Zwei Fitnessstudios
AFB IZwei Fitnessstudios am Ort rechnen unterschiedlich ab: Beide verlangen einen festen Monatsbeitrag, zusätzlich kostet jeder besuchte Kurs einen festen Betrag (Material M1). Es bezeichne \(x\) die Anzahl der Kurse in einem Monat und \(y\) die Monatskosten in Euro.
| Studio | Monatsbeitrag | Preis je Kurs |
|---|---|---|
| Studio A | 25,00 € | 4,00 € |
| Studio B | 15,00 € | 6,00 € |
Es fallen keine weiteren Gebühren an; angefangene Kurse gibt es nicht.
- Stellen Sie für jedes der beiden Studios eine Gleichung der Form \(y=\ldots\) auf.
- Berechnen Sie mit dem Gleichsetzungsverfahren, bei wie vielen Kursen im Monat beide Studios gleich viel kosten, und wie hoch die Kosten dann sind.
- Geben Sie an, welches Studio bei acht Kursen im Monat günstiger ist, und berechnen Sie den Preisunterschied.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Studio A: fester Beitrag 25,00 € und 4,00 € je Kurs, also
\(\text{I: } y = 25+4x\)
Studio B: fester Beitrag 15,00 € und 6,00 € je Kurs, also
\(\text{II: } y = 15+6x\)
Dabei ist \(x\) die Anzahl der Kurse und \(y\) der Monatspreis in Euro.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Beide Gleichungen sind nach \(y\) aufgelöst, die rechten Seiten werden gleichgesetzt:
\(25+4x = 15+6x \quad\big|\ -4x\)
\(25 = 15+2x \quad\big|\ -15\)
\(10 = 2x \quad\big|\ :\,2\)
\(x = 5\)
Einsetzen in I: \(y = 25+4\cdot 5 = 45\). Kontrolle mit II: \(15+6\cdot 5 = 45\) — beide Male 45,00 €.
Es ist \(L=\{(5\,|\,45)\}\). Bei fünf Kursen im Monat kosten beide Studios gleich viel, nämlich 45,00 €.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Studio A: \(25+4\cdot 8 = 25+32 = 57\), also 57,00 €.
Studio B: \(15+6\cdot 8 = 15+48 = 63\), also 63,00 €.
Bei acht Kursen ist Studio A günstiger, und zwar um 6,00 €. Das passt zum Schnittpunkt: Oberhalb von fünf Kursen wirkt sich der höhere Kurspreis von Studio B stärker aus als der niedrigere Grundbeitrag.
Zwei Autovermietungen
AFB IIFür eine Tagesmiete verlangen zwei Vermieter eine feste Grundgebühr und zusätzlich einen Preis je gefahrenem Kilometer (Material M2). Es bezeichne \(x\) die gefahrene Strecke in Kilometern und \(y\) die Gesamtkosten eines Miettages in Euro.
| Vermieter | Grundgebühr je Tag | Preis je Kilometer |
|---|---|---|
| Vermieter A | 39,00 € | 0,29 € |
| Vermieter B | 59,00 € | 0,19 € |
Sprit, Versicherung und Rückgabe sind in beiden Angeboten bereits enthalten.
- Stellen Sie für beide Vermieter je eine Kostengleichung \(y=\ldots\) auf.
- Berechnen Sie mit dem Gleichsetzungsverfahren die Strecke, bei der beide Angebote gleich viel kosten, sowie den zugehörigen Betrag.
- Entscheiden Sie begründet, welches Angebot für eine Tagesfahrt von 350 km günstiger ist.
- Erläutern Sie, woran man den beiden Gleichungen bereits ansieht, dass es genau einen solchen Punkt gleicher Kosten geben muss.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(\text{I: } y = 39+0{,}29x\) für Vermieter A,
\(\text{II: } y = 59+0{,}19x\) für Vermieter B.
Dabei ist \(x\) die gefahrene Strecke in Kilometern und \(y\) der Tagespreis in Euro.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Beide Gleichungen sind nach \(y\) aufgelöst, also wird sofort gleichgesetzt:
\(39+0{,}29x = 59+0{,}19x \quad\big|\ -0{,}19x\)
\(39+0{,}10x = 59 \quad\big|\ -39\)
\(0{,}10x = 20 \quad\big|\ :\,0{,}10\)
\(x = 200\)
Einsetzen in I: \(y = 39+0{,}29\cdot 200 = 39+58 = 97\). Kontrolle mit II: \(59+0{,}19\cdot 200 = 59+38 = 97\).
