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TextaufgabenLösen mit GTR

Neun Sachaufgaben mit Teilaufgaben und vollständigem Erwartungshorizont — vom Eintippen der Matrix in der Fahrradwerkstatt bis zu vier großen Systemen mit vier Variablen, Brüchen als Koeffizienten und Gleichungen, die erst sortiert werden müssen.

1

Drei Radmodelle in der Fahrradwerkstatt

AFB I

Eine Fahrradwerkstatt hat im vergangenen Monat drei Modelle montiert: City-Räder, Trekking-Räder und Lastenräder. Insgesamt verließen 24 Räder die Werkstatt, dafür wurden 96 Montagestunden gebucht, und aus dem Lager wurden 19 Nabenschaltungen entnommen. Die Kenndaten der Modelle stehen in Material M1.

Bezeichnet \(x\) die Anzahl der City-Räder, \(y\) die der Trekking-Räder und \(z\) die der Lastenräder, so führt das auf das Gleichungssystem

\[\begin{aligned}\text{I:}\quad & x + y + z = 24\\ \text{II:}\quad & 3x + 4y + 6z = 96\\ \text{III:}\quad & x + y = 19\end{aligned}\]
M1Kenndaten der drei Modelle
ModellMontagezeit je RadSchaltung
City-Rad3 hNabenschaltung
Trekking-Rad4 hNabenschaltung
Lastenrad6 hKettenschaltung

Jedes Rad erhält genau eine Schaltung; Lastenräder bekommen grundsätzlich eine Kettenschaltung.

  1. Geben Sie die Matrix an, die für dieses Gleichungssystem in den GTR eingegeben wird.
  2. Der GTR liefert nach dem rref-Befehl die Ausgabe \(\left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 0 & 0 & 10\\ 0 & 1 & 0 & 9\\ 0 & 0 & 1 & 5\end{array}\right]\). Geben Sie an, wie viele Räder jedes Modells gebaut wurden, und interpretieren Sie die drei Werte im Sachzusammenhang.
  3. Berechnen Sie zur Probe die Montagezeit, die sich aus Ihrer Lösung ergibt, und nennen Sie einen Grund, warum eine solche Probe auch bei einer Rechnerlösung sinnvoll ist.
Hinweis zu Aufgabe a)
Jede Zeile der Matrix steht für eine Gleichung: zuerst die Koeffizienten von \(x\), \(y\) und \(z\) in immer derselben Reihenfolge, danach die Zahl der rechten Seite. Achten Sie darauf, dass in Gleichung III eine Variable fehlt.„Geben Sie an“ verlangt nur das Ergebnis, hier also das fertige Zahlenschema.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

In Gleichung III fehlt \(z\); der zugehörige Koeffizient ist also 0.

\[\left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 1 & 1 & 24\\ 3 & 4 & 6 & 96\\ 1 & 1 & 0 & 19\end{array}\right]\]

Die ersten drei Spalten enthalten die Koeffizienten von \(x\), \(y\) und \(z\), die letzte Spalte die rechten Seiten.

Hinweis zu Aufgabe b)
Die Spalten der Rechnerausgabe tragen keine Beschriftung. Welcher Wert zu welchem Modell gehört, entscheidet allein die Reihenfolge, in der Sie die Koeffizienten eingetragen haben.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die letzte Spalte der Ausgabe ist die Lösung: \(x = 10\), \(y = 9\), \(z = 5\).

Die Werkstatt hat also 10 City-Räder, 9 Trekking-Räder und 5 Lastenräder montiert. Zusammen sind das \(10 + 9 + 5 = 24\) Räder, wie im Text angegeben.

Hinweis zu Aufgabe c)
Setzen Sie die drei Zahlen in Gleichung II ein und vergleichen Sie das Ergebnis mit den gebuchten 96 Stunden. Überlegen Sie dabei, an welcher Stelle des Weges vom Sachtext bis zur Rechnerausgabe ein Fehler entstehen kann, den der GTR selbst nicht bemerkt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(3\cdot 10 + 4\cdot 9 + 6\cdot 5 = 30 + 36 + 30 = 96\)

Die Probe bestätigt die gebuchten 96 Montagestunden; auch die 19 Nabenschaltungen stimmen wegen \(10 + 9 = 19\).

Der GTR rechnet zwar fehlerfrei, aber er rechnet genau mit den Zahlen, die eingegeben wurden. Ein Zahlendreher beim Eintippen oder eine vertauschte Spalte liefert eine völlig korrekt gerechnete, aber falsche Lösung. Erst die Probe im ursprünglichen Sachzusammenhang deckt so etwas auf.

2

Die Nährlösung im Gewächshaus

AFB II

Eine Gärtnerei mischt für ihre Tomatenkulturen eine Nährlösung aus drei Konzentraten A, B und C. Material M2 gibt an, wie viel Gramm Stickstoff, Phosphat und Kalium in jedem Liter der drei Konzentrate enthalten sind.

Für einen Durchgang benötigt die Gärtnerin eine Mischung, die genau 650 g Stickstoff, 650 g Phosphat und 800 g Kalium enthält. Gesucht sind die Mengen \(x\), \(y\) und \(z\) der drei Konzentrate in Litern.

M2Nährstoffgehalt der drei Konzentrate
KonzentratStickstoff je LiterPhosphat je LiterKalium je Liter
A40 g10 g20 g
B10 g30 g20 g
C20 g20 g60 g

Die Angaben beziehen sich jeweils auf einen Liter des Konzentrats; beim Mischen addieren sich die Nährstoffmengen.

  1. Stellen Sie ein Gleichungssystem für die drei gesuchten Mengen auf.
  2. Bestimmen Sie die benötigten Mengen der drei Konzentrate mit dem GTR. Stellen Sie dabei den Lösungsweg nach der MaGGI-Methode dar.
  3. Überprüfen Sie Ihr Ergebnis mit einer Probe in der Gleichung für Kalium und beurteilen Sie, ob die Mischung in einen Behälter mit 25 Litern Fassungsvermögen passt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Betrachten Sie jeden Nährstoff einzeln: Wie viel Stickstoff steuern \(x\) Liter von A bei, wie viel \(y\) Liter von B, wie viel \(z\) Liter von C? Die Summe muss den geforderten Wert ergeben. So entsteht je Nährstoff eine Gleichung.„Aufstellen“ verlangt die fertig notierten Gleichungen, noch keine Lösung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Stickstoff: \(40x + 10y + 20z = 650\)

Phosphat: \(10x + 30y + 20z = 650\)

Kalium: \(20x + 20y + 60z = 800\)

Dabei sind \(x\), \(y\) und \(z\) die Mengen der Konzentrate A, B und C in Litern.

