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TextaufgabenGeraden durch zwei Punkte

Zwei Sachaufgaben mit Hinweisen und vollständigem Erwartungshorizont — vom Stromzähler bis zur Zielanzeige im Zug.

1

Der Stromzähler im Ferienhaus

AFB II

Familie Bergmann mietet für drei Wochen ein Ferienhaus. Der Anreisetag ist Tag 0. Ab dem vierten Tag liest die Familie mehrmals den Stromzähler ab; er zeigt an, wie viele Kilowattstunden (kWh) im Haus seit seinem Einbau insgesamt verbraucht wurden. Die drei Ablesungen stehen in Material M1.

Kühlschrank, Warmwasser und Licht brauchen jeden Tag ungefähr gleich viel Strom, der Zählerstand wächst deshalb gleichmäßig. Am Ende rechnet der Vermieter 0,40 € für jede verbrauchte Kilowattstunde ab.

M1Die drei Ablesungen am Stromzähler
Tag \(t\) der Ferien41016
Zählerstand \(z\) in kWh123613051374

Der Zähler zählt den Stromverbrauch des Hauses seit seinem Einbau — er startet also nicht bei null, wenn die Familie ankommt.

  1. Berechne aus den Ablesungen von Tag 4 und Tag 10 die Steigung \(m\) und deute sie im Sachzusammenhang.
  2. Bestimme den \(y\)-Achsenabschnitt \(b\), stelle die Funktionsgleichung für den Zählerstand auf und prüfe sie mit der Ablesung von Tag 16.
  3. Berechne den Zählerstand am Abreisetag (Tag 21) und gib an, wie viel die Familie für ihren Strom bezahlen muss.
Hinweis zu Aufgabe a)
Schreibe die beiden Ablesungen zuerst als Punkte \(P_1(4 \mid 1236)\) und \(P_2(10 \mid 1305)\). Dann ist \(m=\frac{y_2-y_1}{x_2-x_1}\) — oben die kWh, unten die Tage.„Deute“ heißt: Sag in einem Satz mit Einheit, was die Zahl über den Stromverbrauch aussagt — die Rechnung allein genügt nicht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Punkte: \(P_1(4 \mid 1236)\) und \(P_2(10 \mid 1305)\).

\(\Delta y = 1305\ \text{kWh} - 1236\ \text{kWh} = 69\ \text{kWh}\)

\(\Delta x = 10 - 4 = 6\ \text{Tage}\)

\(m=\frac{\Delta y}{\Delta x}=\frac{69\ \text{kWh}}{6\ \text{Tage}}=11{,}5\ \frac{\text{kWh}}{\text{Tag}}\)

Im Ferienhaus werden jeden Tag 11,5 kWh Strom verbraucht.

Hinweis zu Aufgabe b)
Setze einen der beiden Punkte in \(z = m\cdot t + b\) ein; \(m\) kennst du schon, also bleibt nur \(b\) unbekannt. Für die Probe setzt du \(t=16\) in deine fertige Gleichung ein und vergleichst mit der Tabelle.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Punkt \(P_1(4 \mid 1236)\) in \(z = m\cdot t + b\) einsetzen:

\(1236 = 11{,}5 \cdot 4 + b\)

\(1236 = 46 + b \;\Rightarrow\; b = 1236 - 46 = 1190\)

\(z(t) = 11{,}5 \cdot t + 1190\)  (\(z\) in kWh, \(t\) in Tagen)

Punktprobe mit Tag 16: \(11{,}5 \cdot 16 + 1190 = 184 + 1190 = 1374\). Das ist genau der Wert aus der Tabelle, die Gleichung stimmt also.

Am Anreisetag stand der Zähler auf 1190 kWh.

Hinweis zu Aufgabe c)
Setze \(t=21\) in die Gleichung ein. Bezahlen muss die Familie aber nur den Strom, den sie selbst verbraucht hat — also die Differenz zum Zählerstand am Anreisetag.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(z(21) = 11{,}5 \cdot 21 + 1190 = 241{,}5 + 1190 = 1431{,}5\)

Eigener Verbrauch: \(1431{,}5\ \text{kWh} - 1190\ \text{kWh} = 241{,}5\ \text{kWh}\)

Kosten: \(241{,}5 \cdot 0{,}40\ \text{€} = 96{,}60\ \text{€}\)

Am Abreisetag zeigt der Zähler 1431,5 kWh. Die Familie hat in den drei Wochen 241,5 kWh verbraucht und muss dafür 96,60 € bezahlen.

2

Die Zielanzeige im Zug nach Rostock

AFB III

Im Zug nach Rostock zeigt ein Bildschirm ständig an, wie viele Kilometer noch bis zum Ziel fehlen. Malik fotografiert die Anzeige zweimal und trägt beide Messwerte in ein Koordinatensystem ein (Material M2): waagerecht die Fahrzeit seit der Abfahrt in Minuten, senkrecht die restliche Entfernung in Kilometern. Der Zug fährt auf der ganzen Strecke gleich schnell.

