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TextaufgabenSteigung m berechnen

Fünf Sachaufgaben mit Teilaufgaben und vollständigem Erwartungshorizont — vom Steigungsdreieck an einer Rampe bis zum begründeten Urteil über zwei Mietangebote.

1

Die Rampe am Museumseingang

AFB I

Der Seiteneingang eines Museums liegt 45 cm über dem Gehweg. Eine gerade Rampe führt auf einer waagerechten Länge von 6 m vom Gehweg bis zur Türschwelle. In der Bauzeichnung ist die Rampe als Gerade in ein Koordinatensystem eingetragen: waagerecht die Länge in Metern, senkrecht die Höhe in Zentimetern. Zwischen den Punkten A und B ist ein Steigungsdreieck eingezeichnet (Material M1).

Die Bauvorschrift des Museums erlaubt für Rampen eine Steigung von höchstens 6 %.

M1Bauzeichnung der Rampe mit Steigungsdreieck
0123456051015202530354045waagerechte Länge in mHöhe über dem Gehweg in cmABΔx = 2 mΔy = 15 cmRampe

Die beiden Achsen tragen verschiedene Einheiten: waagerecht Meter, senkrecht Zentimeter.

  1. Geben Sie \(\Delta x\) und \(\Delta y\) des eingezeichneten Steigungsdreiecks mit Einheiten an.
  2. Berechnen Sie die Steigung der Rampe zunächst in Zentimetern je Meter und geben Sie sie anschließend in Prozent an.
  3. Prüfen Sie, ob die Rampe die Vorschrift einhält, und berechnen Sie, welche waagerechte Länge eine Rampe bei genau 6 % Steigung bräuchte.
Hinweis zu Aufgabe a)
\(\Delta x\) ist die waagerechte Kathete des Dreiecks, \(\Delta y\) die senkrechte. Lesen Sie beide Längen an der jeweils zugehörigen Achse ab und schreiben Sie die Einheit dazu.„Geben Sie an“ verlangt nur das Ergebnis, hier also zwei Zahlen mit Einheit.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Das Dreieck reicht waagerecht von \(x=2\) bis \(x=4\) und senkrecht von \(y=15\) bis \(y=30\).

\(\Delta x = 2\ \text{m}\) und \(\Delta y = 15\ \text{cm}\).

Hinweis zu Aufgabe b)
Die Steigung ist der Quotient \(\frac{\Delta y}{\Delta x}\). Für die Prozentangabe müssen beide Längen in derselben Einheit stehen — rechnen Sie den Meter in Zentimeter um, bevor Sie dividieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(m=\frac{\Delta y}{\Delta x}=\frac{15\ \text{cm}}{2\ \text{m}}=7{,}5\ \frac{\text{cm}}{\text{m}}\)

In gleichen Einheiten: \(m=\frac{15\ \text{cm}}{200\ \text{cm}}=0{,}075=7{,}5\,\%\).

Die Rampe steigt je Meter waagerechter Länge um 7,5 cm an, das entspricht einer Steigung von 7,5 %. Die Kontrolle über die ganze Rampe bestätigt den Wert: \(\frac{45\ \text{cm}}{6\ \text{m}}=7{,}5\ \frac{\text{cm}}{\text{m}}\).

Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleichen Sie Ihren Prozentwert mit der erlaubten Obergrenze. Für die zweite Frage bleibt die Höhe von 45 cm gleich, gesucht ist die waagerechte Länge, die zu einer Steigung von 6 % gehört.„Prüfen“ heißt: die Aussage an den berechneten Zahlen messen und das Ergebnis eindeutig formulieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Wegen \(7{,}5\,\% > 6\,\%\) hält die Rampe die Vorschrift nicht ein.

Bei 6 % gilt \(m=0{,}06\), also \(\Delta x=\frac{\Delta y}{m}=\frac{45\ \text{cm}}{0{,}06}=750\ \text{cm}=7{,}5\ \text{m}\).

Die Rampe müsste bei gleicher Höhe waagerecht 7,5 m lang sein, also um 1,5 m verlängert werden.

2

Der Druck in der Pressluftflasche

AFB II

Bei einem Tauchgang in gleichbleibender Tiefe wird alle fünf Minuten der Druck in der Pressluftflasche abgelesen. Die Taucherin startet mit einer vollen Flasche und atmet währenddessen gleichmäßig (Material M2).

