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Bruchrechnen: Kürzen

Zähler und Nenner durch dieselbe Zahl teilen oder mit derselben Zahl multiplizieren — der Wert bleibt gleich. Gekürzt wird aber nur, was als Faktor dasteht.

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Kürzen: gleicher Wert, kleinere Zahlen

Ein und derselbe Bruchwert lässt sich mit ganz verschiedenen Zahlenpaaren aufschreiben: \(\dfrac{2}{5}\), \(\dfrac{4}{10}\) und \(\dfrac{20}{50}\) bezeichnen alle denselben Anteil. Der Übergang von den großen zu den kleinen Zahlen heißt Kürzen. Dabei werden Zähler und Nenner durch dieselbe Zahl dividiert — beide, nicht nur einer.

Formel

Kürzen

\(\dfrac{a\cdot n}{b\cdot n}=\dfrac{a}{b}\)
Steht im Zähler und im Nenner derselbe Faktor \(n\), so darf er in beiden gestrichen werden. Der Wert des Bruchs ändert sich dadurch nicht, nur die Schreibweise wird einfacher.
Merke

Kürzen heißt dividieren: Zähler und Nenner werden durch dieselbe Zahl dividiert. Der Wert des Bruchs bleibt gleich.

Im Streifenbild wird sichtbar, was dabei passiert: Die gefärbte Länge bleibt unverändert, nur die Einteilung wird gröber. Bei \(\dfrac{3}{9}\) werden Zähler und Nenner durch \(3\) geteilt, es bleibt \(\dfrac{1}{3}\). Bei \(\dfrac{17}{51}\) sieht man die gemeinsame Zahl nicht sofort; wer aber \(51=17\cdot 3\) erkennt, kürzt mit \(17\) und erhält ebenfalls \(\dfrac{1}{3}\).

Zweimal derselbe Wert: \(\dfrac{3}{9}\) und \(\dfrac{17}{51}\)
3 von 9 Teilendurch 3 teilen39=1317 von 51 Teilendurch 17 teilen1751=13

Beide Streifen sind bis zur gestrichelten Linie gefärbt, obwohl sie unterschiedlich fein eingeteilt sind. Kürzen verändert die Einteilung, nicht den Anteil.

  • Kürzen:Zähler und Nenner durch dieselbe Zahl dividieren.
  • Faktor:Eine Zahl, mit der multipliziert wird. Nur gemeinsame Faktoren von Zähler und Nenner dürfen gekürzt werden.
  • wertgleich:Zwei Brüche mit verschiedenen Zahlen, aber demselben Wert, etwa \(\dfrac{3}{9}\) und \(\dfrac{1}{3}\).
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Erweitern: feinere Teile, gleicher Anteil

Das Erweitern ist der umgekehrte Weg. Zähler und Nenner werden mit derselben Zahl \(n\) multipliziert, wobei \(n\) nicht \(0\) sein darf — sonst stünde im Nenner eine Null. Der Anteil bleibt derselbe, die Teile werden nur feiner.

Formel

Erweitern

\(\dfrac{a}{b}=\dfrac{a\cdot n}{b\cdot n},\quad n \neq 0\)
Es ist dieselbe Gleichung wie beim Kürzen, nur von rechts nach links gelesen. Kürzen und Erweitern sind Umkehrungen voneinander.
Merke

Erweitern heißt multiplizieren: Zähler und Nenner werden mit derselben Zahl multipliziert. Der Wert des Bruchs bleibt gleich.

Ein Beispiel: \(\dfrac{7}{10}\) soll mit \(6\) erweitert werden. Dann wird der Zähler \(7\) mit \(6\) multipliziert und der Nenner \(10\) ebenfalls mit \(6\).

