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TextaufgabenBruchrechnen: Kürzen und Erweitern

Fünf Sachaufgaben mit Teilaufgaben und vollständigem Erwartungshorizont — vom Kürzen einer Fahrradübersetzung bis zur begründeten Stellungnahme zu einer falsch verstandenen Erweiterungsregel.

1

Die Übersetzungen am Werkstattrad

AFB I

In einer Fahrradwerkstatt wird die Übersetzung eines Gangs als Bruch notiert: im Zähler die Zähnezahl des vorderen Kettenblatts, im Nenner die Zähnezahl des hinteren Ritzels. Der Bruch \(\frac{48}{16}\) bedeutet demnach, dass sich das Hinterrad bei einer vollen Kurbelumdrehung dreimal dreht. Material M1 zeigt fünf Gänge eines Werkstattrades.

M1Zähnezahlen der fünf Gänge
GangKettenblatt (Zähne)Ritzel (Zähne)
G14816
G23624
G35226
G44228
G54515

Die Übersetzung ist der Bruch Kettenblatt durch Ritzel; zwei Gänge mit wertgleichen Brüchen fahren sich völlig gleich.

  1. Geben Sie zu jedem der fünf Gänge die Übersetzung als vollständig gekürzten Bruch an.
  2. Nennen Sie die Gänge, deren Übersetzungen wertgleich sind, und erläutern Sie, was das für die Fahrerin bedeutet.
  3. Bestimmen Sie, wie viele Zähne das Kettenblatt haben muss, damit zusammen mit einem neuen Ritzel mit 22 Zähnen genau die Übersetzung von Gang G2 erhalten bleibt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Suchen Sie zu jedem Zahlenpaar die größte Zahl, durch die sich Zähler und Nenner beide teilen lassen. Vollständig gekürzt heißt: Danach gibt es außer 1 keinen gemeinsamen Teiler mehr.„Geben Sie an“ verlangt nur die fünf Ergebnisse, keinen Rechenweg.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\frac{48}{16}=\frac{3}{1}=3\) (mit 16 gekürzt), \(\frac{36}{24}=\frac{3}{2}\) (mit 12 gekürzt), \(\frac{52}{26}=\frac{2}{1}=2\) (mit 26 gekürzt), \(\frac{42}{28}=\frac{3}{2}\) (mit 14 gekürzt), \(\frac{45}{15}=\frac{3}{1}=3\) (mit 15 gekürzt).

Hinweis zu Aufgabe b)
Vergleichen Sie die gekürzten Brüche aus Teilaufgabe a) miteinander. Zwei Gänge sind wertgleich, wenn dort derselbe gekürzte Bruch steht — überlegen Sie, was sich beim Treten dann unterscheidet und was nicht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Wertgleich sind G1 und G5 (beide \(3\)) sowie G2 und G4 (beide \(\frac{3}{2}\)).

Für die Fahrerin bedeutet das: Diese Gangpaare fühlen sich beim Treten gleich an, denn das Hinterrad dreht sich je Kurbelumdrehung gleich oft. Die unterschiedlichen Zähnezahlen ändern nur die Bauweise, nicht den Wert des Bruchs. Das Rad besitzt also fünf Gänge, aber nur drei verschiedene Übersetzungen: \(3\), \(\frac{3}{2}\) und \(2\).

Hinweis zu Aufgabe c)
Gesucht ist der Bruch, der zur Übersetzung von G2 wertgleich ist und im Nenner die Zahl 22 trägt. Überlegen Sie, mit welcher Zahl der gekürzte Bruch dafür erweitert werden muss.„Bestimmen“ heißt: den Rechenweg darstellen und das Ergebnis formulieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Gang G2 hat die Übersetzung \(\frac{36}{24}=\frac{3}{2}\). Gesucht ist der wertgleiche Bruch mit dem Nenner 22. Wegen \(2\cdot 11=22\) muss mit 11 erweitert werden.

\(\frac{3}{2}=\frac{3\cdot 11}{2\cdot 11}=\frac{33}{22}\)

Das neue Kettenblatt muss 33 Zähne haben; die Übersetzung von G2 bleibt dann unverändert.