Malik rechnet und behauptet: „Bei meinem ersten Foto waren es noch 210 km — so lang ist die Strecke also insgesamt. Und weil der Zug 2 km pro Minute schafft, ist er nach 210 : 2 = 105 Minuten am Ziel.“

M2Maliks zwei Fotos der Zielanzeige
020406080100120140020406080100120140160180200220240260Fahrzeit seit der Abfahrt in minEntfernung zum Ziel in kmΔtΔsP₁P₂

Eingetragen sind nur die beiden fotografierten Anzeigen. Die Abfahrt und die Ankunft fehlen im Bild.

  1. Lies die Koordinaten der beiden Messpunkte \(P_1\) und \(P_2\) aus M2 ab und berechne daraus die Steigung \(m\).
  2. Bestimme den \(y\)-Achsenabschnitt \(b\), stelle die Funktionsgleichung für die Restentfernung auf und erkläre, was \(b\) hier bedeutet.
  3. Beurteile Maliks Behauptung. Berechne dazu, nach wie vielen Minuten der Zug am Ziel ist, und erkläre, worin sein Denkfehler besteht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die beiden Punkte liegen genau auf Gitterlinien. Für die Steigung rechnest du \(m=\frac{\Delta s}{\Delta t}\) — achte darauf, oben und unten dieselbe Reihenfolge der Punkte zu verwenden.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Aus M2: \(P_1(20 \mid 210)\) und \(P_2(80 \mid 90)\).

\(\Delta s = 90\ \text{km} - 210\ \text{km} = -120\ \text{km}\)

\(\Delta t = 80\ \text{min} - 20\ \text{min} = 60\ \text{min}\)

\(m=\frac{-120\ \text{km}}{60\ \text{min}} = -2\ \frac{\text{km}}{\text{min}}\)

Das negative Vorzeichen bedeutet: Die Entfernung zum Ziel nimmt ab. Je Minute verringert sie sich um 2 km — der Zug fährt also 2 km pro Minute.

Hinweis zu Aufgabe b)
Setze \(P_1\) in \(s = m\cdot t + b\) ein. Weil \(m\) negativ ist, entsteht beim Einsetzen „minus mal minus“ — setze die Klammer wirklich hin. Für die Bedeutung von \(b\) überlege, zu welchem Zeitpunkt dieser Wert gehört.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Punkt \(P_1(20 \mid 210)\) in \(s = m\cdot t + b\) einsetzen:

\(210 = (-2)\cdot 20 + b\)

\(210 = -40 + b \;\Rightarrow\; b = 210 + 40 = 250\)

\(s(t) = -2 \cdot t + 250\)  (\(s\) in km, \(t\) in min)

Punktprobe mit \(P_2\): \(-2 \cdot 80 + 250 = -160 + 250 = 90\)  ✓

\(b\) gehört zum Zeitpunkt \(t=0\), also zur Abfahrt. Die gesamte Strecke bis Rostock ist 250 km lang.

Hinweis zu Aufgabe c)
Am Ziel ist die Restentfernung null. Setze also \(s=0\) in deine Gleichung ein. Vergleiche danach Maliks Startwert 210 km mit deinem \(b\) und überlege, wo der Zug zum Zeitpunkt seines ersten Fotos schon war.„Beurteile“ verlangt ein klares Urteil mit fachlicher Begründung — du musst also sagen, welche Zahl falsch ist und warum sie falsch zustande kam.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Bedingung \(s=0\):

\(0 = -2t + 250 \;\Rightarrow\; 2t = 250 \;\Rightarrow\; t = 125\)

Der Zug ist nach 125 Minuten am Ziel, nicht nach 105 Minuten. Maliks Behauptung ist damit falsch.

Sein Denkfehler: Er hat den ersten Messwert 210 km für den Startwert \(b\) gehalten. Die 210 km gehören aber zum Zeitpunkt \(t=20\ \text{min}\) — da war der Zug schon 20 Minuten unterwegs und hatte bereits \(2 \cdot 20 = 40\ \text{km}\) hinter sich. Der Startwert \(b\) ist der Wert bei \(t=0\) und muss durch Einsetzen berechnet werden; er beträgt 250 km.

Man sieht den Fehler auch an seinem Ergebnis: Seine 105 Minuten zählen erst ab dem ersten Foto. Rechnet man die schon gefahrenen 20 Minuten dazu, kommt man auf \(20 + 105 = 125\) Minuten — genau das richtige Ergebnis. Die Strecke ist 250 km lang, und der Zug braucht dafür 125 Minuten.