Hinweis zu Aufgabe b)
Tragen Sie die Koeffizienten zeilenweise in eine Matrix ein, hängen Sie die rechten Seiten als letzte Spalte an und wenden Sie den rref-Befehl an. Halten Sie in jeder Zeile dieselbe Reihenfolge der Variablen ein.Bei „Bestimmen“ muss der Weg erkennbar bleiben — hier über die vier Schritte Ma, G, G und I.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ma · Mathematischer Ansatz: das Gleichungssystem aus Teilaufgabe a).

G · GTR-Lösungsweg: Matrix aufstellen, dann rref anwenden.

\[\left[\begin{array}{ccc|c} 40 & 10 & 20 & 650\\ 10 & 30 & 20 & 650\\ 20 & 20 & 60 & 800\end{array}\right]\ \xrightarrow{\ \text{rref}\ }\ \left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 0 & 0 & 10\\ 0 & 1 & 0 & 15\\ 0 & 0 & 1 & 5\end{array}\right]\]

G · GTR-Lösung: \(x = 10\), \(y = 15\), \(z = 5\).

I · Interpretieren: Die Gärtnerin mischt 10 Liter des Konzentrats A, 15 Liter von B und 5 Liter von C. Diese Mischung enthält genau die geforderten Nährstoffmengen.

Hinweis zu Aufgabe c)
Setzen Sie die drei Werte in die Kalium-Gleichung ein. Für den zweiten Teil brauchen Sie das Gesamtvolumen der Mischung, das sich als Summe der drei Mengen ergibt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Probe in der Kalium-Gleichung: \(20\cdot 10 + 20\cdot 15 + 60\cdot 5 = 200 + 300 + 300 = 800\). Die geforderten 800 g Kalium werden also erreicht.

Das Gesamtvolumen beträgt \(10\ \text{l} + 15\ \text{l} + 5\ \text{l} = 30\ \text{l}\).

Die Mischung passt damit nicht in den Behälter, denn 30 Liter übersteigen die 25 Liter Fassungsvermögen. Die Gärtnerin muss entweder einen größeren Behälter verwenden oder den Ansatz in zwei Portionen mischen. Rechnerisch ist die Lösung richtig, im Sachzusammenhang ist sie so aber nicht unmittelbar umsetzbar.

3

Der Kassenbericht des Planetariums

AFB II

Nach einer Vorstellung im Planetarium druckt die Kasse einen Bericht aus. Er nennt drei Angaben: Es wurden insgesamt 60 Karten verkauft, die Einnahmen betrugen 405,00 €, und es wurden 5 Erwachsenenkarten weniger verkauft als Kinderkarten. Die Preise der drei Kartenarten stehen in Material M3.

Der Betreiber möchte aus diesen Angaben die genauen Verkaufszahlen \(x\), \(y\) und \(z\) der drei Kartenarten zurückrechnen.

M3Kartenarten und Preise
KartenartVariablePreis
Kinderkartex4,00 €
Ermäßigte Kartey7,00 €
Erwachsenenkartez10,00 €

Die Kasse zählt nur Summen; wie viele Karten jeder Art verkauft wurden, wird nicht gespeichert.

  1. Stellen Sie zu den drei Angaben des Kassenberichts ein Gleichungssystem auf und geben Sie die zugehörige Matrix an.
  2. Der GTR liefert nach dem rref-Befehl die Ausgabe \(\left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 0 & -1 & 5\\ 0 & 1 & 2 & 55\\ 0 & 0 & 0 & 0\end{array}\right]\). Interpretieren Sie diese Ausgabe und erklären Sie insbesondere, was die Nullzeile bedeutet.
  3. Bestimmen Sie alle Verkaufszahlen, die im Sachzusammenhang möglich sind, und geben Sie an, welche zusätzliche Angabe der Kassenbericht enthalten müsste, damit die Zahlen eindeutig feststehen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die dritte Angabe ist ein Vergleich zweier Anzahlen. Formulieren Sie sie als Gleichung und bringen Sie anschließend alle Variablen auf die linke Seite, damit die Koeffizienten spaltenweise zusammenpassen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\text{I: } x + y + z = 60\) (Anzahl der Karten)

\(\text{II: } 4x + 7y + 10z = 405\) (Einnahmen in Euro)

\(\text{III: } z = x - 5\), umgestellt \(x - z = 5\)

\[\left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 1 & 1 & 60\\ 4 & 7 & 10 & 405\\ 1 & 0 & -1 & 5\end{array}\right]\]
Hinweis zu Aufgabe b)
Lesen Sie jede Zeile der Ausgabe wieder als Gleichung, so wie es bei der Eingabe umgekehrt geschehen ist. Prüfen Sie, welche Aussage in der letzten Zeile steht und für wie viele Zahlentripel diese Aussage zutrifft.„Interpretieren“ heißt: die Ausgabe auf die Situation im Planetarium zurückbeziehen, nicht nur Zahlen vorlesen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die erste Zeile bedeutet \(x - z = 5\), die zweite \(y + 2z = 55\). Die dritte Zeile lautet ausgeschrieben \(0 = 0\); sie ist für jede beliebige Belegung von \(x\), \(y\) und \(z\) erfüllt und schränkt daher nichts ein.

Das System hat also keine eindeutige Lösung, sondern unendlich viele: Zu jedem Wert von \(z\) gehören \(x = z + 5\) und \(y = 55 - 2z\).

Im Sachzusammenhang heißt das: Die dritte Angabe des Kassenberichts liefert keine neue Information. Sie folgt bereits aus der Kartenzahl und den Einnahmen und führt deshalb im rref-Ergebnis auf eine Nullzeile.

Hinweis zu Aufgabe c)
Drücken Sie aus den beiden übrigen Zeilen \(x\) und \(y\) durch \(z\) aus. Denken Sie dann daran, dass Kartenzahlen ganze Zahlen sind und keine negativ sein kann — daraus ergibt sich ein Bereich für \(z\).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Kartenzahlen sind ganze Zahlen und nicht negativ. Aus \(y = 55 - 2z \geq 0\) folgt \(z \leq 27{,}5\), also \(z \leq 27\); aus \(x = z + 5\) ergibt sich keine weitere Einschränkung, da \(z \geq 0\) ohnehin gilt.

Möglich sind damit die 28 Fälle \(z = 0,\ 1,\ 2,\ \dots,\ 27\) mit \(x = z + 5\) und \(y = 55 - 2z\), zum Beispiel \(z = 15\) mit \(x = 20\) und \(y = 25\) oder \(z = 27\) mit \(x = 32\) und \(y = 1\).