\(L=\{(200\,|\,97)\}\): Bei 200 gefahrenen Kilometern kosten beide Angebote 97,00 €.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Vermieter A: \(39+0{,}29\cdot 350 = 39+101{,}50 = 140{,}50\), also 140,50 €.
Vermieter B: \(59+0{,}19\cdot 350 = 59+66{,}50 = 125{,}50\), also 125,50 €.
Für 350 km ist Vermieter B günstiger, und zwar um 15,00 €. Das ist auch ohne Rechnung plausibel: 350 km liegen oberhalb der Schnittstelle von 200 km, und jenseits davon wirkt sich der niedrigere Kilometerpreis von B stärker aus als seine höhere Grundgebühr.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die beiden Faktoren vor \(x\) sind die Steigungen der zugehörigen Geraden: \(0{,}29\) bei A und \(0{,}19\) bei B. Weil sie verschieden sind, bleibt beim Gleichsetzen ein Term mit \(x\) stehen (hier \(0{,}10x\)), und eine Gleichung der Form \(0{,}10x=20\) hat genau eine Lösung.
Wären beide Kilometerpreise gleich, würde \(x\) beim Gleichsetzen wegfallen: Die Geraden wären parallel, und der teurere Anbieter bliebe bei jeder Strecke teurer.
Kosten und Erlös einer Kleinserie
AFB IIEine Schülerfirma stellt Holzuhren her. Für Werkstattmiete und Werkzeug fallen feste Kosten an, dazu kommen Materialkosten für jedes Stück; verkauft wird zu einem festen Preis (Material M3). Es bezeichne \(x\) die Stückzahl und \(y\) den jeweiligen Betrag in Euro.
| Position | Betrag |
|---|---|
| feste Kosten (Miete, Werkzeug) | 1 800,00 € |
| Materialkosten je Uhr | 4,50 € |
| Verkaufspreis je Uhr | 9,00 € |
Alle hergestellten Uhren werden auch verkauft; Rabatte gibt es nicht.
- Stellen Sie die Kostengleichung und die Erlösgleichung auf.
- Bestimmen Sie mit dem Gleichsetzungsverfahren die Stückzahl, ab der die Firma keinen Verlust mehr macht, und den zugehörigen Betrag.
- Berechnen Sie den Gewinn bei 600 verkauften Uhren.
- Interpretieren Sie den berechneten Schnittpunkt im Sachzusammenhang.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Kosten: \(\text{I: } y = 4{,}5x+1800\)
Erlös: \(\text{II: } y = 9x\)
Dabei ist \(x\) die Anzahl der Uhren und \(y\) der Betrag in Euro.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Beide Gleichungen sind nach \(y\) aufgelöst, also wird gleichgesetzt:
\(4{,}5x+1800 = 9x \quad\big|\ -4{,}5x\)
\(1800 = 4{,}5x \quad\big|\ :\,4{,}5\)
\(x = 400\)
Einsetzen in II: \(y = 9\cdot 400 = 3600\). Kontrolle mit I: \(4{,}5\cdot 400+1800 = 1800+1800 = 3600\).
\(L=\{(400\,|\,3600)\}\): Ab 400 verkauften Uhren macht die Firma keinen Verlust mehr; Kosten und Erlös betragen dann jeweils 3 600,00 €.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Erlös bei 600 Stück: \(9\cdot 600 = 5400\), also 5 400,00 €.
Kosten bei 600 Stück: \(4{,}5\cdot 600+1800 = 2700+1800 = 4500\), also 4 500,00 €.
Gewinn: \(5400-4500 = 900\). Bei 600 verkauften Uhren beträgt der Gewinn 900,00 €.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Der Schnittpunkt \((400\,|\,3600)\) ist die Gewinnschwelle (der Break-even-Punkt): Genau bei 400 Uhren decken die Einnahmen die Kosten exakt, der Gewinn ist null.
Links davon, also bei weniger als 400 Uhren, verläuft die Kostengerade oberhalb der Erlösgerade — die Firma macht Verlust. Rechts davon liegt die Erlösgerade oben, jede weitere Uhr bringt \(9{,}00\ \text{€}-4{,}50\ \text{€}=4{,}50\ \text{€}\) zusätzlichen Gewinn.