Formel

\(\dfrac{7}{10}\) mit \(6\) erweitert

\(\dfrac{7}{10}=\dfrac{7\cdot 6}{10\cdot 6}=\dfrac{42}{60}\)
Aus \(7\) Zehnteln werden \(42\) Sechzigstel. Die Zahlen werden größer, der Wert bleibt \(0{,}7\).
\(\dfrac{7}{10}\) wird zu \(\dfrac{42}{60}\)
7 von 10 TeilenZähler und Nenner mal 642 von 60 Teilen710=4260

Jedes der zehn Teile wird in sechs kleinere Teile zerlegt, dadurch entstehen 60 Teile und aus den 7 gefärbten werden 42. Die gefärbte Länge ändert sich nicht.

Probiere selbst aus, wie weit man erweitern kann, ohne den Wert zu ändern: Der obere Streifen zeigt den Ausgangsbruch, der untere denselben Bruch mit \(n\) erweitert.

Erweitern und Kürzen am Streifen

Bewege den Regler für \(n\) oder klicke auf den unteren Streifen, um \(n\) um eins zu erhöhen. Mit der Tabulatortaste wird der untere Streifen ausgewählt, Pfeil links und rechts ändern dann \(n\).

Zähler
1
Nenner
3
Wert
0,333
Bereit.

Der Wert in der Anzeige ändert sich nie, egal wie groß \(n\) wird. Von oben nach unten gelesen wird erweitert, von unten nach oben gelesen wird gekürzt — es ist dieselbe Gleichung in beide Richtungen.

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Aus Summen kürzen nur die Dummen

Beim Kürzen wird sehr oft derselbe Fehler gemacht: Ein Buchstabe steht oben und unten, also wird er weggestrichen. Erlaubt ist das aber nur, wenn er in Zähler und Nenner als Faktor auftritt — also mit dem ganzen Rest multipliziert wird. Steht er dagegen als Summand in einer Summe oder Differenz, darf nicht gekürzt werden.

Formel

So darf nicht gekürzt werden

\(\dfrac{x}{x-y} \neq \dfrac{1}{1-y}\)
Im Nenner \(x-y\) ist \(x\) kein Faktor, sondern ein Summand. Der Term lässt sich deshalb nicht kürzen; er bleibt so stehen, wie er ist.
Faktor oder Summand — das ist der Unterschied
Summand — nicht kürzbarFaktor — kürzbarxx − y≠11 − yx ist hier nur ein Summand.a · nb · n=abn ist oben und unten ein Faktor.Aus Summen kürzen nur die Dummen.

Links ist \(x\) nur ein Summand des Nenners, das Streichen liefert einen anderen Term. Rechts ist \(n\) ein Faktor in Zähler und Nenner und darf gestrichen werden. Gekürzt wird ausschließlich, was oben und unten als Faktor steht.

Merke

Aus Summen kürzen nur die Dummen: Gekürzt werden darf nur, was in Zähler und Nenner als Faktor auftritt — niemals einzelne Summanden.

Dass die beiden Terme wirklich verschieden sind, zeigt eine einzige Zahlenprobe. Setzt man \(x=4\) und \(y=2\) ein, so ergibt der linke Term \(\dfrac{4}{4-2}=\dfrac{4}{2}=2\), der rechte dagegen \(\dfrac{1}{1-2}=\dfrac{1}{-1}=-1\). Zwei und minus eins sind offensichtlich nicht dasselbe.

Merke

Prüffrage vor dem Kürzen: Ist die Zahl oben und unten ein Faktor? Nur dann darfst du kürzen.

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Allgemeine Hinweise

Nur Faktoren kürzen

Steht eine Zahl als Summand in einer Summe, darfst du sie nicht streichen. \(\dfrac{x+2}{x}\) lässt sich nicht kürzen.

Zahlenprobe

Setze eine Zahl ein und vergleiche beide Terme. Sind die Werte verschieden, war das Kürzen falsch.

Vollständig kürzen

Kürze mit dem grössten gemeinsamen Teiler von Zähler und Nenner. Dann ist der Bruch in einem Schritt fertig.

Zum Weiterschauen

Videos

Zwei kurze Erklärvideos zu diesem Unterkapitel — eines für die Idee, eines für das Rechnen. Sie starten erst, wenn du sie anklickst.

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