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TextaufgabenNullstellen berechnen

Fünf Sachaufgaben mit Teilaufgaben und vollständigem Erwartungshorizont — vom Ablesen am Akku-Graphen bis zum begründeten Vergleich zweier Mietangebote.

1

Der Akku des Lastenrads

AFB I

Ein Kurierdienst liefert mit elektrisch unterstützten Lastenrädern aus. Das Bordgerät zeichnet den Ladestand des Akkus in Prozent auf; bei gleichmäßiger Fahrweise nimmt er linear ab. Material M1 zeigt die Aufzeichnung einer Schicht.

Der Ladestand lässt sich also durch eine lineare Funktion \(f(t)=m\,t+b\) beschreiben, wobei \(t\) die Fahrzeit in Stunden angibt.

M1Ladestand des Akkus während einer Schicht
0123456789020406080100Fahrzeit in StundenLadestand in ProzentStart der SchichtMessung nach 4 Stunden

Die Gerade ist über den gesamten dargestellten Bereich gleichmäßig fallend.

  1. Geben Sie den y-Achsenabschnitt \(b\) und die Steigung \(m\) der Geraden an und erläutern Sie, was die beiden Zahlen im Sachzusammenhang bedeuten.
  2. Berechnen Sie mit der Formel \(x=-\frac{b}{m}\) die Nullstelle der Funktion.
  3. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis durch eine Probe und geben Sie an, was die Nullstelle für den Kurier bedeutet.
Hinweis zu Aufgabe a)
Der y-Achsenabschnitt ist der Funktionswert an der Stelle \(t=0\). Für die Steigung nutzen Sie den zweiten eingezeichneten Punkt: Wie viel Prozent Ladestand entfallen auf eine Stunde Fahrzeit?„Angeben“ verlangt nur die beiden Werte, „erläutern“ zusätzlich einen Satz zur Bedeutung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Gerade beginnt bei \(b=96\). Zwischen den beiden eingezeichneten Punkten \((0\,|\,96)\) und \((4\,|\,48)\) gilt

\(m=\frac{48-96}{4-0}=\frac{-48}{4}=-12\).

Zu Schichtbeginn ist der Akku zu 96 % geladen. Je Stunde Fahrzeit sinkt der Ladestand um 12 Prozentpunkte. Die Funktionsgleichung lautet \(f(t)=-12\,t+96\).

Hinweis zu Aufgabe b)
Setzen Sie die abgelesenen Zahlen unverändert in die Formel ein. Achten Sie darauf, dass die Steigung hier negativ ist — das Minuszeichen der Formel und das Vorzeichen von \(m\) treffen aufeinander.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(x=-\dfrac{b}{m}=-\dfrac{96}{-12}=8\)

Die Nullstelle liegt bei \(t=8\).

Hinweis zu Aufgabe c)
Bei der Probe setzen Sie den berechneten Wert in \(f\) ein; es muss null herauskommen. Überlegen Sie danach, welcher Ladestand dem Funktionswert null entspricht.„Überprüfen“ heißt hier: das eigene Ergebnis an der Funktionsgleichung messen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Probe: \(f(8)=-12\cdot 8+96=-96+96=0\). Der Wert stimmt.

Der Funktionswert null bedeutet einen Ladestand von 0 %. Nach 8 Stunden gleichmäßiger Fahrt ist der Akku also leer; eine längere Schicht ist ohne Nachladen nicht möglich.

2

Das Forschungs-U-Boot taucht auf

AFB II

Ein Forschungs-U-Boot beginnt um 9:48 Uhr den Aufstieg aus 420 Metern Tiefe. Der Bordcomputer speichert alle vier Minuten die aktuelle Tiefe; Tiefen unter dem Meeresspiegel werden dabei negativ angegeben (Material M2). Die Meeresoberfläche entspricht dem Wert null.

Das Begleitschiff hat der Leitstelle gemeldet, das Boot sei spätestens um 10:25 Uhr an der Oberfläche.

M2Messwerte des Bordcomputers
Zeit \(t\) in Minuten seit Beginn des AufstiegsTiefe in Metern
0−420
4−380
8−340
12−300

Der Aufstieg wird mit gleichbleibender Geschwindigkeit gefahren.