Eindeutig würden die Zahlen, sobald der Bericht eine der drei Anzahlen selbst nennt — etwa die Zahl der Erwachsenenkarten. Damit läge \(z\) fest, und \(x\) sowie \(y\) ergäben sich unmittelbar aus den beiden Zeilen.

4

Der Lieferschein aus dem Schraubenlager

AFB III

Ein Betrieb bestellt eine Sendung mit Schrauben in drei Sorten. Sorte A wiegt 4 g je Stück, Sorte B 6 g und Sorte C 10 g. Auf dem Lieferschein steht: Die Sendung enthält 500 Schrauben mit einer Gesamtmasse von 3200 g. Zusätzlich wird zu jeder Schraube eine Unterlegscheibe von 2 g mitgeliefert; für die Sendung mit Unterlegscheiben nennt der Lieferschein eine Gesamtmasse von 4300 g.

Die Auszubildende Lena will mit \(x\), \(y\) und \(z\) für die Stückzahlen der Sorten A, B und C berechnen, wie viele Schrauben jeder Sorte geliefert wurden. Ihr GTR zeigt die Ausgabe in Material M4.

M4Die Rechnerausgabe zu Lenas Matrix
Anzeige des GTR nach rref10-2001300001links die Koeffizientenspalten, rechts die letzte Spalte

Die drei Koeffizientenspalten gehören zu \(x\), \(y\) und \(z\); rechts vom gestrichelten Strich steht die letzte Spalte.

  1. Stellen Sie das Gleichungssystem zu den drei Angaben des Lieferscheins auf und geben Sie die Matrix an, die Lena eingegeben hat.
  2. Interpretieren Sie die Rechnerausgabe aus Material M4 und erklären Sie, was die letzte Zeile über den Lieferschein aussagt.
  3. Widerlegen Sie Lenas Deutung: „In der letzten Spalte steht 0, 0, 1 — es wurden also keine Schrauben der Sorten A und B und genau eine Schraube der Sorte C geliefert.“
  4. Bestimmen Sie, welche Gesamtmasse mit Unterlegscheiben auf dem Lieferschein stehen müsste, damit das System lösbar ist, und beurteilen Sie, ob der Lieferschein dann die Stückzahlen eindeutig festlegt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die dritte Angabe betrifft dieselben Schrauben wie die zweite, nur zusätzlich mit je einer Unterlegscheibe. Überlegen Sie, um wie viel Gramm sich das Gewicht jeder einzelnen Schraube dadurch erhöht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\text{I: } x + y + z = 500\) (Stückzahl)

\(\text{II: } 4x + 6y + 10z = 3200\) (Masse der Schrauben in Gramm)

Mit Unterlegscheibe wiegt jede Schraube 2 g mehr, also \(\text{III: } 6x + 8y + 12z = 4300\).

\[\left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 1 & 1 & 500\\ 4 & 6 & 10 & 3200\\ 6 & 8 & 12 & 4300\end{array}\right]\]
Hinweis zu Aufgabe b)
Lesen Sie jede Zeile wieder als Gleichung. Schreiben Sie die letzte Zeile vollständig auf, also mit allen drei Koeffizienten und der Zahl rechts, und prüfen Sie, ob es Zahlen \(x\), \(y\), \(z\) gibt, die diese Gleichung erfüllen.„Erklären“ heißt hier: die Rechnerausgabe auf ihre Ursache in den Lieferscheindaten zurückführen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die dritte Zeile der Ausgabe lautet ausgeschrieben \(0\cdot x + 0\cdot y + 0\cdot z = 1\), also \(0 = 1\). Das ist für keine Wahl von \(x\), \(y\) und \(z\) erfüllbar.

Das Gleichungssystem hat daher keine Lösung. Für den Lieferschein bedeutet das: Die drei Angaben passen nicht zusammen, sie widersprechen sich. Mindestens eine der Zahlen — Stückzahl, Nettomasse oder Masse mit Unterlegscheiben — ist falsch.

Hinweis zu Aufgabe c)
Prüfen Sie Lenas Zahlen mit einer Probe an der ersten Angabe des Lieferscheins. Überlegen Sie außerdem, ob die letzte Spalte überhaupt noch als Lösung gelesen werden darf, wenn links nicht in jeder Zeile genau eine 1 steht.„Widerlegen“ verlangt einen zwingenden Nachweis, dass die Aussage falsch ist — ein Gegenbeispiel oder eine Rechnung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Lenas Deutung ist falsch. Erstens verstößt sie gegen den Lieferschein selbst: Mit \(x = 0\), \(y = 0\) und \(z = 1\) wäre \(x + y + z = 1\) und nicht 500, und die Masse betrüge \(10\ \text{g}\) statt 3200 g.

Zweitens darf die letzte Spalte überhaupt nur dann als Lösung gelesen werden, wenn links in jeder Zeile genau eine 1 steht und alle übrigen Einträge 0 sind. Hier lauten die ersten beiden Zeilen \(x - 2z = 0\) und \(y + 3z = 0\); die dritte Zeile enthält links gar keine 1, sondern nur Nullen. Die Ausgabe zeigt also kein Zahlentripel an, sondern den Widerspruch \(0 = 1\).

Hinweis zu Aufgabe d)
Berechnen Sie die Masse der 500 Unterlegscheiben und addieren Sie sie zur Nettomasse. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Angabe auf dem Lieferschein und überlegen Sie, welche Information die dritte Zeile danach noch beisteuert.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

500 Unterlegscheiben wiegen \(500\cdot 2\ \text{g} = 1000\ \text{g}\). Passend wäre also \(3200\ \text{g} + 1000\ \text{g} = 4200\ \text{g}\) statt der angegebenen 4300 g.

Mit 4200 g liefert der rref-Befehl \(\left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 0 & -2 & -100\\ 0 & 1 & 3 & 600\\ 0 & 0 & 0 & 0\end{array}\right]\), also \(x = 2z - 100\) und \(y = 600 - 3z\).

Eindeutig ist damit nichts: Für jede ganze Zahl \(z\) zwischen 50 und 200 ergeben sich nichtnegative Stückzahlen, zum Beispiel \(z = 100\) mit \(x = 100\) und \(y = 300\). Die dritte Angabe des Lieferscheins ist nach der Korrektur nur noch eine Wiederholung der ersten beiden und erzeugt deshalb eine Nullzeile. Der Lieferschein müsste zusätzlich eine der Stückzahlen selbst nennen, um die Sendung eindeutig zu beschreiben.