Ein Tauchgang muss beendet werden, sobald der Reservedruck von 50 bar erreicht ist.

M2Messwerte des Flaschendrucks
Tauchzeit in min05101520
Flaschendruck in bar200182164146128

Die Zeit \(t\) wird in Minuten ab dem Start gemessen, der Druck \(p\) in bar.

  1. Berechnen Sie mit zwei der Messwerte die Steigung des Zusammenhangs und interpretieren Sie das Ergebnis im Sachzusammenhang.
  2. Zeigen Sie, dass alle fünf Messwerte auf einer Geraden liegen, und stellen Sie die zugehörige Funktionsgleichung auf.
  3. Bestimmen Sie den Flaschendruck nach 30 Minuten sowie den Zeitpunkt, zu dem der Reservedruck erreicht ist.
Hinweis zu Aufgabe a)
Wählen Sie zwei Wertepaare und setzen Sie sie in \(m=\frac{y_2-y_1}{x_2-x_1}\) ein; hier stehen oben die Druckwerte und unten die Zeiten. Achten Sie beim Deuten auf das Vorzeichen und auf die Einheit des Quotienten.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Mit \(P_1(0\,|\,200)\) und \(P_2(10\,|\,164)\):

\(m=\frac{164-200}{10-0}=\frac{-36}{10}=-3{,}6\)

Der Druck nimmt je Minute um 3,6 bar ab. Das negative Vorzeichen zeigt, dass die zugehörige Gerade fällt; die Einheit der Steigung ist \(\frac{\text{bar}}{\text{min}}\).

Hinweis zu Aufgabe b)
Für eine Gerade muss der Quotient aus Druckänderung und Zeitänderung zwischen je zwei Messwerten derselbe sein — rechnen Sie ihn für alle vier Abschnitte aus. Den Wert von \(b\) können Sie der Tabelle direkt entnehmen.„Zeigen“ verlangt eine lückenlose Rechnung für alle Abschnitte, nicht nur für einen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(\frac{182-200}{5-0}=-3{,}6\); \(\frac{164-182}{10-5}=-3{,}6\); \(\frac{146-164}{15-10}=-3{,}6\); \(\frac{128-146}{20-15}=-3{,}6\)

Zwischen je zwei benachbarten Messwerten ergibt sich derselbe Quotient \(-3{,}6\). Da die Steigung überall gleich ist, liegen alle Punkte auf einer Geraden.

Bei \(t=0\) beträgt der Druck 200 bar, also ist \(b=200\). Damit gilt \(p(t)=-3{,}6\,t+200\).

Hinweis zu Aufgabe c)
Für den ersten Teil setzen Sie die Zeit in Ihre Funktionsgleichung ein. Für den zweiten ist der Druck gegeben und die Zeit gesucht — die Gleichung muss also nach \(t\) aufgelöst werden.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(p(30)=-3{,}6\cdot 30+200=-108+200=92\)

\(50=-3{,}6\,t+200 \;\Rightarrow\; 3{,}6\,t=150 \;\Rightarrow\; t=\frac{150}{3{,}6}\approx 41{,}7\)

Nach 30 Minuten stehen noch 92 bar in der Flasche. Der Reservedruck von 50 bar ist nach rund 41,7 Minuten, also nach etwa 41 Minuten und 40 Sekunden erreicht; bis dahin muss der Aufstieg begonnen sein.

3

Die Rechnungen der Fahrradwerkstatt

AFB II

Eine Fahrradwerkstatt berechnet für jede Reparatur eine feste Grundpauschale und zusätzlich einen Betrag, der proportional zur Arbeitszeit ist. Materialkosten werden getrennt abgerechnet und bleiben hier unberücksichtigt. Drei Rechnungen aus der vergangenen Woche liegen vor (Material M3).

M3Drei Rechnungen ohne Materialkosten
Rechnungberechnete ArbeitszeitRechnungsbetrag
R11,5 h187,50 €
R23,0 h300,00 €
R34,5 h412,50 €

Die Arbeitszeit \(x\) wird in Stunden angegeben, der Rechnungsbetrag \(K(x)\) in Euro.