  1. Zeigen Sie, dass sich die Tiefe durch eine lineare Funktion \(h(t)=m\,t+b\) beschreiben lässt, und berechnen Sie die Steigung \(m\).
  2. Stellen Sie die Funktionsgleichung auf und berechnen Sie ihre Nullstelle.
  3. Prüfen Sie die Meldung des Begleitschiffs.
Hinweis zu Aufgabe a)
Linear ist der Zusammenhang genau dann, wenn zu gleich großen Zeitschritten immer dieselbe Tiefenänderung gehört. Rechnen Sie die Differenz für jedes Messintervall aus.„Zeigen“ verlangt die Rechnung für alle Intervalle, nicht nur für eines.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Zeitschritte betragen jeweils 4 Minuten. Die Tiefenänderungen sind

\(-380-(-420)=40\), \(-340-(-380)=40\), \(-300-(-340)=40\).

Auf jeden Zeitschritt von 4 Minuten entfallen stets 40 Meter, die Änderung ist also gleichmäßig und der Zusammenhang linear. Für die Steigung folgt \(m=\frac{40\,\text{m}}{4\,\text{min}}=10\ \frac{\text{m}}{\text{min}}\): Das Boot steigt je Minute um 10 Meter.

Hinweis zu Aufgabe b)
Der y-Achsenabschnitt \(b\) ist der Messwert zur Zeit \(t=0\). Beachten Sie beim Einsetzen in \(x=-\frac{b}{m}\), dass \(b\) hier negativ ist.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Zur Zeit \(t=0\) beträgt die Tiefe \(-420\), also ist \(b=-420\) und

\(h(t)=10\,t-420\).

\(x=-\dfrac{b}{m}=-\dfrac{-420}{10}=42\)

Probe: \(h(42)=10\cdot 42-420=420-420=0\). Nach 42 Minuten erreicht das Boot die Meeresoberfläche.

Hinweis zu Aufgabe c)
Rechnen Sie die berechnete Nullstelle in eine Uhrzeit um, indem Sie sie zur Startzeit addieren, und vergleichen Sie diese mit der gemeldeten Zeit.„Prüfen“ heißt: die Aussage an den eigenen Ergebnissen messen und den Befund klar formulieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Aufstieg beginnt um 9:48 Uhr. Mit 42 Minuten Aufstiegszeit ergibt sich \(9\!:\!48+0\!:\!42=10\!:\!30\) Uhr.

Die Meldung ist damit nicht haltbar: Das Boot erreicht die Oberfläche erst um 10:30 Uhr und damit fünf Minuten später als angekündigt. Die Leitstelle sollte über die spätere Ankunft informiert werden.

3

Drei Kühlprogramme im Prüflabor

AFB II

Eine Lebensmittel-Prüfstelle kühlt Proben in einer Klimakammer ab. Die Kammer bietet drei Programme; in jedem ändert sich die Temperatur gleichmäßig, sodass sie sich durch eine lineare Funktion \(T(t)=m\,t+b\) beschreiben lässt (\(t\) in Minuten, \(T\) in Grad Celsius). Material M3 enthält die Kennwerte.

Für die Auswertung ist der Zeitpunkt wichtig, zu dem eine Probe den Gefrierpunkt von 0 °C erreicht.

M3Kennwerte der drei Kühlprogramme
ProgrammStarttemperatur \(b\) in °CÄnderung \(m\) in °C je Minute
Schnell18−1,2
Sanft18−0,75
Halten4,50

Der gesuchte Zeitpunkt ist genau die Nullstelle der jeweiligen Temperaturfunktion.

  1. Stellen Sie für die Programme „Schnell“ und „Sanft“ je eine Funktionsgleichung auf und berechnen Sie die zugehörigen Nullstellen.
  2. Erklären Sie, warum sich für das Programm „Halten“ keine Nullstelle berechnen lässt, und erläutern Sie, was das für die Probe in der Kammer bedeutet.
  3. Ermitteln Sie, welche Änderung je Minute eingestellt werden müsste, damit eine Probe mit 18 °C Starttemperatur den Gefrierpunkt genau nach 20 Minuten erreicht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Tabelle liefert \(m\) und \(b\) bereits fertig; Sie müssen sie nur in \(T(t)=m\,t+b\) und anschließend in \(x=-\frac{b}{m}\) einsetzen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Programm „Schnell“: \(T(t)=-1{,}2\,t+18\), also

\(x=-\dfrac{18}{-1{,}2}=15\).

Programm „Sanft“: \(T(t)=-0{,}75\,t+18\), also

\(x=-\dfrac{18}{-0{,}75}=24\).

Mit „Schnell“ erreicht die Probe den Gefrierpunkt nach 15 Minuten, mit „Sanft“ erst nach 24 Minuten.

