Der Messschrieb der Wetterstation
AFB IDie Wetterstation einer Schule zeichnet den ganzen Tag über die Lufttemperatur auf. Am Abend druckt sie den Messschrieb aus (Material M1). Auf der waagerechten Achse steht die Uhrzeit, auf der senkrechten Achse die gemessene Temperatur.
Aufzeichnung von 0 Uhr bis 24 Uhr. Zwischen den Messpunkten hat die Station durchgehend geschrieben.
- Geben Sie an, welche Größe hier welcher Größe zugeordnet wird, und lesen Sie ab, wie warm es um 6 Uhr und um 15 Uhr war.
- Begründen Sie, dass der Messschrieb M1 zum Graphen einer Funktion gehört.
- Nennen Sie die vier Darstellungsformen einer Funktion und geben Sie an, welche davon in M1 verwendet wird.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Der Uhrzeit wird die Lufttemperatur zugeordnet: Die Uhrzeit ist die unabhängige Größe, die Temperatur hängt von ihr ab. Ablesen: Um 6 Uhr waren es etwa 3 °C, um 15 Uhr etwa 16 °C.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Zu jeder Uhrzeit gehört genau ein Messwert — die Station kann nicht zur selben Zeit zwei verschiedene Temperaturen aufzeichnen. Zeichnet man an einer beliebigen Stelle der waagerechten Achse eine senkrechte Linie, so trifft sie die Kurve genau einmal. Die Zuordnung ist also eindeutig, und genau das verlangt der Funktionsbegriff.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Text oder Situation, Funktionsgleichung, Wertetabelle und Graph. In M1 liegt der Graph vor.
Die Kerze im Adventsgesteck
AFB IIEine Kerze ist zu Beginn 18 cm hoch. Sie brennt gleichmäßig ab: In jeder Stunde wird sie um 1,2 cm kürzer. Der Brenndauer \(t\) in Stunden wird die Höhe \(h\) in Zentimetern zugeordnet:
\(h(t) = 18 - 1{,}2 \cdot t\)
- Erstellen Sie eine Wertetabelle für die Brenndauern \(t = 0\), \(2\), \(4\), \(6\) und \(8\) Stunden.
- Berechnen Sie die Höhe der Kerze nach 5 Stunden Brenndauer.
- Bestimmen Sie mithilfe des Graphen M1, nach welcher Brenndauer die Kerze nur noch 6 cm hoch ist, und überprüfen Sie Ihr Ergebnis rechnerisch.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Einsetzen in \(h(t) = 18 - 1{,}2 \cdot t\):
| Brenndauer \(t\) in h | 0 | 2 | 4 | 6 | 8 |
|---|---|---|---|---|---|
| Höhe \(h(t)\) in cm | 18 | 15,6 | 13,2 | 10,8 | 8,4 |
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(h(5) = 18 - 1{,}2 \cdot 5 = 18 - 6 = 12\). Nach fünf Stunden ist die Kerze noch 12 cm hoch.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Ablesen im Graphen: Der Wert 6 cm wird nach etwa 10 Stunden erreicht. Rechnerisch: \(18 - 1{,}2 \cdot t = 6\), also \(1{,}2 \cdot t = 12\) und damit \(t = 10\). Ablesung und Rechnung stimmen überein: Nach 10 Stunden ist die Kerze noch 6 cm hoch.
Nils und der Zug
AFB IIEin Zug fährt mit gleichbleibender Geschwindigkeit: In jeder Stunde legt er 80 km zurück. Nils schreibt dazu die Funktionsgleichung \(s(t) = 80 \cdot t\) auf, wobei \(t\) die Fahrzeit in Stunden und \(s\) den zurückgelegten Weg in Kilometern bezeichnet. Anschließend erstellt er die Wertetabelle M1. Beim Nachrechnen fällt seiner Sitznachbarin ein Fehler auf.
| Fahrzeit \(t\) in h | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 |
|---|---|---|---|---|---|
| Weg \(s(t)\) in km | 0 | 80 | 160 | 260 | 320 |
- Erklären Sie, welche Größe hier welcher Größe zugeordnet wird und was die Zahl 80 in Nils' Funktionsgleichung bedeutet.
- Überprüfen Sie die Wertetabelle M1 vollständig und korrigieren Sie den fehlerhaften Wert.
- Berechnen Sie nach welcher Fahrzeit der Zug 200 km zurückgelegt hat.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Der Fahrzeit \(t\) wird der zurückgelegte Weg \(s\) zugeordnet: Zu jeder Fahrzeit gehört genau ein Weg. Die Zahl 80 gibt an, wie viele Kilometer in jeder Stunde dazukommen; sie ist die Geschwindigkeit des Zuges in Kilometern je Stunde.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Nachrechnen: \(s(0) = 0\), \(s(1) = 80\), \(s(2) = 160\), \(s(4) = 320\) — diese vier Werte stimmen. Für \(t = 3\) gilt jedoch \(s(3) = 80 \cdot 3 = 240\) und nicht 260. Der Wert 260 muss also durch 240 ersetzt werden.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Gesucht ist die Fahrzeit zu \(s = 200\): \(80 \cdot t = 200\), also \(t = \frac{200}{80} = 2{,}5\). Nach 2,5 Stunden — das sind 2 Stunden und 30 Minuten — hat der Zug 200 km zurückgelegt.