2

Der Farbton für die Turnhalle

AFB II

Eine Malerwerkstatt mischt den Farbton „Salbeigrün“ nach einem Musteransatz: 6 Liter Weiß, 4 Liter Gelb und 2 Liter Blau ergeben zusammen 12 Liter Farbe (Material M2). Der Farbton hängt allein vom Verhältnis der drei Mengen ab, nicht von der Gesamtmenge.

M2Der Musteransatz in Litern
Musteransatz Salbeigrün: 12 Liter6 Liter Weiß4 Liter Gelb2 Liter BlauEin Kästchen entspricht einem Liter.

Nur das Verhältnis der drei Anteile bestimmt den Farbton; jede wertgleiche Mischung ergibt denselben Ton.

  1. Bestimmen Sie das Mischungsverhältnis Weiß zu Gelb zu Blau in der kleinstmöglichen Schreibweise mit ganzen Zahlen.
  2. Berechnen Sie, wie viele Liter Weiß, Gelb und Blau für einen Auftrag über 54 Liter Salbeigrün angerührt werden müssen.
  3. Überprüfen Sie, ob ein Auszubildender den Farbton getroffen hat, der 15 Liter Weiß, 10 Liter Gelb und 6 Liter Blau zusammengerührt hat, und geben Sie an, wie er den Ansatz gegebenenfalls korrigieren muss.
Hinweis zu Aufgabe a)
Alle drei Mengenangaben lassen sich durch dieselbe Zahl teilen. Kürzen Sie so weit, bis außer 1 kein gemeinsamer Teiler mehr übrig bleibt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Der Musteransatz lautet \(6:4:2\). Alle drei Zahlen sind durch 2 teilbar: \(6:2=3\), \(4:2=2\), \(2:2=1\). Weiter lässt sich nicht kürzen, denn 3, 2 und 1 haben nur den gemeinsamen Teiler 1.

Das Mischungsverhältnis ist \(3:2:1\). Als Anteil geschrieben: \(\frac{6}{12}=\frac{1}{2}\) der Farbe ist Weiß, \(\frac{4}{12}=\frac{1}{3}\) Gelb und \(\frac{2}{12}=\frac{1}{6}\) Blau.

Hinweis zu Aufgabe b)
Überlegen Sie zuerst, aus wie vielen gleich großen Teilen der Musteransatz besteht und wie viele Liter ein solcher Teil bei 54 Litern umfasst. Das Erweitern der Anteile führt zum selben Ergebnis.„Berechnen“ verlangt den Ansatz und die Rechnung, nicht nur die drei Zahlen.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Ansatz besteht aus \(3+2+1=6\) gleich großen Teilen. Bei 54 Litern gilt \(54:6=9\), ein Teil sind also 9 Liter.

Weiß: \(3\cdot 9=27\ \text{l}\); Gelb: \(2\cdot 9=18\ \text{l}\); Blau: \(1\cdot 9=9\ \text{l}\).

Gleichbedeutend ist das Erweitern der Anteile mit 9: \(\frac{3}{6}=\frac{27}{54}\), \(\frac{2}{6}=\frac{18}{54}\) und \(\frac{1}{6}=\frac{9}{54}\). Für den Auftrag werden 27 Liter Weiß, 18 Liter Gelb und 9 Liter Blau angerührt; zusammen ergibt das die verlangten 54 Liter.

Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleichen Sie den Ansatz des Auszubildenden paarweise mit dem Musterverhältnis, etwa Weiß zu Gelb und Weiß zu Blau. Ein einziges nicht passendes Paar genügt bereits, damit der Farbton nicht stimmt.„Überprüfen“ heißt: die Aussage an den Zahlen messen und einen Widerspruch aufdecken.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Weiß zu Gelb: \(\frac{15}{10}=\frac{3}{2}\) — das passt zum Musterverhältnis \(3:2\).