5

Drei Rechnungen des Sportvereins

AFB III

Ein Sportverein hat bei einem Ausrüster dreimal bestellt. Die Einzelpreise für ein Trikot, eine Hose und ein Paar Stutzen sind auf den Rechnungen nicht ausgewiesen, wohl aber die Stückzahlen und der jeweilige Gesamtbetrag (Material M5). Die Kassenwartin will die drei Einzelpreise \(t\), \(h\) und \(s\) in Euro zurückrechnen. Auffällig ist, dass Rechnung R3 die Positionen in einer anderen Reihenfolge auflistet als R1 und R2.

Ihre Mitschülerin Jule tippt die Zahlen so in die Matrix, wie sie auf den Rechnungen stehen, und erhält vom GTR die Werte \(6{,}882882883\), \(51{,}31531532\) und \(-1{,}558558559\).

M5Die drei Rechnungen des Ausrüsters
RechnungPositionen in der Reihenfolge des AusdrucksGesamtbetrag
R112 Trikots, 12 Hosen, 15 Paar Stutzen675,00 €
R210 Trikots, 8 Hosen, 6 Paar Stutzen470,00 €
R320 Paar Stutzen, 5 Trikots, 4 Hosen388,00 €

Rabatte, Versandkosten und Mengenstaffeln gibt es nicht; die Einzelpreise sind auf allen drei Rechnungen dieselben.

  1. Stellen Sie das Gleichungssystem für die drei Einzelpreise auf, geben Sie die zugehörige Matrix an und begründen Sie, warum die Reihenfolge der Spalten festgelegt werden muss.
  2. Bestimmen Sie die drei Einzelpreise mit dem GTR und überprüfen Sie das Ergebnis an Rechnung R3.
  3. Erklären Sie, wie Jules Werte zustande kommen, und widerlegen Sie ihre Deutung: „Der GTR rechnet exakt, also kostet ein Paar Stutzen −1,56 € — das ist eben ein Rabatt.“
  4. Nehmen Sie Stellung zu der Aussage: „Sobald der GTR eine Lösung anzeigt, ist die Aufgabe fertig; eine Probe ist überflüssig.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Jede Rechnung liefert eine Gleichung: Stückzahl mal Einzelpreis, aufsummiert über die drei Artikel, ergibt den Gesamtbetrag. Legen Sie vorher fest, welche Spalte zu welchem Artikel gehört, und sortieren Sie die Positionen von R3 entsprechend um.„Begründen“ verlangt eine Rückführung auf die Eigenschaften der Matrix, nicht nur den Hinweis „sonst ist es falsch“.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Mit \(t\), \(h\) und \(s\) für die Preise von Trikot, Hose und Paar Stutzen in Euro gilt:

\(\text{R1: } 12t + 12h + 15s = 675\)

\(\text{R2: } 10t + 8h + 6s = 470\)

\(\text{R3: } 5t + 4h + 20s = 388\) (Positionen umsortiert)

\[\left[\begin{array}{ccc|c} 12 & 12 & 15 & 675\\ 10 & 8 & 6 & 470\\ 5 & 4 & 20 & 388\end{array}\right]\]

Die Spalten der Matrix tragen keine Beschriftung. Welcher Wert am Ende zu welchem Artikel gehört, entscheidet allein die Reihenfolge, in der die Koeffizienten eingetragen werden. Steht in einer Zeile die Stückzahl der Stutzen in der Trikot-Spalte, so rechnet der GTR mit einer anderen Gleichung als der, die auf der Rechnung steht.

Hinweis zu Aufgabe b)
Wenden Sie den rref-Befehl an und lesen Sie die letzte Spalte ab. Setzen Sie die drei Preise anschließend mit den Stückzahlen von R3 zusammen und vergleichen Sie mit dem Gesamtbetrag.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der rref-Befehl liefert

\[\left[\begin{array}{ccc|c} 12 & 12 & 15 & 675\\ 10 & 8 & 6 & 470\\ 5 & 4 & 20 & 388\end{array}\right]\ \xrightarrow{\ \text{rref}\ }\ \left[\begin{array}{ccc|c} 1 & 0 & 0 & 28\\ 0 & 1 & 0 & 17\\ 0 & 0 & 1 & 9\end{array}\right]\]

Ein Trikot kostet 28,00 €, eine Hose 17,00 € und ein Paar Stutzen 9,00 €.

Probe an R3: \(5\cdot 28 + 4\cdot 17 + 20\cdot 9 = 140 + 68 + 180 = 388\). Der Gesamtbetrag stimmt.

Hinweis zu Aufgabe c)
Schreiben Sie die Matrix auf, die entsteht, wenn die Zahlen von R3 in der gedruckten Reihenfolge eingetragen werden. Überlegen Sie, welche Gleichung damit tatsächlich im Rechner steht und ob sie noch zu Rechnung R3 gehört.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Jule hat die Zahlen von R3 in der gedruckten Reihenfolge eingetragen, also 20 in die Trikot-Spalte, 5 in die Hosen-Spalte und 4 in die Stutzen-Spalte. Ihre dritte Zeile lautet damit \(20t + 5h + 4s = 388\) — das ist eine Gleichung, die zu keiner der drei Rechnungen gehört. Der GTR löst dieses veränderte System völlig korrekt und liefert dafür die drei krummen Werte.

Ihre Deutung ist zu widerlegen: Ein negativer Preis würde bedeuten, dass der Verein für jedes gelieferte Paar Stutzen 1,56 € ausgezahlt bekommt; bei 20 Paar auf R3 wären das 31,17 € Gutschrift, obwohl die Rechnung einen positiven Betrag ausweist. Die Probe zeigt es unmittelbar: \(5\cdot 6{,}88 + 4\cdot 51{,}32 + 20\cdot (-1{,}56) \approx 208{,}50 \neq 388\). Ihre Werte erfüllen Rechnung R3 also gar nicht. Ein Rabatt liegt nicht vor, sondern ein Eingabefehler in der Spaltenreihenfolge.

Hinweis zu Aufgabe d)
Denken Sie an die Aufgaben zuvor: Der Rechner arbeitet immer mit den eingegebenen Zahlen, nicht mit dem Sachverhalt. Nennen Sie in Ihrer Antwort auch, woran man ein unbrauchbares Ergebnis erkennen kann.„Stellung nehmen“ verlangt eine eigene, mit Beispielen gestützte Position.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der Aussage ist zu widersprechen. Der GTR prüft nicht, ob das eingegebene Zahlenschema zur Sachsituation passt; er formt genau die Matrix um, die eingetippt wurde. Vertauschte Spalten, ein Zahlendreher oder eine vergessene 0 für eine fehlende Variable führen zu einer Ausgabe, die rechnerisch einwandfrei und sachlich falsch ist — Jules Ergebnis ist genau dafür ein Beispiel.