Zwei Silos auf dem Hof
AFB IIAuf einem Hof stehen zwei Getreidesilos. Aus Silo A wird täglich dieselbe Menge entnommen, in Silo B wird täglich dieselbe Menge eingelagert (Material M4). Es bezeichne \(x\) die Anzahl der Tage seit Beobachtungsbeginn und \(y\) den Inhalt in Dezitonnen (dt).
| Silo | Bestand am Tag 0 | Änderung je Tag |
|---|---|---|
| Silo A | 320 dt | − 8 dt (Entnahme) |
| Silo B | 80 dt | + 12 dt (Einlagerung) |
Entnahme und Einlagerung laufen gleichmäßig; Verluste treten nicht auf.
- Stellen Sie für beide Silos eine Gleichung \(y=\ldots\) auf.
- Berechnen Sie, nach wie vielen Tagen beide Silos denselben Inhalt haben, und wie groß dieser Inhalt ist.
- Überprüfen Sie die Behauptung: „Nach 20 Tagen enthält Silo B genau doppelt so viel wie Silo A.“
- Beurteilen Sie, für welchen Zeitraum das Modell überhaupt sinnvoll ist.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Silo A verliert täglich 8 dt: \(\text{I: } y = 320-8x\).
Silo B gewinnt täglich 12 dt: \(\text{II: } y = 80+12x\).
Dabei ist \(x\) die Anzahl der Tage und \(y\) der Inhalt in Dezitonnen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Gleichsetzen der rechten Seiten:
\(320-8x = 80+12x \quad\big|\ +8x\)
\(320 = 80+20x \quad\big|\ -80\)
\(240 = 20x \quad\big|\ :\,20\)
\(x = 12\)
Einsetzen in I: \(y = 320-8\cdot 12 = 320-96 = 224\). Kontrolle mit II: \(80+12\cdot 12 = 80+144 = 224\).
\(L=\{(12\,|\,224)\}\): Nach 12 Tagen enthalten beide Silos jeweils 224 dt.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Silo A nach 20 Tagen: \(320-8\cdot 20 = 320-160 = 160\), also 160 dt.
Silo B nach 20 Tagen: \(80+12\cdot 20 = 80+240 = 320\), also 320 dt.
Wegen \(320 = 2\cdot 160\) ist die Behauptung richtig. Sie folgt aber nicht aus dem Schnittpunkt, sondern ist ein zusätzliches Ergebnis für genau diesen einen Tag — an keinem anderen Tag gilt sie.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Silo A ist leer, wenn \(320-8x = 0\) gilt, also bei \(x = 40\). Für \(x>40\) lieferte die Gleichung negative Inhalte, und die gibt es nicht.
Sinnvoll ist das Modell also frühestens ab \(x=0\) und höchstens bis \(x=40\). Zusätzlich müsste Silo B groß genug sein: Nach 40 Tagen enthielte es \(80+12\cdot 40 = 560\) dt. Fasst es weniger, endet die Gültigkeit noch früher. Der berechnete Schnittpunkt bei \(x=12\) liegt aber in jedem Fall im sinnvollen Bereich.
Der Bus und der Pkw
AFB IIEin Linienbus verlässt um 8:00 Uhr den Betriebshof und fährt mit gleichbleibender Geschwindigkeit über die Landstraße. Ein Pkw startet später am selben Ort und nimmt dieselbe Strecke (Material M5). Es bezeichne \(x\) die Zeit in Stunden nach 8:00 Uhr und \(y\) den seit dem Betriebshof zurückgelegten Weg in Kilometern.
| Fahrzeug | Abfahrt | Geschwindigkeit |
|---|---|---|
| Linienbus | 8:00 Uhr | 45 km/h |
| Pkw | 8:30 Uhr | 75 km/h |
Beide Fahrzeuge fahren ohne Halt und mit konstanter Geschwindigkeit.
- Stellen Sie für beide Fahrzeuge eine Weggleichung \(y=\ldots\) auf.
- Berechnen Sie mit dem Gleichsetzungsverfahren, wann und wie weit vom Betriebshof entfernt der Pkw den Bus einholt.
- Zeigen Sie durch eine Probe, dass beide Fahrzeuge zu diesem Zeitpunkt tatsächlich denselben Weg zurückgelegt haben.
