MINT lernen

Abituraufgaben: Kumulierte Wahrscheinlichkeit

Rücksendungen und Spinning-Räder — mit der Treppe Risiken abwägen.

Dein Fortschritt:
0 / 0 Aufgaben
1

Rücksendungen im Online-Handel

AFB I–II

Ein Online-Modehändler weiß aus Erfahrung, dass 18 % der bestellten Kleidungsstücke zurückgeschickt werden. An einem Vormittag gehen 60 Bestellungen über je ein Kleidungsstück ein; die Kundinnen und Kunden entscheiden unabhängig voneinander. \(X\) bezeichnet die Anzahl der Rücksendungen.

Verteilung der Rücksendungen
0,000,040,080,110,15024681012141618202224k
Binomialverteilung mit \(n=60\) und \(p=0{,}18\); Werte über 24 sind nicht dargestellt.
  1. Berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass genau 10 Kleidungsstücke zurückgeschickt werden.
  2. Bestimmen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass höchstens 8 Kleidungsstücke zurückgeschickt werden.
  3. Ermitteln Sie die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als 15 Kleidungsstücke zurückgeschickt werden.
  4. Geben Sie das Ereignis an, dessen Wahrscheinlichkeit durch die orange markierten Säulen dargestellt wird, und notieren Sie dazu einen Rechenausdruck mit binomCdf.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Einzelwert: Bernoulli-Formel oder Bpd bzw. binomPdf.
Hinweis zu Aufgabe b)
„Höchstens“ ist direkt ein kumulierter Wert.
Hinweis zu Aufgabe c)
„Mehr als 15“ beginnt bei 16 — nutze das Gegenereignis.
Hinweis zu Aufgabe d)
Lies an der Abbildung die kleinste und die größte markierte Trefferzahl ab.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(P(X=10)=\binom{60}{10}\cdot0{,}18^{10}\cdot0{,}82^{50}\approx0{,}1321\).

GTR: Bpd mit x = 10, Numtrial 60, p 0,18; CAS: binomPdf(60,0.18,10).

Mit etwa 13,2 % werden genau 10 Stücke zurückgeschickt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(P(X\le8)=\text{binomCdf}(60,0.18,0,8)\approx0{,}2242\) (GTR: Bcd, Lower 0, Upper 8).

Mit etwa 22,4 % gibt es höchstens 8 Rücksendungen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(P(X>15)=1-P(X\le15)\approx1-0{,}9379=0{,}0621\).

Mit etwa 6,2 % werden mehr als 15 Stücke zurückgeschickt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Markiert sind die Säulen \(k=9\) bis \(k=14\): Es werden mindestens 9 und höchstens 14 Kleidungsstücke zurückgeschickt.

\(P(9\le X\le14)=\text{binomCdf}(60,0.18,9,14)\approx0{,}6661\), gleichwertig \(P(X\le14)-P(X\le8)\).

2

Spinning-Kurs im Fitnessstudio

AFB II–III

Ein Fitnessstudio bietet samstags einen Spinning-Kurs an; im Kursraum stehen 30 Räder. Mitglieder melden sich vorher online an. Erfahrungsgemäß erscheint jedes angemeldete Mitglied mit der Wahrscheinlichkeit \(0{,}7\) tatsächlich zum Kurs. \(X\) bezeichnet die Anzahl der erscheinenden Mitglieder; es wird angenommen, dass sie unabhängig voneinander erscheinen.

Bisher lässt das Studio 40 Anmeldungen zu. Die Trainerin sagt, der Kurs lohne sich erst, wenn mindestens 24 Personen kommen. Die Tabelle zeigt für verschiedene Anmeldezahlen \(n\) auf vier Stellen gerundete Wahrscheinlichkeiten.

Anmeldungen nP(X ≥ 31)P(X ≥ 24)
340,00320,5545
350,00910,6516
360,02160,7365
370,04400,8071
380,07950,8631
390,13010,9056
400,19590,9367
  1. Weisen Sie nach, dass bei 40 Anmeldungen mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 20 % mehr Mitglieder erscheinen, als Räder vorhanden sind.
  2. Untersuchen Sie für 40 Anmeldungen, mit welcher Wahrscheinlichkeit sich der Kurs lohnt und gleichzeitig jedes erscheinende Mitglied ein Rad bekommt.
  3. Die Studioleitung möchte das Risiko, dass nicht alle ein Rad bekommen, unter 5 % drücken. Werten Sie die Tabelle im Hinblick auf die größte zulässige Anzahl von Anmeldungen aus.
  4. Beurteilen Sie, ob die Studioleitung die Anmeldezahl entsprechend senken sollte. Gehen Sie dabei auch auf die Modellannahmen ein.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Welche Werte von \(X\) bedeuten „mehr als Räder“? Führe auf „höchstens“ zurück.
Hinweis zu Aufgabe b)
Gesucht sind die Werte von 24 bis 30 — eine Differenz zweier kumulierter Werte oder binomCdf mit beiden Grenzen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Suche in der Spalte \(P(X\ge31)\) den letzten Wert unter \(0{,}05\).
Hinweis zu Aufgabe d)
Kriterien: Risiko der Überbelegung, Wahrscheinlichkeit, dass sich der Kurs lohnt, Realismus der Unabhängigkeit.Beurteilen: Abwägen und begründet entscheiden.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Mehr Mitglieder als Räder: \(X\ge31\).

\(P(X\ge31)=1-P(X\le30)=1-\text{binomCdf}(40,0.7,0,30)\approx1-0{,}8041=0{,}1959\).

Also mit knapp 20 % erscheinen mehr als 30 Mitglieder.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Gesucht: \(P(24\le X\le30)=P(X\le30)-P(X\le23)\approx0{,}8041-0{,}0633=0{,}7408\).

GTR: Bcd mit Lower 24, Upper 30, Numtrial 40, p 0,7; CAS: binomCdf(40,0.7,24,30).

Mit etwa 74 % lohnt sich der Kurs und alle bekommen ein Rad.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(P(X\ge31)\) wächst mit \(n\): Bei \(n=37\) ist sie \(\approx0{,}0440<0{,}05\), bei \(n=38\) schon \(\approx0{,}0795\). Die größte zulässige Anzahl ist also 37 Anmeldungen.

Bei 37 Anmeldungen lohnt sich der Kurs noch mit \(P(X\ge24)\approx0{,}8071\) statt \(\approx0{,}9367\) bei 40 Anmeldungen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Für eine Senkung auf 37 spricht: Das Risiko, Mitglieder ohne Rad wegschicken zu müssen, sinkt von rund 20 % auf rund 4 % — an bisher etwa jedem fünften Samstag gäbe es verärgerte Kunden.

Dagegen spricht: Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens 24 kommen, sinkt von etwa 94 % auf etwa 81 %; der Kurs lohnt sich also häufiger nicht.

Modellkritik: Die Unabhängigkeit ist fraglich (Freundesgruppen melden sich gemeinsam an, bei schönem Wetter oder in Ferien fehlen viele gleichzeitig), und \(p=0{,}7\) kann je nach Jahreszeit schwanken. Ein mögliches Urteil: Die Senkung auf 37 ist vertretbar, weil verärgerte Kunden schwerer wiegen als ein schwächer besuchter Kurs; alternativ könnte das Studio 40 Anmeldungen mit Warteliste zulassen. Beide Urteile sind bei schlüssiger Begründung zulässig.