MINT lernen

ZusammenfassungGrundlagen der Mathematik

Alle Definitionen, Regeln und Formeln des Kapitels 1 auf einer Seite — von den Funktionsgrundlagen bis zur Scheitelform.

Zum NachschlagenZurück zur KapitelübersichtAlle Unterkapitel von 1.1 bis 1.5 mit Erklärungen, Übungen und Textaufgaben.
1

1.1 · Funktionen und Darstellungen

Der Funktionsbegriff ist das Fundament des gesamten Schuljahres. Alles, was danach kommt — Ableitungen, Kurvendiskussionen, Modellierungen — setzt voraus, dass klar ist, was eine Funktion ist und wie man sie darstellt.

Definition
Funktion
Eine Zuordnung, die jedem Element \(x\) der Definitionsmenge genau einen Wert \(y=f(x)\) zuordnet.
Definitionsmenge \(D\)
Alle \(x\)-Werte, die eingesetzt werden dürfen. Ausgeschlossen sind z. B. Nenner-Nullstellen und negative Radikanden.
Wertemenge \(W\)
Alle \(y\)-Werte, die tatsächlich angenommen werden.
Funktionswert
Das Ergebnis \(f(x)\) an einer Stelle \(x\). Die Stelle ist der \(x\)-Wert, der Wert ist der \(y\)-Wert.
Nullstelle
Eine Stelle \(x_0\) mit \(f(x_0)=0\) — dort schneidet oder berührt der Graph die \(x\)-Achse.
Die vier Darstellungsformen
DarstellungBeispielStärke
Funktionsgleichung\(f(x)=2x-3\)exakt rechnen, beliebige Stellen einsetzen
Wertetabelle\(x=0,1,2 \;\to\; y=-3,-1,1\)einzelne Werte schnell ablesen
GraphGerade im KoordinatensystemVerlauf, Nullstellen und Schnittpunkte sehen
Wortform„Verdopple die Zahl und ziehe 3 ab.“Sachzusammenhang beschreiben
  • Ein Punkt \(P(x_P\,|\,y_P)\) liegt genau dann auf dem Graphen, wenn \(f(x_P)=y_P\) gilt — das ist die Punktprobe.
  • Auf der \(y\)-Achse ist \(x=0\), auf der \(x\)-Achse ist \(y=0\). Diese beiden Sätze lösen die meisten Achsenaufgaben.
  • Die vier Quadranten werden gegen den Uhrzeigersinn nummeriert, beginnend rechts oben.
  • Funktionstypen unterscheidet man am höchsten Exponenten: \(x^1\) linear, \(x^2\) quadratisch, \(x\) im Nenner gebrochen-rational, \(x\) im Exponenten exponentiell.
2

1.2 · Rechnen mit Termen, Brüchen, Potenzen und Logarithmen

Dieser Abschnitt liefert das Handwerkszeug. In der Klausur wird er selten allein geprüft — aber jeder Fehler hier macht eine ansonsten richtige Aufgabe falsch.

Rangfolge: Klammern → Potenzen und Wurzeln → Punktrechnung → Strichrechnung. Gleichrangiges wird von links nach rechts abgearbeitet.