- Erläutern Sie, warum im Term des Pkw die Klammer \((x-0{,}5)\) steht und nicht einfach \(x\).
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Bus: Er fährt seit \(x\) Stunden mit 45 km/h, also
\(\text{I: } y = 45x\).
Pkw: Er startet eine halbe Stunde später, ist also erst \(x-0{,}5\) Stunden unterwegs:
\(\text{II: } y = 75\cdot(x-0{,}5) = 75x-37{,}5\).
Dabei ist \(x\) die Zeit in Stunden nach 8:00 Uhr und \(y\) der Weg in Kilometern; die zweite Gleichung gilt für \(x\ge 0{,}5\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Gleichsetzen der rechten Seiten:
\(45x = 75x-37{,}5 \quad\big|\ -75x\)
\(-30x = -37{,}5 \quad\big|\ :(-30)\)
\(x = 1{,}25\)
Einsetzen in I: \(y = 45\cdot 1{,}25 = 56{,}25\).
\(1{,}25\) Stunden sind 1 Stunde und 15 Minuten. Der Pkw holt den Bus also um 9:15 Uhr ein, und zwar 56,25 km vom Betriebshof entfernt.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Probe in I: \(45\cdot 1{,}25 = 56{,}25\) — der Bus hat 56,25 km zurückgelegt.
Probe in II: \(75\cdot(1{,}25-0{,}5) = 75\cdot 0{,}75 = 56{,}25\) — der Pkw ebenfalls.
Beide Wege stimmen überein, das Zahlenpaar \((1{,}25\,|\,56{,}25)\) erfüllt beide Gleichungen. Zusätzlich liegt \(1{,}25 \ge 0{,}5\), der Zeitpunkt ist im Sachzusammenhang also zulässig.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Variable \(x\) zählt die Stunden seit 8:00 Uhr, dem Start des Busses. Um 9:00 Uhr ist \(x=1\), der Pkw ist dann aber erst eine halbe Stunde unterwegs. Für ihn ist die Fahrzeit deshalb \(x-0{,}5\), und der zurückgelegte Weg beträgt \(75\cdot(x-0{,}5)\).
Ohne die Klammer, also mit \(y=75x\), würde man dem Pkw die halbe Stunde Vorsprung des Busses gutschreiben — die beiden Fahrzeuge wären dann von Anfang an gemeinsam losgefahren, und der Bus würde nie vorne liegen.
Zwei Sparpläne im Vergleich
AFB IIZwei Geschwister legen jeden Monat denselben Betrag auf ihr Konto; die Startguthaben und die Raten sind verschieden (Material M6). Es bezeichne \(x\) die Anzahl der eingezahlten Monatsraten und \(y\) das Guthaben in Euro.
| Konto | Startguthaben | Monatliche Rate |
|---|---|---|
| Konto A | 240,00 € | 35,00 € |
| Konto B | 600,00 € | 20,00 € |
Zinsen und Gebühren bleiben unberücksichtigt; die Raten werden lückenlos eingezahlt.
- Stellen Sie für beide Konten eine Gleichung \(y=\ldots\) auf.
- Berechnen Sie, nach wie vielen Monaten beide Konten dasselbe Guthaben aufweisen, und wie hoch dieses Guthaben ist.
- Überprüfen Sie die Behauptung: „Nach drei Jahren steht auf Konto A mehr als auf Konto B.“
- Bestimmen Sie, welche Monatsrate auf Konto B dazu führen würde, dass die beiden Guthaben nie gleich groß sind, und begründen Sie das.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(\text{I: } y = 240+35x\) für Konto A,
\(\text{II: } y = 600+20x\) für Konto B.
Dabei ist \(x\) die Anzahl der Monatsraten und \(y\) das Guthaben in Euro.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Gleichsetzen:
\(240+35x = 600+20x \quad\big|\ -20x\)
\(240+15x = 600 \quad\big|\ -240\)
\(15x = 360 \quad\big|\ :\,15\)
\(x = 24\)
Einsetzen in I: \(y = 240+35\cdot 24 = 240+840 = 1080\). Kontrolle mit II: \(600+20\cdot 24 = 600+480 = 1080\).
\(L=\{(24\,|\,1080)\}\): Nach 24 Monaten stehen auf beiden Konten 1 080,00 €.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Drei Jahre entsprechen \(x = 36\).