Hinzu kommt, dass die Ausgabe selbst gedeutet werden muss: Eine Zeile aus lauter Nullen bedeutet unendlich viele Lösungen, eine Zeile der Form \(0 = 1\) bedeutet gar keine. In beiden Fällen wäre „die Lösung ablesen“ schlicht falsch.

Wer richtig arbeitet, schließt deshalb mit dem Schritt I der MaGGI-Methode ab: Die Werte werden in den Sachzusammenhang zurückübersetzt und auf Plausibilität geprüft — sind sie nicht negativ, haben sie eine sinnvolle Größenordnung, und erfüllen sie die ursprünglichen Angaben? Erst diese Probe macht aus einer Rechnerausgabe eine Antwort.

6

Vier Kanäle eines Messverstärkers

AFB II

In einem Physikpraktikum wird ein Messverstärker mit vier Eingangskanälen kalibriert. Gesucht sind die vier Kanalfaktoren \(x\), \(y\), \(z\) und \(w\). In vier Testläufen werden die Kanäle mit bekannten Gewichten zusammengeschaltet; das Gerät zeigt jeweils die in Material M6 angegebene Ausgangsspannung in Millivolt an. Ein negatives Gewicht bedeutet, dass der Kanal invertiert eingespeist wird.

Aus den vier Testläufen entsteht das Gleichungssystem

\[\begin{aligned}\text{I:}\quad & 3x - 2y + z + w = 17\\ \text{II:}\quad & 2x + y - 3z + 4w = 5\\ \text{III:}\quad & -x + 4y + 2z - w = 12\\ \text{IV:}\quad & 5x + y + z - 2w = 21\end{aligned}\]
M6Gewichte und Messwerte der vier Testläufe
TestlaufKanal 1Kanal 2Kanal 3Kanal 4Messwert
I3−21117 mV
II21−345 mV
III−142−112 mV
IV511−221 mV

Die Gewichte sind dimensionslos; der Messwert ist die Summe der gewichteten Kanalbeiträge.

  1. Geben Sie die Matrix an, die für dieses Gleichungssystem in den GTR eingegeben wird.
  2. Bestimmen Sie die vier Kanalfaktoren mit dem GTR und stellen Sie den Lösungsweg nach der MaGGI-Methode dar. Runden Sie die Werte auf drei Nachkommastellen.
  3. Der GTR gibt die Werte exakt als Brüche mit dem Nenner \(289\) aus. Berechnen Sie die linke Seite von Gleichung I mit Ihren gerundeten Werten und beurteilen Sie, mit welchen Werten eine Probe durchgeführt werden sollte.
Hinweis zu Aufgabe a)
Jede Zeile der Matrix ist eine Gleichung: zuerst die Koeffizienten von \(x\), \(y\), \(z\) und \(w\) in immer derselben Reihenfolge, danach die Zahl der rechten Seite. Hier fehlt keine Variable — alle sechzehn Koeffizienten stehen bereits in der Tabelle.„Geben Sie an“ verlangt nur das Ergebnis, hier also das fertige Zahlenschema.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Die Koeffizienten werden zeilenweise eingetragen, die Messwerte bilden die letzte Spalte.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} 3 & -2 & 1 & 1 & 17\\ 2 & 1 & -3 & 4 & 5\\ -1 & 4 & 2 & -1 & 12\\ 5 & 1 & 1 & -2 & 21\end{array}\right]\]
Hinweis zu Aufgabe b)
Vier Zeilen, fünf Spalten. Nach dem rref-Befehl steht links die Diagonale aus Einsen, rechts die Lösung in der Reihenfolge \(x\), \(y\), \(z\), \(w\).Bei „Bestimmen“ muss der Weg erkennbar bleiben — hier über die vier Schritte Ma, G, G und I.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ma · Mathematischer Ansatz: das Gleichungssystem aus dem Aufgabentext mit \(x\), \(y\), \(z\), \(w\) als Kanalfaktoren.

G · GTR-Lösungsweg: Matrix aufstellen, dann rref anwenden.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} 3 & -2 & 1 & 1 & 17\\ 2 & 1 & -3 & 4 & 5\\ -1 & 4 & 2 & -1 & 12\\ 5 & 1 & 1 & -2 & 21\end{array}\right]\ \xrightarrow{\ \text{rref}\ }\ \left[\begin{array}{cccc|c} 1 & 0 & 0 & 0 & \tfrac{1136}{289}\\ 0 & 1 & 0 & 0 & \tfrac{542}{289}\\ 0 & 0 & 1 & 0 & \tfrac{1675}{289}\\ 0 & 0 & 0 & 1 & \tfrac{914}{289}\end{array}\right]\]

G · GTR-Lösung: \(x = \frac{1136}{289} \approx 3{,}931\), \(y = \frac{542}{289} \approx 1{,}875\), \(z = \frac{1675}{289} \approx 5{,}796\), \(w = \frac{914}{289} \approx 3{,}163\).

I · Interpretieren: Das System hat genau eine Lösung. Die vier Kanäle haben die Faktoren \(3{,}931\), \(1{,}875\), \(5{,}796\) und \(3{,}163\). Kanal 3 verstärkt am stärksten, Kanal 2 am schwächsten.

Hinweis zu Aufgabe c)
Setzen Sie die gerundeten Werte in \(3x - 2y + z + w\) ein und vergleichen Sie das Ergebnis mit der \(17\). Überlegen Sie, woher eine kleine Abweichung stammt und ob sie ein Fehler ist.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Mit den gerundeten Werten ergibt sich

\[3 \cdot 3{,}931 - 2 \cdot 1{,}875 + 5{,}796 + 3{,}163 = 11{,}793 - 3{,}750 + 5{,}796 + 3{,}163 = 17{,}002\]

Die Abweichung von \(0{,}002\) stammt allein vom Runden und ist kein Rechenfehler. Mit den exakten Brüchen geht die Gleichung dagegen genau auf:

\[3 \cdot \tfrac{1136}{289} - 2 \cdot \tfrac{542}{289} + \tfrac{1675}{289} + \tfrac{914}{289} = \tfrac{3408 - 1084 + 1675 + 914}{289} = \tfrac{4913}{289} = 17\]

Eine Probe sollte deshalb mit den exakten Werten geführt werden. Rundet man vorher, muss man eine kleine Abweichung zulassen und darf sie nicht als Fehler deuten — umgekehrt fällt ein echter Eingabefehler dann nur auf, wenn die Abweichung deutlich größer ist als die Rundungsungenauigkeit.