Linas Behauptung über Kurven
AFB IIIIm Unterricht behauptet Lina: „Jede Kurve, die man in ein Koordinatensystem zeichnen kann, gehört zu einer Funktion.“ Ihr Tischnachbar zeichnet daraufhin die beiden Kurven aus Material M1 an die Tafel.
- Beurteilen Sie Linas Behauptung. Gehen Sie dabei auf beide Kurven aus M1 ein.
- Erläutern Sie das Verfahren, mit dem man an einem gezeichneten Graphen entscheiden kann, ob er zu einer Funktion gehört.
- Geben Sie eine Zuordnung aus dem Alltag an, die keine Funktion ist, und begründen Sie Ihre Wahl.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Linas Behauptung ist nicht haltbar. Kurve B gehört zu einer Funktion: Über jeder Stelle der waagerechten Achse liegt genau ein Punkt der Kurve, jedem \(x\) wird also genau ein \(y\) zugeordnet. Kurve A ist ein Kreis und liefert das Gegenbeispiel: Über der Stelle \(x = 0\) liegen die beiden Punkte \((0\,|\,3)\) und \((0\,|\,-3)\). Derselben Zahl \(x = 0\) werden damit zwei verschiedene Zahlen \(y\) zugeordnet — die Zuordnung ist nicht eindeutig und deshalb keine Funktion.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Man legt in Gedanken an einer beliebigen Stelle der waagerechten Achse eine senkrechte Linie an und verschiebt sie über die ganze Zeichnung. Trifft sie die Kurve überall höchstens einmal, so ist die Zuordnung eindeutig und der Graph gehört zu einer Funktion. Findet man dagegen auch nur eine einzige Senkrechte mit zwei oder mehr Schnittpunkten, ist die Eindeutigkeit verletzt — ein solcher Graph gehört zu keiner Funktion.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Ein möglicher Vorschlag: Jedem Menschen wird seine Telefonnummer zugeordnet. Viele Menschen besitzen mehrere Nummern; demselben Ausgangswert werden also mehrere Ergebnisse zugeordnet, und die Zuordnung ist nicht eindeutig. Ebenso zulässig sind andere Beispiele mit derselben Begründung, etwa „Jedem Wochentag wird eine Unterrichtsstunde zugeordnet, in der Mathematik stattfindet“.
Der Sonnenblumen-Wettbewerb
AFB IIIJonas misst zehn Tage lang jeden zweiten Morgen die Höhe seiner Sonnenblume und notiert die Werte in Material M1. Seine Schwester sieht die Liste und sagt: „Dann kannst du doch einfach die Funktionsgleichung dazu aufschreiben — so wie bei der Kerze im Matheheft.“
| Tag \(t\) | 0 | 2 | 4 | 6 | 8 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Höhe \(h\) in cm | 12 | 19 | 27 | 36 | 44 | 51 |
- Beurteilen Sie die Aussage der Schwester.
- Erklären Sie, warum sich Jonas' Messwerte trotzdem als Graph darstellen lassen, und begründen Sie, warum man die eingezeichneten Punkte nicht ohne Weiteres durch eine durchgezogene Linie verbinden darf.
- Nennen Sie je eine Frage über die Sonnenblume, die sich mit M1 beantworten lässt, und eine, die sich damit nicht beantworten lässt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Die Aussage ist so nicht haltbar. Die Zunahmen betragen 7, 8, 9, 8 und 7 Zentimeter, sind also nicht gleich; hinter den Messwerten steckt keine erkennbare, exakte Rechenvorschrift. Das Wachstum hängt von Licht, Wasser und Wetter ab. Eine Funktionsgleichung ließe sich hier nur als Näherung angeben — die Wertetabelle bleibt aber eine vollwertige Darstellung der Zuordnung.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Jedes Wertepaar aus M1 lässt sich als Punkt in ein Koordinatensystem eintragen: nach rechts der Tag, nach oben die Höhe. Man erhält so sechs Punkte, also einen Graphen aus einzelnen Punkten. Eine durchgezogene Linie würde dagegen auch für die Tage dazwischen Höhen behaupten, die Jonas gar nicht gemessen hat; sie ist nur eine Vermutung über den Verlauf und keine Messung.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Beantwortbar ist zum Beispiel: „Wie hoch war die Pflanze am 6. Tag?“ — die Tabelle nennt 36 cm. Nicht beantwortbar ist zum Beispiel: „Wie hoch war die Pflanze am 20. Tag?“ oder „Wie hoch war sie am 5. Tag?“, denn zu diesen Tagen liegt kein Messwert vor.