  1. Berechnen Sie aus den Rechnungen R1 und R2 die Steigung und erläutern Sie, welche Größe der Werkstatt sie beschreibt.
  2. Stellen Sie die Funktionsgleichung des Rechnungsbetrags auf und erläutern Sie die Bedeutung von \(b\).
  3. Überprüfen Sie die Aussage eines Kunden: „Wenn die Werkstatt doppelt so lange arbeitet, wird die Rechnung auch doppelt so hoch.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Die beiden Rechnungen liefern zwei Wertepaare aus Arbeitszeit und Betrag. Setzen Sie diese in die Steigungsformel ein und achten Sie darauf, welche Einheit der Quotient trägt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(m=\frac{300{,}00-187{,}50}{3{,}0-1{,}5}=\frac{112{,}50}{1{,}5}=75\)

Die Steigung beträgt 75 Euro je Stunde. Sie beschreibt den Stundensatz der Werkstatt, also den Betrag, um den die Rechnung wächst, wenn eine weitere Arbeitsstunde anfällt.

Hinweis zu Aufgabe b)
Setzen Sie eines der bekannten Wertepaare zusammen mit Ihrer Steigung in \(K(x)=m\,x+b\) ein und lösen Sie nach \(b\) auf. Prüfen Sie Ihre Gleichung anschließend mit der dritten Rechnung.„Aufstellen“ verlangt die vollständige Funktionsgleichung, nicht nur die beiden Zahlenwerte.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Einsetzen von R1 in \(K(x)=75x+b\): \(187{,}50=75\cdot 1{,}5+b=112{,}50+b\), also \(b=75\).

\(K(x)=75x+75\)

Probe mit R3: \(K(4{,}5)=75\cdot 4{,}5+75=337{,}50+75=412{,}50\) — das stimmt mit der Rechnung überein.

Der y-Achsenabschnitt \(b=75\) ist die feste Grundpauschale: Sie fällt schon bei \(x=0\) an, also unabhängig von der Arbeitszeit.

Hinweis zu Aufgabe c)
Rechnen Sie mit einem konkreten Zahlenbeispiel: Wählen Sie eine Arbeitszeit, verdoppeln Sie sie und vergleichen Sie die beiden Beträge. Überlegen Sie danach, welcher Teil der Rechnung sich beim Verdoppeln überhaupt verändert.„Überprüfen“ heißt: die Behauptung an Fakten messen und einen Widerspruch offenlegen, falls es ihn gibt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gegenbeispiel mit 2 h und 4 h: \(K(2)=75\cdot 2+75=225\) und \(K(4)=75\cdot 4+75=375\).

Das Doppelte von 225 € wären 450 €, tatsächlich sind es aber nur 375 €. Die Aussage ist damit falsch.

Grund: Beim Verdoppeln der Arbeitszeit verdoppelt sich nur der zeitabhängige Anteil \(75x\), die Grundpauschale von 75 € wird jedoch weiterhin genau einmal berechnet. Nur wenn \(b=0\) wäre, würde die doppelte Arbeitszeit auch den doppelten Betrag ergeben.

4

Zwei Förderbänder im Kieswerk

AFB III

In einem Kieswerk transportieren zwei gerade Förderbänder Kies auf Halden. Material M4 zeigt beide Bänder von der Seite: waagerecht ist die überbrückte Länge in Metern aufgetragen, senkrecht die Höhe über dem Boden.

Ein Praktikant notiert im Protokoll: „Band A ist steiler als Band B, denn Band A überwindet 6 m Höhe, Band B nur 4 m.“

M4Seitenansicht der beiden Förderbänder
02468101214012345678waagerechte Länge in mHöhe in mBand ABand B

Die Bänder beginnen in unterschiedlicher Höhe, weil sie auf verschieden hohen Sockeln stehen.

  1. Ermitteln Sie aus der Zeichnung die Steigung von Band A und von Band B.
  2. Widerlegen Sie die Aussage des Praktikanten.
  3. Berechnen Sie die waagerechte Mindestlänge eines neuen Bandes C, das von 1 m auf 7 m Höhe führen soll und dabei eine Steigung von 0,4 nicht überschreiten darf.
  4. Begründen Sie allgemein, unter welcher Bedingung zwei Bänder allein anhand der überwundenen Höhe nach ihrer Steilheit geordnet werden dürfen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Lesen Sie für jedes Band den Anfangs- und den Endpunkt ab und bilden Sie den Quotienten aus Höhenunterschied und waagerechter Länge. Beide Punkte liegen jeweils auf Gitterlinien.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Band A verläuft von \((0\,|\,1)\) nach \((12\,|\,7)\): \(m_A=\frac{7-1}{12-0}=\frac{6}{12}=0{,}5\).