Konto A: \(240+35\cdot 36 = 240+1260 = 1500\), also 1 500,00 €.
Konto B: \(600+20\cdot 36 = 600+720 = 1320\), also 1 320,00 €.
Die Behauptung ist richtig: Konto A liegt um 180,00 € vorn. Das war zu erwarten, denn 36 Monate liegen hinter dem Schnittpunkt bei 24 Monaten, und ab dort ist die höhere Rate von Konto A ausschlaggebend.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Guthaben sind nie gleich groß, wenn die Gleichung \(240+35x = 600+rx\) keine Lösung besitzt. Beim Gleichsetzen entsteht \((35-r)x = 360\).
Für \(r = 35\) steht dort \(0 = 360\) — eine falsche Aussage, das System hat keine Lösung. Die Rate auf Konto B müsste also ebenfalls 35,00 € betragen.
Begründung: Bei gleicher Rate wachsen beide Guthaben in jedem Monat um denselben Betrag; der Startvorsprung von 360,00 € auf Konto B bleibt für immer bestehen. Grafisch sind die beiden Geraden dann parallel: gleiche Steigung 35, verschiedene Achsenabschnitte 240 und 600.
Zwei Bäume im Schulgarten
AFB IIIm Schulgarten stehen zwei Bäume unterschiedlicher Art. Beide wachsen nach den Aufzeichnungen der Garten-AG jedes Jahr um denselben Betrag (Material M7). Es bezeichne \(x\) die Anzahl der Jahre seit der ersten Messung und \(y\) die Höhe in Zentimetern.
| Baum | Höhe bei der ersten Messung | Zuwachs je Jahr |
|---|---|---|
| Baum A | 180 cm | 25 cm |
| Baum B | 260 cm | 15 cm |
Der jährliche Zuwachs wird als konstant angenommen.
- Stellen Sie für beide Bäume eine Gleichung \(y=\ldots\) auf.
- Berechnen Sie, nach wie vielen Jahren beide Bäume gleich hoch sind, und wie hoch sie dann sind.
- Überprüfen Sie die Behauptung: „Nach zwölf Jahren ist Baum A genau 40 cm höher als Baum B.“
- Beurteilen Sie, ob das Modell auch noch für \(x = 50\) sinnvolle Werte liefert.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(\text{I: } y = 180+25x\) für Baum A,
\(\text{II: } y = 260+15x\) für Baum B.
Dabei ist \(x\) die Anzahl der Jahre seit der ersten Messung und \(y\) die Höhe in Zentimetern.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Gleichsetzen:
\(180+25x = 260+15x \quad\big|\ -15x\)
\(180+10x = 260 \quad\big|\ -180\)
\(10x = 80 \quad\big|\ :\,10\)
\(x = 8\)
Einsetzen in I: \(y = 180+25\cdot 8 = 180+200 = 380\). Kontrolle mit II: \(260+15\cdot 8 = 260+120 = 380\).
\(L=\{(8\,|\,380)\}\): Nach 8 Jahren sind beide Bäume 380 cm hoch.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Baum A nach 12 Jahren: \(180+25\cdot 12 = 180+300 = 480\), also 480 cm.
Baum B nach 12 Jahren: \(260+15\cdot 12 = 260+180 = 440\), also 440 cm.
Die Differenz beträgt \(480-440 = 40\) cm. Die Behauptung ist richtig. Sie lässt sich auch direkt aus den Gleichungen ablesen: Vier Jahre nach dem Schnittpunkt hat Baum A \(4\cdot(25-15) = 40\) cm Vorsprung.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Für \(x = 50\) liefert das Modell \(180+25\cdot 50 = 1430\) cm, also 14,30 m für Baum A, und \(260+15\cdot 50 = 1010\) cm, also 10,10 m für Baum B.
Diese Werte sind für viele Baumarten zwar nicht unmöglich, das Modell selbst ist auf so lange Sicht aber unbrauchbar: Bäume wachsen nicht dauerhaft mit konstantem jährlichem Zuwachs, sondern zunächst schneller und im Alter deutlich langsamer, bis das Höhenwachstum praktisch aufhört. Zuverlässig ist das lineare Modell nur für wenige Jahre um den Messzeitraum herum — der berechnete Schnittpunkt bei \(x = 8\) liegt noch in diesem Bereich, \(x = 50\) nicht mehr.