Die wichtigsten Rechengesetze
BereichRegelBeispiel
Vorzeichen\((-a)\cdot(-b)=a\cdot b\)\((-3)\cdot(-4)=12\)
Potenz vs. Klammer\(-a^2\neq(-a)^2\)\(-3^2=-9\), aber \((-3)^2=9\)
1. binomische Formel\((a+b)^2=a^2+2ab+b^2\)\((x+4)^2=x^2+8x+16\)
2. binomische Formel\((a-b)^2=a^2-2ab+b^2\)\((x-5)^2=x^2-10x+25\)
3. binomische Formel\((a+b)(a-b)=a^2-b^2\)\((x+3)(x-3)=x^2-9\)
Brüche addierengleichnamig machen, nur Zähler addieren\(\tfrac34+\tfrac56=\tfrac{9}{12}+\tfrac{10}{12}=\tfrac{19}{12}\)
Brüche multiplizierenZähler mal Zähler, Nenner mal Nenner\(\tfrac23\cdot\tfrac59=\tfrac{10}{27}\)
Brüche dividierenmit dem Kehrwert des Divisors multiplizieren\(\tfrac34:\tfrac25=\tfrac34\cdot\tfrac52=\tfrac{15}{8}\)
Kürzennur Faktoren kürzen, niemals Summanden\(\tfrac{2x}{2y}=\tfrac{x}{y}\), aber \(\tfrac{2+x}{2+y}\) bleibt
Potenzgesetze\(a^m\cdot a^n=a^{m+n}\); \(\tfrac{a^m}{a^n}=a^{m-n}\); \(\left(a^m\right)^n=a^{m\cdot n}\)\(\left(2^3\right)^2\cdot 2^{-4}=2^2=4\)
Sonderfälle\(a^0=1\) für \(a\neq0\); \(a^{-n}=\tfrac{1}{a^n}\); \(\sqrt[n]{a}=a^{1/n}\)\(2^{-3}=\tfrac18\); \(\sqrt{9}=9^{1/2}=3\)
Logarithmus\(\log_a(b)=x \iff a^x=b\)\(\log_2(32)=5\)
Logarithmusgesetze\(\log(u\cdot v)=\log u+\log v\); \(\log\!\left(\tfrac uv\right)=\log u-\log v\); \(\log\!\left(u^r\right)=r\cdot\log u\)\(\log_3\!\left(\tfrac19\right)=-2\)
  • Potenzieren, Wurzelziehen und Logarithmieren vertragen sich mit der Multiplikation, nicht mit der Addition: \(\sqrt{16\cdot 9}=\sqrt{16}\cdot\sqrt9\), aber \(\sqrt{16+9}\neq\sqrt{16}+\sqrt9\).
  • Ein Minuszeichen vor einer Klammer dreht alle Vorzeichen darin um: \(-(2x-5)=-2x+5\).
  • Der Logarithmus ist die Umkehrung des Potenzierens. Deshalb sind die Logarithmusgesetze nichts anderes als die Potenzgesetze „von der anderen Seite gelesen“.
3

1.3 · Lineare Funktionen

Geraden sind die einfachsten Funktionen — und die, die in der Analysis am häufigsten gebraucht werden: jede Tangente und jede Normale ist eine Gerade.

\(f(x)=m\,x+b\)     \(m=\dfrac{y_2-y_1}{x_2-x_1}=\dfrac{\Delta y}{\Delta x}\)     \(m_f\cdot m_N=-1\quad\Longleftrightarrow\quad m_N=-\dfrac{1}{m_f}\)

Was die Kennzahlen bedeuten
GrößeBedeutungMerkhilfe
\(m>0\)Die Gerade steigt.von links unten nach rechts oben
\(m=0\)Die Gerade ist waagerecht.konstante Funktion, keine oder unendlich viele Nullstellen
\(m<0\)Die Gerade fällt.von links oben nach rechts unten
\(b\)Schnittpunkt mit der \(y\)-Achseder Wert \(f(0)\)
Nullstelle\(x_0=-\dfrac{b}{m}\) für \(m\neq0\)aus \(mx+b=0\) nach \(x\) auflösen
Normalesteht senkrecht auf der GeradenKehrwert bilden und Vorzeichen wechseln
  • Gerade durch zwei Punkte: erst \(m\) mit der Steigungsformel, dann einen Punkt in \(y=mx+b\) einsetzen und nach \(b\) auflösen.
  • Der Steigungswinkel \(\alpha\) erfüllt \(\tan\alpha=m\).
  • Bei der Normalen ändern sich zwei Dinge gleichzeitig: das Vorzeichen und der Kehrwert. Aus \(m=-\tfrac23\) wird \(m_N=\tfrac32\).
4

1.4 · Lineare Gleichungssysteme

Ein LGS beschreibt geometrisch die Lage zweier Geraden zueinander. Genau daraus ergibt sich, wie viele Lösungen es geben kann.

Die drei Verfahren
VerfahrenWann besonders günstigVorgehen
Einsetzungsverfahrenwenn eine Gleichung bereits nach einer Variablen aufgelöst istauflösen, einsetzen, lösen, rückeinsetzen
Gleichsetzungsverfahrenwenn beide Gleichungen nach derselben Variablen aufgelöst sindgleichsetzen, lösen, rückeinsetzen
Additionsverfahrenwenn eine Variable gegengleiche Koeffizienten hatggf. multiplizieren, addieren, lösen, rückeinsetzen
Wie viele Lösungen?
FallWas beim Rechnen passiertGeometrisch
genau eine Lösungman erhält einen Wert für \(x\) und \(y\)die Geraden schneiden sich
keine Lösunges entsteht eine falsche Aussage wie \(0=1\)die Geraden sind parallel und verschieden
unendlich viele Lösungenes entsteht eine wahre Aussage wie \(0=0\)beide Gleichungen beschreiben dieselbe Gerade
  • Die Probe ist Pflicht: Die Lösung muss in beide Ausgangsgleichungen passen.
  • Sind alle Koeffizienten der zweiten Gleichung dasselbe Vielfache der ersten — auch die rechte Seite —, gibt es unendlich viele Lösungen; stimmt nur die linke Seite, gibt es keine.
  • Der GTR löst ein LGS über die Matrixfunktion oder den Gleichungslöser. Der Rechenweg bleibt trotzdem dokumentationspflichtig.
5