Band B verläuft von \((0\,|\,2)\) nach \((8\,|\,6)\): \(m_B=\frac{6-2}{8-0}=\frac{4}{8}=0{,}5\).

Beide Bänder haben die Steigung 0,5, steigen also je Meter waagerechter Länge um 50 cm an.

Hinweis zu Aufgabe b)
Stellen Sie den beiden Zahlenwerten aus Teilaufgabe a) die Behauptung gegenüber. Achten Sie darauf, welche Größe der Praktikant beim Vergleich unterschlagen hat.„Widerlegen“ verlangt den Nachweis der Unrichtigkeit — hier durch die berechneten Steigungen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Aussage ist falsch: Wegen \(m_A=m_B=0{,}5\) sind beide Bänder gleich steil; ihre Geraden verlaufen parallel zueinander.

Der Praktikant vergleicht nur die Höhenunterschiede \(\Delta y\) und lässt außer Acht, dass Band A diese Höhe auf 12 m verteilt, Band B seine geringere Höhe aber schon auf 8 m. Die Steilheit ist kein Höhenunterschied, sondern das Verhältnis \(\frac{\Delta y}{\Delta x}\) — und \(\frac{6}{12}\) und \(\frac{4}{8}\) sind derselbe Bruch.

Hinweis zu Aufgabe c)
Bestimmen Sie zuerst den Höhenunterschied, den Band C überwinden muss. Eine kleinere Steigung bei gleicher Höhe bedeutet eine größere waagerechte Länge; die Formel lässt sich nach \(\Delta x\) umstellen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Höhenunterschied: \(\Delta y=7\ \text{m}-1\ \text{m}=6\ \text{m}\).

Aus \(m=\frac{\Delta y}{\Delta x}\) folgt \(\Delta x=\frac{\Delta y}{m}=\frac{6\ \text{m}}{0{,}4}=15\ \text{m}\).

Band C muss waagerecht mindestens 15 m überbrücken. Eine kürzere Strecke würde die Steigung über 0,4 treiben, eine längere ist zulässig, weil die Steigung dann kleiner ausfällt.

Hinweis zu Aufgabe d)
Betrachten Sie \(m=\frac{\Delta y}{\Delta x}\) und überlegen Sie, welcher der beiden Werte gleich sein müsste, damit der größere Zähler zwingend auch den größeren Quotienten ergibt.„Begründen“ verlangt eine Rückführung auf den mathematischen Zusammenhang, kein Beispiel.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Es gilt \(m=\frac{\Delta y}{\Delta x}\). Der Quotient wächst mit dem Zähler nur dann zwingend, wenn der Nenner unverändert bleibt. Ein Vergleich allein über \(\Delta y\) ist deshalb genau dann zulässig, wenn beide Bänder dieselbe waagerechte Länge \(\Delta x\) überbrücken.

Sind die waagerechten Längen verschieden, so kann ein Band mit kleinerem Höhenunterschied durchaus steiler sein — etwa ein Band mit \(\Delta y=3\ \text{m}\) auf \(\Delta x=3\ \text{m}\), das mit \(m=1\) doppelt so steil ist wie Band A.

5

Zwei Angebote für den Umzugstransporter

AFB III

Für einen Umzug wird ein Kleintransporter für einen Tag gemietet. Der Anbieter Flott verlangt 39 € Grundgebühr und zusätzlich 0,29 € je gefahrenem Kilometer. Der Anbieter Rollo verlangt 75 € Grundgebühr und 0,17 € je Kilometer. Material M5 zeigt beide Kostenverläufe.

Ein Mitarbeiter des Anbieters Rollo wirbt mit dem Satz: „Der Tarif mit der kleineren Steigung ist immer der günstigere.“

M5Kostenverlauf der beiden Angebote
01002003004005006000255075100125150175200225gefahrene Strecke in kmKosten in EuroFlottRollo

Die Strecke \(x\) wird in Kilometern gemessen; beide Geraden gelten für einen Miettag.

