Schräg einparken
AFB I–IIAuf dem Lehrerparkplatz sind die Parkbuchten schräg markiert, damit man leichter einparken kann. Die Linien p1 bis p4 sind parallel. Vorne begrenzt die Bordsteinkante k die Buchten, hinten die Linie m; k und m sind ebenfalls parallel.
Die Linie p1 schließt mit k den Winkel α = 62° ein (siehe Skizze).
- Gib die Größe der Winkel β und γ an.
- Begründe deine Angaben aus a) mit Winkelsätzen.
- Für eine fünfte Bucht zeichnet der Hausmeister eine Linie p5. Er misst zwischen p5 und k auf derselben Seite wie α einen Winkel von 60°. Überprüfe, ob p5 parallel zu den anderen Parklinien ist.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
β = 118° und γ = 62°.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
β: Der Nebenwinkel von α an p1 ist 180° − 62° = 118°. Weil p1 ∥ p3 ist und k beide schneidet, ist β sein Stufenwinkel, also β = 118°.
γ: Am unteren Ende von p2 ist der Winkel zwischen k (nach rechts) und p2 ebenfalls 62° (Stufenwinkel zu α, p1 ∥ p2). Da k ∥ m, sind dieser Winkel und γ Wechselwinkel an der Geraden p2 („Z“-Form) — also γ = 62°.
Vollständig ist die Begründung, wenn jeder Schritt den Winkelsatz nennt und bei Stufen- und Wechselwinkeln gesagt wird, welche Geraden parallel sind.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
p5 und p4 werden beide von k geschnitten. Die Winkel an derselben Stelle wären Stufenwinkel: 60° bei p5, 62° bei p4. Weil sie nicht gleich groß sind, ist p5 nicht parallel zu p4 (und damit zu keiner Parklinie).
Folge: Die Bucht zwischen p4 und p5 wird nach hinten hin schmaler oder breiter — weit verlängert würden sich die Linien schneiden. Die 2° Unterschied sind klein, aber nicht „fast parallel“.
Das Zickzack-Geländer
AFB II–IIIDas Geländer einer Fußgängerbrücke besteht aus einem oberen Gurt o und einem unteren Gurt u, die parallel verlaufen. Dazwischen sind gerade Streben im Zickzack verschweißt: von A nach oben zu B, von B nach unten zu C, von C wieder nach oben zu D und so weiter.
Die Monteurin misst bei A zwischen u und der Strebe AB einen Winkel von 52° und bei B zwischen o (nach rechts) und der Strebe BC einen Winkel von 60°.
- Ermittle die Winkel ε₁ und ε₂ bei B.
- Erkläre, warum der Winkel „?“ bei C zwischen u (nach links) und der Strebe BC genau 60° groß ist.
- Tim behauptet: „Die Winkel bei A und bei B zwischen Gurt und Strebe AB wären auch dann gleich groß, wenn die Gurte nicht parallel wären — die Strebe ist ja dieselbe.“ Widerlege Tims Behauptung.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
ε₁ = 52°: ε₁ und der Winkel bei A sind Wechselwinkel an der Strebe AB, und o ∥ u.
ε₁ + ε₂ + 60° bilden bei B zusammen einen gestreckten Winkel: ε₂ = 180° − 52° − 60° = 68°.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Die Strebe BC schneidet die beiden parallelen Gurte o und u. Der 60°-Winkel bei B (zwischen o nach rechts und BC) und der Winkel „?“ bei C (zwischen u nach links und BC) liegen über Kreuz auf verschiedenen Seiten der Strebe und zwischen den Gurten — sie sind Wechselwinkel. An Parallelen sind Wechselwinkel gleich groß, also „?“ = 60°.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Gegenbeispiel: Kippt man den oberen Gurt o um 10° (er steigt nach rechts an), bleibt der Winkel bei A 52°, weil sich an u und AB nichts ändert. Der Winkel ε₁ bei B zwischen o und AB ändert sich aber um 10° — er wird 42° oder 62°, je nach Kipprichtung. Also sind die beiden Winkel nicht mehr gleich groß.
Allgemein: Wechselwinkel sind nur an Parallelen gleich groß. Nach der Umkehrung gilt sogar: Wären sie gleich groß, müssten die Gurte parallel sein. Tims Behauptung ist damit widerlegt; eine Skizze mit gekipptem Gurt und den beiden Winkeln gehört zur vollständigen Antwort.