1.5 · Quadratische Funktionen

Parabeln sind der zweite große Funktionstyp des Kapitels. Zwischen Normalform und Scheitelform hin- und herzuwechseln ist eine der meistgebrauchten Fähigkeiten der Oberstufe.

Normalform \(f(x)=ax^2+bx+c\)     Scheitelform \(f(x)=a(x-d)^2+e\) mit \(S(d\,|\,e)\)
\(p\)-\(q\)-Formel für \(x^2+px+q=0\): \(x_{1,2}=-\dfrac p2\pm\sqrt{\left(\dfrac p2\right)^2-q}\)     Mitternachtsformel: \(x_{1,2}=\dfrac{-b\pm\sqrt{b^2-4ac}}{2a}\)

Wie viele Nullstellen?
Diskriminante \(D=b^2-4ac\)Anzahl der NullstellenLage der Parabel
\(D>0\)zwei verschiedenedie Parabel schneidet die \(x\)-Achse zweimal
\(D=0\)genau eine (doppelte)der Scheitel liegt auf der \(x\)-Achse
\(D<0\)keinedie Parabel liegt vollständig ober- oder unterhalb
Was der Parameter \(a\) bewirkt
BedingungWirkung
\(a>0\)nach oben geöffnet, der Scheitel ist der tiefste Punkt
\(a<0\)nach unten geöffnet, der Scheitel ist der höchste Punkt
\(|a|>1\)enger als die Normalparabel
\(|a|<1\)weiter als die Normalparabel
  • Satz vom Nullprodukt: Steht der Term als Produkt da, ist er null, sobald ein Faktor null ist. \(x^2+4x=x(x+4)\) hat die Nullstellen \(0\) und \(-4\) — ganz ohne Formel.
  • Fehlt das absolute Glied oder das lineare Glied, ist Ausklammern bzw. Wurzelziehen schneller als jede Lösungsformel.
  • Von der Normalform zur Scheitelform führt die quadratische Ergänzung; dabei muss der ausgeklammerte Faktor \(a\) am Ende wieder hineinmultipliziert werden.
  • Der \(y\)-Achsenabschnitt ist immer \(f(0)=c\) — in der Scheitelform also nicht einfach \(e\).
6

Formelblatt — alles auf einen Blick

Die zwölf Formeln, die für die Klausur wirklich sitzen müssen.

Kompakte Formelübersicht zu Kapitel 1
WofürFormel
Steigung aus zwei Punkten\(m=\dfrac{y_2-y_1}{x_2-x_1}\)
Gerade\(f(x)=mx+b\)
Nullstelle einer Geraden\(x_0=-\dfrac bm\)
Normale\(m_N=-\dfrac{1}{m_f}\)
Steigungswinkel\(\tan\alpha=m\)
1./2. binomische Formel\((a\pm b)^2=a^2\pm 2ab+b^2\)
3. binomische Formel\((a+b)(a-b)=a^2-b^2\)
Potenzgesetze\(a^m\cdot a^n=a^{m+n}\), \(\left(a^m\right)^n=a^{mn}\), \(a^{-n}=\tfrac{1}{a^n}\)
Wurzel als Potenz\(\sqrt[n]{a^m}=a^{m/n}\)
Logarithmus\(\log_a b=x\iff a^x=b\)
\(p\)-\(q\)-Formel\(x_{1,2}=-\dfrac p2\pm\sqrt{\left(\dfrac p2\right)^2-q}\)
Scheitelform\(f(x)=a(x-d)^2+e\), \(S(d\,|\,e)\)

Drei Sätze, die in fast jeder Klausur Punkte bringen

Erstens: Auf der \(y\)-Achse ist \(x=0\), auf der \(x\)-Achse ist \(y=0\). Zweitens: Ein Produkt ist genau dann null, wenn ein Faktor null ist. Drittens: Gekürzt werden dürfen nur Faktoren, niemals Summanden.

Nächster SchrittÜbung — AFB IZehn gemischte Aufgaben zum Reproduzieren — fünf davon interaktiv.