Weiß zu Blau: \(\frac{15}{6}=\frac{5}{2}\); verlangt ist aber \(\frac{3}{1}=\frac{6}{2}\). Wegen \(\frac{5}{2}\neq\frac{6}{2}\) sind die beiden Brüche nicht wertgleich.

Der Farbton ist also nicht getroffen. Zu 15 Litern Weiß gehören \(15:3=5\) Liter Blau, der Auszubildende hat 1 Liter zu viel genommen; die Mischung fällt zu blau und damit zu dunkel aus. Korrigieren kann er auf zwei Wegen: Er füllt auf 18 Liter Weiß und 12 Liter Gelb auf, denn \(18:12:6\) ist wertgleich zu \(3:2:1\) — oder er rührt den Ansatz mit genau 5 Litern Blau neu an.

3

Vier Bildschirme im Medienraum

AFB II

Im Medienraum einer Schule stehen vier Anzeigegeräte mit unterschiedlichen Auflösungen (Material M3). Das Seitenverhältnis eines Bildschirms ist der Bruch aus Breite und Höhe in Pixeln. Ein Video wird nur dann unverzerrt formatfüllend dargestellt, wenn sein Seitenverhältnis mit dem des Geräts wertgleich ist.

M3Auflösungen der vier Geräte
GerätBreite in PixelnHöhe in Pixeln
Beamer19201080
Monitor A12801024
Tablet21601620
Laptop16801050

Zwei Geräte haben genau dann dasselbe Bildformat, wenn die Brüche Breite durch Höhe wertgleich sind.

  1. Bestimmen Sie für jedes der vier Geräte das Seitenverhältnis als vollständig gekürzten Bruch.
  2. Ermitteln Sie die Höhe, die der Beamer im Sparmodus einstellen muss, wenn er bei einer Breite von 1600 Pixeln sein Bildformat beibehalten soll.
  3. Entscheiden Sie, welches Gerät das breiteste Bildformat besitzt, und begründen Sie Ihre Entscheidung, indem Sie die vier gekürzten Brüche auf einen gemeinsamen Nenner erweitern.
Hinweis zu Aufgabe a)
Kürzen Sie schrittweise: Zuerst lassen sich alle Zahlen durch 10 oder durch 2 teilen. Prüfen Sie nach jedem Schritt erneut, ob noch ein gemeinsamer Teiler vorhanden ist.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Beamer: \(\frac{1920}{1080}=\frac{192}{108}=\frac{48}{27}=\frac{16}{9}\) (insgesamt mit 120 gekürzt).

Monitor A: \(\frac{1280}{1024}=\frac{20}{16}=\frac{5}{4}\) (insgesamt mit 256 gekürzt).

Tablet: \(\frac{2160}{1620}=\frac{216}{162}=\frac{108}{81}=\frac{4}{3}\) (insgesamt mit 540 gekürzt).

Laptop: \(\frac{1680}{1050}=\frac{168}{105}=\frac{56}{35}=\frac{8}{5}\) (insgesamt mit 210 gekürzt).

Hinweis zu Aufgabe b)
Das gekürzte Seitenverhältnis des Beamers muss so erweitert werden, dass im Zähler 1600 steht. Suchen Sie zuerst die passende Erweiterungszahl.„Ermitteln“ verlangt den Weg zur Lösung und das Ergebnis.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Der Beamer hat das Format \(\frac{16}{9}\). Gesucht ist der wertgleiche Bruch mit dem Zähler 1600. Wegen \(16\cdot 100=1600\) wird mit 100 erweitert.

\(\frac{16}{9}=\frac{16\cdot 100}{9\cdot 100}=\frac{1600}{900}\)

Der Beamer muss im Sparmodus eine Höhe von 900 Pixeln einstellen; das Bild bleibt dann unverzerrt.

