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TextaufgabenZusammenfassung Wiederholung

Zwei Sachaufgaben mit gestuften Hinweisen und vollständigem Erwartungshorizont — von den Rechnungen des Kopierladens bis zu der Frage, wann eine einzige Gleichung genügt und wann man ein System braucht.

1

Die Rechnungen des Kopierladens

AFB II

Die Schülerzeitung lässt ihre Ausgaben im Kopierladen „Kopier-Eck“ drucken. Von zwei Aufträgen sind noch die Rechnungen da (Material M1), auf denen aber nur die Gesamtbeträge stehen — nicht die Grundgebühr und nicht der Preis je Kopie.

Es bezeichne \(n\) die Anzahl der Kopien und \(K\) den Rechnungsbetrag in Euro.

M1Zwei Rechnungen des Kopierladens „Kopier-Eck“
RechnungAnzahl der KopienRechnungsbetrag
Rechnung I12014,00 €
Rechnung II30032,00 €

Der Laden verlangt eine einmalige Grundgebühr je Auftrag und zusätzlich einen festen Preis je Kopie.

  1. Bestimme aus den beiden Rechnungen die Gleichung \(K=m\cdot n+b\) und erläutere, was \(m\) und \(b\) im Sachzusammenhang bedeuten.
  2. Berechne, wie viele Kopien die Schülerzeitung für genau 20,00 € bekommt.
  3. Überprüfe die Behauptung des Redakteurs: „Für 600 Kopien zahlen wir genau doppelt so viel wie für 300 Kopien“, und begründe dein Ergebnis.
Hinweis zu Aufgabe a)
Zwischen den beiden Rechnungen liegen \(300-120=180\) Kopien und \(32{,}00\ \text{€}-14{,}00\ \text{€}=18{,}00\ \text{€}\). Daraus ergibt sich der Preis je Kopie.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Steigung: \(m=\frac{32-14}{300-120}=\frac{18}{180}=0{,}1\).

\(b\) bestimmen mit Rechnung I: \(14=0{,}1\cdot 120+b\), also \(14=12+b\) und \(b=2\).

\(K=0{,}1n+2\).

Bedeutung: \(m=0{,}10\) ist der Preis für eine Kopie, also 10 Cent. \(b=2\) ist die Grundgebühr von 2,00 €, die auch dann anfällt, wenn gar nichts kopiert wird.

Hinweis zu Aufgabe b)
Setze \(K=20\) in deine Gleichung ein und löse nach \(n\) auf.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(0{,}1n+2=20 \quad\big|\ -2\)

\(0{,}1n=18 \quad\big|\ :0{,}1\)

\(n=180\)

Für 20,00 € bekommt die Schülerzeitung 180 Kopien. Probe: \(0{,}1\cdot 180+2=18+2=20\) — richtig.

Hinweis zu Aufgabe c)
Rechne beide Beträge aus und vergleiche. Für die Begründung schau dir an, welcher Teil der Rechnung sich beim Verdoppeln nicht mitverdoppelt.„Begründen“ verlangt, das Ergebnis auf einen mathematischen Zusammenhang zurückzuführen — hier auf die Grundgebühr.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

300 Kopien: \(K=0{,}1\cdot 300+2=32{,}00\) €. 600 Kopien: \(K=0{,}1\cdot 600+2=62{,}00\) €.

Das Doppelte von 32,00 € wären 64,00 €, tatsächlich sind es aber nur 62,00 €. Die Behauptung ist also falsch.

Begründung: Beim Verdoppeln der Kopienzahl verdoppelt sich nur der Anteil \(0{,}1n\) — die Grundgebühr von 2,00 € fällt weiterhin nur einmal an und wird nicht mitverdoppelt. Deshalb liegt der neue Betrag um genau diese 2,00 € unter dem Doppelten. Der Zusammenhang ist linear, aber nicht proportional; „doppelt so viel“ gilt nur bei einer Ursprungsgeraden, also bei \(b=0\).

2

Welcher Kopierladen lohnt sich?

AFB III

Neben dem „Kopier-Eck“ hat ein zweiter Laden eröffnet, der „Druckpunkt“ (Material M2). Die Schülerzeitung will wissen, ab wann sich welcher Laden lohnt, und zeichnet dazu die Grafik in Material M3.

Die Redaktionsleiterin sagt: „Wir müssen nur eine einzige Gleichung lösen — dafür brauchen wir kein Gleichungssystem.“

Es bezeichne \(n\) die Anzahl der Kopien und \(K\) die Kosten in Euro.

M2Die Angebote der beiden Kopierläden
LadenGrundgebühr je AuftragPreis je Kopie
Kopier-Eck2,00 €0,10 €
Druckpunkt0,00 €0,16 €

Beide Läden rechnen jeden Auftrag einzeln ab; Mengenrabatte gibt es nicht.

M3Die Kosten beider Läden im Vergleich
01020304050600246810Anzahl der Kopien nKosten in EuroKopier-EckDruckpunkt

Der Schnittpunkt liegt sichtbar zwischen 30 und 40 Kopien — der genaue Wert muss gerechnet werden.