Hinweis zu Aufgabe b)
Sehen Sie sich den letzten Schritt der Herleitung an: Dort wird durch \(m\) geteilt. Überlegen Sie außerdem, wie der Graph einer Funktion mit \(m=0\) verläuft.„Erklären“ heißt: die Beobachtung auf die zugrunde liegende Gesetzmäßigkeit zurückführen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Für „Halten“ ist \(m=0\). In der Formel \(x=-\frac{b}{m}\) stünde dann eine Division durch null, die nicht definiert ist. Die Formel ist deshalb nur für \(m\neq 0\) anwendbar.

Anschaulich: Der Graph von \(T(t)=4{,}5\) ist eine waagerechte Gerade in der Höhe 4,5. Sie schneidet die \(t\)-Achse an keiner Stelle. Die Kammer hält die Probe dauerhaft bei 4,5 °C; der Gefrierpunkt wird nie erreicht.

Hinweis zu Aufgabe c)
Hier ist die Nullstelle vorgegeben und \(m\) gesucht. Stellen Sie \(x=-\frac{b}{m}\) nach \(m\) um oder setzen Sie in \(T(20)=0\) ein.„Ermitteln“ verlangt den Rechenweg und das Ergebnis, hier mit Einheit.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gefordert ist \(x=20\) bei \(b=18\). Aus \(20=-\dfrac{18}{m}\) folgt \(20\,m=-18\) und damit

\(m=-\dfrac{18}{20}=-0{,}9\).

Probe: \(T(20)=-0{,}9\cdot 20+18=-18+18=0\). Die Kammer müsste die Temperatur also um 0,9 °C je Minute senken — ein Wert zwischen den beiden vorhandenen Programmen.

4

Wie lange bleibt der Gletscher?

AFB III

Ein Forschungsteam vermisst die Länge eines Alpengletschers. Im Jahr 2000 betrug sie 2160 m, im Jahr 2015 noch 1890 m. Für eine erste Abschätzung wird angenommen, dass die Länge gleichmäßig abnimmt; sie wird durch eine lineare Funktion \(L(t)=m\,t+b\) beschrieben, wobei \(t\) die Jahre seit 2000 zählt (Material M4).

In der Projektgruppe behauptet ein Schüler: „Der Gletscher verliert 18 m pro Jahr. In 100 Jahren sind das 1800 m — dann ist er verschwunden. Und nach 50 Jahren ist er nur noch halb so lang wie heute.“

M4Gletscherlänge im linearen Modell
02040608010012004008001200160020002400Jahre seit dem Jahr 2000Länge des Gletschers in mMessung 2000 und 2015Modell: gleichmäßiger Rückgang

Eingezeichnet sind die beiden Messwerte; der übrige Verlauf ist eine Modellannahme.

  1. Berechnen Sie die Steigung \(m\) und erläutern Sie ihre Bedeutung im Sachzusammenhang.
  2. Stellen Sie die Funktionsgleichung auf, berechnen Sie die Nullstelle und interpretieren Sie das Ergebnis als Kalenderjahr.
  3. Widerlegen Sie beide Teile der Behauptung des Schülers durch eigene Rechnungen.
  4. Beurteilen Sie, wie aussagekräftig die berechnete Nullstelle für eine Vorhersage über das Verschwinden des Gletschers ist.
Hinweis zu Aufgabe a)
Nutzen Sie die beiden Messwerte als Punkte \((0\,|\,2160)\) und \((15\,|\,1890)\). Die Steigung ist der Quotient aus Längen- und Zeitdifferenz.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(m=\frac{1890\,\text{m}-2160\,\text{m}}{15-0}=\frac{-270\,\text{m}}{15}=-18\ \frac{\text{m}}{\text{Jahr}}\)

Im Modell verliert der Gletscher jedes Jahr 18 Meter an Länge.

Hinweis zu Aufgabe b)
Der Wert für das Jahr 2000 gehört zu \(t=0\) und ist damit der y-Achsenabschnitt. Denken Sie am Ende daran, dass \(t\) ab dem Jahr 2000 zählt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Für \(t=0\) gilt \(L=2160\), also \(b=2160\) und \(L(t)=-18\,t+2160\).

\(x=-\dfrac{b}{m}=-\dfrac{2160}{-18}=120\)

Probe: \(L(120)=-18\cdot 120+2160=-2160+2160=0\). Die Nullstelle liegt bei \(t=120\), im Modell wäre der Gletscher also im Jahr 2120 verschwunden.