Drei Angebote der Druckereien
AFB IIIFür den Druck einer Schulzeitung liegen drei Angebote vor. Jedes besteht aus einem festen Grundpreis für die Druckvorlage und einem Preis je gedrucktem Exemplar (Material M8). Es bezeichne \(x\) die Anzahl der Exemplare und \(y\) den Gesamtpreis in Euro.
| Angebot | Grundpreis | Preis je Exemplar |
|---|---|---|
| Druckerei A | 90,00 € | 0,45 € |
| Druckerei B | 30,00 € | 0,60 € |
| Druckerei C | 120,00 € | 0,45 € |
Alle drei Angebote gelten ohne Mindestabnahme und ohne Mengenrabatt.
- Stellen Sie für die Angebote A und B je eine Preisgleichung auf und berechnen Sie mit dem Gleichsetzungsverfahren die Auflage, bei der beide gleich teuer sind.
- Entscheiden Sie begründet, welches der beiden Angebote A und B für eine Auflage von 250 Exemplaren günstiger ist.
- Zeigen Sie rechnerisch, dass die Angebote A und C für keine Auflage gleich teuer sind.
- Nehmen Sie Stellung zu der Aussage: „Weil A und C denselben Preis je Exemplar haben, ist C bei jeder Auflage genau 30,00 € teurer als A.“
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(\text{I: } y = 90+0{,}45x\) für Druckerei A,
\(\text{II: } y = 30+0{,}60x\) für Druckerei B.
Gleichsetzen:
\(90+0{,}45x = 30+0{,}60x \quad\big|\ -0{,}45x\)
\(90 = 30+0{,}15x \quad\big|\ -30\)
\(60 = 0{,}15x \quad\big|\ :\,0{,}15\)
\(x = 400\)
Einsetzen in I: \(y = 90+0{,}45\cdot 400 = 90+180 = 270\). Kontrolle mit II: \(30+0{,}60\cdot 400 = 30+240 = 270\).
\(L=\{(400\,|\,270)\}\): Bei 400 Exemplaren kosten beide Angebote 270,00 €.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Druckerei A: \(90+0{,}45\cdot 250 = 90+112{,}50 = 202{,}50\), also 202,50 €.
Druckerei B: \(30+0{,}60\cdot 250 = 30+150 = 180\), also 180,00 €.
Für 250 Exemplare ist Angebot B günstiger, und zwar um 22,50 €. Das passt zum Schnittpunkt: 250 Exemplare liegen unterhalb von 400, und in diesem Bereich zählt der niedrigere Grundpreis von B mehr als sein höherer Preis je Exemplar.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Für Druckerei C gilt \(\text{III: } y = 120+0{,}45x\). Gleichsetzen mit Angebot A:
\(90+0{,}45x = 120+0{,}45x \quad\big|\ -0{,}45x\)
\(90 = 120\)
Das ist eine falsche Aussage. Die Variable \(x\) ist beim Umformen vollständig weggefallen, ohne dass eine wahre Aussage übrig geblieben wäre. Das Gleichungssystem hat also keine Lösung: \(L=\{\}\).
Grafisch: Beide Geraden haben die Steigung \(0{,}45\), aber verschiedene Achsenabschnitte 90 und 120 — sie sind parallel und schneiden sich nirgends. Für keine Auflage sind A und C gleich teuer.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Die Aussage ist richtig, und sie lässt sich vollständig begründen. Die Preisdifferenz beträgt
\((120+0{,}45x)-(90+0{,}45x) = 120-90+0{,}45x-0{,}45x = 30\).
Der Term \(0{,}45x\) hebt sich weg, weil beide Angebote denselben Preis je Exemplar verlangen. Übrig bleibt die konstante Differenz von 30,00 € — unabhängig von der Auflage.
Dieselbe Sache aus anderer Sicht: Gleiche Steigung bedeutet parallele Geraden, und der Abstand paralleler Geraden in \(y\)-Richtung ist überall gleich groß. Genau das ist der Grund, warum das Gleichsetzen in Teilaufgabe c) auf die falsche Aussage \(90 = 120\) geführt hat: Der Abstand ist zwar konstant, aber eben nie null.