7

Belastungsproben am Fachwerkträger

AFB II

Ein Fachwerkträger wird im Labor viermal belastet. Gesucht sind die Kräfte \(x\), \(y\), \(z\) und \(w\) in vier Stäben, jeweils in Kilonewton. Ein positiver Wert steht für eine Zugkraft, ein negativer Wert für eine Druckkraft. Jede Belastungsprobe liefert eine Gleichgewichtsbedingung; die Faktoren stehen in Material M7.

Damit ergibt sich das Gleichungssystem

\[\begin{aligned}\text{I:}\quad & 7x - 3y + 5z - 2w = 19\\ \text{II:}\quad & -4x + 6y - z + 3w = -7\\ \text{III:}\quad & 2x + 5y - 4z + w = 11\\ \text{IV:}\quad & 3x - y + 2z + 7w = 23\end{aligned}\]
M7Faktoren und äußere Lasten der vier Belastungsproben
ProbeStab 1Stab 2Stab 3Stab 4äußere Last
I7−35−219 kN
II−46−13−7 kN
III25−4111 kN
IV3−12723 kN

Die Faktoren ergeben sich aus den Winkeln der Stäbe; eine negative Last wirkt entgegen der festgelegten Richtung.

  1. Geben Sie die Matrix an, die in den GTR eingegeben wird.
  2. Bestimmen Sie die vier Stabkräfte mit dem GTR und stellen Sie den Lösungsweg nach der MaGGI-Methode dar. Runden Sie auf drei Nachkommastellen.
  3. Interpretieren Sie das Vorzeichen von \(z\) im Sachzusammenhang und beurteilen Sie die Aussage einer Mitschülerin: „Ein negativer Wert in der Rechnerausgabe zeigt immer einen Eingabefehler an.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Reihenfolge der Spalten ist \(x\), \(y\), \(z\), \(w\); die äußere Last bildet die letzte Spalte. Achten Sie auf die Vorzeichen — auch die \(-7\) der zweiten Zeile gehört dazu.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Vier Zeilen für die vier Belastungsproben, fünf Spalten für die vier Stäbe und die äußere Last.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} 7 & -3 & 5 & -2 & 19\\ -4 & 6 & -1 & 3 & -7\\ 2 & 5 & -4 & 1 & 11\\ 3 & -1 & 2 & 7 & 23\end{array}\right]\]
Hinweis zu Aufgabe b)
Die Ausgabe des Rechners besteht aus vier Zeilen. Schreiben Sie alle vier Werte ab, nicht nur den ersten.Bei „Bestimmen“ gehört der Rechenweg zur Antwort.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ma · Mathematischer Ansatz: das Gleichungssystem der vier Gleichgewichtsbedingungen mit den Stabkräften \(x\), \(y\), \(z\), \(w\).

G · GTR-Lösungsweg: Matrix eingeben, rref anwenden.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} 7 & -3 & 5 & -2 & 19\\ -4 & 6 & -1 & 3 & -7\\ 2 & 5 & -4 & 1 & 11\\ 3 & -1 & 2 & 7 & 23\end{array}\right]\ \xrightarrow{\ \text{rref}\ }\ \left[\begin{array}{cccc|c} 1 & 0 & 0 & 0 & \tfrac{3273}{928}\\ 0 & 1 & 0 & 0 & \tfrac{373}{1856}\\ 0 & 0 & 1 & 0 & -\tfrac{17}{64}\\ 0 & 0 & 0 & 1 & \tfrac{3487}{1856}\end{array}\right]\]

G · GTR-Lösung: \(x = \frac{3273}{928} \approx 3{,}527\), \(y = \frac{373}{1856} \approx 0{,}201\), \(z = -\frac{17}{64} \approx -0{,}266\), \(w = \frac{3487}{1856} \approx 1{,}879\).

I · Interpretieren: Stab 1 trägt rund \(3{,}527\ \text{kN}\), Stab 2 rund \(0{,}201\ \text{kN}\), Stab 4 rund \(1{,}879\ \text{kN}\) Zugkraft; Stab 3 wird mit rund \(0{,}266\ \text{kN}\) gedrückt.

Hinweis zu Aufgabe c)
Überlegen Sie, was die Vorzeichenfestlegung im Aufgabentext bedeutet, und suchen Sie ein Argument, das unabhängig vom konkreten Zahlenwert gilt. Eine Probe hilft bei der Begründung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Wert \(z \approx -0{,}266\) ist negativ. Nach der Festlegung im Aufgabentext bedeutet das: Stab 3 steht nicht unter Zug, sondern unter Druck. Der Betrag \(0{,}266\ \text{kN}\) gibt die Größe dieser Druckkraft an.

Die Aussage ist damit falsch. Ein negatives Vorzeichen ist zunächst nur ein Rechenergebnis; ob es sinnvoll ist, entscheidet der Sachzusammenhang. Bei einer Stabkraft ist ein negativer Wert physikalisch sinnvoll, bei einer Stückzahl oder einer Masse wäre er es nicht.

Dass die Lösung stimmt, zeigt die Probe in Gleichung I mit den exakten Werten:

\[7 \cdot \tfrac{3273}{928} - 3 \cdot \tfrac{373}{1856} + 5 \cdot \left(-\tfrac{17}{64}\right) - 2 \cdot \tfrac{3487}{1856} = \tfrac{45822 - 1119 - 2465 - 6974}{1856} = \tfrac{35264}{1856} = 19\]

Ein Eingabefehler würde sich hier sofort zeigen — das Vorzeichen allein ist kein Anzeichen dafür.

8

Stoffströme in der Recyclinganlage

AFB III

Eine Recyclinganlage verarbeitet vier Stoffströme. Gesucht sind die Massen \(x\), \(y\), \(z\) und \(w\) in Tonnen, die pro Schicht angesetzt werden. Für vier Bestandteile liegen Bilanzgleichungen vor: Jeder Stoffstrom trägt mit einem festen Anteil bei, ein negativer Anteil steht für einen Verbrauch. Die Anteile sind Brüche, weil sie aus Mischungsverhältnissen stammen (Material M8).

Damit ergibt sich das Gleichungssystem

\[\begin{aligned}\text{I:}\quad & \tfrac{1}{2}x + y - z + 2w = 9\\ \text{II:}\quad & 2x - \tfrac{3}{4}y + \tfrac{1}{2}z - w = 4\\ \text{III:}\quad & \tfrac{5}{3}x + \tfrac{1}{2}y + z + \tfrac{1}{3}w = 15\\ \text{IV:}\quad & x + \tfrac{2}{3}y - \tfrac{3}{2}z + \tfrac{5}{2}w = 6\end{aligned}\]
M8Anteile der vier Stoffströme und Sollmengen
BilanzStrom 1Strom 2Strom 3Strom 4Sollmenge
I1/21−129 t
II2−3/41/2−14 t
III5/31/211/315 t
IV12/3−3/25/26 t

Die Anteile beziehen sich jeweils auf eine Tonne des Stoffstroms; negative Anteile bedeuten Verbrauch.