  1. Stelle für beide Läden je eine Kostengleichung auf und lies aus Material M3 näherungsweise ab, wo sich die Geraden schneiden.
  2. Berechne die Schnittstelle genau und interpretiere das Ergebnis im Sachzusammenhang.
  3. Entscheide begründet, welchen Laden die Schülerzeitung für einen Auftrag über 25 Kopien und welchen sie für 400 Kopien wählen sollte.
  4. Nimm zur Aussage der Redaktionsleiterin Stellung und erkläre, wann eine einzige Gleichung genügt und wann nicht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Beim „Druckpunkt“ gibt es keine Grundgebühr — dort ist \(b=0\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Kopier-Eck: \(K_1=2+0{,}1n\). Druckpunkt: \(K_2=0{,}16n\).

Aus Material M3 liest man ab, dass sich die beiden Geraden zwischen 30 und 40 Kopien bei Kosten von etwa 5,00 € bis 6,00 € schneiden. Genauer gibt die Zeichnung es nicht her.

Hinweis zu Aufgabe b)
Setze die beiden rechten Seiten gleich. Achte am Ende darauf, dass \(n\) eine Anzahl ist: Was bedeutet ein Ergebnis mit Nachkommastellen hier?„Interpretieren“ verlangt einen Satz über Kopien und Kosten, nicht nur die Zahl.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Gleichsetzen:

\(2+0{,}1n=0{,}16n \quad\big|\ -0{,}1n\)

\(2=0{,}06n \quad\big|\ :0{,}06\)

\(n=\frac{2}{0{,}06}=33{,}\overline{3}\)

Rechnerisch sind beide Läden bei \(n\approx 33{,}3\) Kopien gleich teuer, nämlich bei etwa \(0{,}16\cdot 33{,}\overline{3}\approx 5{,}33\) €.

Im Sachzusammenhang ist dieser Wert nicht direkt umsetzbar: Man kann keine 33,3 Kopien machen. Sinnvoll ist deshalb die Formulierung mit ganzen Zahlen: Bei 33 Kopien ist der „Druckpunkt“ noch günstiger (\(5{,}28\ \text{€}\) gegenüber \(5{,}30\ \text{€}\)), ab 34 Kopien das „Kopier-Eck“ (\(5{,}40\ \text{€}\) gegenüber \(5{,}44\ \text{€}\)). Einen Auftrag, bei dem beide exakt gleich viel kosten, gibt es also gar nicht.

Hinweis zu Aufgabe c)
Setze beide Kopienzahlen in beide Gleichungen ein und vergleiche die Beträge. Deine Schnittstelle aus b) sagt dir schon vorher, welcher Laden vorn liegen wird.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

25 Kopien: Kopier-Eck \(2+2{,}50=4{,}50\) €, Druckpunkt \(0{,}16\cdot 25=4{,}00\) €. Günstiger ist der Druckpunkt (0,50 € gespart).

400 Kopien: Kopier-Eck \(2+40=42{,}00\) €, Druckpunkt \(0{,}16\cdot 400=64{,}00\) €. Günstiger ist das Kopier-Eck (22,00 € gespart).

Begründung: Bei kleinen Aufträgen fällt die Grundgebühr von 2,00 € stark ins Gewicht, deshalb liegt der Druckpunkt vorn. Ab 34 Kopien überwiegt der Vorteil des niedrigeren Kopienpreises von 10 Cent gegenüber 16 Cent, und der Abstand wächst mit jeder weiteren Kopie um 6 Cent. Bei 400 Kopien ist dieser Vorteil längst riesig.

Hinweis zu Aufgabe d)
Sieh dir an, in welcher Form die beiden Gleichungen dastehen — beide sind bereits nach \(K\) aufgelöst. Überlege, wie es aussähe, wenn eine Rechnung stattdessen \(4x+3y=47{,}50\) lauten würde.„Stellung nehmen“ verlangt eine eigene begründete Position mit Beispiel.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage stimmt in dieser Situation, lässt sich aber nicht verallgemeinern.

Warum sie hier stimmt: Beide Kostengleichungen sind bereits nach \(K\) aufgelöst. Weil links zweimal dasselbe steht, dürfen die rechten Seiten gleichgesetzt werden — übrig bleibt eine einzige Gleichung mit einer einzigen Variablen \(n\). Genau das ist in Teilaufgabe b) passiert.

Warum sie nicht immer stimmt: Sobald die Angaben nicht als fertige Formeln vorliegen, sondern als Gesamtbeträge, ändert sich das Bild. Stünde auf einer Kinoabrechnung nur „4 Erwachsene und 3 Kinder zahlen 47,50 €“ und auf einer zweiten „2 Erwachsene und 5 Kinder zahlen 39,50 €“, so hieße das \(4x+3y=47{,}5\) und \(2x+5y=39{,}5\). Hier sind zwei Größen gleichzeitig unbekannt, und keine der beiden Gleichungen ist nach einer davon aufgelöst. Eine einzelne Gleichung mit zwei Variablen hat unendlich viele Lösungen; erst beide Gleichungen zusammen legen das Paar eindeutig fest.

Ein Gleichungssystem ist also kein Umweg, sondern der allgemeine Fall — der Vergleich zweier Tarife ist nur der besonders bequeme Sonderfall davon. Genau darum geht es im folgenden Kapitel.