Hinweis zu Aufgabe c)
Ein gemeinsamer Nenner für 9, 4, 3 und 5 lässt sich als kleinstes gemeinsames Vielfaches finden. Stehen alle vier Brüche über demselben Nenner, entscheidet allein der Zähler.„Entscheiden“ verlangt eine eindeutige Festlegung, „begründen“ das tragende Argument.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Ein gemeinsamer Nenner von 9, 4, 3 und 5 ist \(180\). Erweitert ergibt sich:

\(\frac{16}{9}=\frac{320}{180}\), \(\frac{5}{4}=\frac{225}{180}\), \(\frac{4}{3}=\frac{240}{180}\), \(\frac{8}{5}=\frac{288}{180}\)

Der größte Zähler gehört zum Beamer. Er besitzt mit \(16:9\) das breiteste Bildformat, gefolgt vom Laptop \((8:5)\), dem Tablet \((4:3)\) und dem Monitor A \((5:4)\). Ein Video im Format \(16:9\) läuft also nur auf dem Beamer unverzerrt formatfüllend; auf allen anderen Geräten bleiben Ränder frei oder das Bild wird beschnitten.

4

Die Schülerzeitung rechnet nach

AFB III

Die Redaktion der Schülerzeitung holt ein Angebot der Druckerei ein: Für die Druckplatten werden einmalig 80 Euro berechnet, dazu kommen 2 Euro für jedes gedruckte Heft. Werden \(x\) Hefte gedruckt, so betragen die Kosten je Heft \(\frac{80+2x}{x}\) Euro (Material M4).

Jonas schaut auf den Term und sagt: „Das \(x\) steht oben und unten, das kürze ich weg. Dann bleibt \(\frac{80+2}{1}=82\) — jedes Heft kostet also 82 Euro.“

M4Kosten je Heft in Abhängigkeit von der Auflage
0255075100125150175200012345678Auflage in HeftenKosten je Heft in EuroKosten je Heftreine Druckkosten: 2 Euro je Heft

Die gestrichelte Linie markiert die reinen Druckkosten von 2 Euro je Heft. Der Graph zeigt einen Zusammenhang, er beweist ihn nicht.

  1. Berechnen Sie die Kosten je Heft für eine Auflage von 40 Heften und für eine Auflage von 200 Heften.
  2. Widerlegen Sie Jonas’ Behauptung mit einer Zahlenprobe und erklären Sie, welche Bedingung des Kürzens er verletzt hat.
  3. Zeigen Sie, dass \(\frac{80+2x}{x}=\frac{80}{x}+2\) für jede Auflage \(x>0\) gilt, und interpretieren Sie die beiden Summanden im Sachzusammenhang.
  4. Beurteilen Sie die Aussage der Chefredakteurin: „Wenn wir nur genügend Hefte drucken, sinken die Kosten je Heft unter 2 Euro.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Setzen Sie die Auflage im Zähler und im Nenner ein und werten Sie zuerst den Zähler vollständig aus, bevor Sie dividieren.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Auflage 40: \(\frac{80+2\cdot 40}{40}=\frac{160}{40}=4\). Ein Heft kostet 4,00 Euro.

Auflage 200: \(\frac{80+2\cdot 200}{200}=\frac{480}{200}=\frac{12}{5}=2{,}4\). Ein Heft kostet 2,40 Euro.

Hinweis zu Aufgabe b)
Wählen Sie eine bequeme Auflage, berechnen Sie den Term und vergleichen Sie das Ergebnis mit Jonas’ 82 Euro. Fragen Sie sich anschließend, ob \(x\) im Zähler als Faktor oder als Summand auftritt.„Widerlegen“ verlangt den Nachweis der Unrichtigkeit — ein Gegenbeispiel genügt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Zahlenprobe mit \(x=40\): Der Term ergibt nach Teilaufgabe a) genau 4 Euro, Jonas behauptet 82 Euro. Beide Werte stimmen nicht überein, die Behauptung ist damit widerlegt.

Der Fehler liegt in der Kürzungsregel: Gekürzt werden darf nur, was in Zähler und Nenner als Faktor auftritt, also mit allem anderen multipliziert wird. Im Zähler \(80+2x\) ist \(x\) jedoch nur Bestandteil des Summanden \(2x\) und wird nicht mit der 80 multipliziert. Aus einer Summe darf man nicht kürzen; Jonas hat den Summanden mit einem Faktor verwechselt.