  1. Geben Sie die Matrix an, die in den GTR eingegeben wird, und nennen Sie einen Grund, warum die Brüche vor der Eingabe nicht weggerechnet werden müssen.
  2. Bestimmen Sie die vier Massen mit dem GTR und stellen Sie den Lösungsweg nach der MaGGI-Methode dar. Runden Sie auf vier Nachkommastellen.
  3. Beurteilen Sie, ob der berechnete Ansatz in der Anlage so gefahren werden kann, und nennen Sie eine Konsequenz für die Planung.
Hinweis zu Aufgabe a)
Die Brüche werden genauso eingetragen, wie sie in der Gleichung stehen. Überlegen Sie, welchen zusätzlichen Arbeitsschritt — und damit welche Fehlerquelle — man sich dadurch spart.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Jeder Bruch wird an seiner Stelle eingetragen; die Sollmengen bilden die letzte Spalte.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} \tfrac{1}{2} & 1 & -1 & 2 & 9\\ 2 & -\tfrac{3}{4} & \tfrac{1}{2} & -1 & 4\\ \tfrac{5}{3} & \tfrac{1}{2} & 1 & \tfrac{1}{3} & 15\\ 1 & \tfrac{2}{3} & -\tfrac{3}{2} & \tfrac{5}{2} & 6\end{array}\right]\]

Man dürfte jede Zeile mit ihrem Hauptnenner durchmultiplizieren, muss es aber nicht: Der Rechner arbeitet mit Brüchen genauso wie mit ganzen Zahlen. Wer die Brüche direkt einträgt, spart einen Umformungsschritt und damit eine Fehlerquelle.

Hinweis zu Aufgabe b)
Die Zahlen liegen weit auseinander, deshalb sind hier vier Nachkommastellen sinnvoll. Achten Sie beim Abschreiben auf das Vorzeichen des letzten Wertes.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ma · Mathematischer Ansatz: die vier Bilanzgleichungen mit den Massen \(x\), \(y\), \(z\), \(w\) in Tonnen.

G · GTR-Lösungsweg: Matrix mit den Bruchkoeffizienten eingeben, rref anwenden.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} \tfrac{1}{2} & 1 & -1 & 2 & 9\\ 2 & -\tfrac{3}{4} & \tfrac{1}{2} & -1 & 4\\ \tfrac{5}{3} & \tfrac{1}{2} & 1 & \tfrac{1}{3} & 15\\ 1 & \tfrac{2}{3} & -\tfrac{3}{2} & \tfrac{5}{2} & 6\end{array}\right]\ \xrightarrow{\ \text{rref}\ }\ \left[\begin{array}{cccc|c} 1 & 0 & 0 & 0 & \tfrac{1660}{327}\\ 0 & 1 & 0 & 0 & \tfrac{1274}{109}\\ 0 & 0 & 1 & 0 & \tfrac{439}{327}\\ 0 & 0 & 0 & 1 & -\tfrac{635}{327}\end{array}\right]\]

G · GTR-Lösung: \(x = \frac{1660}{327} \approx 5{,}0765\), \(y = \frac{1274}{109} \approx 11{,}6881\), \(z = \frac{439}{327} \approx 1{,}3425\), \(w = -\frac{635}{327} \approx -1{,}9419\).

I · Interpretieren: Rechnerisch hat das System genau eine Lösung. Sie verlangt rund \(5{,}0765\ \text{t}\) von Strom 1, \(11{,}6881\ \text{t}\) von Strom 2 und \(1{,}3425\ \text{t}\) von Strom 3 — für Strom 4 ergibt sich jedoch ein negativer Wert.

Probe in Gleichung I mit den exakten Werten:

\[\tfrac{1}{2} \cdot \tfrac{1660}{327} + \tfrac{1274}{109} - \tfrac{439}{327} + 2 \cdot \left(-\tfrac{635}{327}\right) = \tfrac{830 + 3822 - 439 - 1270}{327} = \tfrac{2943}{327} = 9\]
Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleichen Sie jeden der vier Werte mit dem, was eine Masse in Tonnen sein kann. Eine rechnerisch richtige Lösung muss im Sachzusammenhang nicht umsetzbar sein.„Beurteilen“ verlangt ein begründetes eigenes Urteil, nicht nur die Wiedergabe der Zahlen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Wert \(w \approx -1{,}9419\) müsste eine Masse in Tonnen sein. Eine negative Masse gibt es nicht, also lässt sich der Ansatz in dieser Form nicht fahren.

Die Rechnung ist trotzdem richtig: Das Gleichungssystem hat genau eine Lösung, sie liegt nur außerhalb des im Sachzusammenhang sinnvollen Bereichs \(x, y, z, w \ge 0\).

Für die Planung heißt das: Mindestens eine der vier Sollmengen muss geändert werden, oder Strom 4 wird als eigene Größe aus der Bilanz genommen. Erst danach lohnt eine erneute Rechnung. Genau dafür steht das I in MaGGI — ohne diesen Schritt hätte man vier Zahlen und eine unbrauchbare Rezeptur.

9

Das Protokoll aus dem Betriebsbuch

AFB III

Ein Betrieb wertet den Stromverbrauch seiner vier Hallen A, B, C und D aus. Gesucht sind die Verbrauchswerte \(x\), \(y\), \(z\) und \(w\) einer Schicht in Megawattstunden. Das Messprotokoll gibt vier Beziehungen zwischen den Hallen an — allerdings so, wie sie beim Ablesen notiert wurden, mit Variablen auf beiden Seiten des Gleichheitszeichens:

\[\begin{aligned}\text{I:}\quad & \tfrac{1}{2}x - \tfrac{2}{3}y + z = \tfrac{1}{3}w + 7\\ \text{II:}\quad & \tfrac{3}{4}x + \tfrac{1}{2}z - w = \tfrac{1}{2}y + 5\\ \text{III:}\quad & x - \tfrac{2}{5}w + \tfrac{3}{2}y = \tfrac{1}{4}z + 9\\ \text{IV:}\quad & \tfrac{2}{3}x - \tfrac{1}{2}z + \tfrac{5}{6}w = \tfrac{1}{3}y + 4\end{aligned}\]
M9So steht das Protokoll im Betriebsbuch
ZeileNotierte BeziehungBemerkung
I\(\tfrac{1}{2}x - \tfrac{2}{3}y + z = \tfrac{1}{3}w + 7\)\(w\) steht rechts
II\(\tfrac{3}{4}x + \tfrac{1}{2}z - w = \tfrac{1}{2}y + 5\)\(y\) steht rechts
III\(x - \tfrac{2}{5}w + \tfrac{3}{2}y = \tfrac{1}{4}z + 9\)\(z\) steht rechts
IV\(\tfrac{2}{3}x - \tfrac{1}{2}z + \tfrac{5}{6}w = \tfrac{1}{3}y + 4\)\(y\) steht rechts

In dieser Form lässt sich keine Matrix aufstellen — rechts muss am Ende nur noch eine Zahl stehen.