  1. Stellen Sie für beide Anbieter die Funktionsgleichung der Kosten auf und geben Sie an, welche Gerade in Material M5 zu welchem Anbieter gehört.
  2. Erläutern Sie die Bedeutung von \(m\) und \(b\) im Sachzusammenhang und berechnen Sie für beide Anbieter die Kosten einer Fahrt über 250 km.
  3. Bestimmen Sie die Strecke, ab der das Angebot von Rollo günstiger ist.
  4. Nehmen Sie Stellung zu dem Werbesatz des Mitarbeiters.
Hinweis zu Aufgabe a)
Ordnen Sie die beiden Angaben je Anbieter den Rollen von \(m\) und \(b\) zu. Für die Zuordnung im Diagramm genügt ein Blick darauf, wo die Geraden die senkrechte Achse schneiden.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Flott: \(f(x)=0{,}29x+39\). Rollo: \(g(x)=0{,}17x+75\).

Die Gerade, die die senkrechte Achse bei 39 € schneidet und steiler verläuft, gehört zu Flott; die flachere Gerade mit dem Achsenabschnitt 75 € gehört zu Rollo.

Hinweis zu Aufgabe b)
Beschreiben Sie, was eine Änderung um einen Kilometer bewirkt und welcher Betrag schon bei null gefahrenen Kilometern fällig ist. Setzen Sie danach die Strecke in beide Gleichungen ein.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die Steigung \(m\) ist der Preis je gefahrenem Kilometer: Bei Flott wachsen die Kosten je Kilometer um 0,29 €, bei Rollo nur um 0,17 €. Der y-Achsenabschnitt \(b\) ist die Grundgebühr, die auch dann anfällt, wenn kein Kilometer gefahren wird.

\(f(250)=0{,}29\cdot 250+39=72{,}50+39=111{,}50\)

\(g(250)=0{,}17\cdot 250+75=42{,}50+75=117{,}50\)

Für 250 km kostet Flott 111,50 €, Rollo 117,50 €; hier ist Flott um 6,00 € günstiger.

Hinweis zu Aufgabe c)
Gesucht ist die Strecke, bei der beide Anbieter dasselbe verlangen. Setzen Sie die beiden Terme gleich und lösen Sie die entstehende Gleichung nach \(x\) auf; das Diagramm liefert eine Kontrolle für die Größenordnung.„Bestimmen“ verlangt, den Rechenweg darzustellen und das Ergebnis zu formulieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(0{,}29x+39=0{,}17x+75\)

\(0{,}12x=36 \;\Rightarrow\; x=\frac{36}{0{,}12}=300\)

Bei genau 300 km kosten beide Angebote dasselbe, nämlich \(f(300)=g(300)=126{,}00\) €. Da Rollos Kosten langsamer wachsen, ist Rollo für alle Strecken über 300 km günstiger, Flott dagegen für alle Strecken darunter.

Hinweis zu Aufgabe d)
Prüfen Sie den Satz an einer kurzen und an einer langen Strecke. Überlegen Sie anschließend, welche zusätzliche Bedingung erfüllt sein müsste, damit die Behauptung zuträfe.„Stellung nehmen“ verlangt eine eigene begründete Position, gestützt auf Rechnung oder Gegenbeispiel.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der Werbesatz ist in dieser Form nicht haltbar. Zwar wächst der Tarif von Rollo wegen der kleineren Steigung langsamer, doch er startet 36 € höher. Für kurze Strecken ist deshalb Flott günstiger: Bei 100 km zahlt man dort 68,00 €, bei Rollo 92,00 €.

Die Steigung beschreibt nur, wie schnell die Kosten zunehmen, nicht, auf welchem Niveau sie beginnen. Über den Preis entscheidet stets die Kombination aus \(m\) und \(b\).

Richtig wäre der Satz nur unter einer Zusatzbedingung: Bei gleicher Grundgebühr \(b\) ist tatsächlich der Tarif mit der kleineren Steigung für jede Strecke günstiger. Andernfalls gilt die Aussage lediglich für hinreichend lange Strecken — hier ab 300 km.