzere parallele Seite \(c\) und die Höhe \(h\). Gesucht ist die längere parallele Seite \(a\).
- Berechne die fehlende Länge \(a\).
- Bestimme, wie viele Module rechnerisch auf die Fläche passen, und erkläre, warum es in Wirklichkeit weniger sind.
- Ein zweiter Entwurf sieht ein Parallelogramm mit \(g=13{,}00\,\text{m}\) und derselben Höhe vor. Vergleiche beide Entwürfe und begründe dein Ergebnis mit den beiden parallelen Seiten des Trapezes.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(41{,}60\,\text{m}^2=\tfrac{1}{2}\cdot(a+8{,}40\,\text{m})\cdot 3{,}20\,\text{m}\)
\(83{,}20\,\text{m}^2=(a+8{,}40\,\text{m})\cdot 3{,}20\,\text{m}\)
\(26{,}00\,\text{m}=a+8{,}40\,\text{m}\;\Rightarrow\; a=17{,}60\,\text{m}\)
Die längere parallele Seite ist 17,60 m lang.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Ein Modul: \(1{,}60\,\text{m}\cdot 1{,}00\,\text{m}=1{,}60\,\text{m}^2\)
\(41{,}60\,\text{m}^2:1{,}60\,\text{m}^2=26\)
Rechnerisch passen 26 Module auf die Fläche.
In Wirklichkeit sind es weniger: Die Module sind Rechtecke, die Fläche hat aber eine schräge Kante — dort bleiben Reststücke übrig, die kein ganzes Modul mehr aufnehmen. Dazu kommen Abstände für die Befestigung und ein Randstreifen zur Dachkante.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Parallelogramm: \(A=g\cdot h=13{,}00\,\text{m}\cdot 3{,}20\,\text{m}=41{,}60\,\text{m}^2\)
Beide Entwürfe sind gleich groß.
Begründung: \(\dfrac{a+c}{2}=\dfrac{17{,}60\,\text{m}+8{,}40\,\text{m}}{2}=13{,}00\,\text{m}\)
Die Formel \(A=\tfrac{1}{2}\cdot(a+c)\cdot h\) lässt sich auch als \(A=\dfrac{a+c}{2}\cdot h\) schreiben. Der Mittelwert der beiden parallelen Seiten ist genau die Grundseite des Parallelogramms. Ein Trapez hat also denselben Flächeninhalt wie ein Parallelogramm gleicher Höhe, dessen Grundseite der Mittelwert der beiden parallelen Seiten ist.