Hinweis zu Aufgabe c)
Setzen Sie die genannten Zeitpunkte in Ihre Funktionsgleichung ein und vergleichen Sie die Ergebnisse mit dem, was der Schüler behauptet. Für den zweiten Teil hilft die Frage, zu welchem \(t\) die halbe Anfangslänge gehört.„Widerlegen“ verlangt einen rechnerischen Nachweis der Unrichtigkeit, keine bloße Gegenbehauptung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Erster Teil: \(L(100)=-18\cdot 100+2160=-1800+2160=360\). Nach 100 Jahren wären im Modell noch 360 m Gletscher vorhanden, er ist also gerade nicht verschwunden. Der Schüler hat den Verlust von 1800 m mit der gesamten Länge verwechselt; diese beträgt aber 2160 m.

Zweiter Teil: \(L(50)=-18\cdot 50+2160=-900+2160=1260\). Die halbe Anfangslänge wären 1080 m, und die wird erst bei

\(-18\,t+2160=1080 \;\Rightarrow\; -18\,t=-1080 \;\Rightarrow\; t=60\)

erreicht, also nach 60 Jahren. Beide Teilaussagen sind damit widerlegt. Der Fehler ist in beiden Fällen derselbe: Der Schüler setzt die Hälfte der Zeit bis 100 Jahre mit der Hälfte der Länge gleich, obwohl 100 Jahre gar nicht die Nullstelle sind.

Hinweis zu Aufgabe d)
Fragen Sie sich, über welchen Zeitraum die Messwerte reichen und über welchen Zeitraum die Vorhersage geht. Überlegen Sie außerdem, ob ein schrumpfender Gletscher jedes Jahr gleich viel verlieren muss.„Beurteilen“ verlangt ein eigenes, fachlich begründetes Urteil über die Reichweite des Modells.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Nullstelle folgt zwingend aus dem Modell, aber das Modell selbst ist nur eine Annahme. Gestützt wird es durch zwei Messwerte aus 15 Jahren; daraus wird auf 120 Jahre hochgerechnet, also auf das Achtfache des gesicherten Zeitraums. Eine solche Verlängerung weit über die Daten hinaus ist heikel.

Hinzu kommt, dass ein gleichmäßiger Rückgang sachlich unwahrscheinlich ist: Der Rückgang hängt von Temperatur und Niederschlag ab, die sich ändern können, und ein kürzerer Gletscher reicht in andere Höhenlagen hinein, in denen er schneller oder langsamer schmilzt. Die Jahreszahl 2120 ist deshalb keine Vorhersage, sondern nur die Aussage: „Wenn es genau so weitergeht wie zwischen 2000 und 2015, dann …“. Für eine belastbare Prognose bräuchte man mehr Messwerte und ein Modell, das die Schmelzrate nicht als konstant ansetzt.

5

Zwei Angebote für den Kleintransporter

AFB III

Eine Schreinerei mietet für Auslieferungen tageweise einen Kleintransporter. Zwei Anbieter kommen infrage; beide berechnen eine feste Grundgebühr je Miettag und zusätzlich einen festen Preis je gefahrenem Kilometer (Material M5). Die Kosten für \(x\) Kilometer an einem Miettag lassen sich jeweils durch eine lineare Funktion beschreiben.

Der Werkstattleiter behauptet: „Wenn beide Anbieter ihre Grundgebühr verdoppeln, verdoppelt sich auch die Kilometerzahl, ab der Zügig-Miete günstiger ist.“

M5Die beiden Mietangebote
AnbieterGrundgebühr je MiettagPreis je gefahrenem Kilometer
Zügig-Miete39,00 €0,29 €
Kompakt-Cars15,00 €0,45 €

Die Grundgebühr fällt je Miettag an, also bei jeder Miete erneut.

  1. Stellen Sie für beide Anbieter die Kostenfunktion auf und berechnen Sie die Kosten für eine Tagesfahrt über 80 km.
  2. Stellen Sie die Differenzfunktion \(d(x)=K_Z(x)-K_K(x)\) auf, berechnen Sie ihre Nullstelle und interpretieren Sie diese im Sachzusammenhang.
  3. Entscheiden Sie begründet, welcher Anbieter günstiger ist, wenn 210 km an einem einzigen Miettag gefahren werden — und welcher, wenn dieselbe Strecke auf zwei Miettage mit je 105 km verteilt wird.
  4. Nehmen Sie zu der Behauptung des Werkstattleiters Stellung.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Grundgebühr ist der Anteil, der auch bei 0 km anfällt; der Kilometerpreis gibt an, um wie viel die Kosten je Kilometer wachsen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(K_Z(x)=0{,}29\,x+39\) und \(K_K(x)=0{,}45\,x+15\).