Hinweis zu Aufgabe c)
Ein Bruch mit einer Summe im Zähler lässt sich in zwei Brüche mit demselben Nenner zerlegen. Im zweiten dieser Brüche steht \(x\) dann tatsächlich als Faktor.„Zeigen“ verlangt eine lückenlose Rechnung ohne Sprünge.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(\frac{80+2x}{x}=\frac{80}{x}+\frac{2x}{x}=\frac{80}{x}+2\)

Der erste Schritt zerlegt den Bruch in zwei Brüche mit demselben Nenner \(x\). Im zweiten Bruch ist \(x\) nun in Zähler und Nenner ein Faktor: \(\frac{2x}{x}=\frac{2\cdot x}{1\cdot x}=2\). Die Umformung ist für \(x>0\) zulässig, weil dann nicht durch null geteilt wird.

Im Sachzusammenhang: Der Summand \(2\) sind die reinen Druckkosten je Heft, die bei jeder Auflage anfallen. Der Summand \(\frac{80}{x}\) ist der Anteil der einmaligen Plattenkosten, der auf ein einzelnes Heft entfällt; er wird umso kleiner, je mehr Hefte gedruckt werden.

Hinweis zu Aufgabe d)
Überlegen Sie, welches Vorzeichen der erste Summand aus Teilaufgabe c) für große Auflagen hat und ob er jemals null werden kann. Der Graph in M4 liefert eine Vermutung, ersetzt die Begründung am Term aber nicht.„Beurteilen“ verlangt ein eigenes, begründetes Urteil.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Aussage ist falsch. Für jede Auflage \(x>0\) ist \(\frac{80}{x}>0\), also gilt \(\frac{80}{x}+2>2\). Die Kosten je Heft liegen damit immer über 2 Euro, ganz gleich wie groß die Auflage gewählt wird.

Der Kern der Beobachtung stimmt allerdings: Die Kosten je Heft sinken mit wachsender Auflage und kommen den 2 Euro beliebig nahe — bei 800 Heften sind es \(\frac{80}{800}+2=2{,}10\) Euro, bei 4000 Heften nur noch \(2{,}02\) Euro. Erreicht oder unterschritten werden die 2 Euro aber nie, weil die 80 Euro Plattenkosten stets auf endlich viele Hefte verteilt werden müssen. Genau das zeigt auch der Graph in M4: Die Kurve nähert sich der gestrichelten Linie, ohne sie zu berühren. Die Chefredakteurin sollte ihre Aussage also abschwächen zu: „Je größer die Auflage, desto näher liegen die Kosten je Heft bei 2 Euro.“

5

Trefferquoten in der Basketball-AG

AFB III

Die Basketball-AG wertet ein Training aus. Für jede Spielerin werden die Zahl der Treffer und die Zahl der Würfe notiert; die Trefferquote ist der Bruch aus Treffern und Würfen (Material M5). Verglichen werden sollen nicht die Anzahlen, sondern die Anteile.

M5Treffer und Würfe im Training
SpielerinTrefferWürfe
Mia1220
Lea2135
Nele1524

Die Trefferquote ist ein Anteil, keine Anzahl — vergleichbar wird sie erst durch Kürzen und Erweitern.

  1. Bestimmen Sie für jede Spielerin die Trefferquote als vollständig gekürzten Bruch.
  2. Vergleichen Sie die drei Trefferquoten, indem Sie die gekürzten Brüche auf einen gemeinsamen Nenner erweitern.
  3. Widerlegen Sie die Aussage des Trainers: „Lea ist die bessere Werferin als Mia, denn sie hat 21 Treffer erzielt und Mia nur 12.“
  4. Nehmen Sie Stellung zu der Behauptung eines Mitspielers: „Erweitern heißt doch, oben und unten dasselbe zu tun. Wenn Mia im nächsten Training einen zusätzlichen Wurf trifft, steht bei ihr 13 von 21 — ihre Quote bleibt also gleich.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Zähler und Nenner haben bei jeder Spielerin einen gemeinsamen Teiler. Kürzen Sie so weit, bis nur noch 1 als gemeinsamer Teiler übrig bleibt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Mia: \(\frac{12}{20}=\frac{3}{5}\) (mit 4 gekürzt).