Trickaufgabe: die zwei Wasserbecken
AFB IIIZwei Wasserbecken einer Gartenanlage werden gleichzeitig befüllt. Zu Beobachtungsbeginn (\(x=0\)) enthalten sie unterschiedlich viel Wasser, und beide Zuläufe liefern jede Stunde dieselbe Menge (Material M9). Es bezeichne \(x\) die Zeit in Stunden nach Beobachtungsbeginn und \(y\) den Inhalt in Kubikmetern.
| Becken | Inhalt bei \(x=0\) | Zulauf je Stunde |
|---|---|---|
| Becken A | 45 m³ | 3 m³ |
| Becken B | 75 m³ | 5 m³ |
Beide Becken sind groß genug; Verdunstung und Entnahme bleiben unberücksichtigt.
- Stellen Sie für beide Becken eine Gleichung \(y=\ldots\) auf und lösen Sie das entstehende Gleichungssystem mit dem Gleichsetzungsverfahren.
- Interpretieren Sie das Ergebnis im Sachzusammenhang und beurteilen Sie, ob die Füllstände jemals übereinstimmen.
- Begründen Sie ohne weitere Rechnung, warum der Abstand der beiden Füllstände mit der Zeit immer größer wird.
- Bestimmen Sie, welchen Zulauf Becken A haben müsste, damit die Füllstände nach genau 10 Stunden übereinstimmen.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(\text{I: } y = 45+3x\) für Becken A,
\(\text{II: } y = 75+5x\) für Becken B.
Gleichsetzen der rechten Seiten:
\(45+3x = 75+5x \quad\big|\ -3x\)
\(45 = 75+2x \quad\big|\ -75\)
\(-30 = 2x \quad\big|\ :\,2\)
\(x = -15\)
Einsetzen in I: \(y = 45+3\cdot(-15) = 45-45 = 0\). Kontrolle mit II: \(75+5\cdot(-15) = 75-75 = 0\).
Das Gleichungssystem hat also genau eine Lösung: \(L=\{(-15\,|\,0)\}\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Rechnerisch gibt es einen Schnittpunkt — er liegt aber bei \(x = -15\), also 15 Stunden vor dem Beobachtungsbeginn. Zu diesem Zeitpunkt wären beide Becken leer gewesen (\(y = 0\)).
Sinnvoll ist das Modell jedoch nur für \(x \ge 0\), denn erst ab dem Beobachtungsbeginn sind die Angaben aus M9 gültig; ob die Becken vorher überhaupt schon liefen, ist nicht bekannt. Im betrachteten Zeitraum stimmen die Füllstände deshalb nie überein.
Das ist die eigentliche Pointe der Aufgabe: Eine eindeutige Lösung des Gleichungssystems bedeutet noch nicht, dass die Sachaufgabe eine Lösung hat. Jedes rechnerische Ergebnis muss am Sachzusammenhang geprüft werden.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Becken B enthält zu Beginn 30 m³ mehr als Becken A und bekommt zusätzlich jede Stunde 2 m³ mehr Zulauf (5 m³ statt 3 m³).
Der Vorsprung von B wird also nicht abgebaut, sondern wächst in jeder Stunde um weitere 2 m³. Grafisch: Die Gerade von B startet höher und ist steiler; sie entfernt sich nach rechts immer weiter von der Geraden zu A. Ein Schnittpunkt kann deshalb nur links vom Beobachtungsbeginn liegen — genau dort hat ihn die Rechnung in Teilaufgabe a) auch gefunden.
Hinweis zu Aufgabe d)
Erwartungshorizont zu Aufgabe d)
Der gesuchte Zulauf von Becken A sei \(a\) in Kubikmetern je Stunde. Dann lautet die Gleichung für Becken A: \(y = 45+a\cdot x\), die für Becken B bleibt \(y = 75+5x\).
Gleichsetzen und \(x = 10\) einsetzen:
\(45+10a = 75+5\cdot 10\)
\(45+10a = 125 \quad\big|\ -45\)
\(10a = 80 \quad\big|\ :\,10\)
\(a = 8\)
Probe: Becken A hätte nach 10 Stunden \(45+8\cdot 10 = 125\) m³, Becken B \(75+5\cdot 10 = 125\) m³ — beide Male 125 m³.
Becken A müsste also einen Zulauf von 8 m³ je Stunde haben. Zur Kontrolle der Größenordnung: Der Zulauf muss größer sein als die 5 m³ von Becken B, sonst könnte der Rückstand von 30 m³ nie aufgeholt werden.