\(K_Z(80)=0{,}29\cdot 80+39=23{,}20+39=62{,}20\)

\(K_K(80)=0{,}45\cdot 80+15=36{,}00+15=51{,}00\)

Für 80 km kostet Zügig-Miete 62,20 €, Kompakt-Cars 51,00 €.

Hinweis zu Aufgabe b)
Bilden Sie die Differenz getrennt für die festen Anteile und für die Anteile mit \(x\). Die Nullstelle von \(d\) ist die Kilometerzahl, bei der die Differenz null wird — überlegen Sie anschließend, welches Vorzeichen \(d\) davor und danach hat.„Interpretieren“ heißt: das Ergebnis in einen Satz über die beiden Angebote übersetzen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(d(x)=(0{,}29\,x+39)-(0{,}45\,x+15)=-0{,}16\,x+24\)

\(x=-\dfrac{24}{-0{,}16}=150\)

Probe: \(d(150)=-0{,}16\cdot 150+24=-24+24=0\).

Bei 150 km an einem Miettag kosten beide Anbieter gleich viel, nämlich \(0{,}29\cdot 150+39=82{,}50\) €. Da \(d\) fällt, ist \(d(x)>0\) für \(x<150\) — dort ist Zügig-Miete teurer — und \(d(x)<0\) für \(x>150\): Ab 150 gefahrenen Kilometern je Miettag ist Zügig-Miete günstiger.

Hinweis zu Aufgabe c)
Der zweite Fall ist keine Wiederholung des ersten: Bei zwei Miettagen fällt die Grundgebühr zweimal an. Rechnen Sie deshalb pro Miettag und verdoppeln Sie erst am Ende.„Entscheiden“ verlangt eine eindeutige Festlegung für jeden der beiden Fälle, jeweils mit Begründung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Ein Miettag mit 210 km: \(210>150\), also ist Zügig-Miete günstiger. Nachrechnung: \(K_Z(210)=0{,}29\cdot 210+39=99{,}90\) € gegenüber \(K_K(210)=0{,}45\cdot 210+15=109{,}50\) €.

Zwei Miettage mit je 105 km: An jedem einzelnen Tag gilt \(105<150\), also ist dort Kompakt-Cars günstiger. \(2\cdot K_K(105)=2\cdot(47{,}25+15)=124{,}50\) € gegenüber \(2\cdot K_Z(105)=2\cdot(30{,}45+39)=138{,}90\) €.

Die Entscheidung fällt also unterschiedlich aus: bei einer einzigen langen Fahrt Zügig-Miete, bei zwei kürzeren Miettagen Kompakt-Cars. Der Grund ist die zweimal fällige Grundgebühr, die bei Zügig-Miete deutlich stärker ins Gewicht fällt.

Hinweis zu Aufgabe d)
Prüfen Sie die Behauptung zuerst mit den verdoppelten Zahlen 78 € und 30 €. Sehen Sie sich danach an, wie die Grundgebühren in der Formel \(x=-\frac{b}{m}\) stehen — und welche Größen dabei unverändert bleiben.„Stellung nehmen“ verlangt eine eigene begründete Position, hier gestützt auf eine allgemeine Rechnung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Behauptung trifft zu, und das lässt sich allgemein begründen.

Zahlenprobe: Mit 78 € und 30 € wird \(d(x)=(0{,}29\,x+78)-(0{,}45\,x+30)=-0{,}16\,x+48\) und damit \(x=-\frac{48}{-0{,}16}=300\) — genau das Doppelte von 150.

Allgemein: Mit den Grundgebühren \(b_Z\), \(b_K\) und den Kilometerpreisen \(m_Z\), \(m_K\) ist \(d(x)=(m_Z-m_K)\,x+(b_Z-b_K)\) und

\(x=-\dfrac{b_Z-b_K}{m_Z-m_K}\).

Werden beide Grundgebühren verdoppelt, so wird der Zähler zu \(2b_Z-2b_K=2\,(b_Z-b_K)\), während der Nenner unverändert bleibt. Der ganze Bruch und damit die gesuchte Kilometerzahl verdoppeln sich.

Einschränkend ist festzuhalten: Die Aussage gilt nur, solange die Kilometerpreise unverändert bleiben und solange die Kilometerzahl überhaupt existiert, also \(m_Z\neq m_K\) ist. Erhöhen beide Anbieter zusätzlich ihre Kilometerpreise, ist die Schlussfolgerung nicht mehr zulässig.