Lea: \(\frac{21}{35}=\frac{3}{5}\) (mit 7 gekürzt).

Nele: \(\frac{15}{24}=\frac{5}{8}\) (mit 3 gekürzt).

Hinweis zu Aufgabe b)
Ein gemeinsamer Nenner der gekürzten Brüche lässt sich als kleinstes gemeinsames Vielfaches der Nenner finden. Sind die Nenner gleich, entscheidet allein der Zähler.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Ein gemeinsamer Nenner von 5 und 8 ist \(40\).

\(\frac{3}{5}=\frac{3\cdot 8}{5\cdot 8}=\frac{24}{40}\) und \(\frac{5}{8}=\frac{5\cdot 5}{8\cdot 5}=\frac{25}{40}\)

Mia und Lea treffen mit \(\frac{24}{40}=0{,}6\) exakt gleich gut, Nele liegt mit \(\frac{25}{40}=0{,}625\) knapp darüber. Nele hat also die beste Trefferquote des Trainings, der Vorsprung beträgt aber nur \(\frac{1}{40}\).

Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleichen Sie nicht die Anzahl der Treffer, sondern die Anteile aus Teilaufgabe a). Achten Sie darauf, wie viele Würfe die beiden Spielerinnen jeweils hatten.„Widerlegen“ verlangt den Nachweis, dass die Aussage nicht zutrifft.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Aussage ist falsch. Beide Quoten sind wertgleich: \(\frac{12}{20}=\frac{3}{5}\) und \(\frac{21}{35}=\frac{3}{5}\). Umgekehrt entsteht Leas Bruch aus \(\frac{3}{5}\) durch Erweitern mit 7, Mias Bruch durch Erweitern mit 4 — beide Male ändert sich der Wert nicht.

Der Trainer vergleicht Anzahlen statt Anteile. Lea hat mehr Treffer, weil sie mit 35 Würfen deutlich häufiger geworfen hat als Mia mit 20; sie hat aber auch mehr danebengeworfen (14 gegenüber 8). Aus der reinen Trefferzahl lässt sich keine Aussage über die Qualität des Wurfes ableiten, solange die Zahl der Versuche verschieden ist.

Hinweis zu Aufgabe d)
Prüfen Sie zuerst rechnerisch, welchen Wert \(\frac{13}{21}\) hat, und vergleichen Sie ihn mit Mias bisheriger Quote. Überlegen Sie danach, worin sich Addieren und Multiplizieren beim Umformen eines Bruchs unterscheiden.„Stellung nehmen“ verlangt eine eigene, fachlich begründete Position.
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Die Behauptung ist nicht haltbar, auch wenn der Ansatz zunächst einleuchtend klingt. Erweitern bedeutet, Zähler und Nenner mit derselben Zahl zu multiplizieren: \(\frac{a}{b}=\frac{a\cdot n}{b\cdot n}\). Beim zusätzlichen Treffer wird dagegen zu Zähler und Nenner dieselbe Zahl addiert, und das ist eine ganz andere Umformung.

Rechnerisch: \(\frac{3}{5}=\frac{63}{105}\) und \(\frac{13}{21}=\frac{65}{105}\). Wegen \(65>63\) steigt Mias Quote von \(0{,}6\) auf rund \(0{,}619\).

Allgemein gilt \(\frac{a+n}{b+n}\neq\frac{a}{b}\), sobald \(a\neq b\) ist; schon \(\frac{1}{2}\) und \(\frac{2}{3}\) sind ein Gegenbeispiel. Das Addieren gleicher Zahlen schiebt jeden Anteil, der kleiner als 1 ist, näher an 1 heran, statt ihn unverändert zu lassen. Ich halte die Behauptung deshalb für falsch: Der Mitspieler verwechselt Erweitern mit dem Addieren gleicher Zahlen. Für Mia ist das eine gute Nachricht, denn ihre Quote verbessert sich durch den Treffer tatsächlich.