  1. Stellen Sie das System so um, dass in jeder Zeile die Variablen in der Reihenfolge \(x\), \(y\), \(z\), \(w\) links und nur noch eine Zahl rechts steht, und geben Sie die zugehörige Matrix an.
  2. Bestimmen Sie die vier Verbrauchswerte mit dem GTR und stellen Sie den Lösungsweg nach der MaGGI-Methode dar. Runden Sie auf vier Nachkommastellen.
  3. Beurteilen Sie, warum das Umstellen vor der Eingabe der aufwendigste und zugleich fehleranfälligste Teil dieser Aufgabe ist, und nennen Sie eine Kontrollmöglichkeit.
Hinweis zu Aufgabe a)
Jeder Term, der die Seite wechselt, wechselt auch sein Vorzeichen. In Gleichung I wandert \(\tfrac{1}{3}w\) nach links und wird zu \(-\tfrac{1}{3}w\); die \(7\) bleibt rechts stehen.„Aufstellen“ verlangt die fertig notierten Gleichungen — hier zusätzlich das Zahlenschema.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Alle Variablen nach links, alle reinen Zahlen nach rechts:

\[\begin{aligned}\text{I:}\quad & \tfrac{1}{2}x - \tfrac{2}{3}y + z - \tfrac{1}{3}w = 7\\ \text{II:}\quad & \tfrac{3}{4}x - \tfrac{1}{2}y + \tfrac{1}{2}z - w = 5\\ \text{III:}\quad & x + \tfrac{3}{2}y - \tfrac{1}{4}z - \tfrac{2}{5}w = 9\\ \text{IV:}\quad & \tfrac{2}{3}x - \tfrac{1}{3}y - \tfrac{1}{2}z + \tfrac{5}{6}w = 4\end{aligned}\]

Daraus entsteht die Matrix

\[\left[\begin{array}{cccc|c} \tfrac{1}{2} & -\tfrac{2}{3} & 1 & -\tfrac{1}{3} & 7\\ \tfrac{3}{4} & -\tfrac{1}{2} & \tfrac{1}{2} & -1 & 5\\ 1 & \tfrac{3}{2} & -\tfrac{1}{4} & -\tfrac{2}{5} & 9\\ \tfrac{2}{3} & -\tfrac{1}{3} & -\tfrac{1}{2} & \tfrac{5}{6} & 4\end{array}\right]\]
Hinweis zu Aufgabe b)
Erst nach dem Sortieren darf getippt werden. Danach ist der Rest Routine: sechzehn Koeffizienten, vier Zahlen der rechten Seite, ein rref-Befehl.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ma · Mathematischer Ansatz: das sortierte Gleichungssystem aus Teilaufgabe a) mit \(x\), \(y\), \(z\), \(w\) als Verbrauch der Hallen A bis D in Megawattstunden.

G · GTR-Lösungsweg: Matrix eingeben, rref anwenden.

\[\left[\begin{array}{cccc|c} \tfrac{1}{2} & -\tfrac{2}{3} & 1 & -\tfrac{1}{3} & 7\\ \tfrac{3}{4} & -\tfrac{1}{2} & \tfrac{1}{2} & -1 & 5\\ 1 & \tfrac{3}{2} & -\tfrac{1}{4} & -\tfrac{2}{5} & 9\\ \tfrac{2}{3} & -\tfrac{1}{3} & -\tfrac{1}{2} & \tfrac{5}{6} & 4\end{array}\right]\ \xrightarrow{\ \text{rref}\ }\ \left[\begin{array}{cccc|c} 1 & 0 & 0 & 0 & \tfrac{24414}{3061}\\ 0 & 1 & 0 & 0 & \tfrac{6893}{3061}\\ 0 & 0 & 1 & 0 & \tfrac{16402}{3061}\\ 0 & 0 & 0 & 1 & \tfrac{7760}{3061}\end{array}\right]\]

G · GTR-Lösung: \(x = \frac{24414}{3061} \approx 7{,}9758\), \(y = \frac{6893}{3061} \approx 2{,}2519\), \(z = \frac{16402}{3061} \approx 5{,}3584\), \(w = \frac{7760}{3061} \approx 2{,}5351\).

I · Interpretieren: Halle A verbraucht in einer Schicht rund \(7{,}98\ \text{MWh}\), Halle B rund \(2{,}25\ \text{MWh}\), Halle C rund \(5{,}36\ \text{MWh}\) und Halle D rund \(2{,}54\ \text{MWh}\). Alle vier Werte sind positiv und damit im Sachzusammenhang sinnvoll.

Hinweis zu Aufgabe c)
Überlegen Sie, welchen Teil der Aufgabe der Rechner übernimmt und welchen nicht. Für die Kontrolle hilft ein Blick auf die Probe oder auf die Zahl der Terme je Zeile.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Der Rechner übernimmt nur den Teil ab der fertigen Matrix. Das Sortieren geschieht von Hand, und genau dort passieren die Fehler: Bei jedem Seitenwechsel muss das Vorzeichen gedreht werden, und die Reihenfolge \(x\), \(y\), \(z\), \(w\) muss in allen vier Zeilen dieselbe sein. Ein vergessenes Vorzeichen liefert eine völlig korrekt gerechnete, aber falsche Lösung — der GTR kann das nicht bemerken, weil er die ursprüngliche Schreibweise nie gesehen hat.

Als Kontrolle bietet sich die Probe in einer der ursprünglich notierten Gleichungen an. Zum Beispiel in Gleichung I mit den exakten Werten:

\[\tfrac{1}{2} \cdot \tfrac{24414}{3061} - \tfrac{2}{3} \cdot \tfrac{6893}{3061} + \tfrac{16402}{3061} - \tfrac{1}{3} \cdot \tfrac{7760}{3061} = \tfrac{36621 - 13786 + 49206 - 7760}{9183} = \tfrac{64281}{9183} = 7\]

Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Zeilenlängen: Nach dem Sortieren muss jede Zeile genau vier Koeffizienten und eine Zahl haben — fehlt einer, wurde ein Term beim Umstellen übersehen.